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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Auch in Krisenzeiten Club der Millionäre wächst

 ·  Daran ändern alle Krisen nichts: Die Gruppe der Reichen wächst, immer mehr Menschen haben Millionen im Depot - vor allem in Fernost. Doch die alten Millionäre haben viel Geld verloren.

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Brigitte Janßen

Deutsche Manager, internationale Manager, wo ist der Unterschied

Gute, schlechte Manager. Ich kann die ganze Verharmlosung nicht mehr hören, dieses Wegschieben von Verantwortung. Amerikanische Finanzexzesse! Die Deutsche Bank ist ganz tief im amerikanischen Immobilien-Müll verstrickt. Nur ein Beispiel. Als würde die Globalisierung vor den guten deutschen Managern halt machen. Die mischen genauso mit wie russische, chinesische, amerikanische Manager, um ihren Anteilseignern den größtmöglichen Profit zu bescheren. Und politische Führer haben für passende Rahmenbedingungen gesorgt. Das alles ist doch nicht von Gott gegeben, sondern von Menschen gemacht. Also können Menschen auch die Bedingungen ändern. Ich habe nichts gegen Gewinne und auch nichts gegen Wohlhabende, nicht einmal etwas gegen Millionäre, aber es muss einfach endlich wieder die Verhältnismäßigkeit stimmen. Die ist aus dem Ruder gelaufen, weltweit. Moral und Ethik sind da nur hinderlich.

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Hans Edelmann

Deutsche Manager...

...sind für amerikanische Finanzexzesse wohl kaum verantwortlich, selbst wenn sich einige deutsche Banken dabei haben hereinlegen lassen. Auch in den USA können aber längst nicht
alle Firmen und alle Manager in den Topf der Schlechten geworfen werden, nicht einmal sämtliche US-Banken und deren Chefs. Es gibt Staaten auf der Welt, die sich aus eigenem Antrieb ihrer Staatenlenker auf enorme Staatsschulden auf Kosten der Zukunft ihrer Völker
eingelassen haben, dafür aber jetzt andere Staaten bezahlen lassen wollen. Es gibt Länder,
in denen mehr als ein Drittel der Bevölkerung unter dem "Existenzminimum" lebt, einem niedrigeren "Existenzminimum" übrigens als in Deutschland. Es gibt auch Menschen, die mit
ungeheuerem Fleiß arbeiten, um zu überleben, für deren Produkt aber sehr wenig Interesse
besteht, so dass die schwere Arbeit sich praktisch nicht lohnt und nahezu "umsonst" geleistet wird. Umsonst scheint hier auch weitere Diskussion, die doch nicht auf einen Nenner zu bringen sein dürfte.

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Hans Edelmann

Ein Vermögensmillionär ist nicht unbedingt reich.

Wer eine erworbene, geerbte oder gewonnene Million Euro in relativ sichere Bundeswertpapiere
mittlerer Laufzeit bei rund 1 Prozent Zinsen p.a. investiert, bekommt nach einem Jahr nominal
10.000 Euro Zinsen, nach Abgeltungssteuer vielleicht 7.500 Euro. Gleichzeitig hat der Kaufkraftwert seiner Million Euro bei 2 Prozent Inflation um 20.000 Euro abgenommen. Wahrlich ein schlechtes Geschäft und kein Merkmal besonderen Reichtums!
Als wirklich ausgesprochen reich können heutzutage eigentlich nur Einkommensmillionäre sowie freilich auch Vermögensmilliardäre gelten. Davon dürfte es aber nur ziemlich wenige geben.

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Antworten (9) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.06.2012 10:37 Uhr
Brigitte Janßen

Und was andere nicht begreifen wollen

Die tollen Unternehmensführer mit all ihrem Geld und ihren genialen unternehmerischen Entscheidungen schaffen nichts, wenn sie nicht auf qualifizierte motivierte Mitarbeiter zurückgreifen können. Fragen Sie mal Jene, die momentan händeringend nach Facharbeitern suchen. Und außerdem, ein Auto, Flugzeug, etc. technisch auf dem höchsten Stand, bleibt liegen, wenn eine billige Dichtung eingesetzt wird. Dann verreckt möglicherweise der ganze Motor. Also, alle sind wichtig, jeder an seiner Position. Mehr ist wirklich nicht mehr zu sagen.

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Hans Edelmann

Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen:

Wie wichtig sicher verfügbares Eigenkapital sowie richtungsweisend zweckmäßige Entscheidungen der Geschäftsführungen für den Erfolg von Unternehmen sind, lässt sich kaum hoch genug einschätzen! Auch beste Ausbildung, größter Fleiß und höchste Leistungen der Mitarbeiter nützen wenig, wenn ein Unternehmen über das notwendige Kapital nicht hinreichend sicher verfügt oder wenn die Geschäftsleitung grundlegend falsche unternehmensgefährdende Entscheidungen trifft...

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Brigitte Janßen

Wirtschaftlicher Erfolg, wegen oder trotz unserer Manager?

im Großen und Ganzen will ich Ihnen gerne recht geben. Ich habe schon deutlich gemacht, dass ich nicht alle über einen Kamm schere. Doch wenn alles so in Ordnung ist, wie Sie es offensichtlich meinen, warum befinden wir uns dann seit 2008 in einer der größten Krisen der letzten 50 Jahre. Weil etliche der großen Manager von Gier getrieben waren. Während trotz des Finanzdesasters die Reichen reicher wurden, werden in den reichen Ländern die Armen immer ärmer. Wie passt das in Ihren Augen zusammen. Wir haben in Deutschland einen sozialen Standard, der im Vergleich zu anderen Ländern, höher ist. Richtig. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass ein Drittel der Bevölkerung am oder unter dem Existenzminimum leben muss - oft genug trotz Vollzeitarbeit. Wir ziehen immer noch den wirtschaftlichen Erfolg vorwiegend aus dem Export. Die Binnennachfrage ist träge. Übrigens, soziales Engegement ist lobenswert, sind aber Almosen und nicht planbar. Wollen Sie davon leben?

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Hans Edelmann

Staatenlenker, Unternehmer und Manager sind natürlich Menschen.

Gegen fatale Fehlentscheidungen sind weder Unternehmensleiter noch Spitzenpolitiker generell gefeit. Hoffentlich müssen sie, wenn sie ganz große Misserfolge herbeigeführt oder zu vertreten haben, dann auch entsprechende persönliche Konsequenzen tragen!
Zum Glück sind die meisten Fachleute an der Spitze der deutschen Wirtschaft qualifiziert, intelligent, urteilsfähig, vorsichtig, motiviert, leistungsorientiert und verstehen es, die große Mehrzahl der deutschen Unternehmen relativ sicher durch die Problemgewässer von Konjunktur, Währungsrisiko und Wettbewerb zu lotsen, wie am beachtlichen wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands bislang wohl erkennbar ist.
Dass unsere wirtschaftliche Elite "reinen Kapitalismus" praktiziere, lässt sich nicht objektivieren, da es gerade auch in der deutschen Wirtschaft bemerkenswertes soziales Engagement und entsprechende Veranwortung für Mitarbeiter und öffentliche Belange gibt.
Entscheidend aber bleibt letztlich doch der Erfolg. Ohne ihn geht gar nichts.

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Brigitte Janßen

Wieder richtig und falsch, meiner bescheidenen Meinung nach

Ich bin völlig Ihrer Meinung, dass Kommunismus nicht zu Ende gedacht ist, dass die menschliche Natur zu wenig Berücksichtigung findet. Und ich bin auch der Meinung, dass Privatkapital und private Gewinne zum Wohlstand vieler beitragen "können". Viele mittelständische Unternehmen beweisen uns dies. Dabei ist zu erwähnen, dass die meisten dieser Firmen einen respektvollen Umgang mit seinen Mitarbeitern pflegt, welche diese durch Loyalität danken. Also ein Nehmen und Geben. Ich sehe auch eher eine schädliche Tendenz bei Großunternehmen und Finanzwirtschaft. Denn eines müssen Sie zugeben, der reine Kapitalismus ist genauso falsch, wie der Kommunismus richtig ist. Denn leider ist das mit den hervorragenden Spitzenleuten so eine Sache. Das ist ja wohl zu oft schief gelaufen. Selbst der hochgelobte Wiedeking von Porsche hätte durch falsche Entscheidungen und Großmannssucht dieses Unternehmen fast in den Ruin getrieben. Übrigens, selbst vorsorgen muss möglich sein, ist es aber oft nicht.

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Hans Edelmann

Privatkapital und private Gewinne tragen zum Wohlstand bei.

Freilich meinte der große deutsche Denker Karl Marx, dass in privatwirtschaftlichen Systemen Arbeiter ausgebeutet und um einen vermeintlichen Mehrwert ihrer Arbeit betrogen würden. Deshalb wollte er Kommunismus. Leider entwickeln sich in kommunistischen Systemen wirtschaftliche Wurstigkeit von Menschen und Leistungslethargie, werden dort unrentable Betriebe auf unbegrenzte Dauer mitgeschleppt, weshalb deren Zahl wächst, und besteht da eine starke Tendenz, ziemlich wenig Zukunftsvorsorge zu treffen und das Entstandene möglichst schnell wegzukonsumieren. Da ist die private Marktwirtschaft objektiv klar überlegen, die schon aus Konkurrenzgründen dazu angetrieben ist, Kapital und Produktionsgüter zu optimieren, so dass vom Ergebnis am Ende doch alle profitieren. Für den Erfolg privater Unternehmen bleiben freilich die richtige Entscheidungen hervorragender Spitzenleute sowie ausreichend sicheres Kapital existenzwichtig. Leistung der Mitarbeiter ist
auch nötig, kann sie aber nicht ersetzen.

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Brigitte Janßen

Richtig und falsch

Richtig ist, dass überall auf der Welt ausgebeutet wird, das System ist überall gleich, die Rechte der Menschen wird woanders erst recht mit Füßen getreten. Leider. Und falsch, niemals hat und kann eine einzelne Person so viel mehr arbeiten, schaffen und "unternehmen", dass es zu solchen Verwerfungen, wie sie heutzutage üblich sind, kommen kann. Denn auch die Vorfahren haben ihre Unternehmen nur mit der Kraft, Intelligenz und Loyalität ihrer Mitarbeiter schaffen können. Das wird leider immer vergessen. Es wird immer so geringschätzig vom Geringverdiener und dessen "Leistung" gesprochen. Da liegt das Problem. Der Wert der Leistung muss endlich wieder einen besseren Stellenwert erhalten. Sie glauben, dass nur unsere geistige Elite wichtig ist? Richtig und falsch. Eine gut funktionierende Gesellschaft wird von allen Schichten zusammen gehalten. Wer dieses System verletzt, steuert dauerhaft in einen gefährlichen Sturm. Es wäre nicht das erste Mal.

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Hans Edelmann

Natürlich ist fast alles auf der Welt relativ.

Wahrscheinlich haben die Vorfahren eines staatlich besteuerten Erben mehr gearbeitet, unternommen und geschafft als jemand, der heute einen Geringverdienerjob hat und noch zusätzlich etwas vom Staat bekommt. Vermutlich schuften in einigen asiatischen Ländern Menschen für wesentlich weniger Lohn und weniger Kaufkraft als Geringverdiener in Deutschland...

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Brigitte Janßen

Alles ist relativ

Für einen Milliardär ist ein Millionär vergleichsweise ein armer Schlucker. Für jemanden, der 8-10 Std. am Tag arbeitet und am Ende eines Monats noch zum Arbeitsamt gehen muss, um sich seinen saumäßig bezahlten Job aufstocken zu lassen, ist der Millionär superreich.
Und wenn dieser als Erbmillionär für sein bequemes Leben nicht einmal arbeiten muss, erst recht.

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Guido Wirtz

Inflation macht Millionäre

Schön, dass immer mehr Menschen auf der Welt sich reicher fühlen dürfen.
Bei Lichte betrachtet sind heutige Neumillionäre allerdings deutlich ärmer als diejenigen, die sich schon vor zehn Jahren als solche bezeichnen durften.
Allerdings dürften auch die heutigen "Neuen" diese bittere Pille leichter verschmerzen als die weit weniger Vermögenden, deren bescheidenere Werte ebenfalls von der Inflation weggefressen werden.
Wohl denen also, die gar kein Vermögen bilden konnten oder wollten? Keine Angst. Die kalte Steuerprogression erwischt auch diese "Glücklichen", bevor sie sich überhaupt entscheiden können, ob sie ihr Geld sparen oder lieber gleich auf den Kopf hauen.

Es wird im übrigen interessant zu sehen sein, ob die Abermilliarden, die derzeit in Staaten- und Bankenrettungen gepumpt werden, diese schleichende Enteignung durch den Staat irgendwann deutlicher zu Tage treten lässt.

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