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Fitness-Vorsätze durchhalten Mit Belohnung geht es leichter

Fit und gesund sein, das wollen wir alle. Doch die wenigsten schaffen es, regelmäßig Sport zu treiben. Mit dem richtigen Ansporn fällt es gar nicht so schwer.

© dapd Nicht jeder, der für das Fitnessstudio zahlt, geht auch regelmäßig hin.

Mit den guten Vorsätzen ist es ja alle Jahre wieder so: Wir fassen sie. Wir beschließen, wir müssten mal wieder mehr für uns tun, gesünder leben, uns mehr bewegen. Die vielen Plätzchen an den Festtagen - ein Ausrutscher! Und das Herumgehocke auf der Couch ist doch eigentlich gar nicht unsere Art.

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Also wird der Januar entsprechend hart. Wir beginnen die Iss-die-Hälfte-Diät und merken schon bald: Satt und zufrieden macht uns das nicht. Wir laufen alle gleichzeitig ins Fitnessstudio und wundern uns: Die Muskeln schmerzen, und warum zum Teufel muss man vor den Foltergeräten eigentlich auch noch Schlange stehen? Schließlich ist das Leben an sich schon hart genug. Und schnell sind die guten Vorsätze wieder vergessen.

So läuft die Sache meistens - aber zwangsläufig ist dies nicht. Es gibt nämlich einen Trick, wie wir es besser schaffen durchzuhalten, haben Forscher herausgefunden. Demnach brauchen wir nur den richtigen Ansporn, die richtige Belohnung. Und welche Belohnung funktioniert am besten? Natürlich Geld. Es wirkt allerdings weniger stark, wenn man es selbst fürs Fitwerden ausgibt. Auch dafür sind viele Studios ein Beleg: Nach dem Ansturm im Januar wird es schon im Februar an den Geräten wieder ganz schön leer, obwohl über sieben Millionen Deutsche Mitglieder eines Fitnessstudios sind.

Die Alleingelassenen tun sich am schwersten

Wissenschaftler wissen, wie es besser geht: Sie stellten Tausenden Testpersonen die Aufgabe, mehr zu schwitzen und weniger zu essen. Manche sollten das einfach so schaffen. Anderen versprachen sie einen sehr wahrscheinlichen Lotteriegewinn, solange der Fitness- und Gewichtscheck am Ende positiv ausfiele. Wieder andere mussten jeden Tag ein paar Euro abdrücken und sollten das Geld inklusive eines Bonus zurückbekommen, wenn sie durchhielten.

Das bestechende Ergebnis: Die Alleingelassenen taten sich am schwersten. Die Lottospieler bewegten sich mehr und nahmen kiloweise ab. Die Testpersonen im Bonusprogramm aber strengten sich am meisten an und waren am erfolgreichsten. Lockt am Ende Geld, ermittelte auch das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsinstitut in Essen in einer Studie, steigen die Probanden freiwillig mehr Treppen, lassen ungesunde Snacks eher weg und treiben öfter Sport nach Feierabend. Und der Effekt hält sogar über mehrere Jahre an.

Woher aber soll das Geld nun kommen? Viele Krankenkassen haben Bonusprogramme, für die sich ihre Mitglieder melden können. Am Jahresende winkt dann eine Prämie. Auch manche Unternehmen belohnen Mitarbeiter für gesunde Lebensweise. Oder man schließt sich mit Freunden zusammen, zahlt regelmäßig Geld in einen Topf, der später ausgeschüttet wird, und vereinbart einen Bonus für den Erfolgsfall. Sport in Gesellschaft ist ohnehin gut, um dranzubleiben. Zudem wirkt soziale Kontrolle doppelt stark, und bei Freunden gibt es die sogar völlig kostenlos. Man kann allerdings auch etwas tiefer in die Tasche greifen und sich ein Fitnessprogramm auf den Leib schneidern lassen.

Quelle: F.A.S.

 
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