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Veröffentlicht: 16.11.2016, 08:47 Uhr

Einkaufen im Internet Am liebsten auf Rechnung

Einkaufen im Internet ist längst Alltag. Doch beim Bezahlen wird es häufig klassisch. Das liegt vor allem an der Furcht vor Hackern und mangelndem Datenschutz.

von
© dpa Vor dem Zustellen kommt das Verteilen: Pakete in der Berliner Post

Wie sehr die Deutschen ihr Bargeld lieben, ist hinlänglich bekannt. Doch kaufen die Bundesbürger im Internet ein, dann können sie die Kaufsumme in der Regel freilich nicht mit Scheinen oder Münzen begleichen. Sie vertrauen hier vor allem auf altbekannte und bewährte Zahlungsformen. Dies jedenfalls ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der Teambank, die dieser Zeitung exklusiv vorliegt. Die Teambank ist ein Geldhaus der genossenschaftlichen Finanzgruppe.

Kerstin Papon Folgen:

Am häufigsten bezahlen die Deutschen ihre Käufe im Internet demnach noch immer mit der guten alten Rechnung und einer späteren Überweisung, auch wenn hierfür zuweilen zusätzliche Gebühren erhoben werden wie zum Beispiel rund 2 Euro bei einem großen Schuhhändler wie Görtz. Dies tun immerhin 46 Prozent der Befragten. Nicht selten dürfte es dabei eine Rolle spielen, dass viele Kunden dann die Ware nicht sofort bezahlen müssen oder erst einmal schauen wollen, ob sie das Bestellte auch wirklich behalten wollen. Aber vor allem gilt diese Art der Bezahlung nach wie vor als die sicherste Methode.

An zweiter Stelle in der Beliebtheit befinden sich in der Umfrage Online-Bezahldienste wie Paypal, die Kunden das Bezahlen über das Internet ermöglichen, selbst wenn sie kein Online-Konto bei ihrem Kreditinstitut besitzen. Im Durchschnitt zahlen 42 Prozent der Bundesbürger auf diese Art und Weise. Rund 30 Prozent nutzen ihre Kreditkarte – auch hier kommt es meist zu einer zeitlich verzögerten Belastung des Kontos. Ähnlich viele nutzen den Bankeinzug. Vorkasse, also das Bezahlen im Voraus, kommt auf einen Anteil von 14 Prozent der Befragten, Zahlen per Nachnahme, also bei Empfang der Ware an den Zusteller, ist mit 6 Prozent am unbeliebtesten.

Furcht vor Hackern spricht gegen Online-Dienste

Und warum zahlen nicht mehr Kunden mit Online-Bezahldiensten? Jeder zweite Befragte hat sich über diese Bezahldienste noch nicht einmal informiert, ergibt die Umfrage. Dabei gibt es freilich gute Gründe für die Skepsis gegenüber neueren Bezahlmethoden. Sorgen bereiten den Bundesbürgern vor allem Fragen des Datenschutzes und Hackerangriffe. Denn fast 40 Prozent der Befragten fürchten um die Sicherheit der Daten, wenn sie im Internet zum Beispiel mit Paypal, Sofortüberweisung.de oder Giropay bezahlen.

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Ebenso viele haben Angst, dass Hacker sensible Bankdaten ausspähen könnten. Im Durchschnitt ein Drittel der Deutschen hat zudem Bedenken, mit Bezahldienst-Anbietern den Überblick über Zahlungen zu verlieren.

Sichere Verfahren bieten besseren Schutz

Dabei haben rund ein Zehntel der Befragten tatsächlich schon einmal negative Erfahrungen mit Online-Bezahldiensten gemacht, und 2 Prozent berichteten davon, dass bei ihnen schon einmal Daten gestohlen worden seien. Bei 4 Prozent habe es zumindest Probleme mit Zahlungen gegeben, heißt es von der Teambank. Andere gaben an, Spam-Mails bekommen zu haben oder dass es ihnen schlicht zu kompliziert sei.

Dabei nutzt nur ein gutes Drittel der Umfrageteilnehmer besondere von den Kreditinstituten zur Sicherheit angebotene Verfahren gegen den Datenklau im Internet wie das Chip-Tan-Verfahren. Die meisten achten gleichwohl auf eine aktuelle Antivirensoftware sowie sichere Passwörter oder Internetverbindungen. Verbraucherschützer raten denn auch, nur Internet-Shops mit Gütesiegel zu nutzen, Daten über verschlüsselte Verbindungen zu übertragen und Kontoauszüge sowie Kreditkartenabrechnungen regelmäßig zu überprüfen.

Alters- und geschlechterspezifische Vorlieben

Freilich bringt jedes Alter andere Vorlieben mit sich. Und so finden sich deutliche Unterschiede im Bezahlverhalten der einzelnen Altersgruppen. Im Alter von 50 Jahren an gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, am liebsten die bewährte Rechnung zu wählen, auch wenn das Internet schnellere und bequemere Zahlungsarten bereithalte, heißt es von der Teambank.

Von den Jüngeren wählt dagegen nur ein gutes Drittel die Option „Kauf auf Rechnung“. Diese Altersgruppe setzt mehr auf Online-Bezahldienste. So bezahlt im Durchschnitt jeder Zweite der 30- bis 49-jährigen Deutschen mit ihrer Hilfe, bei den mehr als 50 Jahre alten Bundesbürgern tut dies jeder Dritte.

Auch geschlechterspezifische Besonderheiten sind zu beobachten. Die gute alte Rechnung scheint beim weiblichen Geschlecht besonders beliebt zu sein. Denn laut den Ergebnissen der Umfrage bevorzugten gut 60 Prozent der Frauen den Kauf auf Rechnung, bei den Männern äußerte sich nur ein Drittel in diese Richtung. Bei ihnen sind dagegen Online-Bezahldienste, Kreditkarten oder der klassische Bankeinzug beliebter als bei Frauen. An der Umfrage nahmen rund 1000 Deutsche im Alter von 18 bis 79 Jahren teil.

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