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Dispokredite Dispozinsen bei Girokonten zu hoch

 ·  Wenn das Konto ins Minus rutscht, wird es für Bankkunden schnell teuer - zu teuer. Ministerin Aigner drängt die Branche zu mehr Transparenz bei den Dispozinsen. Verbraucherschützer fordern gesetzliche Obergrenzen.

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Fürs Überziehen des Girokontos müssen Kunden laut einer Studie oft immer noch viel zu hohe Zinsen zahlen - obwohl Banken und Sparkassen so günstig an Geld kommen wie nie. Es liege nahe, dass „die Erträge aus dem Dispokreditgeschäft die Kosten, die dem Kreditinstitut für dieses einzelne Produkt entstehen, deutlich übersteigen“, heißt es in einem Gutachten für das Bundesverbraucherministerium. Ressortchefin Ilse Aigner (CSU) dringt auf faire Konditionen, Transparenz und mehr Wettbewerb. SPD, Grüne und Verbraucherschützer verlangen gesetzliche Obergrenzen.

Nach Angaben der Stiftung Warentest werden derzeit im Schnitt zwischen 10 und 11 Prozent Zinsen für das Überziehen des Girokontos berechnet, teils lagen Sätze bei mehr als 14 Prozent. Dagegen hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins, zu dem sich Banken Geld beschaffen können, vor kurzem auf das historische Tief von 0,5 Prozent gesenkt.

Bei Dispozinsen fehlt der Preiswettbewerb

Aigner forderte die Geldinstitute auf, Zinsvorteile weiterzugeben. „Wollen die Banken den Kredit bei ihren Kunden nicht verspielen, müssen sie runter von überhöhten Dispozinsen.“ Nötig seien unter anderem bessere Informationen. „Es kann nicht sein, dass man eine Stunde lang auf der Internetseite einer Bank suchen muss, bis man die Höhe des Dispozinses findet.“

Die Experten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und des Institut für Finanzdienstleistungen weisen in dem Gutachten darauf hin, dass ein Preiswettbewerb bei Dispozinsen fehle. Einnahmen würden wohl „zur Quersubventionierung anderer Leistungen oder zur Gewinnsteigerung verwendet“. Die Kreditausfall-Quoten seien mit etwa 0,2 Prozent sogar niedriger als bei normalen Krediten mit 2,5 Prozent. Beispiele aus der Praxis zeigten, dass Banken mit Dispozinsen von „um die 10 Prozent“ profitabel arbeiten könnten.

SPD und Grüne fordern Dispo-Obergrenze

Wie Verbraucherschützer fordern auch SPD und Grüne staatliche Schranken. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will den Dispozons auf sieben Prozentpunkte über dem EZB-Leitzins deckeln. Damit läge die Grenze bei 7,5 Prozent. Aigner sieht Obergrenzen dagegen kritisch. Im Gutachten für das Ministerium wird darauf hingewiesen, dass sie Klarheit für Verbraucher schafften, aber auch negative Effekte hätten. So bestehe die Gefahr, dass Anbieter sie „zu ihren Gunsten ausschöpfen“.

Von der Möglichkeit eines unkomplizierten Kleinkredits machen Bankkunden in Deutschland rege Gebrauch.

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Fast jeder vierte Verbraucher (24 Prozent) hat in diesem Jahr laut einer Umfrage des Instituts Forsa schon sein Girokonto überzogen, wie das Ministerium mitteilte. Befragt wurden Mitte Juli 1001 Menschen ab 18 Jahren.

Umfrage: Jeder vierte Verbraucher überzieht das Girokonto

Jeder Vierte überzieht sein Konto

Knapp jeder vierte Volljährige (24 Prozent) in Deutschland ist laut einer Umfrage in diesem Jahr schon einmal mit dem Girokonto ins Minus gerutscht.

Ostdeutsche brauchen weniger Dispo

Dabei überzogen weniger Bankkunden in Ostdeutschland (21 Prozent) das Konto als im Westen (24 Prozent), wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Befragung für das Bundesverbraucherministerium hervorgeht.

Männer überziehen ihr Konto öfter

Überdurchschnittlich oft kam dies bei 30- bis 44-Jährigen mit 32 Prozent vor sowie häufiger bei Männern (26 Prozent) als bei Frauen (21 Prozent).

Wer mehr verdient, nutzt öfter den Dispokredit

Vom Dispokredit stärker Gebrauch machen laut Umfrage zudem Menschen mit einem höheren Nettoeinkommen von 3000 Euro im Monat oder mehr (31 Prozent). (dpa)

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