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Bundesamt für Verbraucherschutz warnt : Geflügel in der Rindswurst

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Ist die ganz rein? Bild: Jung, Hannes

Erhöhte Nickelwerte in Metallbaukästen, zu viel Weichmacher in Buntstiften, falsch deklarierte Lebensmittel: Die jährliche amtliche Liste der Verbrauchertäuschung ist lang.

          In Deutschland verkaufte Metall- und Modellbaukästen für Kinder überschreiten fast alle den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwert des hochallergenen Nickel. 87 Prozent der untersuchten Kästen enthielten mehr von dem Kontaktallergen als erlaubt, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz (BfV), Helmut Tschiersky, bei der Vorstellung des Jahresberichts zur Lebensmittelsicherheit am Dienstag in Berlin.

          Untersucht wurden insgesamt 168 Proben von Metallspielzeug aller Art. Davon überschritt knapp ein Viertel den zulässigen Grenzwert des sogenannten Übergangmetalls. Vor dem Hintergrund, dass Nickel als Kontaktallergen die höchste Sensibilisierungsrate überhaupt hat, bezeichnete Tschiersky die Ergebnisse als „schwer ertragbar“. Etwa zehnt Prozent aller Kinder reagieren derzeit auf Nickel allergisch.

          Probleme stellten die amtlichen Kontrolleure von Bund und Ländern auch bei Holzspielzeug für Kleinkinder und bei Buntstiften fest. Mehr als neun Prozent der 333 untersuchten Proben von Holzspielzeug enthielten mehr Weichmacher in der Lackschicht als erlaubt. Von den Buntstiften waren knapp 21 Prozent belastet.

          Geflügel in der Rindswurst

          Neben Kinderspielzeug haben die Behörden im vergangenem Jahr auch wieder knapp 530.000 Lebensmittelhersteller kontrolliert. Bei rund 26 Prozent (etwa 138.000 Betriebe) wurden Verstöße festgestellt. Von über 396.000 untersuchten Lebensmittelproben wurden zwölf Prozent (48.500) beanstandet. So fanden die Lebensmittelüberwacher unter anderem in zehn Prozent der untersuchten Rinds- und Schweinebrühwürste nicht zulässiges Geflügelfleisch.

          Auch bei der Verwendung von Lebensmittelfarben, den sogenannten Azofarbstoffen, tricksen offenbar die Hersteller. Diese müssen bereits seit drei Jahren mit Hinweis „kann Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet werden. Tatsächlich fanden sich in 65 Prozent der untersuchten Feinen Backwaren, 64 Prozent des Speiseeises, 37 Prozent der Süßwaren und 21 Prozent der alkoholfreien Getränke mindestens ein Farbstoff, ohne das dieser ausgewiesen war.

          BfV-Präsident Tschiersky appellierte an die Verantwortung der Hersteller. Es gebe eine Pflicht zur Eigenkontrolle, betonte er. Zudem rief er Mitarbeiter der Lebensmittelbranche auf, mögliche Verstöße den Ämtern anonym zu melden. Dafür gebe es eigens auf den Websites der Kontrolleure einen Whistleblower-Link.

          Kritik an der Arbeit der Behörden kam von der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch. Jahr für Jahr werde bei den amtlichen Kontrollen jeder vierte Lebensmittelbetrieb beanstandet, ohne dass sich an dieser traurigen Quote irgendetwas verbessere, beklagte Foodwatch. Solange Verbraucher nicht erfahren, wer die Gammelfleisch-Händler, Pferdefleisch-Panscher oder Schmuddel-Wirte sind, fehle der Anreiz für die Betriebe, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten.

          Gegen die konkrete Veröffentlichung von Firmen und Produkten hat die Branche bisher immer erfolgreich geklagt. Härtere Sanktionen für die Schwarzen Schafe fordert auch die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Zudem spricht sie sich für häufigere Kontrollen und mehr Kontrolleure aus.

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