29.07.2010 · BASF verdoppelt das operative Ergebnis fast, Merck und Aixtron heben ihre Prognosen an, die Software AG verdient mehr. Lufthansa aber bleibt in den roten Zahlen und Bayer verdient weniger. Die Fed sieht die Wirtschaftserholung nicht mehr als robust an und der Wirtschaftsweise Bofinger keinen nachhaltigen Aufschwung.
Unternehmensnachrichten
BASF verdoppelt das operative Ergebnis fast
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat auch im zweiten Jahresviertel von einer kräftig anziehenden Nachfrage in fast allen Bereichen profitiert. Dabei übertraf das im Dax notierte Unternehmen bei allen Kennziffern deutlich die Schätzungen der Analysten. Nach bereits einem überraschend guten Auftaktquartal habe sich das Ergebnis vor Zinsen, Steuern (Ebit) und Sondereffekten im Zeitraum April bis Juni auf 2,206 Milliarden Euro nahezu verdoppelt, teilte BASF am Donnerstag in Ludwigshafen mit. Im Vorjahr hatte die Gesellschaft im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise 1,140 Milliarden Euro ausgewiesen. Unter dem Strich blieben in diesem Quartal 1,183 Milliarden Euro, nach 343 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.
Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um knapp 30 Prozent auf 16,214 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr peilt BASF weiterhin einen deutlichen Zuwachs beim Ebit vor Sondereinflüssen und ein Plus beim Umsatz an. (dpa-AFX)
Siemens verzeichnet Rekordwerte bei Ergebnis und Auftragbestand
Siemens hat im vergangenen Quartal den operativen Gewinn der drei Kernsparten Industrie, Energie und Medizintechnik verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 40 Prozent auf 2,33 Milliarden Euro gesteigert. Der Umsatz legte um vier Prozent auf 19,17 Milliarden Euro zu, der Auftragseingang kletterte um 22 Prozent auf 20,87 Milliarden Euro. Mit den Werten ließ Siemens die Erwartungen der Analysten deutlich hinter sich.
„Die starke Nachfrage hat zu einem Rekordauftragsbestand geführt. Gleichzeitig haben die Sektoren das beste Ergebnis aller Zeiten erzielt und werden das Vorjahr deutlich übertreffen“, sagte Vorstandschef Peter Löscher. Im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 (zum Ende September) hatte Siemens operativ 7,5 Milliarden Euro verdient. (Reuters)
Merck hebt nach gutem zweiten Quartal Prognose erneut an
Die hohe Nachfrage nach Flüssigkristallen für Flachbildschirm-Fernseher hat dem Pharma- und Chemiekonzern Merck einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Der Gewinn kletterte im zweiten Quartal um 70 Prozent auf 187 Millionen Euro, wie das Darmstädter Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz stieg um 16 Prozent auf die Rekordsumme von 2,2 Milliarden Euro. Damit übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten deutlich.
Für 2010 hob Merck seine Prognose das zweite Mal in diesem Jahr an. „Alle Zeichen stehen auf Fortsetzung des Aufwärtstrends, so dass das zweite Halbjahr das erste übertreffen sollte“, erklärte der Konzern. Einschließlich des übernommenen
amerikanischen Laborausrüsters Millipore rechnet Merck 2010 mit einem bereinigten Umsatzwachstum von 55 Prozent. (Reuters)
Gewinn von Bayer im zweiten Quartal gesunken
Der Pharma -und Chemiekonzern Bayer hat im zweiten Quartal von der Geschäftserholung in seinem Kunststoffgeschäft profitiert. Dennoch sank der Konzerngewinn, und das Traditionsunternehmen lag mit seinen Zahlen etwas unter den Schätzungen der Analysten. Unter dem Strich stehe ein Überschuss von 525 Millionen Euro in den Büchern, ein Rückgang von 1,3 Prozent, teilte Bayer am Donnerstag mit. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie Sondereffekten sei dagegen um 8,6 Prozent auf 1,92 Milliarden Euro gestiegen. Analysten hatten im Schnitt 1,98 Milliarden Euro erwartet. Der Umsatz nahm um 14,6 Prozent auf 9,179 Milliarden Euro zu. (Reuters)
Aschewolke vermasselt Lufthansa die Rückkehr in die Gewinnzone
Die Lufthansa steckt wegen der Aschewolke aus Island auch zur Jahresmitte weiter in den roten Zahlen. Trotzdem zeigte sich der Vorstand von Deutschlands größter Fluggesellschaft in einer Mitteilung am Mittwochabend optimistisch, den operativen Gewinn im Gesamtjahr wie geplant zu steigern. Grund sei die Dynamik in der Geschäftsentwicklung. Vor allem auf den Langstrecken und bei der Luftfracht entwickle sich die Nachfrage positiv. Im Gesamtjahr soll der operative Gewinn die 130 Millionen Euro des Krisenjahres 2009 übertreffen.
Unter dem Strich verbuchte die Lufthansa nach den ersten sechs Monaten einen Verlust von 104 Millionen Euro. Damit konnte sie ihr Minus aus dem ersten Quartal (298 Millionen) bis zur Jahresmitte nur zu rund zwei Dritteln ausgleichen. Die Fluggesellschaft schnitt jedoch deutlich besser ab als im ersten Halbjahr 2009, als das Minus 178 Millionen Euro betragen hatte. Der operative Verlust lag nun bei 171 Millionen Euro, nach einem Gewinn von acht Millionen Euro ein Jahr zuvor.
Der Lufthansa zufolge spiegelt das Ergebnis des ersten Halbjahrs neben den positiven Nachfragetrends auch die Belastungen aus höheren Treibstoffpreisen und der erstmaligen Einbeziehung von AUA und BMI wider. (dpa-AFX)
Software AG mit Umsatz- und Gewinnsprung
Deutschland zweitgrößter Softwareanbieter Software AG hat im zweiten Quartal dank der Konsolidierung von IDS Scheer den Umsatz von 176,4 auf 267,3 Millionen Euro gesteigert. Analysten hatten im Schnitt mit 263,5 Millionen Euro gerechnet. Der operative Gewinn stieg von 44,2 auf 58,9 Millionen Euro (Prognose: 60,5 Millionen). Unterm Strich legte der Überschuss von 28,9 auf 37,4 Millionen Euro zu (Prognose: 34,1 Millionen).
Die Darmstädter erhöhten ihre Prognose. Für 2010 peilt die Software AG währungsbereinigtes Umsatzwachstum zwischen 25 und 30 Prozent an, wobei 12 bis 15 Prozent auf eine Steigerung der Produktumsätze entfallen sollen. Für den Jahresüberschuss konkretisierte das Unternehmen die Prognose von plus 8 bis 12 Prozent auf plus 10 bis 12 Prozent. (dpa-AFX)
Aixtron erhöht erneut Prognose für 2010
Der Technologiekonzern Aixtron hat seine Jahresprognose abermals erhöht. Wie der TecDax-Konzern am Donnerstag mitteilte, soll der Umsatz 2010 rund 750 Millionen Euro erreichen und die operative Marge bei etwa 33 Prozent liegen. Begründet wurde dies mit dem anhaltend guten Marktumfeld und dem starken Dollar. Im zweiten Quartal schnitt das Unternehmen aus Herzogenrath bei Aachen besser ab als vom Markt erwartet.
So verbuchte Aixtron in der Periode einen Umsatz von 191,8 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 60,6 Millionen Euro. Von Dow Jones befragte Analysten hatten im Schnitt mit Werten von 177 Millionen Euro oder. 55 Millionen Euro gerechnet. Um Vorjahresquartal lagen die Erlöse bei lediglich 56,7 Millionen Euro, das operative Ergebnis hatte damals 4,7 Millionen Euro erreicht.
Ein Ende des Booms scheint Aixtron derzeit nicht zu sehen. Er sei überzeugt, dass das Unternehmen auf die positiven Aussichten, die Aixtron in den nächsten drei bis fünf Jahren bevorstehen würden, „bestens“ vorbereitet sei, erklärte Vorstandsvorsitzender Paul Hyland am Donnerstag. (Dow Jones)
Gildemeister stoppt Talfahrt und erhöht Prognose
Der Werkzeugmaschinenbauer Gildemeister hat im zweiten Quartal die Talfahrt gestoppt. Der Erlös sei zwischen April und Ende Juni im Vergleich zum Vorjahr nur noch leicht auf 284,5 Millionen Euro gesunken, teilte Gildemeister am Donnerstag in Bielefeld mit. Experten hatten mit einem Rückgang auf rund 280 Millionen Euro gerechnet. Auch der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) fiel besser aus als erwartet. Er betrug 1,8 (Vorjahr: 11,4) Millionen Euro, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal hier noch einen Verlust erzielt hatte.
Das Unternehmen geht davon aus, dass sich der zuletzt positive Trend fortsetzen wird und hob seine Prognose für das laufende Jahr an. 2010 soll der Auftragseingang bei 1,3 Milliarden statt bisher 1,2 Milliarden Euro liegen. Beim Umsatz wird jetzt ein Wert von 1,25 (Vorjahr: 1,18) Milliarden Euro statt bisher 1,2 Milliarden Euro erwartet. Zudem traut sich das Unternehmen im laufenden Jahr beim Vorsteuerergebnis ein ausgeglichenes Ergebnis zu und rechnet 2011 mit einem zweistelligen Plus beim Umsatz und Auftragseingang. (dpa-AFX)
Richter weist Klage der Chrysler-Gläubiger gegen Daimler zurück
Die Gläubiger der Chrysler-Abwicklungsgesellschaft haben ihre Klage gegen den Stuttgarter Automobilhersteller Daimler verloren. Die Kläger hatten Daimler vorgeworfen, wertvolle Vermögenswerte aus Chrysler herausgelöst zu haben, bevor der amerikanische Automobilhersteller 2007 an die Beteiligungsgesellschaft Cerberus verkauft worden war.
Richter Arthur Gonzalez vom Insolvenzgericht in Manhattan wies die Klage am Dienstag ab. Es sei den Klägern nicht gelungen nachzuweisen, dass die bemängelten Transaktionen in betrügerischer Absicht vorgenommen worden seien. (Dow Jones)
Smartrac hebt Jahresprognose an
Der niederländische Funktechnik-Anbieter Smartrac hat dank einer Welle erstarkender Nachfrage einen Umsatz- und Gewinnschub verzeichnet und die Erwartungen teilweise übertroffen. Zudem erhöhte das im TecDax notierte Unternehmen am Donnerstag die Jahresumsatzprognose von 140 bis 150 Millionen Euro auf 165 Millionen Euro. Im zweiten Quartal erhöhte sich der Umsatz von 29,7 auf 43,98 Millionen Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 41,6 Millionen Euro gerechnet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erhöhte sich mitunter wegen der Ergebnisverbesserung der Produktion in den Vereinigten Staaten von 1,08 auf 2,14 Millionen Euro (Prognose: 4,8 Millionen). Der Überschuss wuchs von 3,17 auf Millionen Euro (Prognose: 2,7 Millionen). (dpa-AFX)
Sanofi-Aventis steigert Gewinn
Der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis hat im zweiten Quartal dank der starken Nachfrage nach seinen Diabetesmitteln und dem Geschäft in den Schwellenländern mehr verdient als im Vorjahr. Der Überschuss habe sich um 7,6 Prozent auf 2,478 Milliarden Euro verbessert, teilte der im EuroStoxx 50 notierte Pharmakonzern am Donnerstag in Paris mit. Operativ konnte Sanofi-Aventis ein Plus von 5,3 Prozent auf 3,421 Milliarden Euro ausweisen. Während der Umsatz in Westeuropa und den Vereinigten Staaten rückläufig war, kletterte er in den Schwellenländern prozentual zweistellig an.
Auf Konzernebene verbuchte der Pharmariese ein Erlösplus von 4,6 Prozent auf 7,783 Milliarden Euro. Konzernchef Chris Viehbacher hat die gesenkte Gewinnprognose vom Wochenende bestätigt. Sanofi-Aventis erwartet wegen der Konkurrenz eines Nachahmer-Medikaments für den Bestseller Lovenox 2010 bestenfalls einen stagnierenden Gewinn je Aktie, schlimmstenfalls einen Rückgang um vier Prozent. Kein Kommentar gab Viehbacher zu den jüngsten Gerüchten um eine Übernahme des amerikanischen Biotech-Unternehmens Genzyme für bis zu 18,7 Milliarden Dollar. (dpa-AFX)
Telefonica übertrifft Halbjahreserwartungen leicht
Der spanische Telekommunikationskonzern Telefonica hat im ersten Halbjahr etwas mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Der Nettogewinn belief sich auf 3,78 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 29,05 Milliarden Euro, wie die 02-Muttergesellschaft am Donnerstag mitteilte. Analysten hatten mit einem Gewinn von 3,68 Milliarden und einem Umsatz von 28,55 Milliarden Euro gerechnet. Die Spanier bekräftigten ihre Ziele einschließlich Dividenden bis 2012.
Am Vortag hatte Telefonica nach jahrelangem Ringen einen Durchbruch bei der vollständigen Übernahme des größten brasilianischen Mobilfunkanbieters Vivo erzielt. Der Konzern sichert sich mit einer auf 7,5 Milliarden Euro aufgestockten Offerte den
Vivo-Anteil von Portugal Telecom. (Reuters)
Boeing verdient im zweiten Quartal 21 Prozent weniger
Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat im zweiten Quartal 2010 weniger verdient. Der Nettogewinn schrumpfte um 21 Prozent auf 787 Millionen Dollar. Der Gewinn je Aktie ging auf 1,06 Dollar von 1,41 Dollar zurück. Der operative Gewinn ermäßigte sich um 15 Prozent auf 1,31 (1,53) Milliarden Dollar, der Umsatz schrumpfte um 9 Prozent auf 15,57 Milliarden Euro. Die Gewinnprognose bestätigte der Konzern aus Chicago, will aber weniger investieren als ursprünglich geplant. Die Aktie gab am Abend um 1,4 Prozent auf 67,64 Dollar nach. Von Thomson Reuters befragte Analysten hatten mit einem Gewinn je Aktie von 1,01 Dollar bei Erlösen von 16,13 Milliarden Dollar gerechnet.
Als Gründe für den Ergebnisrückgang im Ende Juni beendeten Quartal führte Boeing unter anderem gesunkene Flugzeugauslieferungen an. Die Zivilflugzeugsparte lieferte 9 Prozent weniger Maschinen aus. Boeing begründete dies mit Problemen bei Sitzlieferanten und der planmäßigen Verringerung bei der Auslieferung von Großraumflugzeugen.
Das 787-Programm befinde sich weiter im Plan. Boeing wiederholte Aussagen von vor einigen Wochen, wonach die Auslieferung der ersten Boeing 787 „Dreamliner“ weiterhin für das vierte Quartal 2010 geplant sei, es jedoch zunehmenden Druck auf den Zeitplan
gebe. Deshalb existiere ein Risiko, dass sich die Auslieferung der ersten Maschine erst Anfang 2011 stattfinden könnte. Zum 30. Juni hätten dem Flugzeughersteller 863 Bestellungen für die Boeing 787 von 56 Kunden vorgelegen.
Auch in der Militärsparte musste Boeing einen Umsatzrückgang verbuchen. Die Erlöse hätten sich wegen der geringen Umsätze mit Netzwerksystemen und der Raumfahrt um 8 Prozent auf 7,98 Milliarden Euro ermäßigt, teilte Boeing mit. Der operative Gewinn der Sparte ging um 19 Prozent auf 711 Millionen Dollar zurück. Laut Vorstandschef Jim McNerney sind sogar Stellenstreichungen nicht mehr auszuschließen, sollte der Budgetdruck von Seiten des amerikanischen Verteidigungsministeriums und von ausländischen Kunden weiter zunehmen.
Trotz allem bekräftigte Boeing im Großen und Ganzen die Prognose für das Gesamtjahr. Der Umsatz des Konzerns wird weiterhin bei 64 Milliarden bis 66 Milliarden Dollar gesehen, der Gewinn je Aktie soll sich auf 3,50 bis 3,80 Dollar je Aktie belaufen. Ebenfalls bestätigt wurde der Ausblick für 2011, wonach der Umsatz über dem von 2010 liegen wird. Die Erlöse sollen vor allem wegen der Auslieferungen der 787 und 747-8, die sich derzeit in der Entwicklung befinden, steigen. (Dow Jones)
Eurohypo-Gläubiger klagen gegen Commerzbank
Das Abwälzen von Verlusten auf Teile ihrer Gläubiger bringt einem Zeitungsbericht zufolge Commerzbank und Eurohypo zunehmend in Bedrängnis. Inzwischen sei mindestens eine Klage von Genussschein-Zeichnern der Eurohypo anhängig, berichtet das „Handelsblatt“ (Donnerstag) unter Berufung auf Finanzkreise. Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will in wenigen Tagen nachziehen.
Laut SdK geht es vor allem um drei Genussscheinpapiere mit einem Gesamtnennbetrag von 270 Millionen Euro. Die Eurohypo zahlte für sie 2009 keine Zinsen und fordert darüber hinaus einen Haftungsbeitrag zum Jahresverlust von rund 900 Millionen Euro.
Die Anlegerschützer verweisen darauf, dass zwischen Eurohypo und Commerzbank ein Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag besteht. Ihrer Meinung nach ist damit verbunden aber auch die Pflicht der Mutter, Verluste immer auszugleichen. Die Möglichkeit, Genussschein-Inhaber bei Verlusten heranzuziehen, gebe es hingegen nicht.
Zugleich haben laut „Handelsblatt“ die Käufer einer Commerzbank-Hybridanleihe Klage eingereicht, weil die Zinsen auf einen 800 Millionen Pfund schweren Bond nicht gezahlt wurden. Federführend sei hier die internationale Anwaltskanzlei Brown Rudnick, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. In der Branche werde davon ausgegangen, dass Hedge-Fonds hinter der Klage stehen. (dpa-AFX)
Nachfrage in China und den Vereinigten Staaten beschert Hyundai Rekordergebnis
Eine kräftige Nachfrage in den Vereinigten Staaten und in China hat dem südkoreanischen Autohersteller Hyundai im zweiten Quartal ein Rekordergebnis von 1,39 Billionen Won (rund 900 Millionen Euro) beschert. Im Vergleich zum Vorjahr schoss der Nettogewinn 71 Prozent in die Höhe, wie der weltweit fünftgrößte Autoproduzent am Donnerstag mitteilte. Damit übertrafen die Südkoreaner die Erwartungen der Analysten, die Hyundai auch beim Umsatz weniger zugetraut hatten. Dieser belief sich auf 9,56 Billionen Won. Experten zufolge muss sich Hyundai in der zweiten Jahreshälfte aber auf härtere Zeiten einstellen. Grund seien die Wirtschaftsschwäche in Europa und den Vereinigten Staaten sowie steigende Rohstoffkosten. (Reuters)
Visa mit kräftigem Umsatzsprung
Der weltgrößte Kreditkartenanbieter Visa hat von der anziehenden Konsumlaune profitiert und zuletzt mehr erwirtschaftet. Das Unternehmen erlebe weiterhin eine Erholung bei den Zahlungsvolumina, sagte Visa-Chef Joseph Saunders am Mittwoch nach amerikanischen Börsenschluss. Der Umsatz stieg im abgelaufenen dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 23 Prozent auf zwei Milliarden Dollar.
Künftig muss der Konzern jedoch um einige Erlöse fürchten. Die seit kurzem in Kraft getretene Finanzmarktreform schützt die Rechte von Verbrauchern stärker - bei Hypothekendarlehen und der Nutzung von Kreditkarten. Es wird damit gerechnet, dass sich dies auf die Umsätze auswirkt.
Der Gewinn fiel um 1,8 Prozent auf 716 Millionen Dollar. Vor einem Jahr hatten Sondereffekte durch den Verkauf von Anteilen an Visa-Net den Überschuss in die Höhe getrieben. Analysten hatten mit einem etwas geringeren Nettoergebnis als auch einem kleineren Umsatz gerechnet. (Reuters)
Symantec dämpft Erwartungen für zweites Quartal
Der weltgrößte Hersteller von Sicherheitssoftware, Symantec, hat im ersten Quartal seinen Gewinn mehr als verdoppelt, zeigt sich aber für das zweite Quartal pessimistisch. „Wir sehen, dass die IT-Käufer vorsichtig bleiben“, sagte Symantec-Chef Enrique Salem am Mittwoch. Das verlängere die Abstände, in denen die Firmen in ihre Ausstattung investierten. Umsatz und Gewinn würden wahrscheinlich die Markterwartungen verfehlen, teilte der Konzern mit. Für das zweite Quartal erwartet Symantec einen Umsatz von 1,445 bis 1,465 Milliarden Dollar. Analysten hatten zuletzt mit knapp 1,53 Milliarden Dollar gerechnet. Der Aktienkurs von Symantec rutschte daraufhin nachbörslich um mehr als acht Prozent ab. Im ersten Quartal seines Geschäftsjahres verbuchte der in Mountain View in Kalifornien ansässige Konzern einen Gewinn von 161 Millionen Dollar oder 20 Cent je Aktie. Im Vorjahreszeitraum waren es 74 Millionen Dollar oder neun Cent je Aktie. Der Umsatz stagnierte bei 1,43 Milliarden Dollar. (Reuters)
Logitech schreibt im Auftaktquartal wieder schwarze Zahlen
Der schweizerisch-amerikanische Hersteller von Computerzubehör, Logitech, hat im ersten Quartal 2010/2011 wie erwartet wieder schwarze Zahlen geschrieben. Für das gesamte Geschäftsjahr erhöhte der Konzern am Donnerstag seine Prognose und erwartet nun einen Umsatz von 2,3 bis 2,35 Milliarden Dollar.
Im Auftaktquartal wies das Unternehmen einen Gewinn je Aktie von 0,11 Dollar aus. Im Vorjahresquartal hatte der weltgrößte Hersteller von Computermäusen noch einen Verlust je Aktie von 0,20 Dollar verbucht.
Der Umsatz im abgelaufenen Quartal stieg um 47 Prozent auf 479 Millionen Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 0,03 Dollar und mit einem Umsatz von 455 Millionen Dollar gerechnet. Logitech hatte zuletzt einen Umsatz von annähernd 2,3 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. (Reuters)
Nvidia erleidet Rückschlag
Mitten im boomenden Computermarkt muss der Grafikkarten-Spezialist Nvidia einen empfindlichen Dämpfer einstecken. Das Unternehmen senkte am Mittwoch seine Prognose für das laufende zweite Geschäftsquartal. Der Aktienkurs brach nachbörslich um 7 Prozent ein.
Statt eines Umsatzes von bis zu 970 Millionen Dollar traut sich Nvidia nun nur noch maximal 820 Millionen Dollar zu (630 Millionen Euro). Als Grund führte der Konzern ein schleppend laufendes Geschäft in Europa und China an. Die Kunden griffen vermehrt zu billigen Grafikkarten oder Computern mit integrierter Grafik. (dpa-AFX)
Thales verdient mehr
Der französische Rüstungselektronikkonzern Thales hat im ersten Halbjahr deutlich mehr verdient als noch vor einem Jahr. Der operative Gewinn hätte sich auf 204 Millionen Euro verdreifacht, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Unter dem Strich blieben mit 138 Millionen Euro dank massiver Kosteneinsparungen zwölf Prozent mehr. Der Umsatz kletterte um vier Prozent auf 5,96 Milliarden Euro.
Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern. Bei stabilen Umsätzen soll die operative Marge auf drei bis vier Prozent von 1,2 Prozent 2009 steigen. Zwei europäische Rüstungsprojekte ließen Thales aber vorsichtig sein. Für das Militärtransportflugzeug A400M von Airbus liefert Thales das Flugelektroniksystem und musste im vergangenen Jahr bereits Rückstellungen bilden. Ein Überwachungssystem für die türkische Marine sei auch noch nicht in trockenen Tüchern. Weitere Rückstellungen für die beiden Projekte schloss Thales-Chef Luc Vigneron nicht aus. (Reuters)
Tele Columbus bricht Verkaufsgespräche mit Kabel Deutschland
Die Tele Columbus GmbH hat Kreisen zufolge die Gespräche über einen Verkauf von Vermögenswerten oder des ganzen Unternehmens an die Kabel Deutschland Holding AG beendet. Der von Kabel Deutschland gebotene Preis sei den Gläubigern von Tele Columbus zu niedrig gewesen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Mittwoch. Wie die Person weiter sagte, steht der Kabelnetzbetreiber Tele Columbus zudem kurz vor einem Verkauf von Vermögenswerten an einen ungenannten Käufer. (Dow Jones)
Kampf um amerikanischen Autovermieter: Avis überbietet Hertz
Um den amerikanischen Autovermieter Dollar Thrifty entspinnt sich ein Übernahmekampf. Der größere Rivale Avis hat seine Ankündigung wahr gemacht und ein höheres Angebot als der ursprüngliche Interessent Hertz vorgelegt. Gut 1,3 Milliarden Dollar will sich Avis den Zukauf kosten lassen. Hertz hatte im April knapp 1,2 Milliarden Dollar geboten. (dpa-AFX)
Panasonic will Sanyo Electric komplett kaufen
Der japanische Elektronikkonzern Panasonic will offenbar den weltgrößten Akkuhersteller Sanyo Electric sowie Panasonic Electric komplett übernehmen. Das Geschäft könne einen Umfang von mehr als zehn Milliarden Dollar haben, teilten vier mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch Reuters mit. Im Dezember hatte Panasonic für vier Milliarden Dollar die Hälfte an Sanyo erworben. An Panasonic Electric, das Haushaltswaren und Beleuchtungsanlagen herstellt, hält das Unternehmen 51 Prozent. Den Kreisen zufolge setzt Panasonic durch die beiden Käufe seinen Fokus verstärkt auf das Energie- und Umweltgeschäft.
Basierend auf Marktpreisen würden Panasonic die Anteilskäufe rund 8,2 Milliarden Dollar kosten. Ein Aufschlag bei dieser Art von Geschäften ist die Regel. Der Konzern will sich Kreisen zufolge mit der Ausgabe neuer Aktien Kapital von bis zu 5,7 Milliarden Dollar (500 Milliarden Yen) beschaffen. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Amerikanische Notenbank sieht Wirtschaftserholung nicht mehr als robust an
Die Erholung der amerikanischen Wirtschaft ist nicht mehr robust. Zwar verbesserte sich die Konjunktur auch in den vergangenen Wochen im Großen und Ganzen, jedoch ging der Erholung in einigen Teilen des Landes die Luft aus, wie die Federal Reserve am Mittwoch in ihrem „Beige Book“ zur Lage der amerikanischen Wirtschaft mitteilte. Einige Bezirke hätten von moderaten Zuwächsen gesprochen, die Großräume Atlanta und Chicago hingegen berichteten von einer Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit. Der auf Daten bis zum 19. Juli basierende Bericht unterstreicht damit den skeptischen Konjunkturausblick des Fed-Chefs Ben Bernanke aus der vergangenen Woche.
Die meisten Bezirke verwiesen dem Bericht zufolge auf schwächelnde Autoverkäufe sowie anhaltende Schwierigkeiten auf dem Immobilienmarkt zur Begründung der Konjunkturschwäche. Auch die Industrieproduktion habe sich in einigen Bezirken verlangsamt oder abgeschwächt. Der Absatz im Einzelhandel legte zwar zumeist zu, die Zuwachsraten blieben aber auch hier mäßig. Die amerikanischen Bürger scheuten demnach vor allem größere Investitionen. (Reuters)
Bofinger sieht noch keinen nachhaltigen Aufschwung
Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger sieht noch keinen nachhaltigen Aufschwung der Weltkonjunktur. „Das ist ein Zwischenhoch. Viele Staaten haben die Wirtschaftsentwicklung mit Konjunkturpaketen befeuert“, sagte Bofinger der „Passauer Neuen Presse“ laut Vorabmeldung. Es fehle die nachhaltige Grundlage.
Bofinger sprach sich dafür aus, dass Deutschland Investitionen gezielt fördern solle. „Das wäre gut für die Konjunktur, aber auch für die Zukunftsvorsorge. Und dadurch könnten auch die Milliarden-Ersparnisse der Deutschen für Projekte im Inland nutzbar gemacht werden, weil sie hier in Projekte angelegt werden könnten.“
Pessimistischer äußerte sich die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). „Auch wenn es sich mancher so wünscht, aber die Krise ist lang noch nicht vorbei“, sagte Hauptgeschäftsführer Herbert Göhner der „Thüringer Allgemeinen“. Bis zum Jahresende sei bei Banken eine Zuspitzung zu erwarten, und die Kreditklemme werde sich verschärfen. Als Grund nannte Göhner den Zwang für die Finanzinstitute, das Eigenkapital zu stärken. Dies blockiere viel Geld für den neuen Aufschwung. (apn)
IWF gewährt Ukraine Milliardenkredite
Der Internationale Währungsfonds hat der Ukraine Überbrückungskredite in Höhe von 15,15 Milliarden Dollar gewährt. Wie der IWF am Mittwoch (Ortszeit) in Washington mitteilte, sollen damit die Wirtschaftsreformen der Regierung unterstützt werden. Eine erste Tranche in Höhe von 1,89 Milliarden Dollar (1,45 Milliarden Euro) sei sofort verfügbar. Der Rest werde nach vierteljährlichen Überprüfungen freigegeben. (Dow Jones)
Neuseelands Zentralbank erhöht Leitzins um 25 Basispunkte
Die neuseeländische Notenbank hat am Donnerstag ihre Geldpolitik erneut gestrafft und zugleich für die nächste Zukunft eine Zinspause signalisiert. Die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) schraubte den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,00 Prozent in die Höhe. Im Juni war der Leitzins im gleichen Ausmaß erhöht worden. RBNZ-Gouverneur Alan Bollard erklärte, künftige Zinsschritte „dürften moderater ausfallen als bislang projektiert“. Diese vorsichtige Formulierung überraschte viele Ökonomen und zinspolitische Beobachter. In der nächsten Zeit seien keine Zinserhöhungen mehr zu erwarten, sagten die meisten Experten. (Dow Jones)
Japans Einzelhandelsumsätze im Juni erneut gestiegen
Die japanischen Einzelhandelsumsätze haben im Juni den sechsten Monat in Folge zugelegt. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Donnerstag mitteilte, kletterten die entsprechenden Umsätze gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,2 Prozent. Im Mai waren die Einzelhandelsumsätze um revidiert 2,9 Prozent gestiegen, nach Zuwächsen um 4,9 Prozent im April und 4,7 Prozent im März. Die Umsätze in Supermärkten verringerten sich (bereinigt um Änderungen in der Zahl der Filialen) im Juni um 3,0 Prozent.
Mitarbeiter des METI führten die trotz langsam steigender Löhne gewachsenen Einzelhandelsumsätze auf staatliche Anreizprogramme wie Subventionen für sparsame und umweltfreundliche Automobile sowie für Elektronikgeräte zurück. (Dow Jones)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |