07.01.2013 · Wenn die Kurse stark steigen, glauben wir oft, dass dies immer so weitergeht. Dabei vergessen wir: Alles, was steigt, muss auch wieder fallen.
Von Hanno BeckRichtlinien für Lesermeinungen
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Der Artikel bringt zwei unterschiedliche Konzepte ziemlich durcheinander. Das eine ist “mean reversion”, das andere “regression to the mean”. Letzteres bezeichnet ein statistisches Gesetz, Ersteres eine Model, oder besser eine Hypothese in der Finanzmarktwissenschaft. Es kann schnell ins Geld gehen, wenn man eine Hypothese für ein Gesetz hält...
Im letzten Absatz steht die Falle mit der Zeit und genau da liegt das Problem. Zwar glaubt man tatsächlich, dass abgewichene Kurse wieder umkehren, aber man ist nicht in der Lage, den Umkehrzeitpunkt auch nur annähernd zu bestimmen. Wahrscheinlicher ist es, dass ein Kurs die eingeschlagene Richtung noch eine bestimmte kurze Zeit beibehält.
Doller Tipp. Gleich mit Mehdorn/Air Berlin probiert
"Geldanleger können sich das Phänomen mit Hilfe einer
Strategie zunutze machen: Man beobachtet den Wert eines Investments und
wartet darauf, dass er sich von seinem langfristigen Durchschnitt
entfernt. Tut er das, so wettet man darauf, dass dieser Wert wieder zu
seinem Durchschnitt zurückkehren wird, und verdient damit Geld. Ein
Beispiel: Wird bekannt, dass der Vorstand eines Unternehmens
zurücktritt, so reagieren die Börsen darauf bisweilen mit
überdurchschnittlich hohen Kursverlusten. Oftmals erholt sich der
Kurs in den darauffolgenden Tagen wieder, was als „technische
Gegenreaktion“ bezeichnet wird - tatsächlich aber nichts
anderes ist als die Rückkehr zum Durchschnitt."
Fehlen noch die Tipps zur Umschiffung der zitierten Fallstricke.
Warum arbeitet der Autor noch?
Das Beispiel der Qualität von Landungen von Piloten im Flugsimulator mag ja unterhaltsam sein,
aber mit der Realität hat es wenig zu tun. Bei erfahrenen Berufspiloten sollten exzellente Landungen die Regel sein und sie sind es auch. Und ob Psychologen die Gründe für Abweichungen beurteilen können, darf gefragt werden. Und das Phänomen welches Statistiker „Rückkehr zum Durchschnitt“ (Englisch: Reversion to the mean) nennen, sind eben bei Berufspiloten die oben beschriebenen Sachverhalte. Der Artikel sollte sich deshalb die Mühe machen zu beschreiben, um was für Piloten es sich bei dem Versuch gehandelt hat: Auch Pilotenschüler sind nämlich Piloten.
Feedback
Der Artikel stellt neuzeitliche biologische, kybernetisch-neuronale,
psychologische, UND finanztechnische Strukturen und
zentralbanktechnische Strukturen auf den Kopf
Immer meint "man" immer gescheiter als die breite Maße
zu sein.
Alles strebt immer zum Durchschnitt, mal früher mal später.
Das dieses einfache "Naturgesetz" auch einmal in einer Zeitung
so deutlich herausgearbeitet wird finde ich ausgezeichnet.
In diesem Zusammenhang kann ich nur das Buch "Thinking, Fast and
Slow" von Daniel Kahneman ans Herz gelegt.
Dort werden viele interessante Weltthemen (unter anderem auch, dass die
Investment Banker eigentlich schlechter abschneiden als ein Laie der auf
den Durchschnitt wettet) abgehandelt (neben dem Hauptthema: dem
Menschlichen Geist/Denkvorgang)
Mr. Benford hätte seine Freude an diesem Artikel gehabt, denn das von ihm beschriebene Zahlengesetz entfaltet offensichtlich seine Wirkung in der Systemtheorie. Lokale und globale Extremwerte in ihrer Bedeutung richtig ein zu schätzen wird sicherlich eine der großen Herausforderungen der Menschen sein, die bisher in ihrer Evolution einen größeren Vorteil davon hatten, Extremwerte hoch zu bewerten.