http://www.faz.net/-hbv-7vj2i

Kreditkarten im Ausland : Vor der Reise bittet die Bank zum Gespräch

Geldautomat in Santa Fe: In Amerika können deutsche Touristen mit ihren Karten leer ausgehen Bild: Imago

Viele Kreditinstitute haben die Karten ihrer Kunden mit einem Limit für das Ausland versehen. Das soll der Sicherheit dienen. Aber einige Karten funktionieren außerhalb Europas gar nicht.

          Wenn jemand eine Reise tut, muss er an vielerlei denken. Es geht um die Dinge, die vorher zu erledigen sind, die unbedingt ins Gepäck gehören, und um die Zeitung oder die Post daheim. Was so mancher jedoch gar nicht auf der Agenda hat: Wichtig ist es zudem, mit der eigenen Bank zu sprechen. Sonst ist am Reiseziel die Überraschung groß, wenn man am Automaten kein Geld bekommt oder an der Kasse nicht bezahlen kann. Denn viele Banken und Sparkassen beschränken das Auslandslimit der Bankkarten und zuweilen auch der Kreditkarten der Kunden - und das zum Teil sogar auf null. Sie wollen Bescheid wissen, wohin ihr Kunde reist, und erhöhen das Limit nur auf Wunsch.

          Kerstin Papon

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Das hört sich drastischer an, als es tatsächlich ist. Denn es geht um die Sicherheit der Kunden. Die Schwachstelle der Girokarten, die vor allem in Deutschland unter dem alten Namen EC-Karten bekannt sind, ist ihr Magnetstreifen. Er ist leicht auszuspionieren („Skimming“). Abgehoben wird das Geld dann vor allem im außereuropäischen Ausland. „Doch seitdem die deutsche Kreditwirtschaft ab 2011 alle Girokarten mit einem EVM-Chip ausgestattet hat und Abhebungen außerhalb Europas mit temporären Limits von zum Teil null versieht, sind die Missbrauchsfälle um fast 90 Prozent gefallen“, sagt Margit Schneider, Leiterin Sicherheitsmanagement von Euro Kartensysteme. Der neue Chip sei fälschungssicher. Eine Dublette würde sofort bemerkt.

          Umstellung dauert und ist teuer

          Während in Europa die Chiptechnologie inzwischen überall eingesetzt werde, sehe das in anderen Regionen der Welt oft noch anders aus, sagt Schneider. Dies gelte zum Beispiel für Indien, aber auch für die Vereinigten Staaten. In Amerika nutzten viele Geldautomaten noch den Magnetstreifen, auch wenn man seit diesem Jahr auf den Chip umstelle. Für Zahlungen im Handel sei der Wechsel von Oktober 2015 an geplant. Auch in Latein- und Südamerika würden die Geldautomaten derzeit erst auf die Chiptechnik umgestellt, so dass es noch zu Akzeptanzproblemen der Girokarten kommen könne, sagt der Bundesverband deutscher Banken (BdB).

          Aber die Umstellung auf die Chiptechnik dauert, und sie ist teuer. Etwa 60.000 Geldautomaten gibt es in Deutschland und rund 750.000 Bezahlterminals im Handel, die alle umgerüstet wurden. Auch alle Girokarten mussten mit einem Chip versehen werden. Nach Angaben des BdB gibt es etwa 100 Millionen solcher Bankkarten. „Auf den Magnetstreifen ganz verzichten kann man jedoch nicht“, sagt Schneider: „In der Regel greifen hierzulande Kontoauszugsdrucker auf ihn zurück und eben noch viele Geldautomaten auf der Welt.“ Die Automaten in Europa arbeiteten mit dem Chip und dem Magnetstreifen, damit internationale Kunden, deren Karten nur über einen Magnetstreifen verfügten, Geld abheben könnten.

          Weitere Themen

          Wer bald Apple Pay nutzen kann

          Mobiles Bezahlen : Wer bald Apple Pay nutzen kann

          In Amerika gibt es Apple Pay schon seit vier Jahren – in Deutschland soll der Dienst „bald“ kommen. Heißt es. Doch der Kreis derer, die das Bezahlsystem dann nutzen können, wird eher klein sein. Das liegt auch am Widerstand der Banken.

          Italien schwächt den Euro

          Euro-Tief : Italien schwächt den Euro

          Der Wechselkurs der Gemeinschaftswährung fällt auf den niedrigsten Stand seit Juni 2017. Am Markt herrscht Einigkeit: Schuld daran ist Italien. Und das Verhalten der populistischen Regierung in Rom verheißt auch für die Zukunft nichts Gutes.

          Topmeldungen

          Verärgert: Uwe Tellkamp

          Neue Rechte : Tellkamps Gesinnungskorridor

          In einem offenen Brief kritisiert der Schriftsteller Uwe Tellkamp die politische Debattenkultur. Er wendet sich damit gegen die „Erklärung der Vielen“.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.