27.03.2012 · Wer etwas geschenkt bekommt, fühlt sich zur Revanche verpflichtet. Das machen sich Spendensammler und Geschäftsleute zunutze.
Von Joachim WeimannRichtlinien für Lesermeinungen
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Es wird rein gar nichts verschenkt!
Nichts ist kostenlos! Wer das glaubt, hat die Zusammenhänge nicht
bis zu Ende durchdacht. Für alles müssen wir in irgendeiner
Art und Weise bezahlen. Wie heißt es in der Werbung so schön:
Zahlen Sie doch einfach mit Ihrem guten Namen!" (Also mit den
personenbezogenen Daten) Was viele beim Thema "Geschenke"
nicht bedenken: Wenn Du für etwas nicht bezahlen musst, dann bist
Du nicht der Kunde, sondern die Ware!"
Das gilt sowohl im Internet (Facebook und Co) als auch im
stationären Wirtschaftsleben. Angeblich kann man sich nicht gegen
diese Form der Nutzung wehren. Selbst wenn das so sein sollte, eines
kann ich in jedem Fall tun: Selbst eintscheiden, was ich wann wem
mitteile oder von wem ich mich "beschenken" lasse.
Im Experiment funktioniert vieles. Aber wenn es alle machen, werden die Leute dessen überdrüssig. Ich bekomme so viele Postkarten und Aufkleber mit meinem Namen zugeschickt, dass ich mich nur noch darüber ärgere und alles wegwerfe - auch von solchen Organisationen, denen ich früher, ohne "Bettelbriefe", gern gespendet habe. Wer sich manipuliert und ausgenutzt fühlt, wird sauer, und das zurecht. (Leider fühle ich mich auch von manchen Marotten des Journalismus manipuliert, z.B. bestimmten Überschriften.)
Wenn kleine Geschenke Manipulation sind, dass sind die auch viele Umgangsformen
Es ist allerdings so, dass gute Geschäftsleute, gute Verkäufer
und gute Käufer lassen sich nicht gegen ihre eigenen Interessen
oder ihren Firma manipulieren.
Daher sind zwischen fähigen Geschäftsleuten die kleinen
Geschenke (so wie die häufig an das heuchlerisch grenzenden guten
Umgangsformen) eher ein Mittel, um die Zusammenarbeit zu verbessern, um
gegenseitiges Vertrauen zu schaffen ohne jegliche manipulatorischen Folgen.