In der eigenen Wohnung lauern viele Gefahren: Wasserrohre brechen und fluten ganze Zimmer, Kerzen wachsen sich zu Lagerfeuern aus und Langfinger machen sich an Wertgegenständen zu schaffen. In solchen Fällen müssen Mieter die Schäden beseitigen lassen und Mobiliar wiederbeschaffen - und das kann teuer werden. „Eine Hausratversicherung ist für mich nicht existenziell“, sagt hingegen der unabhängige Finanzberater Yan Steinschen. Grundsätzlich gelte die Regel: Knochen vor Sachen. „Aber überflüssig finde ich sie auch nicht.“ Ein zugelaufener Keller mit einem Schaden um 1000 Euro sei kein existenzielles Risiko. Eine Police könne aber Unannehmlichkeiten ersparen.
Eine Standardpolice setzt sich üblicherweise aus zwei Komponenten zusammen: Zum einen enthält sie die versicherten Gegenstände, also den Hausrat. Zum anderen werden die versicherten Gefahren definiert. Zu den versicherten Objekten zählen alle beweglichen Gegenstände, die Teil der Einrichtung sind oder in Räumen gelagert werden, die zur Wohnung gehören. Wenn Mieter ihren Fernseher im Sommer mit in die Gartensiedlung nehmen, ist dieser ebenfalls versichert. Dann greift die Außenversicherung, die allerdings meist auf drei Monate beschränkt ist. Zählt man den Wiederbeschaffungswert des gesamten Hausrats zusammen, ergibt sich die Versicherungssumme.
Feuer, Wasserschaden, Vandalismus
Zu den versicherten Gefahren zählen Schäden durch Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel, Einbruchdiebstahl sowie Vandalismus. Bildlich gesprochen: „Wenn Sie das Haus herumdrehen, ist alles, was herausfällt, versichert“, sagt eine Sprecherin des Branchenverbands GDV. „Was darüber hinaus versichert werden soll, muss individuell entschieden werden.“
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Gegen Feuer und Einbruch ist eine Hausratversicherung sinnvoll
Es bietet sich beispielsweise eine Elementarschadenversicherung als Zusatz an. Diese deckt Schäden durch Naturgefahren wie Hochwasser, Starkregen, Schneedruck, Lawinen, Erdsenkung und Erdbeben ab. In Gefahrenzonen müssen Kunden mit dem Versicherer über einen individuellen Schutz verhandeln. Um vollen Versicherungsschutz zu erhalten, müssen unter Umständen bestimmte präventive Bauschutzmaßnahmen umgesetzt werden. Von Hochwasser oder Lawinengefahr ist sicherlich nicht jeder Mieter betroffen, aber heftig regnen kann es überall. „Der Verbraucher sollte Elementarschäden und Schäden durch Überspannungsleitungen abdecken, weil das die häufigsten Fälle sind“, sagt Finanzberater Steinschen. Blitzeinschläge sind mitversichert - wenn der Blitz ins eigene Wohnhaus einschlägt. Wird allerdings das Nachbarhaus getroffen, können Überspannungsschäden auch die heimische Elektronik lahmlegen. Solche Fälle können Verbraucher gegen Aufpreis versichern.
Bei teuren Wertgegenständen Vertrag anpassen
Wer neben Elektrogeräten teure Kunst oder antike Wertgegenstände besitzt, sollte ebenfalls darüber nachdenken, seinen Vertrag anzupassen. „Die Entschädigung für Wertsachen ist in vielen Tarifen auf nur 20 Prozent der Versicherungssumme begrenzt“, warnt Annegret Jende von der Stiftung Warentest. „Je nach Bedarf kann die Grenze aber auf bis zu 50 Prozent angehoben werden.“
Es lohnt sich daher in jedem Fall, genau nachzurechnen, was der Hausrat wert ist. Im Schadensfall zahlt die Versicherung nämlich nur, was im Vertrag festgelegt ist. Das heißt, wenn die Versicherungssumme kleiner ist als der Wiederbeschaffungswert der Einrichtung, werden einzelne Gegenstände nur anteilig entschädigt. In so einem Fall spricht man von Unterversicherung.
Nachrechnen, was der Hausrat wert ist
Viele Versicherer bieten eine Klausel zum Unterversicherungsverzicht an: Sie zahlen den vollständigen Wiederbeschaffungswert unter der Bedingung, dass eine festgelegte Summe je Quadratmeter Wohnfläche versichert wird, in der Regel 650 Euro. Das dürfte für die meisten Verbraucher ausreichend sein, finden sowohl der Makler als auch die Verbraucherschützerin. Dennoch: „Der Ratschlag lautet, regelmäßig zu überprüfen, ob die Summe im Notfall ausreicht“, sagt die Finanztest-Expertin. Denn es reicht, wenn Mieter sich eine neue Einbauküche kaufen, schon stimmt im Zweifel die Versicherungssumme nicht mehr.
Um die korrekte Summe zu ermitteln, können sich Verbraucher Hilfe im Internet holen. Die Stiftung Warentest bietet im Rahmen ihres großen Tests von Hausratversicherungen eine Wertermittlungsliste an. Für 2,50 Euro steht diese zusätzlich zu den Testergebnissen zum Download bereit. Wer sich den optimalen individuellen Versicherungsschutz selbst basteln will, findet Anhaltspunkte dafür bei der Produktratingagentur Franke & Bornberg. Zu einem Standardschutz sollte ein Bewachungsschutz der geschädigten Wohnung für 24 Stunden gesichert sein. Zudem sollte die Entschädigungsgrenze für Wertsachen mindestens 10.000 Euro betragen.
Hausratsversicherungen gibt es schon ab 2,50€ pro Monat. Besonders
günstig ist es für Leute
Stephan Müller (Klarname)
- 17.08.2012, 16:37 Uhr
überspannt
Paul Poste (PauloPost)
- 17.08.2012, 16:35 Uhr