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Datenschutz : Die Facebook-Fibel

28 Millionen Deutschen gefällt Facebook - und dem amerikanischen Konzern unsere Daten. Doch wer seine nicht preisgeben will, kann sich mit einfachen Mitteln schützen. Bild: dpa

Wer sich auf Facebook tummelt, verschenkt massenhaft Daten. Doch das lässt sich mit acht einfachen Tipps einschränken.

          Es vergeht kaum eine Woche, in der Facebook nicht ins Visier der Datenschützer gerät. Kritisiert wird an dem größten sozialen Netzwerk vor allem die Sammelwut, mit der Daten aller Internetnutzer abgegriffen werden – egal, ob die Leute Facebook-Mitglieder sind oder nicht. Denn jegliche Informationen bringen Geld. Mit Werbung, die auf jeden Nutzer zugeschnitten ist, hat Facebook im vergangenen Jahr 17 Milliarden Dollar erlöst.

          Thomas Klemm

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zuletzt haben sich nicht nur die üblichen Kritiker an Facebook gestört, sondern auch deutsche Gerichte und Behörden. So geht das Kartellamt dem Verdacht nach, dass Facebook seine Marktmacht missbraucht, indem es hiesiges Datenschutzrecht verletzt. Die Wettbewerbshüter stoßen sich vor allem daran, dass jeder Nutzer pauschal in alle Nutzungsbedingungen von Facebook einwilligen muss. Sollte man allerdings, wie es das Kartellamt erwägt, sich alles durchlesen und einzelnen Punkten zustimmen müssen, würde das wohl für Ärger sorgen. „Die Leute werden genervt sein – und das Kartellamt hassen“, behauptet Peter Leppelt, Geschäftsführer der Datenschutzfirma Praemandantum.

          28 Millionen Deutsche sind bei Facebook registriert, aber die allerwenigsten haben jemals die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) gelesen. Dabei lohnt sich ein Blick in die Nutzungsbedingungen. Denn das soziale Netzwerk macht kein Hehl aus seiner Datensammelwut. In seinen AGB beantwortet Facebook recht freimütig drei Fragen: Welche Informationen sammeln wir? Wie verwenden wir diese Informationen? Wie werden diese Informationen geteilt? Auf Papier ausgedruckt, ergeben diese drei Punkte sage und schreibe viereinhalb DIN-A4-Seiten.

          So erfährt der Nutzer, dass nahezu jede seiner Netzaktivitäten verfolgt, gesammelt und zum Teil an Dritte wie technische Dienstleister, Analysefirmen und Werbepartner weitergegeben wird. Facebook registriert auch, von welchem Gerät – ob PC, Smartphone oder Tablet – der Nutzer auf eine Seite zugreift. Darüber hinaus verfolgt das Netzwerk nicht nur, welche Inhalte jemand hochlädt, teilt oder kommentiert und wie oft und wie lange er bei welchen Diensten verweilt. Sondern Facebook bekommt auch mit, welche Produkte ein Nutzer über sein Profil gekauft und welche Kreditkarte er benutzt hat. Man sollte also genau wissen, worauf man sich bei Facebook einlässt. Und einige Hinweise beachten, um die Privatsphäre so gut wie möglich zu schützen.

          Auf den Like-Button achten

          Ein großer Reiz von Facebook ist es, dass man allerlei Inhalte mit den Freunden teilen kann und prompt eine Resonanz erhält. Im einfachsten Fall erfolgt die Reaktion über den Like-Button, also den erhobenen Daumen, der signalisiert „Gefällt mir“. Allerdings kann es vorkommen, dass ein Nutzer beim Surfen verfolgt wird, obwohl er weder den Like-Button betätigt hat noch überhaupt ein Facebook-Mitglied ist. Das passiert immer dann, wenn er auf eine der unzähligen Websites gerät, in die ein Like-Button eingebettet ist. Leider entdeckt der Internetnutzer dies immer erst, wenn es zu spät ist, wenn also Facebook schon registriert hat, dass er die Seite aufgerufen hat.

          Das Landgericht Düsseldorf hat diese insgeheime Datenweitergabe in der vergangenen Woche für weitgehend rechtswidrig erklärt. Aber auch vor dieser Art der Facebook-Verfolgung kann sich jeder schützen. Und zwar mit Plug-ins, die den Gefällt-mir-Button blockieren und damit verhindern, dass Daten an Facebook weitergegeben werden. Solche Erweiterungen gibt es für jeden Browser. Beispielsweise für Safari, Firefox und Chrome oder Internet Explorer.

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