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Der Steuertipp : Worauf es beim Verkauf des Ferienhauses ankommt

  • -Aktualisiert am

Ein Ferienhaus in den Dünen von Heiligenhafen Graswarder. Bild: Picture-Alliance

Ferienhaus verkaufen, Zweitwohnung veräußern – das muss nicht unbedingt Steuern kosten. Es hängt davon ab, was in dem Ferienhaus geschah.

          Gewinne aus dem Verkauf einer Immobilie unterliegen der Einkommensteuer, sofern der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung nicht mehr als zehn Jahre beträgt. Dies gilt aber nicht, wenn die Wohnung im Zeitraum zwischen der Anschaffung und dem Verkauf oder im Jahr der Veräußerung und den beiden vorherigen Jahren ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzt worden ist. Fraglich war, ob eine Selbstnutzung auch bei einer Zweitwohnung oder einer Ferienimmobilie gilt. Hiermit hatte sich der Bundesfinanzhof in einem Urteil vom 27.6.2017 (Az. IX R 37/16) zu beschäftigen.

          Im Urteilsfall hatte die Steuerpflichtige eine Immobilie erworben und an den Vater vermietet. Das Mietverhältnis wurde beendet, und die Steuerpflichtige nutzte die Immobilie von November 2004 bis September 2006 selbst für Ferienaufenthalte. Danach verkaufte sie die Immobilie und erzielte einen Veräußerungsgewinn.

          Finanzamt und dem folgend das Finanzgericht besteuerten den Veräußerungsgewinn, da eine begünstigte Eigennutzung nicht in Betracht komme, weil die Klägerin ihren Hauptwohnsitz in einer anderen Stadt hatte und es sich bei der Immobilie um eine Zweitwohnung gehandelt habe, die nur zu Ferienaufenthalten genutzt worden war. Nach Auffassung des Finanzgerichts wolle der Gesetzgeber mit der Ausnahmeregelung nur beruflich genutzte Wohnungen begünstigen.

          Dem widersprach der Bundesfinanzhof und hielt fest, dass ein Gebäude auch dann zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird, wenn es der Steuerpflichtige nur zeitweilig bewohnt, es ihm jedoch in der übrigen Zeit als Wohnung zur Verfügung steht. Das setzt weder die Nutzung als Hauptwohnung voraus, noch muss sich dort der persönliche oder familiäre Lebensschwerpunkt befinden. Damit fallen Zweitwohnungen, nicht zur Vermietung bestimmte Ferienwohnungen und Wohnungen, die im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung genutzt werden, unter die Begünstigungsregelung. Ein Veräußerungsgewinn unter obengenannten Voraussetzungen unterliegt somit nicht der Einkommensteuer.

          Der Autor ist Steuerberater bei KPMG.

          Quelle: F.A.S.

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