Home
http://www.faz.net/-hbv-71bmp
Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Die Alternativen Aktien aus Europa und Japan

 ·  Mutige Anleger erkennen, dass europäische Aktien im Vergleich zu Anleihen im historischen Rückblick ungewöhnlich billig sind. Mit einem Einstieg in den Aktienmarkt eilt es wohl noch nicht. Aber manche Märkte, darunter die für Gold und Devisen, scheinen bereits zu drehen.

Artikel Bilder (5) Lesermeinungen (0)

Die Staatsanleihen aus vielen Industrienationen sind unattraktiv geworden. Ähnliches gilt für die Renditen vieler Unternehmensanleihen aus den Industrienationen, deren Renditen im Sog der Staatsanleihen in den vergangenen Monaten sehr stark rückläufig gewesen sind - jedenfalls, solange es sich um Unternehmen mit einer einigermaßen guten Bonität handelt. Auch die sogenannten gedeckten Anleihen, wozu unter anderem deutsche Pfandbriefe zählen, bringen nicht mehr viel Rendite.

Wie das Beispiel Indiens zeigt, sind die Renditen von Anleihen aus Schwellenländern gegenüber ihren Höchstständen gefallen, im historischen Vergleich aber immer noch nicht niedrig.

Viele Schwellenländer verfügen über ein erhebliches wirtschaftliches Wachstumspotential bei nicht allzu hoher staatlicher Verschuldung. Die wichtigsten Risiken solcher Anlagen sind in politischer Instabilität, Inflation und Währungsverlusten zu sehen.

Europäische Aktien sind vergleichsweise günstig bewertet

Damit rückt die von vielen Anlegern nach trüben Erfahrungen in der Vergangenheit verschmähte Aktie in den Vordergrund. Allerdings sind nicht alle Aktien gleichermaßen günstig bewertet. Sowohl bei einer Betrachtung nach Branchen wie nach Regionen ergeben sich erhebliche Unterschiede.

Sehr günstig sind in historischer Betrachtung die Dividendenrenditen europäischer Aktien im Vergleich zur Rendite von Bundesanleihen.

Dies spricht für eine Überbewertung von Bundesanleihen ebenso wie für eine Unterbewertung der Aktien. Der Anteil der europäischen Unternehmen am Marktwert aller rund um den Globus börsennotierten Unternehmen geht schon seit 13 Jahren zurück.

Ein sich gegen die Marktmeinung stellender langfristiger Käufer setzte auf eine Umkehr dieses für die europäischen Werte ungünstigen Trends. Das gilt ebenso für Japan, dessen Unternehmen 1988 auf einen Anteil von 44 Prozent des Marktwerts aller börsennotierten Unternehmen kamen. Dieser Anteil liegt seit längerer Zeit nur noch bei rund 8 Prozent.

Finanzwerte fragen Anleger in der Krise weniger nach

Wer sich gegen die Masse stellt, wird gegenüber den vielerorts geschätzten Aktien aus Schwellenländern skeptisch sein - vor allem wegen der Möglichkeit einer Verlangsamung des chinesischen Wirtschaftswachstums. Unterschiedliche Gewichtungen haben auch einzelne Branchen erfahren.

Da gilt vor allem für das Gewicht der Finanzwerte, das in Krisen stark rückläufig gewesen ist; hier können sehr Mutige auf eine langfristige Wende spekulieren.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

Jüngste Beiträge

Geld & Leben

"Meine Finanzen" hat die richtigen Tipps für jede Lebenslage. Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Ihr Geld an der Börse
Zinsen
Wertpapiersuche