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Bei Verspätungen und Ausfällen : Airberlin-Kunden sollen höhere Entschädigungen bekommen

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Kommt der Flieger später, gibt es bald einen üppigen Fluggutschein von Airberlin. Bild: dpa

Wer vergeblich auf einen Airberlin-Flug wartet, kann sich wohl bald auf ein großzügiges Trostpflaster freuen: Laut Medienbericht will die Fluggesellschaft Gutscheine ausstellen, die über dem durch die EU vorgeschriebenen Entschädigungsanspruch liegen.

          Die angeschlagene Fluggesellschaft Airberlin will ihren Kunden bei Flugausfällen und Verspätungen höhere Entschädigungen gewähren als von der EU vorgesehen. Das Unternehmen sei bereit, höherwertige Fluggutscheine auszugeben, sagte eine Airberlin-Sprecherin der „Rheinischen Post“ vom Mittwoch. Bei einem Langstreckenflug werden je nach Verspätung bis zu 600 Euro Schadensersatz fällig. In diesen Fällen werde „ein Fluggutschein von 750 Euro“ angeboten, teilte die Sprecherin demnach mit.

          Die Fluggesellschaft rate ihren Kunden außerdem, sich bei Entschädigungsansprüchen direkt beim Unternehmen zu melden, berichtete die „Rheinische Post“. So könnten sich Fluggäste die Provisionen für Klageportale wie Flightright oder EUClaim sparen. Aus Ärger über ausgefallene Flüge und Verspätungen verlangen Airberlin-Kunden Schadenersatz in Millionenhöhe. Entsprechend der EU-Fluggastrechteverordnung können Fluggäste ihre Rechte bei Verspätungen oder Ausfällen bis zu drei Jahre rückwirkend geltend machen.

          Trotz der schwierigen Lage des Unternehmens sieht der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo bereits gebuchte Airberlin-Tickets nicht in Gefahr. „Airberlin ist in Deutschland abgesichert“, sagte Nicoley Baublies am Mittwoch im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk. Es ergebe derzeit keinen Sinn, „Airberlin zu meiden“, sagte er.

          Die Fluggesellschaft steckt seit 2008 in den roten Zahlen, unterbrochen nur von einem kleinen Plus im Jahr 2012.

          Am Mittwoch hält das Unternehmen in London seine Hauptversammlung ab. Die arabische Fluggesellschaft Etihad hält 29,2 Prozent an der zweitgrößten deutschen Airline, will diese Beteiligung Medienberichten zufolge aber loswerden. Als möglicher Interessent gilt die Lufthansa. Vergangene Woche stellte Airberlin bei den Landesregierungen von Berlin und Nordrhein-Westfalen eine Anfrage auf Prüfung eines Bürgschaftsantrages.

          Quelle: AFP

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