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Veröffentlicht: 18.06.2017, 13:34 Uhr

Aktien So wappnen Anleger das Depot für den Urlaub

Wer im Sommer zwei, drei oder gar vier Wochen wegfährt, dem stellt sich diese Frage: Kann ich mein Aktiendepot so lange allein lassen? Tipps eines Anlegerschützers.

© dpa Keine Lust, sich aus der Ferne ums Depot zu kümmern? Das ist auch gar nicht unbedingt nötig!
 
So wappnen Anleger das Depot für den Urlaub. Tipps eines Anlegerschützers.

Bei plötzlichen Kursstürzen kann Anlegern die Urlaubsstimmung schnell vergehen. Um bei Reisen nicht von Börsenturbulenzen überrascht zu werden, können Verbraucher ihr Wertpapierdepot mit verschiedenen Vorkehrungen schützen.

Strategie überprüfen

Anleger sollten sich vor dem Urlaub zunächst Gedanken über die Werte in ihrem Depot machen, rät der Sprecher der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jürgen Kurz. „Welche Aktien will man auf lange Sicht behalten? Welche Werte sind eher spekulativ und erfordern möglicherweise ein kurzfristiges Eingreifen?“

Außerdem sollten Anleger je nach Wertpapier entscheiden, welche Kursschwankungen sie jeweils mitmachen wollen, empfiehlt Kurz. Seien diese Fragen geklärt, könnten sich Anleger an die eigentliche Absicherung ihres Depots machen.

Verlustbremse einrichten

Wer ganz sicher gehen will, dass ihn im Urlaub kein Börsencrash erwischt, kann bei Wackelkandidaten im Depot sogenannte Stopp-Loss-Kurse festlegen. Dann verkaufen Bank oder Finanzverwalter kritische Wertpapiere automatisch, wenn diese auf den festgelegten Wert sinken.

Eine Sonderform der Stopp-Loss-Order ist der sogenannte Trailing Stopp. Bei Kurssteigerungen wandert hier die Stopp-Marke in einem vorher prozentual oder absolut festgelegten Abstand automatisch mit nach oben. Anleger können so bei plötzlichen Kursabstürzen ihre Verluste begrenzen, ohne selbst eingreifen zu müssen.

Risiken der Stopp-Loss-Marken kennen

Bei welchem Punkt Verbraucher ihre Stopp-Loss-Order ansetzen, hängt von ihrer Risikobereitschaft und der Volatilität des Kurses ab. Eine allgemeingültige Faustformel gibt es nicht. DSW-Sprecher Kurz rät Anlegern allerdings dazu, den Abstand zum aktuellen Kurs so groß zu wählen, dass sie nicht schon „bei normalen Kursschwankungen aus der Aktie fliegen“. Verbraucher sollten außerdem beachten, dass ihre Aktien beim Erreichen der gesetzten Stopp-Loss-Marke zum nächstmöglichen Preis verkauft werden, nicht unbedingt zum bestmöglichen.

„Sollte eine Aktie im Steilflug nach unten gehen, kann der Verkaufskurs deutlich unter der gesetzten Marke liegen“, erklärt der DSW-Sprecher. Sascha Straub, Finanzexperte bei der Verbraucherzentrale Bayern, rät bei Stopp-Loss-Marken deshalb generell zu Vorsicht. Um sie erfolgreich einzusetzen, seien Erfahrung und Zeit nötig - „was durchschnittliche Anleger in der Regel nicht haben“.

Limitbenachrichtigungen anfordern

Weniger riskant, aber dennoch hilfreich können die sogenannten Limitbenachrichtigungen sein. Sie werden von manchen Depotbanken, aber auch von Finanzportalen angeboten. Anleger, die sich für diesen Dienst entscheiden, erhalten eine E-Mail, wenn ein bestimmter Aktienkurs eine festgelegte Schwelle erreicht.

„Das frisst im Gegensatz zum automatischen Stopp-Loss zwar Zeit. Aber dafür kann der Verbraucher selbst entscheiden, ob er in dem Moment eine Order auslöst oder nicht“, erklärt DSW-Sprecher Kurz. Das setze aber voraus, dass Anleger im Urlaub auch in der Lage seien, auf die Benachrichtigungen zu reagieren.

Am Urlaubsort eingreifen

Mobiles Internet, digitale Anwendungen zur Depotverwaltung, öffentliche W-Lan-Hotspots und der Wegfall der Roaming-Gebühren in der EU haben es Anlegern einfacher gemacht, ihr Depot auch von unterwegs zu verwalten. Trotz dieser Erleichterungen sollten Verbraucher im Ausland die Sicherheit ihrer Internetverbindung im Blick haben, wenn sie in ihrem Depot aktiv werden. „Lieber in zusätzliches Datenvolumen investieren, als eine Order über unsichere WLAN-Verbindungen abwickeln“, empfiehlt DSW-Sprecher Kurz.

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Für ein flexibles Eingreifen ist es außerdem notwendig, auch auf der Reise an eine Transaktionsnummer (TAN) zu kommen. Anleger sollten ihr TAN-Verfahren kennen und die dafür notwendigen Utensilien mitnehmen, falls sie nicht am mobilen TAN-Prozess teilnehmen.

Den Urlaub genießen

Finanzexperte Straub von der Verbraucherzentrale Bayern ermuntert Anleger zu mehr Gelassenheit. Wer Aktien als langfristige Geldanlage ansehe, für den „spielen die Kursschwankungen von zwei, drei Wochen in der Regel keine Rolle“. Er rät durchschnittlichen Wertpapierbesitzern deshalb dazu, einfach ihren Urlaub zu genießen.

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