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Altersvorsorge Die betriebliche Altersversorgung wird beliebter

 ·  Immer mehr Arbeitnehmer nennen die betriebliche Altersversorgung als wichtigste Einkommensquelle im Ruhestand. Doch eine Entgeltumwandlung lohnt sich nicht für alle Arbeitnehmer. Viele Anbieter bieten schwache Rendite.

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Die Diskussionen über die gesetzliche Rente haben zu einem Wertewandel geführt. Besonders die jüngere Generation sieht in ihr nicht mehr die Hauptquelle ihrer Alterseinkünfte. 26 Prozent der Arbeitnehmer unter 25 Jahren nennen inzwischen die betriebliche Altersversorgung als wichtigste Einkommensquelle im Ruhestand, wie kürzlich eine Befragung von 2100 Arbeitnehmern der Unternehmensberatung Towers Watson ergab. 83 Prozent aller Befragten, deren Betrieb über einen Pensionsplan verfügt, in den Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzahlen, würden eigenes Geld dafür einsetzen. Doch nicht nur in dieser Gruppe ist die Bereitschaft groß, Entgelt umzuwandeln. Selbst unter den Arbeitnehmern, bei denen der Arbeitgeber nichts dazu gibt, ist die Bereitschaft mit 63 Prozent beachtlich.

Die Beliebtheit der Entgeltumwandlung widerspricht jedoch dem Befund des Bamberger Rechtsprofessors Ulrich-Arthur Birk. Mit einer Beispielrechnung hat er die Vorteile der Entgeltumwandlung gegenüber einer privaten Rentenversicherung und kontinuierlicher Vorsorge über ein Sparkonto in Zweifel gezogen. Die Untersuchung fand viel Beachtung. Kritiker nannten seine Daten aber nicht repräsentativ. Für einen Arbeitnehmer mit 3400 Euro Bruttoeinkommen hatte er in einer ersten Analyse errechnet, dass die Belastung durch einen Grenzsteuersatz im Ruhestand von 25 Prozent und die ihm entgehenden Rentenansprüche durch die Entgeltumwandlung die Vorteile der Steuer- und Sozialversicherungsersparnis übersteigt.

Einfache Faustregeln

Auf die Kritik hat Birk reagiert, indem er seine Untersuchung ausweitete. Nun hat er auch Einkommensbezieher einbezogen, die 2500, 3000 und 4000 Euro monatlich erhalten. Sie kommen im Alter ebenfalls auf Grenzsteuersätze zwischen 24 und 26 Prozent. Zudem hat er die Analyse auf verheiratete Arbeitnehmer ausgedehnt. Auch für sie gelte ein Grenzsteuersatz von 20 Prozent, der die Pensionszahlung erheblich einschränke. „Die Entgeltumwandlung lohnt sich nur für bestimmte Arbeitnehmer“, resümiert Birk: solche mit einer privaten Krankenversicherung, weil sie nicht den vollen Krankenkassen-Beitrag von derzeit 15,5 Prozent in der Rentenphase zahlen müssten, und solche, die weniger als 2500 Euro verdienen und im Alter nicht in die Steuerprogression rutschten. „Das heißt nicht, dass das Geld herausgeschmissen ist, aber im Vergleich zu alternativen Anlageformen ist es nicht so attraktiv angelegt, wie vielfach behauptet wird.“ Interessant sei die Gehaltsumwandlung, wenn der Arbeitgeber einen Zuschuss gewähre - und dann vor allem bei Anbietern mit geringem Kostensatz.

„Die Schwierigkeit besteht darin, dass der Arbeitgeber seinen Anbietervertrag abschließen kann, wo er will“, sagt Heinrich Bockholt, Finanzberater und Professor der Fachhochschule Koblenz. „Es ist nicht sicher, dass er eine gute Produktauswahl getroffen hat.“ Arbeitnehmer müssten sich deshalb an einfache Faustregeln halten, wenn sie sich zu einer Entgeltumwandlung entschließen: Auch ohne Steuer- und Sozialversicherungseffekte müsse die monatliche Garantierente so hoch sein, dass bis zum Alter von 85 Jahren mindestens die eingezahlten Beiträge wieder ausgezahlt würden. Mit 90 Jahren sollte die Rendite mindestens 1 Prozent betragen, mit 95 Jahren mindestens 2 Prozent. „Ist das nicht der Fall, gibt es nur eines: Finger weg“, sagt Bockholt. Die Hälfte der Angebote falle bei diesem Test durch.

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01.01.2013, 17:40 Uhr

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