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Online-Shopping : Computer am Mittwoch kaufen, Schuhe am Donnerstag

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Vorsicht beim Online-Einkauf: Wer wartet, kann eventuell Geld sparen. Bild: dpa

Warten kann sich manchmal auszahlen, denn die Preise in Online-Shops schwanken mitunter im 24-Stunden-Takt. Wer selbst nicht ständig auf den Refresh-Button drücken will, bekommt Hilfe – von Spottster.

          Wer in Online-Shops Preise beobachtet, dem könnte manchmal regelrecht schwindlig werden. „Preise im Online-Handel legen eine wahre Achterbahnfahrt hin“, sagt deshalb auch Mona Ricken. Ricken ist verantwortlich für das Marketing bei Spottster, einem Unternehmen, das Online-Shopping für Konsumenten durchsichtiger und komfortabler machen will.

          Gerade hat Spottster die „Preisstudie Online-Handel 2014“ veröffentlicht. Dafür wurden die täglichen Preisentwicklungen von mehr als 60 Millionen Produkten in gut 1400 Online-Shops ausgewertet. Ein Ergebnis: Auch in ein und demselben Shop könne sich der Preis eines Artikels gewaltig ändern, teilweise im 24-Stunden-Takt. Dabei würde man doch gerade im Internet von höherer Preistransparenz ausgehen.

          Spottster, im Juli 2013 von gegründet, ist nach eigenen Aussagen der erste shop-übergreifende elektronische Merkzettel. Das Prinzip ist einfach: „Spottet“, also entdeckt ein Nutzer ein interessantes, aber für ihn noch zu teures Produkt in einem der Partnershops, kann er es sich per Mausklick von Spottster vormerken lassen. Fällt der Preis, bekommt der Nutzer eine E-Mail. Amazon, Ebay, Zalando und Co. stellen Spottster täglich Produkt- und Preisinformationen zur Verfügung. Diese werden mit denen des Vortages abgeglichen, bei Abweichungen schlägt das System Alarm.

          Preise für Mode und Möbel sind am stabilsten

          So zum Beispiel beim Parfüm Sheer Beauty von Calvin Klein auf Parfuemerie.de. Mitte Januar 2014 kostete es 29,95 Euro. Nur Stunden später waren es 24,95 Euro. Zwei Wochen danach fiel der Preis unter die 20- Euro-Marke. Der Parfüm-Liebhaber freut sich, der Händler auch. Denn wo der eine sparen konnte, hat der andere einen Kunden gewonnen. Spottster streicht für die Vermittlung im Schnitt 7 Prozent des Verkaufspreises als Provision ein.

          Zum Ende des vergangenen Jahres hat Spottster eine Datenmenge von mehreren Millionen Preis- und Produktinformationen angehäuft. Diese liefern einen interessanten Einblick in die Welt der Preissetzung von Online-Händlern: Je nach Produktkategorie, je nach Beliebtheit des Produkts und je nach Monat oder Wochentag schwanken die Preise unterschiedlich stark.

          Besonders häufig ändern sich demnach Preise von Elektronikartikeln sowie von Büchern und DVDs. Hier bewegen sich durchschnittlich 1,60 Prozent beziehungsweise rund 1,55 Prozent der Preise. Im volatilsten Monat sogar bis zu 3 Prozent. Bei den stabilsten Kategorien Mode und Einrichtung ist es ein deutlich geringerer Anteil von 0,5 Prozent beziehungsweise etwa 0,3 Prozent.

          Medikamenten-Freitag und Schuh-Juli

          Auch die Preise zueinandergehörender Produkte schwanken unterschiedlich stark. So ändert sich der Preis einer DeLonghi- Nespresso-Maschine deutlich häufiger als der dazu passender Gläser. Die 16 untersuchten Online-Händler, die solche Trinkgefäße anboten, änderten den Preis im Schnitt weniger als einmal im ganzen Jahr. Viele rührten den Preis gar nicht an. Der Preis der Maschine hingegen wurde im Jahresverlauf im Schnitt mehr als fünfmal in jedem Shop angepasst. Ein Händler nahm sogar 28 Änderungen vor.

          Im Winter kann man sparen: Die Kaffeemaschine kostet dann weniger.
          Im Winter kann man sparen: Die Kaffeemaschine kostet dann weniger. : Bild: F.A.Z.

          Und: An bestimmten Wochentagen oder in bestimmten Monaten sei eine Schnäppchenjagd besonders lohnenswert, heißt es in der Studie. Bei Einrichtungsgegenständen, Schuhen, Sportartikeln oder Medikamenten bieten sich März und Juli an. Elektronikliebhaber sollten im Februar die Augen offen halten. Zudem purzeln die Preise bei Elektronikartikeln bevorzugt am Mittwoch, bei Mode und Schuhen am Donnerstag, bei Medikamenten am Dienstag und Freitag.

          Einblicke in dieses vermeintliche Preischaos versuchen Carina Röllig von Webdata Solutions und Gesa Crockford von Conomic zu geben. Beide unterstützen seit einigen Jahren Online-Händler bei der Preisgestaltung. Mit der Software Blackbee sammelt Webdata Solutions, ein ehemaliges Forschungsprojekt der Universität Leipzig, Preise von Händlern aus der ganzen Welt und wertet sie aus.

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