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Eklig oder nahrhaft? : Metro verkauft jetzt Mehlwurm-Nudeln

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Lebensmittel mit Insektenproteinen sind der neueste Schrei auf dem Markt. Bild: dpa

Insektenmüsli zum Frühstück, einen Salat mit Insektencroutons zum Mittagessen und Insektennudeln am Abend. Auf der Suche nach neuen Produkten setzt der Düsseldorfer Metro-Konzern nun auf Lebensmittel mit Insektenproteinen. Im Angebot sind derzeit Mehlwurm-Nudeln.

          Mehlwürmer schmecken eher nussig, Grillen überzeugen durch ein intensives Aroma: Unternehmensgründer Daniel Mohr von dem Pforzheimer Start-up Plumentofoods ist nicht nur von den gesundheitlichen Vorzügen von Lebensmitteln mit Insektenproteinen überzeugt. Zusammen mit dem Düsseldorfer Metro-Konzern will er Lebensmittel mit Mehlwurm-Mehl in Deutschland populär machen. Angeboten werden die Würmer-Nudeln zunächst für drei Monate zum Preis von 5,99 Euro für die 250 Gramm-Packung, jedoch nur in dem Laden „Emmas Enkel“ in der Düsseldorfer Metro-Zentrale. Damit werde erstmals in Deutschland ein Lebensmittel mit Insektenproteinen in den Handel gebracht, berichtete das Unternehmen am Freitag in Düsseldorf.

          Möglich geworden ist das in Deutschland durch die Anfang 2018 in Kraft getretene europäische Novel Food Verordnung Nr. 2015/2283, die den Umgang mit neuartigen Lebensmitteln etwa auf der Basis von Insekten oder Algen regelt. Mit dem Verkauf von Produkten mit Insekten als nährstoffreiche Proteinalternative sehe sich der Düsseldorfer Konzern als Vorreiter für neue Lebensmittellösungen, sagte Fabio Ziemßen, der das Projekt bei der Metro betreut. Unter dem Titel „NX Food“ bietet Metro daneben auch andere innovative Lebensmittel wie essbare Trinkhalme aus Resten der Apfelsaftproduktion an. Geplant sind auch weitere Insektenprodukte wie Müslis oder Salat-Croutons.

          Kann Essen aus Insekten den Hunger in der Welt bekämpfen?

          Mit Blindverkostungen soll nun zunächst der Kampf gegen den Ekelfaktor aufgenommen werden. Vor allem junge Leute seien schnell von den Vorzügen des Produkts zu überzeugen, berichtete Mohr. Noch immer existierten jedoch Berührungsängste beklagte er. So habe der Hersteller der Nudeln die Nennung seines Namens untersagt. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov kann sich bislang nur jeder siebte Bundesbürger vorstellen, Insekten zu essen. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass weltweit rund 1900 Insektenarten essbar sind. Ganz oben auf der Speisekarte von rund zwei Milliarden Menschen, die Insekten verzehrten, stünden Käfer, gefolgt von Raupen, Bienen, Wespen, Ameisen, Heuschrecken und Grillen.

          Aus diesen Würmchen bestehen die Nudeln.

          Unter Experten ist allerdings umstritten, ob Insekten dabei helfen können, die wachsende Weltbevölkerung mit Nahrung zu versorgen. Für die Produktion der nun in Düsseldorf angebotenen Nudeln wird ein unter der Bezeichnung „Buffalopulver“ aus gefriergetrockneten und gemahlenen Käfer-Larven hergestelltes Mehl mit einem Anteil von zehn Prozent beigemischt. Die Larven stammen aus der Produktion niederländischer Zuchtfarmen. Nach dreiwöchigem Wachstum werden die Würmer dabei komplett verarbeitet. Nudelfreunde haben derzeit die Wahl zwischen den Sorten „Egg-Tagliatelle“ und „Spätzle“.

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