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Experten warnen : Baby-Beikost ist häufig viel zu süß

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Viele Babynahrungsmittel sind nicht wirklich für Säuglinge geeignet. Bild: Reuters

Viele Nahrungsmittel wie Säuglingskekse, süßer Grießbrei oder Zuckergranulat-Tee für Kleinkinder enthalten zu viel Zucker. Kinder- und Zahnärzte fordern jetzt strengere Gesetze.

          Von Babykeks bis Teegranulat: Die oft als kindgerecht und gesund vermarkteten Beikostprodukte strotzen trotz anderslautender Empfehlungen für Babys unter einem Jahr immer noch vor Zucker. Kinder- und Zahnärzte forderten deshalb am Donnerstag gemeinsam mit der Verbraucherschutzorganisation foodwatch, strengere gesetzliche Standards für Säuglingsnahrung.

          „Die Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist prägend. Deshalb ist es wichtig, ein zu starke Süßgewöhnung im Säuglingsalter zu vermeiden“, betonte der Direktor der Uni-Kinderklinik in Leipzig, Prof. Wieland Kiess. „Wir brauchen dafür endlich gesetzliche Leitplanken.“ Vor allem das Dauernuckeln an süßem Tee oder Säften führe zudem dazu, dass Karies bei Kindern unter drei Jahren zunehme - jedes sechste Kind sei davon betroffen, ergänzte der Vize-Präsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dietmar Oesterreich, in Berlin.

          Die Organisation Foodwatch forderte strengere Gesetze. Diese sollten dafür sorgen, dass nur solche Produkte als Säuglingsnahrung bezeichnet werden dürfen, die den Empfehlungen von Experten entsprechen. „Viele als Baby-Produkte angebotene Lebensmittel stehen im Widerspruch zu den ernährungswissenschaftlichen oder ärztlichen Empfehlungen für Säuglinge“, teilte Foodwatch mit. Besonders deutlich werde dies etwa an den besonders kohlenhydratreichen Trinkmahlzeiten. Dabei handelt es sich um Milch-Getreide-Mischungen für die Fütterung mit Flaschen. Die Organisation wies darauf hin, dass die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) bereits 2007 einen sofortigen Stopp des Verkaufs solcher Produkte an gesunde Säuglinge gefordert hatte.

          Foodwatch warnte unter anderem auch vor den von mehreren Anbietern vertriebenen Säuglingskeksen. Sie hätten teils einen Zuckergehalt zwischen 14,6 und 25 Prozent, teilte die Organisation mit. Hersteller würden das Gebäck trotzdem als ideale Zwischenmahlzeit anpreisen. Babybreie enthielten demnach ebenfalls häufig relativ viel Zucker.

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