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Veröffentlicht: 25.11.2014, 14:37 Uhr

Generation 50Plus Jeder Zweite über 50 will in seine Gesundheit investieren

Ihre Gesundheit ist für die Deutschen ab 50 das höchste Gut. Entsprechend plant jeder Zweite in dieser Altersgruppe, vor allem Geld in sein körperliches Wohlergehen zu stecken. Luxus ist den meisten nicht so wichtig.

von
© Sick, Cornelia Gesundheit und Gemeinschaft sind für Menschen ab 50 wichtig. Hier eine Wohngemeinschaft „50plus“ vor ihrem Anwesen in Darmstadt.

Der Generation 50Plus liegt besonders ihre Gesundheit am Herzen. Deshalb sind auch mehr als die Hälfte der Deutschen über 50 bereit, ihr Geld vor allem in private Gesundheits- und Pflegeleistungen zu stecken. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Forsa im Auftrag von Easy Credit, dem Konsumentenkredit der Volksbanken Raiffeisenbanken, durchgeführt hat. Befragt wurden 1000 Personen im Alter von 50 bis 79 Jahren.

Anne-Christin Sievers Folgen:

Insgesamt 53 Prozent der Befragten geben an, dass sie im kommenden Jahr ganz sicher oder wahrscheinlich Geld für medizinische Zusatzleistungen in die Hand nehmen wollen. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt noch 47 Prozent.

Infografik / Studie 50Plus / Investitionspläne © Genossenschaftliche Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, Grafik Bearbeitung F.A.Z. Vergrößern

Kein Wunder, ist doch die Gesundheit für vier von fünf Befragte das wichtigste Grundbedürfnis. Damit steht dieser Wunsch noch vor dem nach einer harmonischen Partnerschaft, Zeit mit der Familie, einem schönen Zuhause und nach finanzieller Sicherheit und Vorsorge für die Zukunft. Dafür sprachen sich fast zwei Drittel bis knapp die Hälfte der Befragten aus.

Infografik / Studie 50Plus / Wünsche und Bedürfnisse © Genossenschaftliche Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, Grafik Bearbeitung F.A.Z. Vergrößern

Entsprechend wollen auch 44 Prozent der Teilnehmer im kommenden Jahr ganz sicher oder wahrscheinlich Geld in ihr Haus oder ihre Wohnung stecken, 38 Prozent möchten in ihre Altersvorsorge investieren. Ein neues Auto mit ihrem Ersparten kaufen will hingegen nur jeder Neunte.

Vielleicht sind die Deutschen in dieser Altersgruppe auch deshalb besonders bereit, Ersparnisse für ihr körperliches und geistiges Wohlergeben aufzuwenden, weil Wunsch und Wirklichkeit hier besonders weit auseinander klaffen. Das legen die Zahlen der Umfrage nahe: Während 80 Prozent angeben, dass Gesundheit und Wohlbefinden ihnen sehr wichtig sind, zeigen sich nur 21 Prozent mit diesem Aspekt ihres Lebens sehr zufrieden. Jeder Vierte ist mit seiner gesundheitlichen Situation sogar weniger zufrieden oder unzufrieden. Sollte sich die finanzielle Lage verschlechtern, ist zwar die Mehrheit bereit, auf einen gewissen Luxus (61 Prozent) oder ein schönes Auto (48 Prozent) zu verzichten. Bei der Gesundheit möchte aber nur rund jeder Fünfte in einem solchen Fall Abstriche machen.  

Auch bei der finanziellen Sicherheit liegt ein Graben zwischen den Bedürfnissen der Befragten und ihrer Realität. Nur 18 Prozent sind mit ihrer Vorsorge für das Alter sehr zufrieden, obwohl 45 Prozent angeben, dass ihnen dieses Thema sehr wichtig ist. Fast jeder Fünfte ist mit seiner Vorsorge sogar weniger zufrieden oder unzufrieden.

Infografik / Studie 50Plus / Kreditaufnahmebereitschaft © Genossenschaftliche Finanzgruppe Volksbanken Raiffeisenbanken, Grafik Bearbeitung F.A.Z. Vergrößern

Jeder Dritte der Über-Fünfzigjährigen rechnet laut Studie in den kommenden drei bis fünf Jahren mit finanziellen Einschränkungen. Grundsätzlich ist die untersuchte Altersgruppe mit nur 7 Prozent aber kaum bereit einen Kredit aufzunehmen, um finanzielle Einschränkungen zu überbrücken. Von dieser Gruppe würde sich fast die Hälfte am ehesten für private Gesundheitsleistungen wie Zahnersatz, Hörgeräte oder Rollstühle verschulden, die von der Krankenkasse nicht gezahlt werden. 37 Prozent würden ein Darlehen in Anspruch nehmen, um die Wohnung oder das Haus altersgerecht umzubauen, 31 Prozent um in eine bessere Wohnung oder ein besseres Haus umzuziehen.

© Pandora, F.A.Z. Video-Filmkritik: „Und wenn wir alle zusammenziehen?“
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