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Mobilität von morgen : So werden wir uns künftig in der Stadt bewegen!

Angesichts der negativen Folgen des Autoverkehrs denken viele Experten auch über Restriktionen nach. Der Schmerz soll über den Geldbeutel wirken. Zum Beispiel über deutlich teurere Parkgebühren, die zudem in der Hauptverkehrszeit höher sind als sonst. „Im Vergleich zu Asien und amerikanischen Metropolen ist Parken in Deutschland sehr günstig. Es sollte mindestens so viel kosten wie ein Fahrschein für den öffentlichen Nahverkehr“, fordert Uwe Clausen, Professor für Verkehrssysteme und -logistik an der Technischen Universität Dortmund. In der Regel schreien dann die Einzelhändler in der Innenstadt auf, weil sie fürchten, dass dann die Kunden ausbleiben. Allerdings gibt es Untersuchungen aus ausländischen Städten wie Kopenhagen, dass dies nicht passieren muss. Auch Anwohnerparken erscheint in Deutschland günstig. Ein Parkplatz kostet die Stadt im Unterhalt geschätzte zehn Euro am Tag – vor allem für die Straßenreinigung –, der Jahresausweis für die Bewohner aber nur zwischen zehn und 50 Euro im Jahr. Das lädt nicht dazu ein, auf die Anschaffung eines Autos zu verzichten.

Alternativen fördern statt Autos beschränken

Das Ausland ist da viel radikaler. Paris will Autos mit Verbrennungsmotoren ganz aussperren, Singapur deckelt die Fahrzeugzulassungen und senkt die Zahl jedes Jahr, London verbietet den Bau von Tiefgaragen. In Deutschland hingegen schreiben die Stellplatzsatzungen der Kommunen sogar vor, bei neuen Häusern für ausreichend Parkraum zu sorgen. Es ist umstritten, ob die gezielte Reduzierung von Parkplätzen den Autoverkehr verringert. Es könnte auch dazu führen, dass die Autofahrer trotzdem kommen, aber noch länger umherfahren, um einen Platz zu finden. Hier könnte moderne Technik helfen, zum Beispiel in den Straßenbelag eingebaute Sensoren, die melden, wenn ein Auto den Parkplatz frei macht. Billig sind solche Sensoren freilich nicht.

Auch eine moderne City-Maut ist in der Diskussion. Je nach Tageszeit und Verkehrsaufkommen ist sie mal höher und mal niedriger und setzt damit finanzielle Anreize, nicht gerade in der Hauptverkehrszeit in die Stadt zu fahren. Sozialpolitiker fürchten allerdings, dass sich dann nur noch die Reichen die Fahrt mit dem Auto in die Stadt leisten können. Datenschützer haben Angst, dass für jedes an der virtuellen Mautstelle elektronisch erfasste Auto und seinen Fahrer Bewegungsprofile erstellt werden können.

Statt zu vieler Beschränkungen für das Auto empfehlen viele lieber, die Alternativen zu fördern, damit Autofahrer freiwillig umsteigen. Billig und schnell zu realisieren ist das zum Beispiel im Radverkehr. Radwege von der Straße abzutrennen ist nicht teuer, sie sollten zu einem Netz über die ganze Stadt verknüpft und entsprechend ausgeschildert werden. Gerade begonnen hat der Bau von Radschnellwegen, die aus den Vororten in die Städte führen. Sie sind geteert, breit genug, teilweise beleuchtet und getrennt von den Straßen. Wichtig sind zudem sichere, überdachte Abstellplätze. Die Räder müssen einem noch nicht einmal selbst gehören, es gibt immer mehr Leihräder, die am Straßenrand stehen und sich vom Smartphone aus freischalten lassen. Sogar Lastenfahrräder werden zunehmend zur Leihe angeboten, so dass sogar Einkäufe nicht mehr mit dem Auto erledigt werden müssen. Andere Großstädte wie Kopenhagen zeigen, wie der Ausbau des Radverkehrs die Autos zurückdrängen kann.

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