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Medienschau Telefonica erwägt Gebot für T-Mobile UK

02.07.2009 ·  Der Autoabsatz in Amerika ist auch im Juni stark gesunken, der Autozulieferer Lear sucht Rettung in der Insolvenz. GM warnt Aktien-Spekulanten vor einem Totalverlust, könnte aber 2010 abermals an die Börse gehen. Delticom hebt die Ergebnisprognose an und der IWF billigt erstmals die Ausgabe von Anleihen.

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Unternehmen

Telefonica erwägt Gebot für T-Mobile UK

Die spanische Telefongesellschaft Telefonica erwägt laut einem Zeitungsbericht ein Gebot für T-Mobile UK. Allerdings hätten die Spanier noch nicht entschieden, ob sie für die Tochter der Deutschen Telekom AG bieten werden, berichtet die „Financial Times“ mit Verweis auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Vorbereitung zu einem möglichen Angebot sei noch in einem frühen Stadium, hieß es.

Zu Wochenanfang war bekannt geworden, dass die britische Vodafone Group plc an T-Mobile UK interessiert sein könnte. Sollte Vodafone T-Mobile UK übernehmen, könnte damit die Telefonica SA mit ihrer Marke O2 die Spitzenposition am britischen Mobilfunkmarkt verlieren. Die France Telecom SA hatte bereits erklärt, kein Interesse an T-Mobile UK zu haben. Den Wert von T-Mobile UK schätzen Analysten auf 3 bis 4 Milliarden Euro. (Dow Jones)

Air France mit starken Umsatzeinbußen

Die Fluggesellschaft Air France-KLM hat einem Zeitungsbericht zufolge in den vergangenen drei Monaten einen massiven Umsatzeinbruch erlitten. Die Erlöse seien vor allem wegen des Minus bei Geschäftsreisen um fast 20 Prozent zurückgegangen, berichtete „La Tribune“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Demnach soll der Personenverkehr insgesamt um 18 Prozent und das Frachtgeschäft im Mai um 35 bis 38 Prozent eingebrochen sein. Der Juni sei ebenfalls schlecht gelaufen und die Buchungszahlen bis September seien enttäuschend. Eine Unternehmenssprecherin lehnte der Zeitung zufolge eine Stellungnahme zu den Angaben ab.

Die französisch-niederländische Konkurrentin der Lufthansa legt ihre Zahlen fürs erste Quartal am 30. Juli vor. Sie hat für das laufende Geschäftsjahr einen Betriebsverlust von 129 Millionen Euro vorhergesagt. Im Schlussquartal des Vorjahres bis Ende März war der Umsatz um mehr als zwölf Prozent zurückgegangen. (Reuters)

GM warnt Aktien-Spekulanten vor Totalverlust

Der ums Überleben kämpfende amerikanische Autobauer General Motors (GM) hat alle noch bestehenden Aktionäre eindringlich vor dem Totalverlust ihrer Anteile gewarnt. Die Papiere hätten nach dem aktuellen Insolvenzverfahren selbst unter optimistischsten Annahmen keinen Wert mehr, teilte der Konzern am Mittwoch in Detroit mit. Bei der zur Rettung geplanten weitgehenden Verstaatlichung der bisherigen Opel-Mutter sollen die bisherigen Anteilseigner leer ausgehen.

Anlass der Warnung: Die GM-Aktie wird dem Unternehmen zufolge noch immer in auffallend großem Umfang gehandelt - zuletzt zu Preisen von rund einem Dollar und mehr. Nach Einschätzung von Börsianern setzen vor allem Spekulanten auf kurzfristige Gewinne durch Kursschwankungen. Die GM-Führung hatte ihre eigenen Aktien bereits vor längerem in großem Stil abgestoßen.

Unterdessen drängt die amerikanische Regierung auf einen Verkauf der GM-Filetstücke gedrängt und den Börsengang eines neuen General-Motors-Konzerns. Ein solcher Konzern könne 2010 bereit für einen Börsengang sein, sagte der Vertreter des amerikanischen Finanzministeriums, Harry Wilson. (dpa-AFX, Reuters)

IWF billigt erstmals Ausgabe von Anleihen

Der Internationale Währungsfonds IWF hat grünes Licht für die erstmalige Ausgabe von Anleihen in seiner 60-jährigen Geschichte erteilt. Der Exekutivrat der multilateralen Organisation habe am Mittwoch eine entsprechende Rahmenvereinbarung gebilligt, teilte der Fonds in Washington mit. Dadurch werde „die Fähigkeit des IWF gestärkt, seine Mitgliedern schnell Hilfe bieten zu können, wann immer sie nötig ist“, sagte IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn.

Bislang signalisierte den Angaben zufolge bereits China Interesse am Erwerb der Anleihen in Höhe von bis zu 50 Milliarden Dollar (35,5 Milliarden Euro). Brasilien und Russland erwägen Käufe über jeweils 10 Milliarden Dollar. Das neue Finanzierungsinstrument demonstriere die Entschlossenheit des Fonds, die Folgen der Wirtschaftskrise frontal anzugehen, betonte Strauss-Kahn. Zugleich seien die IWF-Anleihen eine sichere Investition für die 186 Mitglieder des Fonds.

Die Anleihen werden in der Kunstwährung der Weltwährungsfonds, den sogenannten Sonderziehungsrechten, begeben. Diese beruhen auf einem Währungskorb aus amerikanischen Dollar, Euro, Yen und Pfund Sterling. Die Laufzeit der IWF-Bonds beträgt maximal fünf Jahre. (dpa-AFX)

Delticom hebt Ergebnisprognose an

Der Internet-Reifenhändler Delticom hat seine Ergebnisprognose für dieses Jahr leicht angehoben. „Aufgrund der guten Ertragslage im ersten Halbjahr erhöht das Management die Gewinnerwartungen für das laufende Geschäftsjahr und rechnet nun für 2009 mit einer Ebit-Marge von sieben Prozent“, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Bislang lag die Prognose für die operative Umsatzrendite bei sechs Prozent.

Zugleich hält Delticom an seinem Umsatzziel fest, wonach ein Anstieg von zehn Prozent erwartet wird. Der Vorstand verwies auf Kostensenkungen im ersten Halbjahr in Erwartung eines abgeschwächten Konsumverhaltens. „Das Management wird den gesamtwirtschaftlichen Risiken auch in der zweiten Jahreshälfte weiter aktiv begegnen“, hieß es in der Mitteilung. (Reuters)

Amerikanischer Autoabsatz auch im Juni eingebrochen

Alle großen Autohersteller haben in den Vereinigten Staaten im Juni erneut deutliche Einbußen verzeichnet. Der Absatz von General Motors brach binnen Jahresfrist um 34 Prozent auf 176.600 Fahrzeuge ein, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Chrysler verzeichnete sogar einen Einbruch um 42 Prozent auf 68.300 Autos. Vergleichsweise glimpflich kam Ford davon - das Unternehmen verkaufte mit 155.200 Autos lediglich 11 Prozent weniger als im Vorjahresmonat.

Unter den deutschen Herstellern verzeichnete Volkswagen auf dem amerikanischen Markt im Juni mit einem Absatzrückgang von 18 Prozent das geringste Minus. Der Konzern verkaufte 19.000 Autos. Bei BMW gingen die Verkaufszahlen um 20 Prozent auf 20.800 Wagen zurück. Daimler setzte 16.300 Autos der Marken Mercedes Benz und Smart ab, das waren 26 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Porsche lag in den Vereinigten Staaten und Kanada mit insgesamt 1072 verkauften Fahrzeugen 62 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der japanische Hersteller Toyota verbuchte einen Einbruch der Verkaufszahlen um 32 Prozent auf 131.700 Autos. (Reuters)

Autozulieferer Lear sucht Rettung in Insolvenz

In der schweren Krise der amerikanischen Automobilbranche reißt die Pleiteserie bei Zulieferern nicht ab. Als weiteres prominentes Opfer kündigte der Autositz-Spezialist Lear am Mittwoch in Southfield (Michigan) einen Sanierungsversuch im Insolvenzverfahren an. Lear zählt weltweit zu den größten Herstellern von Autositzen.

Die Töchter außerhalb Nordamerikas seien von dem Antrag auf Gläubigerschutz nicht betroffen, so das Unternehmen. Mit den Kreditgebern sei bereits eine Einigung über die Rettung erzielt worden. Für die Sanierung sei eine neue Finanzierung von 500 Millionen Dollar vereinbart. Im vergangenen Jahr hatte der Zulieferer bei einem Umsatz von knapp 14 Milliarden Dollar einen Verlust von fast 700 Millionen Dollar eingefahren. (dpa-AFX)

Xetra-Umsatz im Juni halbiert

Auf dem elektronischen Handelssystem Xetra der Deutsche Börse hat sich der Umsatz im Juni im Jahresvergleich halbiert. Im abgelaufenen Monat seien 81,7 Milliarden Euro umgesetzt worden und damit 50 Prozent weniger als im Juni 2008, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mit. Zusammen mit den Umsätzen der Parkettbörse sanken die Erlöse um 49 Prozent auf 87,9 Milliarden Euro. Die Zahl der Transaktionen fiel auf Xetra um 17 Prozent auf 13,3 Millionen. An allen Wertpapierbörsen in Deutschland seien laut Orderbuchstatistik mit insgesamt 101,6 Milliarden Euro 47 Prozent weniger umgesetzt worden. (dpa-AFX)

Amerikanische Börsenaufsicht stärkt Rechte der Aktionäre

Die amerikanische Börsenaufsicht unterwirft die Vorstände von Unternehmen einer stärkeren Kontrolle durch die Aktionäre. In einer umfassenden Reform verpflichtet die Behörde das Spitzenmanagement dazu, den Anteilseignern mehr Auskunft über seine Bezahlung und seine Qualifikationen zu geben. Wie vom amerikanischen Kongress gefordert, erhalten die Investoren künftig auch eine beratende Stimme bei der Bezahlung der Führungskräfte von mehr als 500 Unternehmen, die in der Finanzkrise staatliche Hilfen erhalten haben. Die am Mittwoch verabschiedeten Regeln sollen 2010 in Kraft treten und Missstände wie schlecht kontrollierte Unternehmensführungen und übermäßige Boni beheben, die als eine Ursache der Finanzkrise gelten.

Die Reform stärkt auch den Einfluss der Anteilseigner auf die Zusammensetzung des Vorstands. Brokerhäuser dürfen künftig nicht mehr automatisch im Namen der Aktionäre abstimmen, deren Anteile sie verwalten, sondern müssen explizit dazu beauftragt werden. Damit dürfte es für Investoren einfacher werden, umstrittene Manager zu kippen. Sie klagen seit langem darüber, dass Börsenmakler Vorstandsentscheidungen unkritisch unterstützen und den Ausschlag zugunsten umstrittener Führungskräfte geben. (Reuters)



Wirtschaft

IWF sieht Chinas reales BIP 2009 um 7,5 Prozent steigen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Kreisen zufolge seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in China für das laufende und kommende Jahr erhöht. Der IWF prognostiziert für 2009 nun einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 7,5 Prozent, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Donnerstag zu Dow Jones Newswires.

Für 2010 werde für China nun eine leichte Erholung des BIP-Wachstums auf 8,5 Prozent prognostiziert. Außerdem dränge der IWF die chinesische Regierung dazu, ihre konjunkturstützenden Maßnahmen im kommenden Jahr oder sogar in den nächsten beiden Jahren fortzusetzen, um den Konsum anzukurbeln.

Im April hatte der Währungsfonds im Rahmen seines Weltwirtschaftsausblicks erklärt, dass Chinas Wirtschaft im laufenden Jahr um 6,5 Prozent und im kommenden Jahr um 7,5 Prozent expandieren dürfte.

Im Weiteren stelle der IWF in seinem Entwurf für den Länderbericht fest, dass die Landeswährung „beträchtlich unterbewertet“ sei. Die chinesischen Entscheidungsträger würden mit dieser Beurteilung allerdings nicht übereinstimmen, sagte die mit dem Dokument vertraute Person, die namentlich nicht genannt werden wollte. (Dow Jones)

Deutschland pumpt sich bis 2013 rund 507 Milliarden

Bund, Länder und Gemeinden machen bis 2013 neue Schulden wie noch nie. Kommende Woche werden sie im Finanzplanungsrat beschließen, bis zum Jahr 2013 rund 507 Milliarden Euro an neuen Krediten aufzunehmen, wie das „Handelsblatt“ (HB - Donnerstagausgabe) aus Länderkreisen erfuhr.

In diesem Jahr sollen demnach 112 Milliarden Euro aufgenommen werden, nächstes Jahr 132 Milliarden Euro und in den folgenden drei Jahren 109 Milliarden, 85 Milliarden und 69 Milliarden Euro. Hauptgrund seien Steuerausfälle infolge der Rezession. Für einen Kommentar gegenüber Dow Jones Newswires war am frühen Morgen im Finanzministerium zunächst niemand zu erreichen.

Während der gesamten nächsten Legislaturperiode werde Deutschland den Planungen zufolge den Maastricht-Vertrag brechen; erst 2013 könne das Defizit wieder in die Nähe von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) kommen, berichtete das Blatt weiter. In der Spitze solle es 2010 auf rund 6 Prozent steigen. Der Ökonom Michael Hüther fürchtet, der Schuldenstand des Staates werde die gesamte Dekade über 60 Prozent des BIP verharren. (Dow Jones)

Kalifornien ruft finanziellen Notstand aus

Im Kampf gegen die tiefen Löcher im kalifornischen Haushalt hat Gouverneur Arnold Schwarzenegger am Mittwoch den finanziellen Notstand ausgerufen. Damit kann der bevölkerungsreichste Bundesstaat der Vereinigten Staaten vorläufig alle Zahlungen an Vertragspartner und lokale Behörden aussetzen. Es ist das erste Mal in 17 Jahren, dass die achtgrößte Volkswirtschaft auf dieses dramatische Mittel zurückgreift. Schwarzenegger will mit dem Schritt zudem das Parlament zwingen, das Defizit von inzwischen 26,3 Milliarden Dollar in einer Sondersitzung zu stopfen. Die Abgeordneten hatten das Budget nicht pünktlich zum 1. Juli verabschiedet. (Reuters)

Bankberatung auch in Krisenzeiten desaströs

Die Qualität der Bankberatung in Deutschland ist trotz Finanzkrise katastrophal. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Stichprobe des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) in Zusammenarbeit mit der ZDF-Redaktion WISO.

Demnach gelingt es nur einem von 25 Bankberatern, den finanziellen Hintergrund eines möglichen Kunden auszuleuchten und dann auch richtig zu beraten. Bankmitarbeiter berichten, dass die Krise intern nicht thematisiert wird. Sie sollen verkaufen, was die Unternehmensleitung für gut befindet.

Finanzexperten sehen die Provisionsgeschäfte als Grundübel der aktuellen Krise. Kunden würden nach dem LEO-Prinzip gewonnen: ,,Leicht erreichbare Opfer“. Die Bankberater sollten daher persönlich haften für falsche ,,Empfehlungen“.

Für den Verbraucherzentrale Bundesverband ist das Ergebnis ein Alarmsignal: ,,Von einem Umdenken in der Bankenbranche ist nichts zu sehen. Es wird weiter am Bedarf vorbei verkauft. Die Risiken der empfohlenen Produkte werden verschwiegen“, so Manfred Westphal, Leiter des Fachbereichs Finanzdienstleistungen. „Den politischen Absichtserklärungen, die Finanzmärkte und die Finanzvermittlung stärker zu regulieren, müssen bald Taten folgen. Die Zeit zum Handeln ist längst überfällig.“ (Ne-Na)

China fordert Debatte über Reservewährung bei G8-Gipfel

China hat Kreisen zufolge eine Debatte über eine neue Welt-Reservewährung beim bevorstehenden G8-Gipfel gefordert. Das Thema könne auch Eingang in die Abschlusserklärung finden, sagte eine an den im Vorfeld des Treffens laufenden Verhandlungen beteiligte Person der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Demnach hat China das Thema während der vorbereitenden Gespräche für eine gemeinsame Erklärung der sogenannten G14-Staaten angesprochen. Diese Runde - bestehend aus den G8-, den G5-Staaten (Brasilien, Indien, China, Mexiko und Südafrika) und Ägypten - berät am 9. Juli über die Themen Finanzkrise, Handel und Klimawandel. Zum ersten Mal im Rahmen eines G8-Gipfels soll es anschließend auch eine gemeinsame Stellungnahme der G14 geben. (Reuters)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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