http://www.faz.net/-gv6-6yisu

Altersvorsorge : Gemeinsam fürs Alter sparen

In einer Lebensgemeinschaft können mehr Fonds bespart werden

Als Paar eröffnen sich zudem neue Vorsorgemöglichkeiten. So dürfen auch Selbständige riestern, wenn der Ehepartner einen Riestervertrag besitzt. Als Single kann das der Selbständige nicht, ein unverheiratetes Paar allerdings auch nicht. In einer Lebensgemeinschaft können auch mehr Fonds bespart werden: Denn Fondssparpläne erfordern manchmal Mindestanlagesummen. Wer zum Beispiel 100 Euro im Monat sparen will, kann bei 25 Euro Mindestanlage vier Fonds auswählen. Macht der Partner das Gleiche, hat das Paar schon acht Fonds zur Auswahl. Das verbessert die Mischung und senkt das Risiko.

Auch finanziell ergeben sich zumindest für verheiratete Paare Vorteile. So können Singles die Einzahlungen in einen Rürupvertrag nur bis 20.000 Euro beim Fiskus absetzen, Verheiratete aber bis 40.000 Euro. Und die Arbeitnehmer-Sparzulage, die Singles nur bis zu einem Einkommen von 20.000 Euro bekommen, erhalten Verheiratete bis 40.000 Euro. Und schließlich: Wer verheiratet ist, bekommt aus der gesetzlichen Rentenkasse eine Witwenrente, wenn ein Partner stirbt.

Größere Auswahl an Vorsorgeprodukten

Das sind drei der wenigen finanziellen Vorteile des gemeinsamen Sparens. Die eigentlichen Vorzüge sind die größere Auswahl an Vorsorgeprodukten, ein kleineres Risiko der Geldanlage durch bessere Streuung und eine bessere Absicherung des Partners im Todesfall.

“Dazu muss das Paar keine gemeinsamen Verträge abschließen, die bringen selten einen Vorteil“, betont Constanze Hintze, Vermögensverwalterin von Svea Kuschel und Kolleginnen. Wichtiger sei: Es sollte die einzelnen Verträge aufeinander abstimmen.

Teilzeit arbeiten drückt die Rentenansprüche

Aber wie? Dazu muss das Paar zunächst einmal seinen finanziellen Bedarf für den Ruhestand ermitteln. 70 Prozent vom letzten Nettogehalt gilt als Faustformel. „Hat es eine Immobilie, die es selbst nutzen will, ist es etwas weniger“, sagt Stephanie Niklas, Honorar- und Versicherungsberaterin in Berlin. Will ein Partner früher aufhören zu arbeiten, um zum Beispiel zur gleichen Zeit wie der ältere Partner in Rente zu gehen, ist deutlich mehr Geld nötig.

Und sind Kinder geplant, droht Mutter oder Vater eine niedrigere gesetzliche Rente, wenn sie für die Erziehung ein paar Jahre mit der Arbeit aussetzen oder nur noch Teilzeit arbeiten. Denn der Staat zahlt nur für die Erziehung in den ersten drei Jahren in die Rentenkasse ein. Und auch nur in Höhe eines Durchschnittsverdieners. Verdiente zum Beispiel eine Frau früher sehr gut, verliert sie schon von der Geburt des Kindes an Rentenansprüche. Diese Lücke muss durch zusätzliches gemeinsames Sparen gefüllt werden. Bei 50.000 Euro Jahreseinkommen, einem Jahr aussetzen und fünf Jahren Teilzeitarbeit muss zum Beispiel eine 35-jährige Frau im Monat 95 Euro in einen Riestervertrag einzahlen, um die geringere Rente wegen der Kindererziehung zu kompensieren.

Vor jedem Sparen steht aber erst einmal die richtige Absicherung. „Was nützt eine tolle Rente, wenn durch Berufsunfähigkeit schon vor dem Ruhestand das Gehalt ausfällt?“, fragt Honorarberaterin Niklas. Daher sind Berufsunfähigkeitsversicherung, aber auch eine Haftpflichtpolice der erste Schritt. Und ein Konto mit liquiden Mitteln für nötige Anschaffungen der zweite. Es sollte mindestens zehn Prozent des Vermögens ausmachen. Dann aber kann das Sparen beginnen.

Topmeldungen

Waffengesetze in Amerika : Aufstand der Teenager

Es sind die Jugendlichen, die nach dem Attentat von Parkland den Protest gegen die amerikanischen Waffengesetze anführen. Auch im Leben von Kindern gehören Pistolen und Gewehre zum Alltag.
Moderator Frank Plasberg mit seinen Gästen

TV-Kritik: „hart aber fair“ : Ein Fall für den Presserat

Die Fälle, über die Frank Plasberg in seiner Sendung über eine überlastete Justiz diskutiert, sind schrecklich. Noch schrecklicher aber ist es, einem sogenannten gesunden Rechtsempfinden Vorschub zu leisten.
Unverzichtbar: Dominik Kahun (links).

Eishockey : Die Deutschen dürfen träumen

NHL-Profis als Motivation für das Eishockey-Team: Gegen die Schweiz geht es um den Einzug ins Viertelfinale. Die Deutschen stehen besser da als zuvor gedacht – ein Spieler ist dabei unverzichtbar.

Newsletter

Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.