http://www.faz.net/-gv6-75146

Bundesfinanzhof : Klage gegen Dienstwagen-Besteuerung

  • Aktualisiert am

Darf der Bruttolistenpreis eines Fahrzeugs weiterhin die Berechnungsgrundlage für die Steuer sein oder stattdessen der tatsächliche Kaufpreis angesetzt werden? Bild: dpa

Steuerzahler müssen zu viel berappen, wenn sie ihren Dienstwagen auch privat nutzen, meint der Bund der Steuerzahler. Der Münchner Bundesfinanzhof überprüft deshalb seit Donnerstag die geltende Besteuerung.

          Für die private Nutzung eines Dienstwagens müssen viele Angestellte in Deutschland nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler zu viel Geld an den Fiskus zahlen. Vor dem Bundesfinanzhof in München lässt der Verein deshalb seit Donnerstag die geltende Besteuerung überprüfen.

          Kläger in dem Musterverfahren ist ein Arbeitnehmer, der ein gebrauchtes Auto im Wert von 32.000 Euro als Dienstwagen fuhr. Weil er den Wagen auch privat nutzte, setzte das Finanzamt für die Ermittlung des geldwerten Vorteils aber wie bei Dienstwagen üblich den Listenpreis an, der bei 81.400 Euro lag. Dadurch musste er monatlich 814 Euro für das Auto versteuern.

          „Lukratives Geschäft für den Fiskus“

          In dem Verfahren vor dem obersten deutschen Steuergericht geht es daher um die Frage, ob der Bruttolistenpreis eines Fahrzeugs weiterhin die Berechnungsgrundlage für die Steuer sein darf, oder ob stattdessen der tatsächliche Kaufpreis angesetzt werden müsste. Da dieser meist unter dem Listenpreis liegt, müssten dann auch weniger Steuern für die Wagen gezahlt werden.

          „Für den Fiskus ist der Ansatz des Bruttolistenpreises ein lukratives Geschäft, denn der Ansatz des höheren Listenwertes führt auch zu einer höheren Steuer für die Steuerzahler“, teilte der Bund der Steuerzahler mit. Bislang können die Nutzer von Dienstautos den geldwerten Vorteil entweder anhand eines Fahrtenbuchs versteuern oder pauschal mit einem Prozent des Listenpreises pro Monat.

          Für die Autohersteller haben Dienstfahrzeuge eine große Bedeutung. In diesem Jahr liegt der Firmenwagenanteil an allen Auto-Neuzulassungen nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) bei mehr als 30 Prozent. Das sind rund eine Million Wagen. Von den rund 43 Millionen Fahrzeugen in Deutschland sind insgesamt rund 3,7 Millionen Firmenwagen.

          Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

          Weitere Themen

          Das Rating der wichtigsten Länder Video-Seite öffnen

          Für Europa : Das Rating der wichtigsten Länder

          Bunt ist die Rating-Welt. Die FAZ.NET-Karte zeigt von Grün bis Rot zu welchen Rating-Klassen die Staaten Europas gehören. Hier unser interaktiver Überblick.

          Wie man Arbeitsmittel beim Fiskus absetzt

          Der Steuertipp : Wie man Arbeitsmittel beim Fiskus absetzt

          Wer seinen Heimarbeitsplatz nicht von der Steuer absetzen kann, sollte seine Arbeitsmittel nicht vergessen. Auch sie lassen sich als Werbungskosten ansetzen. Was es hierbei zu beachten gibt.

          Topmeldungen

          Berthold Albrechts Witwe Babette kämpft im Rechtsstreit bei Aldi Nord um ihren Einfluss (Bild aus dem Jahr 2015)

          Gerichtsverfahren : Machtkampf bei Aldi Nord geht weiter

          Vor Gericht streiten die Firmenerben von Aldi Nord weiter um ihren Einfluss auf die Führung des Discounters. Wie steht es um die Entscheidung im Machtkampf der Nachfahren von Theo Albrecht?

          Schwierige Regierungsbildung : Die Verantwortung der SPD

          Die Sozialdemokraten stehen vor einem entscheidenden Wendepunkt. Solange Jamaika möglich war, sprach nichts gegen konsequente Opposition. Doch jetzt sieht die Lage anders aus. Ein Kommentar.

          Kampf um CSU-Spitze : Seehofer und der verdrehte Kalender

          Einigen in der CSU reißt langsam der Geduldsfaden. Doch Vorsitzender und Ministerpräsident Horst Seehofer bestimmt immer noch selbst, wann was entschieden wird. Ein Beraterkreis soll helfen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.