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U-Bahn, Carsharing und Rad : Ein Leben ohne eigenes Auto?

Brauchen Sie ein eigenes Auto? Bild: Eilmes, Wolfgang

Ein Auto kostet viel Geld. Für den gleichen Betrag kann man weit mit der U-Bahn oder dem Taxi fahren. Wir haben das mal durchgerechnet. Und Sie können es hier auch.

          Es passierte ausgerechnet am Tag nach Weihnachten und es kam Susanne wie ein Wink des Schicksals vor: Ihr Auto gab den Geist auf und blieb nach 115 Streckenkilometern liegen, irgendwo zwischen Hamburg und Garmisch. Dass sich die Reparatur bei einer zwölf Jahre alten Kiste mit knapp 200.000 Kilometern auf dem Buckel nicht mehr lohnte, war sofort klar. Aber eine andere Frage hatte sich Susanne schon oft gestellt und noch nicht beantwortet: Brauche ich überhaupt noch ein Auto?

          Nadine Oberhuber

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Sie lebt in einer Großstadt, die zwar von sich behauptet, das Prinzip der Grünen Welle zu kennen, wo aber trotzdem jede Ampel jeden Autofahrer zum Halten zwingt und in der man Parkplätze nie findet, wenn man sie braucht. Das macht das Autofahren anstrengend und das Auto nicht gerade zum besten Fortbewegungsmittel.

          Wie ihre Freunde fährt Susanne ohnehin schon viele Strecken mit Bus, Bahn oder Rad. Susanne heißt in Wirklichkeit anders, genau wie die anderen, die in dieser Geschichte von ihren Erfahrungen mit und ohne Auto berichten. Aber sie haben sich tatsächlich alle schon einmal gefragt, ob man heutzutage wirklich noch ein Auto braucht – oder ob man nicht ohne auskommen könnte.

          In Berlin und Hamburg beantworteten sich viele Bewohner diese Frage längst: Rund die Hälfte der Haushalte dort hat kein Auto und kommt auch so durchs Leben und durch die Stadt. Doch sind die Autolosen eher die Ausnahme: Bundesweit besitzen mehr als Dreiviertel aller Haushalte mindestens einen Personenwagen, es gibt immerhin 42 Millionen Autos auf 40 Millionen Haushalte, sagt das Statistische Bundesamt. Nur jeder fünfte volljährige Bundesbürger hat keinen Zugriff auf einen Kraftwagen. Ob diese Menschen ungewollt autolos sind, weil sie sich Anschaffung und Unterhalt eines Wagens nicht leisten können, oder ob sie bewusst autofrei leben, erhebt keine Statistik.

          Generell hat die Zahl der Autos in Deutschland seit 2003 eher zugelegt um vier Millionen. Mit wachsendem Wohlstand rollen mehr Fahrzeuge über unsere Straßen. Doch vor allem für Bewohner in Ballungsräumen, Kleinhaushalte und Jüngere wird das Leben ohne Auto zunehmend zum Alltag, sagen Verkehrsforscher: „Das Auto verliert seine Anziehungskraft auf junge Leute“, stellt das Institut für Mobilitätsforschung fest. Vielen Menschen um die 30 reiche es, gelegentlichen Zugriff auf einen Wagen zu haben, ohne gleich einen besitzen zu müssen. Fast 40 Prozent der Alleinlebenden, sagt die Statistik, haben kein Auto.

          Nur fürs Wohnen geben wir mehr aus

          Susanne ist seit Weihnachten eine von ihnen. Die blanken Zahlen, findet sie, sind ein eindeutiges Argument für die Autofreiheit: Jeden Tag steht jedes Auto im Schnitt 23 Stunden nur herum. Genutzt wird es, wenn überhaupt, meist für den Weg zur Arbeit oder für eine Fahrt in der seltenen Freizeit. Die wenigen Minuten der Mobilität bezahlen die Besitzer dafür teuer. Die Ausgaben fürs Auto sind der zweitgrößte Kostenblock im Haushaltsbudget.

          So viel kostet das mobile Leben mit eigenem Auto Bilderstrecke
          So viel kostet das mobile Leben mit eigenem Auto :

          Im Schnitt schluckt das Auto rund 15 Prozent des verfügbaren Einkommens. Nur fürs Wohnen geben die Bundesbürger noch mehr Geld aus. Hochgerechnet auf unsere Lebenszeit kommen Statistiken auf die gigantische Summe von mehreren hunderttausend Euro, die ein Pkw-Besitzer im Laufe seines Lebens in Autos steckt - je nachdem, ob er gerne Neu- oder auch mal einen Gebrauchtwagen kauft.

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