07.10.2009 · Leoni verkauft eigene Aktien, Yum! Brands erhöhrt Gewinnprognose, Brasilien: Santander nimmt bei Börsengang 5,5 Milliarden Euro ein, Verisk Analytics: Börsengang für 1,3 Milliarden Euro, Metro im Blick - Beisheim-Gruppe verkauft, Delphi verlässt Gläubigerschutz, Hornbach ersetzt HRE im SDax, Japans Währungsreserven auf Rekord, Japan: Frühindikatoren steigen, Ruhrgas: Gasverbrauch-Rückgang, Industrie droht im Derivatehandel hoher Kapitalbedarf - FT
Unternehmen
Leoni verkauft eigene Aktien
Die Aktien von Leoni dürften am Mittwoch laut einer ersten Händlereinschätzung mit Abschlägen in den Handel starten. Der Nürnberger Autozulieferer will mit dem Verkauf von eigenen Aktien seine Eigenkapitalquote verbessern und Schulden abbauen. Gut 2,9 Millionen Anteilsscheine, das entspricht knapp zehn Prozent des Grundkapitals, sollen im Rahmen eines beschleunigten Platzierungsverfahrens (Accelerated Bookbuilding) Anlegern angeboten werden, teilte das Mdax-Unternehmen am Dienstagabend nach Börsenschluss mit. Das Aktien-Angebot dürfte die Aktien unter Druck bringen, sagte der Börsianer. (dpa-AFX)
Metro im Blick - Beisheim-Gruppe verkauft
Metro-Aktien stehen am Mittwoch mit einer Platzierung im Blick. Die Otto-Beisheim-Gruppe trennt sich in einer Privatplatzierung in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren von bis zu 5,2 Prozent ihrer Beteiligung an dem Handelskonzern. Über ein Kurssicherungsgeschäft könnten weitere 3,1 Prozent der Aktien verkauft werden, wie die Gesellschaft des Metro-Gründers Otto Beisheim am Vorabend mitteilte. Der Metro-Gründer hielt 18,5 Prozent an dem Handelsriesen. Die Unicredit führe die Platzierung durch, hieß es am Markt. Dass Beisheim seinen Anteil abbaut ist einem Händler zufolge nicht überraschend, nachdem er kürzlich den Aktionärspool mit den Familienunternehmen Haniel und Schmidt-Ruthenbeck verlassen hat. Jedoch komme der Verkauf überraschend früh und das könnte belasten. (dpa-AFX)
Yum! Brands erhöhrt Gewinnprognose
Yum! Brands, ein Unternehmen das KFC- und Taco Bell Restaurants betreibt, konnte im dritten Quartal den Nettogewinn im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 18 Prozent auf 334 Millionen Dollar steigern, während der Umsatz um 2,3 Prozent auf 2,78 Milliarden Dollar zurückging. Das Unternehmen geht davon aus, im Gesamtjahr einen Gewinn je Aktie zwischen 2,10 und 2,14 Dollar erzielen zu können. Allerdings spielt eine geringere Steuerlast eine Rolle. (Bloomberg)
Santander nimmt bei Rekord-Börsengang 5,5 Milliarden Euro ein
Die brasilianische Tochter des spanischen Kreditinstituts Banco Santander hat bei ihrem Rekord-Börsengang umgerechnet rund 5,5 Milliarden Euro eingenommen. Das Geldhaus habe 600 Millionen Aktien zu einem Preis von 23,5 Real verkauft, teilte Banco Santander (Brasil) am Dienstag der Börsenaufsicht mit. Die Anteilsscheine sollen sowohl in Brasilien als auch in New York notiert werden. Das Handelsdebüt ist für den 7. Oktober vorgesehen. Der IPO ist der größte eines brasilianischen Unternehmens überhaupt und der weltgrößte seit dem Börsengang des Kreditkartenanbieters Visa im März 2008. Santander ist die drittgrößte Privatbank in Brasilien gemessen an der Bilanzsumme. Ein Teil der Erlöse aus dem Börsengang will die Bank in die Eröffnung neuer Filialen investieren. Zudem will das Geldhaus seine Kapitalquote verbessern. (Reuters)
Verisk Analytics sammelt bei Börsengang 1,3 Milliarden Euro ein
Der amerikanische Spezialist für Versicherungsmathematik, Verisk Analytics, hat umgerechnet rund 1,3 Milliarden Euro bei seinem Börsengang eingesammelt. Alle 85,25 Millionen verkauften Anteilsscheine stammten von Verisk-Eignern, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Dazu zählen unter anderen die Versicherer AIG, Hartford Financial Services Group und ACE Group. Die Dividendenpapiere, die zu 22 Dollar ausgegeben wurden, sollen erstmals am 7. Oktober an der Nasdaq gehandelt werden. Verisk Analytics steigerte seine Einnahmen im ersten Halbjahr 2009 um 15 Prozent auf 503,7 Millionen Dollar. (Reuters)
Autozulieferer Delphi verlässt Gläubigerschutz nach vier Jahren
Der amerikanische Autozulieferer Delphi hat den Gläubigerschutz nach vier Jahren verlassen. Delphi habe sich durch den Verkauf von Geschäftsbereichen reorganisiert, teilte die ehemalige General-Motors-Tochter am Dienstag mit. Delphi-Chef bleibe Rodney O'Neal. Die Börsennotierung des Unternehmens wurde eingestellt. Am 8. Oktober 2005 hatte das Unternehmen Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. General Motors trennte sich 1999 von Delphi. Die EU-Kommission hat GM aber erst kürzlich erlaubt, Teile des Autozulieferers zurückzukaufen. (Reuters)
Kreise - Julius Bär erhält Zuschlag für Schweizer ING-Sparte
Die Schweizer Privatbank Julius Bär hat Kreisen zufolge den Zuschlag für das Schweizer Vermögensverwaltungsgeschäft der niederländischen Finanzgruppe ING bekommen. Julius zahle dafür rund 500 Millionen Dollar, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. Mit einer öffentlichen Bekanntgabe der Transaktion werde zur Wochenmitte gerechnet. Weder Julius Bär noch ING wollten die Informationen kommentieren. Das ING-Vermögensverwaltungsgeschäft, das neben dem Schweizer auch einen Asien-Teil umfasst, stand schon seit einiger Zeit zum Verkauf. Bär war immer als aussichtsreicher Käufer gehandelt worden. In der vergangenen Woche hieß es dann in mit der Sache vertrauten Kreisen, die Schweizer seien aus aufsichtsrechtlichen Gründen nicht mehr im Rennen um den asiatischen Teil des Geschäfts. Das Asiengeschäft werde wohl an die britische Großbank HSBC gehen. ING, die in der Finanzkrise Staatshilfe in Anspruch nehmen musste, steht vor einem tiefgreifenden Umbau und hat bereits das Vermögensverwaltungsgeschäft in Australien verkauft. (Reuters)
Hornbach Holding ersetzen HRE im SDax
Die Aktien der verstaatlichten Hypo Real Estate AG (HRE) verlassen erwartungsgemäß den SDax und werden dort durch die Papiere der Hornbach Holding AG ersetzt. Die Regelung wird zum 9. Oktober 2009 wirksam, wie die Deutsche Börse am Dienstagabend mitteilte. Die außerplanmäßige Änderung des Indexes wurde mit der außerordentlichen Hauptversammlung der HRE begründet, bei der der Ausschluss der Altaktionäre beschlossen wurde. Damit erfülle die Aktie nicht mehr die Streubesitzkriterien, hieß es weiter. Der nächste Termin für die planmäßige Überprüfung der Aktienindizes der Deutschen Börse ist der 3. Dezember 2009. (Dow Jones Newswires)
Wirtschaft
Japans Währungsreserven auf Rekord
Japans Währungsreserven sind zum Ende September auf einen Rekord gestiegen. Wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, erhöhten sich sich die Bestände im Vergleich zum Vormonat um 10,26 Milliarden Dollar auf den Stand von 1,052 Billionen Dollar. Hintergrund waren Kursaufschläge bei amerikanische Schatztiteln sowie Wertsteigerungen bei Euro-denominierten Anlagen. Die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt verfügt damit weiter über die nach China weltweit zweithöchsten Bestände an konvertiblen fremden Währungen, Gold und Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds. (dpa)
Japan: Frühindikatoren steigen sechsten Monat in Folge
In Japan ist der Sammelindex der Frühindikatoren im August den sechsten Monat in Folge gestiegen. Im Vergleich zum Vormonat kletterte der Indikator um 0,8 Punkte auf 83,3 Zähler, wie die japanische Regierung am Mittwoch in Tokio mitteilte. Auch der gleichlaufende Indikator, der die aktuelle wirtschaftliche Lage widerspiegelt, legte weiter zu. Er kletterte um 1,6 Punkte auf 91,4 Punkte und damit den fünften Monat in Folge. (dpa-AFX)
SoFFin - Krise im Finanzsektor noch nicht überwunden
Der Finanzsektor hat nach Ansicht des Chefs des staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin auch nach den massiven staatlichen Rettungsmaßnahmen für einzelne Institute die Krise noch nicht überwunden. „Für eine Entwarnung ist es zu früh. Es kommen neue Herausforderungen auf uns zu“, warnte Hannes Rehm am Dienstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Er verwies auf die beim G20-Gipfel in Pittsburgh jüngst vereinbarten zusätzlichen Eigenkapitalanforderungen für Banken sowie weitere Richtlinien mit dem gleichen Ziel aus Brüssel. Hinzu komme die schwierige Konjunktur, die von den Kreditinstituten weitere „Risikopuffer“ verlange. Angesichts dieser Situation wundere ihn, dass die Möglichkeiten für Bad-Bank-Gründungen bisher nur wenig genutzt würden. Bis auf eine Ankündigung der krisengeschüttelten Hypo Real Estate, einen Antrag der WestLB und Pläne der HSH Nordbank für eine eigene Abwicklungsbank sei die Resonanz bisher gering. „Wir haben im Moment eine gewisse Zurückhaltung“, sagte der frühere NordLB-Chef. Der SoFFin spreche zwar noch mit einigen weiteren Adressen, da müsse man „sehen, ob im Einzelfall etwas dabei herauskommt“. Offensichtlich sei aber noch mehr Aufklärung über die Instrumente des SoFFin nötig. Mit Blick auf die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zeigte sich Rehm überrascht über die Höhe des kürzlich bekanntgewordenen Verlust, der einen größeren Umbau des Instituts nötig macht. „Es zeigt sich, dass offensichtlich die Vorstände bis zur Stunde auch in der Steuerung der Bank noch keine hinreichenden Vorstellungen von dem Risikopotential in ihren Aktiva haben“ fügte der SoFFin-Chef hinzu. Rehm leitet den insgesamt fast 500 Milliarden Euro schweren Fonds zur Stützung der Bankenbranche, aus dem etwa die Commerzbank oder die HRE Mittel erhalten haben. Insgesamt haben die Banken den Topf aber noch nicht einmal zur Hälfte ausgeschöpft. Rehm zufolge sind von den angebotenen Garantien für Anleiheemissionen über 400 Milliarden Euro bislang 132 Milliarden Euro abgerufen worden. Hinzu kämen 25 Milliarden Euro an Kapitalspritzen. (Reuters)
Ruhrgas-CEO sieht 09 deutlichen Gasverbrauch-Rückgang in Europa
Die Eon-Tochter Ruhrgas sieht einen deutlichen Rückgang des Gasverbrauchs in Europa in diesem Jahr. Der Verbrauch könnte im Vergleich zu 2008 insgesamt um durchschnittlich 7 Prozent sinken, sagte der Ruhrgas-CEO Bernhard Reutersberg am Dienstag auf der Weltgaskonferenz in Buenos Aires. Die Nachfrage dürfte zwar ab 2010 wieder anziehen und die aktuellen Rückgänge sollten in zwei bis drei Jahren aufgeholt sein. Es sei jedoch noch zu früh, um die gesamten Auswirkungen der Krise abzuschätzen, so Reutersberg weiter. Auch könne man noch nicht sagen, ob sich der Wachstumstrend des Gasverbrauchs langfristig geändert habe. (Dow Jones Newswires)
Industrie droht im Derivatehandel hoher Kapitalbedarf - FT
Die von Regulierungsbehörden in den Vereinigten Staaten und Europa ausgearbeiteten Vorschläge zu einer strenger kontrollierten Abwicklung von Derivategeschäften stößt bei Industriekonzernen und Versorgern offenbar auf wenig Gegenliebe. Denn die Forderungen würde Unternehmen viel Geld kosten und einen enormen Kapitalbedarf auslösen, schreibt die „Financial Times“ (FT) in ihrer Mittwochsausgabe. Allein Eon entstünde bei Umsetzung des jüngst vorgestellten Forderungskatalogs ein Kapitalbedarf von 7,5 Milliarden Euro, zitiert die Zeitung Verena Volpert, die bei dem Düsseldorfer Versorger den Bereich Finanzen leitet. Der Dax-Konzern müsste den Kapitalbedarf durch neue Kreditlinien oder eine Kapitalerhöhung decken. „Die Vorschläge würden schwerwiegende Folgen nach sich ziehen (...). Wir waren sehr überrascht davon, da das Derivategeschäft ein völlig normaler Bestandteil unserer Absicherung gegen Geschäftsrisiken ist“, sagte Volpert laut „FT“ weiter. Doch nicht nur Eon, sondern sämtlichen europäischen Versorgern und Industrieunternehmen droht laut dem Zeitungbericht ein „milliardenschwerer Kapitalbedarf“. Auslöser dieses Kapitalbedarf sei die Forderung der Behörden, bislang „over-the-counter“, sprich außerbörslich, gehandelte Derivate demnächst auf Börsen zu handeln und mit einer Clearingstelle eine zentrale Gegenpartei zu schaffen. Dies wecke bei nicht im Finanzsektor tätigen Unternehmen die Befürchtung, Barmittel bereit stellen zu müssen für die bei börslich abgewickelten Transaktionen geforderten Garantien. Dabei ist die Forderung der Regulierer durchaus nachvollziehbar und wurde zuletzt auch von zahlreichen Bankvorständen goutiert, wie die Zeitung weiter schreibt. Denn der „Over-the-counter“-Markt sei praktisch nicht zu überwachen, was in der Finanzkrise zu einem wesentlichen Problemfaktor geworden sei. (Dow Jones Newswires)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |