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Geldanlage fürs Alter Junge Staaten ins Depot!

Die Deutschen legen ihr Geld fürs Alter gern in der Heimat an. Besser läge es in Schwellenländern mit junger Bevölkerung.

© dapd Marktplatz im nigerianischen Lagos.

Schon einmal etwas von „Home-Bias“ gehört? Nein? Dann wird es höchste Zeit. Denn dies ist nicht irgendein dröger englischer Fachbegriff. Sondern die Umschreibung für eine der gravierendsten Fehleinschätzungen, die Anlegern in diesen Zeiten unterlaufen kann. Und besonders ausgeprägt ist sie ausgerechnet in Deutschland.

Dennis Kremer Folgen:

Mit „Home-Bias“ ist gemeint: Anleger investieren ihr Geld am liebsten dort, wo sie sich am besten auskennen - in ihrem Heimatland. Die Deutschen verfolgen diesen Ansatz mit besonderer Vehemenz. In ihren Wertpapierdepots finden sich vor allem Aktien und Anleihen deutscher Unternehmen, seit Jahrzehnten ist dies schon so.

Wachstum gibt es künftig nur in den Schwellenländern

Und es ist zunächst einmal völlig verständlich, schließlich gilt auch in Anlagefragen: Nirgends weiß man so gut Bescheid wie zu Hause. Aber auf längere Sicht ist diese Investmentstrategie alles andere als erfolgversprechend. Denn vor allem mit Blick auf die eigene Altersvorsorge gilt: Allein auf Deutschland zu setzen wird nicht mehr reichen. Wer in Zukunft auskömmliche Renditen erzielen will, muss den Blick weiten - und Länder auf der ganzen Welt in Augenschein nehmen.

Fondsmanager wie Sören Rump haben das längst getan. Der Chef des dänischen Investmenthauses Global Evolution verbringt viel Zeit im Flugzeug, vor allem in Afrika und Asien ist er häufig unterwegs. Sein Unternehmen hat sich auf die Geldanlage in Schwellenländern spezialisiert, für Rump das Geschäft der Zukunft: „Europäische Investoren werden es sich nicht mehr leisten können, diese Märkte zu ignorieren. In den kommenden Jahrzehnten wird sich nämlich nur dort hohes Wachstum finden lassen. Und Wachstum ist eine Grundvoraussetzung für alle Investments, mit denen Anleger erfolgreich fürs Alter sparen wollen.“

Infografik / Vorsprung für die Schwellenländer © F.A.Z. Vergrößern

Nun ließe sich dies leicht als Marketing-Gerede abtun, wie es von vielen Fondsgesellschaften zu hören ist: Altersvorsorge und Schwellenländer - wo soll da bitte der Zusammenhang sein? Aber so ungewöhnlich das zunächst auch klingen mag: Er ist weitaus stärker als gedacht.

Der Grund dafür liegt in einem einfachen Gesetz der Kapitalmarkttheorie: Auf lange Sicht können Anleger in einem Land nur eine Rendite in jener Höhe erreichen, die in etwa dem Wirtschaftswachstum entspricht. Darum sind Staaten, die jedes Jahr beachtliche Zugewinne erzielen, für Anleger attraktiver als Länder, die kaum noch hinzugewinnen. Deutschland beispielsweise wird nach Prognosen im kommenden Jahr gerade einmal um 0,9 Prozent wachsen. Mexiko dagegen, um nur ein Beispiel zu nennen, kann auf ein Plus von rund vier Prozent hoffen.

Auf Deutschland müssen Anleger nicht völlig verzichten

Natürlich bedeutet dies nicht, dass Anleger auf deutsche Papiere im Portfolio nun völlig verzichten müssten. Aber ihnen sollte klar sein: Dauerhaft akzeptable Erträge lassen sich nur noch erzielen, wenn sie die Geldanlage in Deutschland mit der Geldanlage im Ausland kombinieren. Und je stärker sich das Wachstum von Europa aus in andere Weltregionen verlagert, umso größeres Gewicht muss diesen Gegenden bei der langfristigen Anlagestrategie eingeräumt werden - also vor allem bei der Altersvorsorge.

Mehr Mexiko, weniger Deutschland - für viele Privatinvestoren mag dies zunächst ein befremdlicher Gedanke sein. Die Experten der Deutschen Bank aber raten Anlegern heute schon, bis zu 40 Prozent ihres Depots in Schwellenländer zu investieren.

Junge Leute kurbeln das Wachstum an

Denn das starke Wirtschaftswachstum in den sogenannten Emerging Markets ist keineswegs eine Ausnahmeerscheinung. Sondern es wird mit großer Sicherheit auch in den kommenden Jahrzehnten hoch bleiben. Diese Gewissheit leiten die Fachleute vor allem aus einer Kennziffer ab, um die sich normalerweise eher die Demographen kümmern als die Anlageexperten - der Bevölkerungsentwicklung. Sie zählt für Fondsmanager Rump aber zu den wichtigsten Größen: „Eine junge Bevölkerung ist die Basis für eine starke Wirtschaftsleistung.“

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