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Lufthansa streicht Flüge : Was Passagiere wissen müssen

Gestrichen oder fliegt er noch: Viele Passagiere müssen wegen des Verdi-Streiks am Donnerstag um ihren Flug bangen. Bild: dpa

Die Mitarbeiter von sieben Flughäfen in Deutschland streiken. Lufthansa streicht rund 600 Flüge. Was bedeutet der Streik für die Fluggäste? Welche Flüge könnten ausfallen? Und welche Rechte haben die Passagiere?

          Fliegt mein Flug noch?

          Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten von sieben deutschen Flughäfen für Donnerstag zu Warnstreiks auf. Dazu gehören neben dem Frankfurter Großflughafen auch die Flughäfen in München, Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart. Es sei davon auszugehen, dass es „zu erheblichen Verzögerungen im Flugverkehr sowie zu Flugausfällen kommen wird“, teilte die Dienstleistungsgewerkschaft mit.

          Anne-Christin Sievers

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Der Frankfurter Flughafen soll am Donnerstag elf Stunden lang bestreikt werden. Beschäftigte des einstmals öffentlichen Betreibers Fraport AG werden die Arbeit voraussichtlich von 03.30 bis 14.30 ruhen lassen, wie eine Gewerkschaftssprecherin schon am Dienstag mitteilte.

          Die Lufthansa will wegen des Streiks am Donnerstag etwa 600 Flüge streichen. Eine Liste aller gestrichenen Lufthansa-Flüge finden Sie hier. Aus der Liste geht hervor, das einzelne Verbindungen sogar bis zum 31. März ausfallen. Betroffen sind am Donnerstag voraussichtlich fast alle Deutschland- und Europaflüge bis zum frühen Nachmittag. Ausgenommen sind die Töchter Germanwings, Cityline, Eurowings und Air Dolomiti. Allerdings könnte es zu weiteren Streichungen und Verspätungen kommen. Auch die Langstreckenflüge von und nach Frankfurt und München seien betroffen. Nach bisherigen Informationen von Fraport und Verdi wird sich die Flughafenfeuerwehr nicht an dem Ausstand beteiligen, so dass einige Flüge auch in der Streikzeit stattfinden könnten. Klar ist aber auch, dass am Nachmittag und Abend nicht mehr alle ausgefallenen Verbindungen nachgeholt werden können.

          Wie finde ich am Streiktag heraus, ob mein Flug betroffen ist?

          Flugreisende finden Informationen über die aktuellen Flug- und Ankunftszeiten auf der Internetseite des jeweiligen Flughafens, so zum Beispiel auf der Website des Frankfurter Flughafens. Wer von Frankfurter Flughafen aus starten will, bekommt zudem unter der Nummer 01806-FRAINFO (01806-3724636 - Festnetzpreis 0,20 €/Anruf) und über die „Frankfurt Airport App“ Auskunft. Passagiere können sich auch direkt an die Fluggesellschaft wenden. Zu Ankunft und Abflügen beziehungsweise von Streik betroffenen Flügen geben die Fluggesellschaften Auskunft, so etwa die Lufthansa auf ihrer Internetseite. Die dort zur Verfügung gestellten Informationen sollten sich Passagiere ausdrucken, damit sie auch später etwas in der Hand haben. Wie die Lufthansa heute bekanntgab, können Passagiere einmalig online unter Meine Buchungen kostenlos stornieren oder umbuchen, wenn sie für den Streiktag schon ein Ticket für einen Flug von Lufthansa, SWISS, Austrian Airlines oder Brussels Airlines haben, der von, nach oder über die betroffenen Flughäfen fliegt. Für Flugstrecken innerhalb Deutschlands will die Lufthansa den Umtausch in Bahnfahrkarten anbieten. Einige Fluggesellschaften wie die Lufthansa informieren Passagiere auch per SMS über den aktuellen Stand, wenn sie ihre Mobilnummer angegeben haben.

          Wie geht es weiter, wenn mein Flug streikbedingt ausfällt?

          Wird ein Flug wegen Streiks gestrichen, muss sich die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter schnellstmöglich um eine sogenannte Ersatzbeförderung kümmern. Daher sollte man diese auch bei beiden einfordern. Dauert der Ausstand länger, muss Fluggesellschaft oder Reiseveranstalter einen Ersatzflug anbieten beziehungsweise bei Flügen innerhalb Deutschlands den Ersatztransport mit Bahn oder Bus organisieren. Passagiere sollten auch bei großen absehbaren Verspätungen pünktlich am Flughafen sein, da die Fluggesellschaft eventuell früher als angenommen einen Ersatzflug anbieten kann.

          Auch wenn der Flug vermutlich gestrichen wird, ist es ratsam, sich möglichst früh vor dem Abflug zum Check-In zu begeben oder schon vorab online einzuchecken, um lange Warteschlangen zu vermeiden.

          Welche Rechte habe ich, wenn ich durch den Streik am Flughafen feststecke?

          Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter muss gestrandete Kunden betreuen. Fluggäste haben bei Flügen von bis zu 1500 Kilometern nach zwei Stunden einen Anspruch auf Essen und Getränke. Außerdem dürfen sie auf Kosten der Fluggesellschaft zwei Telefonate führen. Bei einer Strecke von 1500 bis 3500 Kilometern erhalten die Gäste nach 3 Stunden Hilfe, bei Flügen ab 3500 Kilometern nach vier Stunden. Müssen Passagiere länger als fünf Stunden auf ihren Flug warten, haben sie ein Recht darauf, sich das Geld für den Flug erstatten zu lassen. Damit ist die Fluggesellschaft aber aus allen weiteren Pflichten entlassen. Verschiebt sich der Flug auf den nächsten Tag, muss die Fluggesellschaft die Kosten für die Hotelübernachtung übernehmen.

          Stellt die Gesellschaft trotz Nachfrage keine Betreuung bereit, sollten Passagiere für Verpflegung und Hotel selbst sorgen. Sie sollten die Belege sammeln und die entstandenen Kosten der Fluggesellschaft in Rechnung stellen.

          Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?

          Laut Bundesgerichtshof liegt bei Streik höhere Gewalt vor. Deshalb gilt die EU-Fluggastrechteverordnung, die Passagieren sonst bei einem Flugausfall oder massiven Verspätungen eine Ausgleichszahlung garantiert, in diesem Fall nicht.

          Der Fluggast kann nur unter einer Voraussetzung auf eine Entschädigung hoffen: Und zwar wenn er belegen kann, dass die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter nicht genug getan hat, um die Folgen des Streiks für den Kunden abzumildern.

          Quelle: FAZ.net, ancs, Reuters, dpa

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