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Sonntag, 19. Februar 2012
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Medienschau UBS laufen weiter die Kunden davon

09.02.2010 ·  Heidelberger Druck spürt einen leichten Aufwärtstrend, Qiagen enttäuscht mit dem Ausblick, Electronic Arts auch. Die Wirtschaftskrise hat Demag Cranes fest im Griff, Swatch legt 2010 dagegen einen guten Start hin. Die Front der Swift-Gegner im Europaparlament bröckelt.

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Unternehmen

Steuergutschrift beflügelt UBS-Gewinn

Die Schweizer Großbank UBS hat nach vier Verlustquartalen in Folge im Schlussquartal des Jahres 2009 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Bank laufen aber weiterhin die Kunden davon. Der sogenannte Netto-Neugeldabfluss, der sich als Saldo von Abflüssen und Neuzuflüssen bei den Kundengeldern ergibt, fiel im vierten Quartal so hoch aus wie noch nie im abgelaufenen Jahr. Der Bereich Wealth Management & Swiss Bank verlor netto 33,2 Milliarden Franken. Dazu kamen zwölf Milliarden im Wealth Management Americas und elf Milliarden Franken im Global Asset Management. Das macht 56,2 Milliarden Franken für den ganzen Konzern.

Der Gewinn des vierten Quartals betrug 1,205 Milliarden Franken. Zu einem Jahresgewinn wie bei anderen europäischen Großbanken reichte es noch nicht. Die Bank, die seit knapp einem Jahr von dem Bankveteranen Oswald Grübel geführt wird, baute ihren Jahresverlust aber deutlich auf 2,7 Milliarden von mehr als 21 Milliarden Franken (14,5 Milliarden Euro) im Krisenjahr 2008 ab.

Einen Lichtblick bot zum Jahresschluss das Investmentbanking, das die Bank in der Finanzkrise fast in den Abgrund gerissen hätte und unter Grübels Führung neu aufgebaut wird. Der Geschäftsbereich kam auf einen Vorsteuergewinn von 297 Millionen Franken nach einem Verlust von 1,37 Milliarden im Vorquartal.

Von Reuters befragte Analysten hatten für den Konzern mit einem Reingewinn von 326 Millionen Franken gerechnet und den Nettoneugeldabfluss mit 24 Milliarden Franken veranschlagt.

Konzernchef Grübel zeigte sich zuversichtlich, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen der Vermögensabflüsse erfolgreich sein würden. „Doch für die unmittelbare Zukunft ist nach wie vor mit einer negativen Neugeldentwicklung zu rechnen, verbunden mit einem gewissen Margendruck“, erklärte Grübel. (Reuters)

Heidelberger Druck spürt leichten Aufwärtstrend

Der seit sieben Quartalen Verluste schreibende Maschinenbauer Heidelberger Druck spürt einen leichten Aufwärtstrend. „Vor allem in China und Deutschland konnten wir ordentliche Geschäftserfolge erzielen“, teilte das Unternehmen am Dienstag in Heidelberg mit. Der Umsatz habe im dritten Vierteljahr mit 578 Millionen den höchsten Quartalswert im laufenden Geschäftsjahr 2009/10 (31. März) erreicht. Zum Vorjahreszeitraum liegen die Erlöse allerdings um 23 Prozent zurück.

Der Auftragseingang sei mit 609 Millionen Euro (plus neun Prozent zum Vorjahr) auf das höchste Niveau seit fünf Quartalen gestiegen. Ohne Berücksichtigung von Sondereinflüssen wurde der operative Verlust durch das Sparpaket auf 13 Millionen Euro reduziert. Vor Jahresfrist war gerade die Gewinnschwelle erreicht worden. Nach Steuern sank der Verlust von Heidelberger Druck im dritten Geschäftsquartal binnen Jahresfrist auf elf von 24 Millionen Euro. (Reuters)

Qiagen knackt Erlösmarke von einer Milliarde Dollar

Deutschlands größter Biotechnologiekonzern Qiagen hat im abgelaufenen Geschäftsjahr erstmals mehr als eine Milliarde Dollar Umsatz erzielt und übertraf damit die Schätzungen von Analysten. Auch der bereinigte Gewinn, der um 22 Prozent auf 200 Millionen Dollar stieg, lag über den Markterwartungen. Im laufenden Jahr will der Konzern, der Tests zum Nachweis von Krankheiten und Verfahren zur Isolierung von Erbmaterial herstellt, seinen Umsatz auf 1,12 bis 1,17 Milliarden Dollar ausbauen. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll zwischen 0,90 und 0,96 Dollar liegen nach 0,93 Dollar im vergangenen Jahr. Impulse für das Geschäft erwartet die Biotechfirma von den Konjunkturprogrammen, da ihre Kunden - unter anderem Pharmakonzerne, Krankenhäuser und Universitäten - auf zusätzliche Forschungsgelder hoffen dürfen. (Reuters)

Wirtschaftskrise hat Demag Cranes weiter fest im Griff

Der Kranbauer Demag Cranes hat im ersten Quartal seines neuen Geschäftsjahres erwartungsgemäß weiter schwer unter der Wirtschaftsflaute gelitten. Der Gewinn sank in der Zeit zwischen Oktober und Dezember um rund drei Viertel auf 4,4 Millionen Euro, der Umsatz um fast ein Drittel auf 208,6 Millionen, wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte. Der für Industrieunternehmen wichtige Auftragseingang gab ebenfalls um rund ein Drittel nach. Mit den vorgelegten Zahlen lag Demag weitgehend im Rahmen der Erwartungen der Analysten.

Demag Cranes hält angesichts des weiter unsicheren Marktumfelds an seiner bisherigen Prognose für das Gesamtjahr fest und rechnet mit einem rückläufigen Umsatz und einer operativen Ebit-Marge im mittleren einstelligen Prozentbereich. (dpa-AFX)

Swatch legt 2010 guten Start hin

Der weltgrößte Uhrenhersteller Swatch hat 2010 einen guten Start hingelegt. So waren die Umsätze im Januar die zweitstärksten jemals in einem Anfangsmonat registrierten, hieß es in einer Mitteilung vom Dienstag. Für den Rest des Jahres seien die Aussichten ebenfalls ausgezeichnet, hieß es weiter.

Auch mit den Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr vermochten die Bieler zu überraschen: Mit 763 Millionen Franken (520 Millionen Euro) lag der Reingewinn zwar um knapp neun Prozent unter dem Vorjahresergebnis, dennoch aber deutlich über den von Analysten durchschnittlich geschätzten 698 Millionen Franken.

Allerdings will Swatch nach den krisenbedingt schwächeren Zahlen für 2009 eine leicht tiefere Dividende von vier Franken je Inhaber- und 0,80 Franken je Namensaktie ausschütten. Im Vorjahr hatte diese noch bei 4,25 beziehungsweise 0,85 Franken
gelegen. (Reuters)

Toyota ruft Prius zurück

Der japanische Autokonzern Toyota startet auch für sein Vorzeigemodell Prius eine große Rückrufaktion wegen Problemen mit den Bremsen. Allein in Japan sind knapp 200.000 der Hybridfahrzeuge betroffen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Details sollen auf einer Pressekonferenz in Tokio bekanntgegeben werden. Insgesamt sind über 223.000 Hybridfahrzeuge betroffen. (apn)

Electronic Arts enttäuscht abermals mit Ausblick

Der Videospiele-Hersteller Electronic Arts (EA) hat sich im Weihnachtsgeschäft überraschend gut geschlagen, die Märkte mit seinem Ausblick aber erneut enttäuscht. Für das im März 2011 zu Ende gehende Geschäftsjahr rechnet der im kalifornischen Redwood City ansässige Konzern mit einem Gewinn von 50 bis 70 Cent je Aktie bei einem Umsatz von 3,65 bis 3,9 Milliarden Dollar, wie EA am Montag nach Börsenschluss mitteilte. Analysten hatten dem Unternehmen im Schnitt bisher 74 Cent Gewinn und 4,07 Milliarden Dollar Umsatz zugetraut. Die EA-Aktie verlor im nachbörslichen Handel fast neun Prozent.

In dem Ende Dezember zu Ende gegangenen dritten Geschäftsquartal verringerte der Konzern seien Nettoverlust auf 82 Millionen Dollar nach einem Minus von 641 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Ohne Sonderposten verdiente Electronic Arts mit 33 Cent je Aktie etwas mehr als von den Experten erwartet. Der Umsatz brach um 25 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar ein. (Reuters)

Evergreen Solar durch Deutschland-Geschäft belastet

Der amerikanische Solaranlagen-Hersteller Evergreen Solar hat durch seine Beteiligung an dem deutschen Unternehmen Sovello den Verlust im vierten Quartal ausgeweitet. 56,3 Millionen Dollar Kosten bei dem deutschen Unternehmen schlugen zu Buche und erhöhten den Quartalsverlust auf 98,1 Millionen Dollar oder 48 Cent pro Aktie, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Vor Jahresfrist betrug der Nettoverlust noch 53,8 Million Dollar.

An Sovello sind auch Q-Cells und Norwegens Renewable Energy beteiligt. Wie andere Solarunternehmen hatte Evergreen Probleme mit der Finanzierung neuer Projekte. Anleger befürchten, dass die geplanten Kürzungen bei den Subventionen für Solarstrom in Deutschland den Markt ausbremsen könnten.

Insgesamt konnte Evergreen Solar seinen Umsatz um 69 Prozent auf 74,5 Millionen Dollar ausweiten und die Gewinnmarge auf 11.9 Prozent deutlich erhöhen. Im dritten Quartal lag sie bei 7,1 Prozent. (Reuters)

Unibail-Rodamco 2009 mit Gewinnanstieg

Das französische Immobilienunternehmen Unibail-Rodamco hat im vergangen Jahr Jahr den Gewinn gesteigert, stellt für 2010 aber nur ein geringeres Plus in Aussicht. 2009 erhöhte sich der Überschuss von 8,58 auf 9,19 Euro je Aktie, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 9,32 Euro gerechnet. Die Mieteinnahmen stiegen von 1,215 auf 1,257 Milliarden Euro. Aktionäre sollen für das vergangene Jahr am 10. Mai eine Dividende in Höhe von 8,00 Euro je Aktie erhalten. Für das laufende Jahr stellte Unibail-Rodamco einen Anstieg des Gewinns je Aktie um bis zu zwei Prozent in Aussicht. (dpa-AFX)

Eon startet Verkauf der IT-Tochter

Der Energiekonzern Eon hat einem Zeitungsbericht zufolge den Verkauf wesentlicher Teile der Datenverarbeitungstochter Eon IS in die Wege geleitet. Der Konzern trenne sich im Rahmen seines Sparprogramms von dem Geschäft mit 400 Millionen Euro Umsatz und bis zu 1600 Mitarbeitern, berichtete die „Financial Times Deutschland“ vorab. „Wir treffen derzeit eine Vorauswahl unter den Interessenten“, zitierte die Zeitung einen Unternehmenssprecher. Ab Mitte Februar seien diese demnach eingeladen, ihre Angebote abzugeben.

United Technologies hebt Quartalsdividende um 10,4 Prozent an

Der amerikanischen Mischkonzern United Technologies hebt seine Quartalsdividende deutlich an. Die Ausschüttung steige für das erste Jahresviertel um 10,4 Prozent auf 42,5 amerikanischen Cent je Anteilschein, teilte das Unternehmen am Montag in Hartford mit. (dpa-AFX)


Wirtschaftsnachrichten

Front der Swift-Gegner bröckelt

Im Streit um das Bankdatenabkommen Swift bahnt sich in letzter Minute ein Kompromiss an. Nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ (FTD - Dienstagausgabe) wollen die deutschen Christdemokraten im Europaparlament bei der Abstimmung am Donnerstag nun doch den Entwurf der EU und der Vereinigten Staaten durchnicken, sofern ihnen die Regierungen ein wenig entgegenkommen. An ihren Stimmen hängt die Vereinbarung.

„Wir wollen nicht in der Neinsager-Ecke stehen. Wenn jetzt Bewegung in die Sache kommt, kann die Zustimmung erfolgen“, sagte der stellvertretende Fraktionschef der Konservativen, Manfred Weber, der FTD. Der CSU-Mann knüpft sein Ja lediglich an zwei Bedingungen: Zum einen müsse die Menge der Bankdaten, die amerikanischen Terrorfahnder bei ihren Ermittlungen abrufen dürfen, stärker eingegrenzt werden als bislang vorgesehen. Zum anderen müssten sich EU und Vereinigten Staaten in der Interimsvereinbarung verpflichten, den Daten-und Rechtsschutzbedenken der Parlamentarier in einem anschließenden dauerhaften Abkommen Rechnung zu tragen. Weber sagte, er erwarte bis zur Abstimmung ein Angebot der EU-Regierungen.

Damit deutet sich eine Kehrtwende im Parlament an. Bislang haben sich die CDU- und CSU-Abgeordneten einmütig gegen Swift ausgesprochen. Noch vor wenigen Tagen kündigte ihr Gruppenchef Werner Langen (CDU) an, man werde die Vereinbarung ablehnen. Seither üben einige nationale EU-Regierungen sowie amerikanischen Diplomaten massiven Druck auf widerspenstige Abgeordnete aus. Zuletzt hatte sogar amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton beim konservativen Parlamentspräsidenten Jerzy Buzek angerufen. (Dow Jones)

Amerikanischer Diskontsatz könnte bald steigen

Der Diskontsatz der amerikanischen Notenbank könnte nach Einschätzung des Präsidenten der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard, schon bald schrittweise angehoben werden. Da sich die Märkte stabilisiert hätten und das Diskontfenster kaum noch genutzt werde, sei es „logisch“, den Diskontsatz - mit dem Geschäftsbanken Geld direkt von der Fed ausleihen können - wieder anzuheben und den Spread zum Leitzins wieder auf 100 Basispunkte zu erhöhen, sagte Bullard in einem am Montag veröffentlichten Interview.

Dies signalisiere aber keineswegs den Beginn eines Straffungszyklus, betonte der Notenbanker, der in diesem Jahr Stimmrecht im Offenmarktausschuss (FOMC) der Notenbank besitzt. Der Leitzins (Fed Funds Rate) liegt in der Spanne zwischen 0 Prozent und 0,25 Prozent. An den Märkten wird derzeit eine Zinserhöhung für November eingepreist. Bullard sagte dazu, die Wirtschaftserholung werde dafür aber wohl nicht stark genug sein. (Dow Jones)

Union will Kürzung der Solarförderung erst ab Juni

Die Union will die umstrittene Kürzung der Solarförderung einem Zeitungsbericht zufolge um zwei Monate hinausschieben. Die garantierten Abnahmepreise für Strom aus Sonne von Hausdächern sollten nach den Plänen des Vorstands der Unions-Bundestagsfraktion erst zum 1. Juni statt zum 1. April sinken, dann aber um 16 statt der geplanten 15 Prozent, berichtete die „Mitteldeutsche Zeitung“ (Dienstagausgabe). Die Unionsfraktion wolle mit diesem Vorschlag in die Verhandlungen mit der FDP gehen, hieß es weiter unter Berufung auf führende Fraktionsmitglieder.

Die Kürzungspläne von Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) hatten vor allem Proteste in den ostdeutschen Bundesländern und bei der CSU ausgelöst. Die Landesregierungen von Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt - wo sich die meisten deutschen Solarfirmen angesiedelt haben - befürchten wie auch die Solarindustrie drastische Einbrüche mit Stellenabbau und Pleiten als Folge. (Reuters)

Deutsche Bank fordert EU-Finanzhilfen für Griechenland

Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hat sich wegen der Euro-Schwäche für EU-Finanzhilfen für Griechenland ausgesprochen. Der Ökonom fordert aber strenge Vorgaben. „Einen zeitlich begrenzten Überbrückungskredit der EU darf es nur geben, wenn dieser an klare Regeln gekoppelt ist. Die Griechen müssen eisenhart sparen und zwar für alle überprüfbar.“ Hilfen für Griechenland müssten der Einzelfall bleiben, sonst drohe der Währungsunion eine ernste Krise, warnte Mayer. (AFP)

Spanien plant für 2010 Schuldenaufnahme von 77 Milliarden Euro

Das von Finanznöten geplagte Spanien will in diesem Jahr Nettoschulden in Höhe von knapp 77 Milliarden Euro aufnehmen. Das sind 34 Prozent weniger als vor einem Jahr, wie das Finanzministerium am Montag mitteilte. Die Staatsverschuldung werde 2010 auf 553,5 Milliarden Euro oder 55 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Im Jahr 2012 werde mit dem Höhepunkt von 74,3 Prozent gerechnet.

Die ausufernden Schulden hatten die Regierung in Madrid zu einem drastischen Sparkurs veranlasst. Am Montag bekräftigten die Sozialisten von Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero, trotz der Protestdrohungen der Gewerkschaften an der
geplanten Rentenreform festzuhalten. (Reuters)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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