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Veröffentlicht: 16.06.2017, 13:34 Uhr

Kaffeereport 2017 Die Deutschen lieben ihren Filterkaffee

Deutschland, Land der Kaffeetrinker: Am liebsten mögen die Menschen hierzulande das schwarze Heißgetränke einfach aus dem Filter. Damit stehen sie in Europa allein da.

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© dpa Ist einfach lecker: Eine schöne Tasse schwarzer Kaffee

Frappuccino, Espresso, Latte, Cappuccino? Short, tall oder grande? Mit Vanille oder Karamellgeschmack? Mit Sahne, Vollmilch, laktosefrei, Mandel- oder Sojamilch? Nö, einfach einen stinknormalen, schwarzen Filterkaffee mit vielleicht einem Schuss Milch, bitte! Das entgegnen wohl die meisten Deutschen an der Theke auf die Frage, welchen Kaffee sie am liebsten trinken möchten – all der abenteuerlichen Varianten, die es heute gibt, zum Trotz. Und das ist auch das Ergebnis des aktuellen Kaffeereports 2017, den der Kaffeeröster Tchibo zusammen mit Brand Eins Wissen und Statista veröffentlicht hat. Dafür wurden rund 3000 Einwohner in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und der Schweiz im Alter von 18 bis 64 Jahren befragt. Bei allen Fragen war eine Mehrfachauswahl möglich.

Anne-Christin Sievers Folgen:

Mit 162 Litern Konsum pro Kopf war Kaffee auch im vergangenen Jahr der Deutschen liebstes Getränk; rund 51 Euro gaben sie im Jahr 2015 dafür aus. Am liebsten ist ihnen Filterkaffee. Der Vergleich mit den europäischen Nachbarn zeigt aber: Mit ihrer Liebe dazu stehen die Menschen hierzulande allein auf weiter Flur. In keinem anderen europäischen Land, das in die Umfrage eingeschlossen wurde, ist er so beliebt wie in Deutschland: Rund 66 Prozent der befragten Deutschen trinken ihn regelmäßig, in Österreich sind es nur knapp 30 Prozent. Die Österreicher hingegen bevorzugen mit rund 47 Prozent Cappuccino.

Den Menschen in Osteuropa hat es besonders der Instantkaffee angetan: In Tschechien trinken ihn 61 Prozent am liebsten, in Polen 47 Prozent. Der Espresso hat in der Schweiz mit 43 Prozent die größte Anhängerschaft. In Deutschland mag hingegen nur jeder fünfte Kaffeetrinker Espresso. Kaffee aus der Siebstempelkanne ist bei den polnischen Nachbarn mit Abstand am meisten verbreitet, fast jeder dritte Pole bereitet sich sein Heißgetränk auf diese Art zu - vielleicht auch deshalb, weil in Polen das Kaffeepulver traditionell einfach mit Wasser aufgegossen und abgewartet wird, bis sich die Körner am Boden der Tasse abgesetzt haben. Die Polen gehören auch zu den größten Gewohnheitsmenschen, wenn es um den Zeitpunkt des Kaffeekonsums geht: Die Hälfte der Polen trinkt Kaffee zu einer festen Tageszeit, in Tschechien, Österreich, der Schweiz und Deutschland tut das nur jeder Dritte.

Rund 90 Prozent der Befragten nennen dabei ihr Zuhause als den Ort, an dem sie normalerweise Kaffee trinken, zwischen 50 und 61 Prozent tun das auch bei der Arbeit. Der Becher für unterwegs kommt in den fünf Ländern nur auf einen Anteil zwischen einem Drittel und einem Fünftel der Umfrage-Teilnehmer.

Auf die Frage, wie man den Befragten mit Kaffee eine Freude bereiten könne, antworteten 40 Prozent über die Ländergrenzen hinweg: Wenn es beim Aufwachen schon nach Kaffee duftet. Bei den Deutschen lag die Quote sogar bei 48,9 Prozent. Damit rangiert der Kaffeegeruch sogar vor der ans Bett gebrachten Tasse Kaffee: Die steht in Deutschland an Nummer zwei der Freuden, während etwa in Tschechien der Kaffee aus der Lieblingstasse bevorzugt wird. Bei der Frage, was die Europäer mit Kaffee assoziieren, herrscht Einigkeit: Wärme, Liebe, Freude, Energie, Geborgenheit, Ruhe und Heimat werden am ehesten mit Kaffee in Verbindung gebracht.

Doch es gibt auch Kaffee-Abstinenzler: Die meisten von ihnen konsumieren das Getränke nicht, weil es ihnen nicht schmeckt. Diesen Grund führten zwei Drittel der Befragten an. Ein Fünftel der Deutschen stört, dass er die „Zähne verfärbt“. Für andere enthält Kaffee „zu viel Koffein“, sie halten ihn für „ungesund“ oder mögen den „Geruch“ nicht.

© Daniel Blum, F.A.Z. Richtig rösten: Das Geheimnis der hellen Bohne
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