08.02.2010 · MAN muss angeblich seinen Scania-Anteil wertberichtigen, Toyota den Prius wegen der Bremsen zurückrufen. Dexia verkleinert sich um 35 Prozent, Finanzinvestoren rechnen 2010 mit einer Markterholung und der DIHK sieht weiter Kreditschwierigkeiten .
Unternehmen
SAP-Chef Apotheker tritt überraschend zurück
Der Chef von SAP ist weniger als ein Jahr nach seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der Aufsichtsrat habe sich mit Leo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt, seinen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern, teilte der Walldorfer Softwarekonzern am Sonntagabend überraschend mit. Apotheker habe sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt.
An seiner Stelle werden nun die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich für Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, verantwortlich für Produktentwicklung, den Konzern führen, wie SAP nun mitteilte. Beide Manager wurden zu gleichberechtigten Vorstandssprechern ernannt. Hasso Plattner, Mitgründer der SAP und Aufsichtsratsvorsitzender, soll ihnen zur Seite stehen und sie „in Fragen der Technologie und der Produktentwicklung beraten“. Die strategische Ausrichtung des Unternehmens sowie der Fokus auf profitables Wachstum soll aber beibehalten und weiter vorangetrieben sowie die führende Position im Markt weiter ausgebaut werden, wie Plattner sagte. (Reuters)
Jenoptik will 2010 in Gewinnzone zurückkehren
Nach dem defizitären Krisenjahr 2009 rechnet der Optoelektronikkonzern Jenoptik für 2010 wieder mit einer deutlichen Geschäftsbelebung. Sollte sich die Erholung in der Halbleiterindustrie fortsetzen, sei für das angelaufene Jahr mit einem Jahresüberschuss zu rechnen, teilte das im TecDax notierte Unternehmen am Montag mit.
Bei einem Umsatz von 475 Millionen bis 500 Millionen Euro will die Jenoptik AG 2010 ein operatives Ergebnis (Ebit) von 15 Millionen bis 25 Millionen Euro erwirtschaften. Ergebnisstützend soll das im vergangenen Jahr eingeleitete Sparprogramm wirken, mit dem Jenoptik die Kosten auch 2010 um deutlich mehr als 10 Millionen Euro senken will.
Der Konzern hatte wegen erneuter Einmalkosten im Schlussviertel auch im Gesamtjahr 2009 operativ rote Zahlen geschrieben. Der Verlust vor Zinsen und Steuern habe nach vorläufigen Zahlen etwa 19 Millionen Euro betragen. Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus beim Ebit von 13,3 Millionen Euro gerechnet. Bereits im zweiten Quartal ist der Jenaer Konzern nach einem negativen Nettoergebnis im Auftaktquartal auch operativ in die Verlustzone gerutscht. Im Vorjahreszeitraum hatte Jenoptik noch ein Ebit von 37,1 Millionen Euro ausgewiesen.
Der Umsatz sank vor allem wegen einer Nachfrageflaute in der Halbleiter- und Automobilindustrie im abgelaufenen Geschäftsjahr um 14 Prozent auf etwa 470 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr peilt Jenoptik wieder einen positiven Jahresüberschuss an. (Dow Jones, dpa-AFX)
MAN muss Scania-Anteil wertberichtigen
Der Nutzfahrzeughersteller MAN wird einem Pressebericht zufolge in seinem Abschluss für 2009 eine signifikante Buchwertabschreibung auf seinen Anteil an der schwedischen Volkswagen-Tochter Scania vornehmen. Es gehe um einen Betrag von ungefähr 350 Millionen Euro, berichtet die „Börsen-Zeitung“ (Samstagausgabe) und beruft sich auf Finanzkreise.
MAN bilanziere den Anteil von 20 Prozent der Stimmrechte at-Equity und hatte im 2008er-Abschluss einen Buchwert von knapp 1,4 Milliarden Euro ausgewiesen. Es sei absehbar, dass die Abschreibung das Jahresergebnis leicht in die Verlustzone drücken könnte, berichtet die Zeitung. Da der Konzern operativ weiter Geld verdient und mehr als 500 Millionen Euro Cash auf der Bilanz hat, dürfte die Fähigkeit zur Auszahlung zumindest einer symbolischen Dividende erhalten bleiben. MAN will sein Zahlenwerk auf der Bilanzpressekonferenz am 15. Februar präsentieren. (dpa-AFX)
Neuer Schlag für Toyota: nun Prius-Rückruf wegen Bremsen
Neuer Schlag für Toyota: Japanischen Medienberichten zufolge wird der weltgrößte Autohersteller nun auch seinen bislang erfolgreichen Hybrid-Wagen Prius wegen Problemen mit dem Bremssystem in die Werkstätten zurückrufen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete, sind mindestens 170.000 im Inland verkaufte Prius der jüngsten Generation betroffen. Der Rückruf werde in den nächsten Tagen bekanntgegeben.
Toyota muss allein in Deutschland rund 216.000 Autos wegen klemmender Gaspedale zurückrufen. In ganz Europa sind 1,8 Millionen Autos betroffen. Nach Einschätzung deutscher Autoexperten könnten auf Toyota deutlich mehr Kosten zukommen, als die von dem Unternehmen selbst veranschlagten 180 Milliarden Yen (derzeit rd. 1,5 Milliarden Euro).
Das Debakel hinterlässt auch bei den deutschen Autokäufern Kratzer beim Image des bislang für Sicherheit und Qualität gelobten Herstellers. „Seit die negativen Schlagzeilen vor gut zehn Tagen begannen, ging bei uns in Deutschland der Absatz um rund 20 Prozent zurück“, wird Uyttenhoven von der „Wirtschaftswoche“ zitiert. (dpa-AFX)
Finanzinvestoren rechnen 2010 mit Markterholung
Finanzinvestoren rechnen 2010 wieder mit besseren Geschäften. „Das Horrorjahr 2009 ist vorbei. Die Banken geben Private-Equity-Fonds wieder Kredite, allerdings zu schlechteren Konditionen“, erklärte der Leiter des Bereichs Private Equity bei PriceWaterhouseCoopers (PwC), Richard Burton, in einer Mitteilung.
In einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gaben sieben von zehn Finanzinvestoren an, sie rechneten in diesem Jahr mit einer Markterholung in Europa. Besonders optimistisch sind die deutschen Beteiligungskapitalgesellschaften. Nahezu 80 Prozent der Fonds rechnen hierzulande mit einer Marktbelebung.
Allerdings gehen neun von zehn Fondsmanagern davon aus, dass sich die vor Beginn der Krise erfolgreichen Geschäftsmodelle nicht wiederbeleben lassen. 90 Prozent der Finanzinvestoren sind der Ansicht, dass sogenannte Leveraged Buy Outs mit überwiegender Kreditfinanzierung seltener werden. Die Fachleute erwarten eine intensivere Zusammenarbeit mit strategischen Investoren und rechnen damit, dass es zunehmend zu Gemeinschaftsgeschäften kommen wird, bei denen mehrere Private-Equity-Gesellschaften ein Konsortium bilden. (dpa)
Dexia erzielt Einigung mit EU und verkleinert Bilanz um 35 Prozent
Die belgisch-französische Finanzgruppe Dexia hat sich mit der Europäischen Kommission auf einen Umstrukturierungsplan geeinigt. Demnach wird der Konzern seine Bilanz um rund 35 Prozent verkleinern, um die Wettbewerbsvorteile aus einer im Zuge der Finanzkrise erhaltenen Staatshilfen auszugleichen, wie Dexia mitteilte.
Im vergangenen Jahr hatte die angeschlagene Dexia eine Finanzspritze in Höhe von insgesamt 6,4 Milliarden Euro sowie Garantien von Belgien, Frankreich und Luxemburg erhalten.
Nun soll Dexia in den kommenden Jahren den Anteil des Privatkundengeschäfts am Gesamtumsatz ausbauen, wie Vorstandschef Pierre Mariani am Sonntag in Paris sagte. Bis 2014 soll der Anteil der Privat- und Geschäftskundenaktivitäten auf rund 60 Prozent des Umsatzes steigen. Weitere 20 Prozent sollen dann mit Vermögensverwaltung, Versicherungen und Dienstleistungen für Investoren erzielt werden und die restlichen 20 Prozent aus dem Finanzierungsgeschäft für Regierungen kommen.
Im Rahmen der Einigung mit der EU muss Dexia ihre italienische Tochter Crediop, ihre Beteiligung an dem spanischen Joint Venture mit Sabadell und ein Privatkundengeschäftes in der Slowakei verkaufen. Auch die Versicherungsaktivitäten in der Türkei müssen veräußert werden. Die schnellwachsende Privatkundenbank Denizbank darf der Konzern jedoch behalten. Zudem wird Dexia in den nächsten zwei Jahren keine Akquisitionen tätigen und keine Dividenden zahlen. (Dow Jones)
Santander prüft Börsengang ihres britischen Geschäfts
Die spanische Großbank Santander erwägt laut einem Pressebericht den Börsengang ihres britischen Geschäfts. Dabei setze Santander den Wert mit 15 Milliarden britische Pfund (17 Milliarden Euro) an, berichtet die britische Zeitung „Sunday Times“ ohne Angabe von Quellen. Laut dem Blatt dürfte die Bank rund ein Viertel ihres britischen Bankgeschäfts an die Börse bringen wollen. Santander wollte die Informationen laut der Zeitung nicht kommentieren. 2004 hatte Santander in Großbritannien Abbey National gekauft, 2008 die Geschäftbankensparte der unter Staatsverwaltung geratenen Bradford & Bingley. (dpa-AFX)
BSN Medical nimmt neuen Anlaufe für Börsengang
Der Hamburger Verbandmittelhersteller BSN Medical nimmt einem Zeitungsbericht zufolge einen zweiten Anlauf für einen Börsengang. Der Eigentümer des Unternehmens, der Finanzinvestor Montagu Private Equity, habe die Bank Morgan Stanley mit den Vorbereitungen betraut, berichtet die „Financial Times“ (FT - Montagausgabe). BSN medical könnte mit bis zu 2 Milliarden Euro bewertet werden.
BSN Medical entstand laut „FT“ 2001 als Gemeinschaftsunternehmen von Beiersdorf und dem britischen Medizintechnikunternehmen Smith & Nephwe. Das Hamburger Unternehmen wurde dann 2006 von der Private-Equity-Gesellschaft Montagu erworben. Laut „FT“ lag
der Kaufpreis damals bei 1,03 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr erzielte BSN Medical einen Umsatz von 600 Millionen Euro.Am Montagmorgen war bei BSN Medical in Hamburg kurzfristig niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. (Dow Jones)
GDF Suez erwägt neues Gebot für britische International Power
Der französische Energiekonzern GDF Suez erwägt einem Pressebericht zufolge ein überarbeitetes Angebot für den britischen Stromerzeuger International Power. Das berichtet die britische Zeitung „Independent on Sunday“ und beruft sich auf eine GDF nahe Quelle. Erste Übernahmegespräche waren im Januar gescheitert. Beide Unternehmen wollten laut der Zeitung keinen Kommentar abgeben.
International Power besitzt ein halbes Dutzend Kraftwerke in Großbritannien, die Strom für vier Millionen Haushalte herstellen. Der Strom wird an Versorgungsunternehmen verkauft. Weltweit besitzt das Unternehmen 45 Kraftwerke. Der Marktwert des Konzerns wird auf fünf Milliarden britische Pfund (5,7 Milliarden Euro) geschätzt. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
DIHK sieht weiter Kreditschwierigkeiten
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) sieht trotz konjunkturellen Aufschwungs weiterhin Schwierigkeiten bei der Vergabe von Krediten. Eine Umfrage bei über 20.000 Unternehmen habe gezeigt, „dass bisher noch keine Entwarnung bei der Finanzierung gegeben werden kann“, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der „Rheinpfalz am Sonntag“. Für rund 25 Prozent der befragten Betriebe hätten sich die Kreditkonditionen im Vergleich zum Vorjahr noch verschlechtert. Drei Prozent der Anträge seien sogar abgelehnt worden. Zwar herrsche keine flächendeckende Kreditklemme, aber die teilweise deutlich wirtschaftliche Erholung spiegele sich noch nicht in den Finanzierungsbedingungen wider. (dpa-AFX)
Industrieumsatz auch im Dezember 2009 deutlich zurückgegangen
Der Umsatz der deutschen Industrieunternehmen ist auch im letzten Monat des vergangenen Jahres deutlich zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden berichtete, setzte das verarbeitende Gewerbe im Dezember 2009 sechs Prozent weniger um als im Vorjahresmonat. Der Inlandsumsatz nahm dabei um 6,6 Prozent ab, die Erlöse im Geschäft mit ausländischen Abnehmern verringerten sich um 5,2 Prozent.
Den stärksten Umsatzrückgang hatte mit minus 23,7 Prozent weiterhin der Maschinenbau zu verzeichnen. (apn)
Japans Leistungsbilanzüberschuss steigt im Dezember kräftig
Der Überschuss in der japanischen Leistungsbilanz ist im Dezember 2009 sprunghaft gestiegen, wenn auch nicht ganz so deutlich wie erwartet. Wie das Finanzministerium am Montag berichtete, kletterte der Positivsaldo gegenüber dem Vorjahresmonat um 452,8 Prozent auf 900,8 Milliarden Yen. Analysten hatten im Konsens eine Steigerung auf 936,7 Milliarden Yen erwartet, nachdem im November ein Zuwachs um 76,9 Prozent auf 1,103 Billionen Yen verzeichnet worden war.
Den Angaben zufolge stiegen die Exporte im Dezember um 11,7 Prozent auf 5,127 Billionen Yen und lagen damit erstmals seit 15 Monaten wieder über dem Vorjahresniveau. Die Importe sanken hingegen um 6,0 Prozent zum Vorjahr auf 4,496 Billionen Yen, was auf eine weiterhin schwache Binnennachfrage deutet.
Im Gesamtjahr 2009 belief sich der Positivsaldo in der Leitungsbilanz auf 13,278 Bill Yen. Damit lag der Überschuss um 18,9 Prozent niedriger als 2008 und verzeichnete den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2002. (Dow Jones)
Amerikanische Verbraucherkredite sinken im Dezember schwächer als erwartet
Die ausstehenden Kredite von amerikanischen Verbrauchern sind Ende des vergangenen Jahres erneut gesunken, allerdings deutlicher schwächer als erwartet. Wie die Notenbank Federal Reserve am Freitag berichtete, fielen sie im Dezember 2009 um 1,7 Milliarden Dollar auf 2,457 Billionen Dollar. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen deutlicheren Rückgang um 8,5 Milliarden Dollar prognostiziert.
Damit sind die Verbraucherkredite bereits den elften Monat in Folge gefallen, was eine Rekordserie darstellt. Im November hatte sich der Betrag um revidiert 21,8 (vorläufig: minus 17,5) Milliarden Euro auf 2,459 Bill Dollar verringert. Die Daten sind recht volatil und werden häufig revidiert.
Der Rückgang im Dezember wurde den Angaben zufolge von revolvierenden Krediten - wie etwa über Kreditkarten - bestimmt, die um 11,7 Prozent bzw. 8,5 (November: minus 13,8) Milliarden Dollar sanken. Es war das 15. Minus in Folge und damit ebenfalls die längste Serie seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1968. (Dow Jones)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |