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Finanzplanung Mitte fünfzig : Wie man das Studium der Kinder finanziert

Gut aufgepasst! Bild: dpa

Wer das Studium seines Nachwuchses finanzieren will, sollte früh daran denken. Auch Fazzi Indecks Sohn Max möchte bald studieren - doch wie soll die Familie Indecks das bezahlen? Und wie wirken sich die Kosten für den Filius auf Fazzies Ruhestandsplanung aus?

          Manchmal muss Fazzi mal raus. Seit Wochen geht es nur noch um Gehälter, Renten und Ruhestand. Jedes Mal, wenn er und Sibylle sich nur ruhig hinsetzen wollen, kommt das Gespräch auf den Ruhestand. Oder es gibt ein krampfhaftes Schweigen, weil keiner über den Elefanten reden möchte. Da hilft nur noch die Flucht. Wie gut, dass Sibylle mittwochs beim Yoga ist. So können beide mal verschnaufen. Fazzi sitzt jetzt mit seinem Freund Stefan in seiner Lieblings-Gutsschänke, deren St. Laurent er sehr schätzt. Stefan trinkt lieber Bier. Alles wäre gut - aber Fazzi wird die Gedanken an den Ruhestand nicht los. Wenn man irgendwie das Studium des Sohnes billiger gestalten könnte - mit den 96 000 Euro, die er bislang für die Ausbildung seines Sprosses eingeplant hat, könnte sich der Ruhestand vielleicht doch früher einläuten lassen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Erde an Fazzi“, sagt da sein Freund. „Entschuldige, Stefan“, sagt Indecks und versucht sich am Riemen zu reißen. „Was ist los? Mal wieder der Ruhestand? Deine Sorgen möchte ich haben“, sagt der Freund und nimmt einen großen Schluck Weißbier, derweil Fazzi an seinem Rotwein nippt. „Was ist es diesmal?“ „Ach, das Studium von Maxi ist so teuer. Kostet mich 2000 Euro jeden Monat.“ „Bei deinem Gehalt machst du dir Kummer? Was soll ich denn sagen? Ich habe zwei auswärts studierende Kinder, eine Frau mit 450-Euro-Job und verdiene die Hälfte von dem, was ihr beide zusammen habt.“ Fazzi merkt, wie der Freund in Fahrt gerät. „Weißt du, du bist gut. Der Sohn soll an einer Privat-Uni studieren, Ihr wollt sechs Jahre früher in Rente, aber dabei so gut wie keine Abstriche machen und auch noch gegen jede Eventualität abgesichert sein. Ist Dir schon mal der Gedanke gekommen, dass das nicht gehen könnte? Umsonst ist nur der Tod, mein Lieber. Und selbst der kostet das Leben.“

          Das sitzt. Bei jedem anderen wäre Fazzi aufgestanden und gegangen. Aber Stefan und er kennen sich schon seit der Schulzeit. Da darf man auch mal grob werden. Und wenn der Freund mal Dampf abgelassen hat, wird er schnell wieder verträglich und sachlich. Mit dem nächsten Weißbier (Fazzi ist schon zum Mineralwasser übergegangen) kommt dann auch schon das Versöhnungsangebot: „Lass mal nachdenken. Also, Bafög könnt ihr knicken, dafür verdient ihr zu gut. Habt ihr denn für den Zweck was zurückgelegt?“ Fazzi verneint, lediglich die 150.000 Euro im Indexfonds stehen hier gegebenenfalls zur Verfügung. Stefan erzählt, wie er es gemacht hat. „Wir haben, schon als die Kinder geboren wurden, angefangen, für ihr Studium zu sparen. Die Großeltern haben auch jeden Monat 50 Euro dazugetan. Da sind dann 20.000 Euro pro Nase zusammengekommen. Das reicht zwar nicht für die Privat-Uni, aber zum Studieren jedenfalls. Aber das hast du wohl verpasst, mein Lieber.“

          Der Preis für einen Studienkredit scheint zu hoch

          So schlau war Fazzi selbst auch schon. Allerdings haben die deutlichen Worte des Freundes seinen Kopf freier gemacht. Vielleicht hat auch der Rotwein ein bisschen dazu beigetragen. Und einen Tipp gibt ihm Stefan an diesem Abend noch mit: Fazzi - oder besser Maxi selbst - könnte sich um einen Studienkredit bemühen. Damit könnte man die Kosten verteilen, zum einen zeitlich, zum anderen zwischen Maxi und ihm. Der wird zwar nicht so begeistert sein, für sein Studium mitzahlen zu müssen, aber Fazzi ist optimistisch: Sie werden schon zusammenkommen. Schließlich wird Maxi dann auch noch etwas mehr erben. Und zumindest die Zinsen lassen sich später noch von der Steuer absetzen. Alles also nur eine Frage der zeitlichen Verteilung.

          Bild: F.A.Z.

          Doch bald kommen ihm Zweifel an der Idee. Zum einen ist das Angebot letztlich dünn. Die meisten Programme sind für Bedürftige oder Examenskandidaten gedacht. Oder es gibt sie nur an bestimmten Hochschulen - und natürlich nicht an der, die Maxi ansteuert. Was bleibt, sind der KfW-Studienkredit und diverse Studienfonds, bei denen die Rückzahlung in der Regel einkommensabhängig ist. Ein Versuch kann ja nicht schaden, denkt sich Fazzi und spricht den Sohn darauf an.

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