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Gewusst wie : So nutzen Sie Flugmeilen am besten

Ein Freiflug für 15.000 Meilen Bild: dpa

Freiflug, Gratis-Hotel oder neuer Koffer: Bei welcher Prämie bringt die Meile am meisten Ertrag? Strategien für Vielflieger und andere Menschen.

          Gedanklich sind alle schon weg. Sie träumen von weißen Sandstränden in der Karibik oder von der Skyline in New York, von thailändischen Tempeln oder Wüstensafaris in Dubai. In der Realität sitzen sie an einem Sonntag in der noblen Villa Rothschild im ebenso noblen Königstein bei Frankfurt und überlegen, wie sie möglichst günstig und komfortabel zu ihren Traumzielen fliegen können.

          Dyrk Scherff

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zwölf Männer und zwei Frauen zwischen 40 und 60 brüten im stuckbelegten Seminarraum der Villa über ihren Laptops. Sie hacken die Codes für Flughäfen und Fluggesellschaften in die Flugsuchsysteme im Internet, ändern ständig die Routen. Ihre Rechner spucken brav immer neue Flugverbindungen aus. Das Ziel: möglichst viele Flugmeilen sammeln zu einem akzeptablen Preis. Um sie dann möglichst effektiv für Freiflüge, Upgrades in die Business Class oder den Aufstieg zum Vielflieger einzusetzen.

          Die Seminarteilnehmer üben noch. Sie haben knapp 700 Euro ausgegeben, um sich einen ganzen Tag lang von Alexander Koenig trainieren zu lassen. Der Deutsche hat First Class & More gegründet. Der Club bietet seinen Mitgliedern für 60 bis 180 Euro im Jahr Informationen, wie sie permanent oder aktuell auf Basis von Aktionen der verschiedenen Fluggesellschaften Meilen sammeln und einsetzen können. Damit tritt er gegen Konkurrenten wie Webflyer, Frequent Flyer Services oder Global Flight an, die ebenfalls die Meilensammler unterstützen wollen. Und jetzt wagt er sich mit den Seminaren nach vorne. Koenigs Versprechen: Er zeigt, wie man am einfachsten zum Vielfliegerstatus kommt, der Annehmlichkeiten wie Lounge-Zugang, mehr Freigepäck, bevorzugte Abfertigung und Extra-Meilen garantiert. Und er sagt, wie man Business- und First-Class-Flüge bis zu 90 Prozent günstiger buchen kann.

          Die Teilnehmer an den Seminaren sind mit dem Meilensammeln schon sehr vertraut. Die einfachen Sammeltricks haben sie längst drauf. Klar, am einfachsten ist es, wenn der Arbeitgeber sie ständig in der Business Class um die Welt schickt und sie damit ohne Aufwand Zehntausende von Meilen anhäufen können. Da haben sie je nach Strecke schon nach fünf oder sechs Flügen einen Freiflug auf der gleichen Strecke zusammen. In der Economy Class ist das schon deutlich schwerer, die günstigsten Tickets bringen fast gar keine Meilengutschriften mehr. „Ein teureres Ticket nur zu buchen, weil es mehr Meilen bringt, ergibt aber fast nie Sinn“, warnt Koenig. Es sei denn, es fehlen nur wenige Meilen für einen Freiflug oder das Erreichen eines Vielfliegerstatus.

          Beim Meilensammeln auf ein Programm konzentrieren

          Besser ist es, die diversen Sammelaktionen der Fluggesellschaften und ihrer Partner zu nutzen. So können auch die zu Freiflügen kommen, die der Arbeitgeber selten auf Reisen schickt. Immer wieder locken Airlines mit doppelten Meilengutschriften auf manchen Strecken. Aber Vorsicht: Wenn das Ticket schon regulär 150 Prozent Meilengutschrift verspricht, gibt es nur 50 Prozentpunkte extra.

          Noch attraktiver sind die Aktionen der Partner: Egal, ob Kontoeröffnung, Fondskäufe oder Versicherungsabschlüsse. Egal, ob Zeitungsabos oder die Übernachtung in bestimmten Hotels - jedes Mal werden Meilen gutgeschrieben. Details finden sich auf den Seiten der Meilenprogramme. Derzeit besonders offensiv ist die DKB-Bank. Wer zum Beispiel vier Kunden anwirbt, bekommt 20.000 Lufthansa-Meilen. Das ist schon ein Economy-Freiflug. Telekom und Commerzbank spendieren bis zu 10.000 Meilen. Das sollte nicht dazu verleiten, nur deswegen dort Kunde zu werden. Aber wer das sowieso vorhat, sollte die Meilengutschriften nutzen. Die meisten sind kostenlos. Fallen Kosten an, sollten sie 13 Euro je 1000 Meilen nicht überschreiten, wenn man die Aktion nur für den Erwerb von Meilen mitmacht, rät Koenig.

          Bild: F.A.Z.

          Diese Sammelvariante über Partner ist in Deutschland bei Miles & More am ausgeprägtesten möglich. Es ist ein Grund, warum das Programm der Lufthansa und ihrer Partnerairlines für Deutsche zu den attraktivsten aller Airlines gehört. Viele Programme ermöglichen das Sammeln nur über Flugbuchungen und oft auch über Kreditkarten. Richtig schlecht ist Miles & More nur für die, die einen Vielfliegerstatus erreichen wollen. Dafür sind bei Lufthansa sehr viele Flüge nötig. Ist der Status aber einmal erreicht, bietet die Fluggesellschaft sehr attraktive Vorteile. Auch das Einlösen der Meilen ist bei Lufthansa besonders attraktiv, weil Prämienflüge oft verfügbar sind, das Streckennetz weit gespannt und der Gegenwert für Meileneinlösungen hoch ist.

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