22.12.2012 · Weihnachten wollen wir uns eine Freude machen: Das aber gelingt nicht immer. Verhaltensökonomen wissen Rat.
Von Patrick BernauRichtlinien für Lesermeinungen
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warum der Brauch des Wichtelns in deutschen Unternehmen so beliebt ist....
war einer der letzten Sätze. Das Thema (Wichteln) wurde hier ja
aufgegriffen, kam wohl leider nicht zu der Resonanz, wie man sich das erhoffte.
Euphorisch habe auch ich teilgenommen - leider kein feedback vom
Empfänger und auch kein eigenes Wichtelgeschenk. (Nach dem Motto
weniger ist mehr)
Schade in heutiger Zeit, dass für solche Dinge nicht mehr die Zeit
& Muße da ist.
Trotzdem der F.A.Z. noch mal Dank, dass der Gedanke umgestzt wurde -
vieleicht im nächsten Jahr etwas früher mit vielleicht mehr
Input.
Ich habe das Thema als "julklapp" in der Schule
(Nachkriegszeit) kennen - und lieben gelernt. Aber da waren halt noch
andere Zeiten. Da hat man sich über diese kleinen Nettigkeiten noch gefreut...
Selbst gebastelt sollte weiter gefasst werden: Zum Beispiel freue ich
mich immer sehr, wenn ich von den Freunden, die Gartenbau betreiben, mal
wieder eine Flasche selbstgekelterten Apfelsaft oder einige Gläser
Aprikosenmarmelade geschenkt bekomme.
Wer keinen grünen Daumen oder kunsthandwerkliches Talent hat,
sondern lieber kauft, kann auf eine - übrigens auch von JRR Tolkien
im Herrn der Ringe, 1. Kapitel, beschriebene Methode zurückgreifen:
Zum Geschenk gehört immer ein netter kleiner Begleitbrief, in dem
eine Erklärung dazu gegeben wird, warum das Geschenk zum
Beschenkten passt oder sich aus der gemeinsamen Beziehung ergibt: Schon
der Versuch, einige passende Zeilen für die Weihnachtskarte zu
finden, führt dazu, dass man sich über den Empfänger noch
einmal gründlich Gedanken macht. Wer im letzten Jahr in
Thüringen Urlaub die Wartburg besichtigt hat, wird sich z. B.
über Robert Löhrs "Krieg der Sänger" freuen,
wer eine größere USA-Reise plant, begeistert sich bestimmt
für die Faltkarten der Ost- und Westküste - dafür braucht
man nur etwas Phantasie.
Kleiner Tipp am Rande!
Die schönsten Weihnachtsgeschenke kann man nicht kaufen, sondern
trägt man in sich -zumeist wenigstens, denn es sind so banale Dinge
wie Herzlichkeit, Zufriedenheit, Lob, Herzenswärme etc.
Dank der Entwicklungsökonomen ...
... können wir unser Weihnachtsfest noch weiter optimieren!
Ich werde ab heute systematisch an Weihnachten herangehen, nur so kann
ich das Optimum an diesem Fest für mich herausholen! Da darf man
nichts mehr dem Zufall überlassen!
Und was ist mit dem Einpacken? Hat das irgendeinen Wert?
Von Selbstgebasteltem halte ich wenig - ich erinnere mich noch an die
Bastelstunden meiner Kindheit, in der wir in nicht enden wollenden
Stunden *völlig* nutzloses Zeug herstellten
(Tischpapierkörbe!, Untersetzer!): das will ich den heutigen
Kindern gewiss nicht antun.
Aber was ist mit Nett-Einpacken? Ich gebe mir immer viel Mühe, aber
dann wird die liebevolle Verpackung oft doch fast achtlos aufgerissen...
Also: Gibt es über den Wert der Verpackung für den Beschenkten
irgendeine Untersuchung? Oder jedenfalls ein paar Meinungen? Nun, mir
macht das Verpacken Spaß, und das ist ja schon mal was.
Kunstvolles
Wenn ich Süßes geschenkt bekomme, das kunstvoll verpackt ist, lasse ich es zu (vorausgesetzt, ich weiß, was drein ist :-)) und erfreue mich so lange an der Verpackung, bis ich das Geschenk tatsächlich aufessen will. Für meine Kinder (von denen meistens die Geschenke stammen) früher schwer nachvollziehbar, aber jetzt freuen sie sich ebenfalls an meiner verlängerten Freude.
"Darf man Geschenke weitergeben?"
Ich denke mal, das ist sowas von verbreitet! Den Schrott, den man nicht braucht, verschenken viele weiter. Da kenne ich Fälle: es werden - ganz dreist - sogar Widmungen in Büchern mit neuen Widmungsblättern überklebt, oder: Schokoladentafeln bzw Pralinen, die man schon vor Jahren (oder Jahrzehnten??) geschenkt bekam, werden - ungenießbar - weiterverschenkt etc etc. Der Geiz und die Sündenlisten sind lang. Wobei die "Sünden" - nach meiner Erfahrung - meist völlig unabhängig vom wirtschaftlichen Status des Schenkenden sind ...
("Wenn viel Zeit in einem Geschenk steckt, wenn man also zum Beispiel Selbstgebasteltes verschenkt, dann wächst die Freude über die Geste enorm"). Von Kindern akzeptiert man dies ja noch gerne. Ansonsten - unter Erwachsenen - ist das Verschenken von Selbstgebasteltem nach meiner Einschätzung bloß Ausdruck von Geiz. Vom in der Regel fragwürdigen Nutzen eines solchen Präsents sowieso mal ganz zu schweigen. Dabei ist Schenken gar nicht so schwierig. Beispiel: Tankgutscheine. Die sind nicht nur fantasieloses "Geld", aber nützlich, und über den Wert gibt es auch keine Zweifel.