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Veröffentlicht: 02.05.2013, 15:44 Uhr

Finanzexperten Zinsen für Sparer sinken nach EZB-Entscheid weiter

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf das Rekordniveau von 0,5 Prozent gesenkt. Finanzexperten fürchten Nachteile für Sparer: Die Konditionen für Tages- und Festgeld dürften sich verschlechtern.

© dpa Wer etwas auf die hohe Kante legt, muss bei Tages- und Festgeldkonten mit niedrigeren Zinsen rechnen.

Finanzexperten rechnen nach der Zinssenkung durch die Europäische Zentralbank (EZB) mit  einer weiteren Verschlechterung der Konditionen bei Tages- und Festgeld. Das Zinsniveau bei Banken und Sparkassen sinke schon seit Längerem und habe sich „dem Niveau des EZB-Leitzinses angepasst“, sagte Marcus Preu vom Finanzportal Biallo am Donnerstag im  oberbayerischen Schondorf. Nach der neuen Zinssenkung werde nun „eine weitere Angleichung stattfinden“. Auch der Immobilienfinanzierer Interhyp rechnet mit weiter sinkenden Zinsen für Tages- und Festgeld, aber auch für Ratenkredite. Die neue Zinssenkung sei „kein gutes Signal für Sparer“, sagte Preu.

Das durchschnittliche Zinsniveau beim Tagesgeld betrage derzeit 0,73 Prozent, Spitzenanbieter zahlten jedoch noch bis zu 1,66 Prozent. „Bei der derzeitigen Inflationsrate von 1,2 Prozent bedeutet dies, dass bei einzelnen Anbietern in bescheidenem Umfang die Möglichkeit einer Rendite besteht und das Kapital nicht durch den allgemeinen Preisanstieg aufgefressen wird.“ Beim Festgeld seien die Renditemöglichkeiten „ein bisschen besser“ als beim Tagesgeld, sagte Preu. Bei einem Anlagehorizont von zwölf Monaten zahle der beste Anbieter 1,87 Prozent Zinsen bei einer Anlagesumme von 5000 Euro, der Durchschnitt liege bei 0,87 Prozent. Bei 36 Monaten Anlagedauer seien beim besten Anbieter 2,25 Prozent zu haben und 1,14 Prozent im Schnitt aller verglichenen 114 Anbieter.

Dispozinsen bleiben hoch

Baugeld sei derzeit „so billig wie nie“, sagte Preu. Das Niveau sei schon auf einem historischen Tief, mit einem weiteren Absinken sei nicht zu rechnen. Leitzinsänderungen haben auf langfristige Immobilienkredite in der Regel keinen unmittelbaren Einfluss. Bei Ratenkrediten mit drei Jahren Laufzeit liege das Durchschnittsniveau derzeit unter 6 Prozent, sagte Preu. Vor fünf Jahren habe der Durchschnittswert noch über 9 Prozent gelegen. Bei Dispozinsen für die Überziehung des Bankkontos bewege sich nur wenig, sagte Preu. Das Niveau sei „noch immer zweistellig“ und liege derzeit im Schnitt bei knapp 11 Prozent.

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Die EZB senkte am Donnerstag den Leitzins für die Eurozone im Kampf gegen die Krise auf ein neues historisches Tief von 0,5 Prozent. Bereits zuvor hatte der Zinssatz, zu dem sich Banken bei der  Zentralbank mit Geld versorgen können, historisch niedrig bei 0,75 Prozent gelegen. Am EZB-Leitzins orientieren sich auch die Zinssätze für verschiedene andere Anlageformen und Kredite.

Quelle: FAZ.net mit AFP

 

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