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Bundesfinanzhof Klage gegen Dienstwagen-Besteuerung

Steuerzahler müssen zu viel berappen, wenn sie ihren Dienstwagen auch privat nutzen, meint der Bund der Steuerzahler. Der Münchner Bundesfinanzhof überprüft deshalb seit Donnerstag die geltende Besteuerung.

© dpa Vergrößern Darf der Bruttolistenpreis eines Fahrzeugs weiterhin die Berechnungsgrundlage für die Steuer sein oder stattdessen der tatsächliche Kaufpreis angesetzt werden?

Für die private Nutzung eines Dienstwagens müssen viele Angestellte in Deutschland nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler zu viel Geld an den Fiskus zahlen. Vor dem Bundesfinanzhof in München lässt der Verein deshalb seit Donnerstag die geltende Besteuerung überprüfen.

Kläger in dem Musterverfahren ist ein Arbeitnehmer, der ein gebrauchtes Auto im Wert von 32.000 Euro als Dienstwagen fuhr. Weil er den Wagen auch privat nutzte, setzte das Finanzamt für die Ermittlung des geldwerten Vorteils aber wie bei Dienstwagen üblich den Listenpreis an, der bei 81.400 Euro lag. Dadurch musste er monatlich 814 Euro für das Auto versteuern.

„Lukratives Geschäft für den Fiskus“

In dem Verfahren vor dem obersten deutschen Steuergericht geht es daher um die Frage, ob der Bruttolistenpreis eines Fahrzeugs weiterhin die Berechnungsgrundlage für die Steuer sein darf, oder ob stattdessen der tatsächliche Kaufpreis angesetzt werden müsste. Da dieser meist unter dem Listenpreis liegt, müssten dann auch weniger Steuern für die Wagen gezahlt werden.

„Für den Fiskus ist der Ansatz des Bruttolistenpreises ein lukratives Geschäft, denn der Ansatz des höheren Listenwertes führt auch zu einer höheren Steuer für die Steuerzahler“, teilte der Bund der Steuerzahler mit. Bislang können die Nutzer von Dienstautos den geldwerten Vorteil entweder anhand eines Fahrtenbuchs versteuern oder pauschal mit einem Prozent des Listenpreises pro Monat.

Für die Autohersteller haben Dienstfahrzeuge eine große Bedeutung. In diesem Jahr liegt der Firmenwagenanteil an allen Auto-Neuzulassungen nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) bei mehr als 30 Prozent. Das sind rund eine Million Wagen. Von den rund 43 Millionen Fahrzeugen in Deutschland sind insgesamt rund 3,7 Millionen Firmenwagen.

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Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

 
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