Unternehmen
Pfleiderer mit operativem Verlust 2009 - Verfehlt Ergebnisprognosen
Der Möbel- und Bauzulieferer Pfleiderer ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 auch operativ in die roten Zahlen gerutscht. Der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe 16,1 Millionen Euro betragen, teilte das Unternehmen aus dem oberpfälzischen Neumarkt am Freitag mit. Damit verfehlte Pfleiderer deutlich die Schätzungen der Analysten, die mit einem operativen Gewinn nach 97,6 Millionen Euro im Vorjahr von 20,9 Millionen Euro ausgegangen waren. Unter dem Strich machte Pfleiderer einen Verlust von 69,8 Millionen Euro nach einem Gewinn von 5,8 Millionen Euro im Vorjahr. Das Unternehmen machte unter anderem für die negative Entwicklung Restrukturierungskosten verantwortlich. Der Umsatz sank 2009 um 20,4 Prozent auf 1,38 Milliarden Euro. Die im MDax notierte Gesellschaft macht vor allem die Nachfrageflaute in Nordamerika, aber auch in Westeuropa zu schaffen. Hinzu kommen ein schwacher polnischer Zloty und ein schwacher russischer Rubel. Zudem fielen 2009 Restrukturierungskosten in Höhe von 17,5 Millionen Euro an. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Pfleiderer beim Nettoergebnis erneut einen Verlust. Mit einer Erholung sei erst ab der zweiten Jahreshälfte zu rechnen, hieß es weiter. (dpa-AFX)
Samsung Electronics erwartet robuste Umsätze
Der südkoreanische Elektronik-Konzern Samsung peilt für 2010 ein Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich an. Der Betriebsgewinn werde zudem höher liegen als im vergangenen Jahr, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Analysten erwarten, dass Samsung 2010 ein Umsatzwachstum von 14 Prozent erreichen wird. Beim Betriebsgewinn rechnet der Markt mit einem Plus von 42 Prozent. Samsung profitiert als weltgrößter Speicherchip-Hersteller und zweitgrößter Handy-Produzent von der wieder anziehenden Nachfrage nach Computern, Flachbildschirmen und anderen High-Tech-Geräten vor allem aus China. Die Börse in Seoul reagierte positiv auf die Nachricht: Samsung-Aktien legten um 0,5 Prozent zu. (Reuters)
Schwache Umsatzprognose von Palm
Der amerikanische Smartphone-Hersteller Palm hat im dritten Quartal einen Umsatz von knapp 350 Millionen Dollar erzielt, rechnet im laufenden Vierteljahr aber nur noch mit weniger als der Hälfte. Der Umsatz dürfte im vierten Quartal bei weniger als 150 Millionen Dollar liegen, teilte das im kalifornischen Sunnyvale ansässige Unternehmen am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Palm-Aktien brachen nach der Prognose um 9,4 Prozent ein. Mit dem Umsatz im dritten Quartal übertraf der Apple-Rivale die Erwartungen der Experten. Allerdings hatte der Konzern selbst Ende Februar die Prognose für das Vierteljahr auf 300 bis 320 Millionen Dollar gesenkt. Palm verringerte den Nettoverlust auf 22 Millionen nach 98 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Vor Sonderposten fiel der Verlust allerdings größer aus als von Analysten vorhergesagt. Die Palm-Geräte konkurrieren vor allem mit dem iPhone von Apple und dem BlackBerry von Research in Motion. Im Februar hatte Palm-Chef Jon Rubinstein erklärt, das Unternehmen brauche länger als erwartet, den Bekanntheitsgrad seiner Marke bei Smartphone-Kunden zu steigern. (Reuters)
Tom Tailor bietet Aktien zwischen 11 und 15 Euro an
Der Modekonzern Tom Tailor wird bei seinem für den 26. März geplanten Börsengang die Aktien in einer Preisspanne zwischen 11 Euro und 15 Euro anbieten. Den Investoren würden bis zu 11 Millionen Aktien aus einer Kapitalerhöhung der Gesellschaft angeboten, teilte das Hamburger Unternehmen am Donnerstagabend mit. Zusätzlich würden von den abgebenden Aktionären bis zu 1,65 Millionen Aktien für eine Mehrzuteilung zur Verfügung gestellt. Der Anteil des Streubesitzes würde bei vollständiger Platzierung der angebotenen Aktien und vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option bei rund 76,5 Prozent liegen. Der Angebotszeitraum läuft vom 19. März bis voraussichtlich einschließlich 24. März. Nach Ablauf der Angebotsfrist soll voraussichtlich am 24./25. März der Platzierungspreis festgelegt werden, teilte der Konzern weiter mit. Bei einem angenommenen Platzierungspreis der Aktien in der Mitte der Preisspanne würde der Tom Tailor AG nach eigenen Angaben bei vollständiger Platzierung der von ihr angebotenen 11 Millionen Aktien ein Bruttoemissionserlös von rund 140 Millionen Euro zufließen. (Dow Jones Newswires)
Wolford - Ergebnisverbesserung in den ersten drei Quartalen
Trotz eines weiterhin herausfordernden Marktumfeldes konnte die Wolford Gruppe in den ersten neun Monaten 2009/10 (1. Mai 2009 - 31. Januar 2010) deutliche Steigerungen bei den Ergebniskennzahlen verbuchen.Während die Wolford Gruppe in den ersten beiden Quartalen noch Umsatzrückgänge verzeichnen musste, konnte sie im dritten Quartal 2009/10 bereits wieder eine Umsatzsteigerung gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres erzielen. Mit einem Umsatzanstieg um 5,7 Prozent im dritten Quartal konnte der Umsatzrückgang von 10,7 Prozent im ersten Halbjahr 2009/10 zwar nicht zur Gänze kompensiert, aber die Rückkehr auf den Wachstumspfad eingeleitet werden. Kumuliert reduzierte sich der Umsatz in den ersten neun Monaten um 4,9 Prozent auf Euro 112,6 Millionen. Erfreulich stellte sich in der Berichtsperiode die Entwicklung der Ergebniskennzahlen dar. So lag das Ebitda in den ersten neun Monaten 2009/10 bei Euro 12,1 Millionen, was im Jahresvergleich einer Steigerung von 20,1 Prozent entspricht (1.-3. Quartal 2008/09: Euro 10,1 Millionen). Die korrespondierende Ebitda-Marge erreichte 10,8 Prozent nach 8,5 Prozent in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Im gleichen Zeitraum erhöhte sich das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) um 32,7 Prozent auf Euro 6,2 Millionen (1.-3. Quartal 2008/09: Euro 4,7 Millionen). In der Berichtsperiode konnte zudem das Ergebnis aus fortgeführter Geschäftstätigkeit auf Euro 4,6 Millionen gesteigert werden (1.-3. Quartal 2008/09: Euro 2,1 Millionen) und auch das Finanzergebnis verbesserte sich um Euro 1,0 Millionen Als Resultat kam es zu einer Verdreifachung des Periodenergebnisses gegenüber dem Vorjahreszeitraum - dieses stieg auf Euro 3,8 Millionen an (1.-3. Quartal 2008/09: Euro 1,2 Millionen). Das Ergebnis je Aktie lag damit in den ersten neun Monaten 2009/10 bei Euro 0,77 nach Euro 0,24. (Ad-hoc)
Rio Tinto und Chinalco tun sich für Eisenerz-Projekt zusammen
Die Beziehungen zwischen dem Bergbaukonzern Rio Tinto und dem Konkurrenten Chinalco kommen nach dem geplatzten Milliarden-Deal im vergangenen Jahr wieder in Ordnung. Am Freitag kündigte Rio Tinto an, mit Chinalco ein Joint-Venture für die Gewinnung von Eisenerz im westafrikanischen Guinea zu gründen. Der australische Bergbauriese Rio Tinto werde seinen Anteil in Höhe von 95 Prozent an der Holding in Simandou in das Joint-Venture einbringen. Der chinesische Staatskonzern wiederum zahle 1,35 Milliarden Dollar für 47 Prozent an dem gemeinsamen Projekt. Guinea habe die Option, sich mit bis zu 20 Prozent an dem Projekt zu beteiligen. Nach Angaben von Rio Tinto befinden sich in Simandou die weltweit größten unerschlossenen Eisenerz-Lager. Chinalco teilte mit, dass Rio Tinto das Joint-Venture betreiben werde. Vergangenen Sommer ließ Rio Tinto einen Zusammenschluss seines Eisenerz-Geschäfts mit Chinalco platzen, was die Beziehungen zwischen Australien und China belastete. Rio Tinto kündigte damals an, sein Eisenerz-Geschäft stattdessen mit dem heimischen Rivalen BHP Billiton zusammenzulegen. Chinalco ist größter Einzelaktionär bei Rio und gleichzeitig einer seiner größten Kunden. Am Montag beginnt in China derweil der viel beachtete Prozess gegen vier angeklagte Rio-Tinto-Mitarbeiter. Ihnen wird Bestechlichkeit und Wirtschaftsspionage vorgeworfen. (Reuters)
Streit um Milliarden: Lehman attackiert Barclays
Die Pleite der amerikanische Investmentbank Lehman Brothers vor anderthalb Jahren sorgt weiter für Zündstoff. Besonders der Notverkauf des nordamerikanischen Kerngeschäfts an die britische Barclays Bank erregt die Gemüter. Das heutige Management wirft Barclays vor, durch Kungeleien einen viel zu niedrigen Preis gezahlt zu haben. Den „Schaden“ bezifferte Lehman Brothers am Donnerstag in einem Schreiben an das Insolvenzgericht in New York auf mittlerweile 11 Milliarden Dollar. Vor einem halben Jahr, als der Streit zum ersten Mal hoch kochte, war noch von 8,2 Milliarden Dollar die Rede gewesen. Seitdem, so sagt Lehman Brothers, seien neue Posten aufgetaucht. Die Aufarbeitung des Bankrotts, der im September 2008 die Finanzwelt erschütterte, gipfelte jüngst in einem 2200 Seiten starken Bericht eines Sonderermittlers. Lehman Brothers hatte sich wie so viele andere Institute mit komplizierten Hypothekenpapieren verspekuliert. Das jetzige Management von Lehman Brothers will den Verkauf an Barclays nach verhandeln, um für die Gläubiger mehr Geld herauszuschlagen. Es wirft Barclays vor, vielen damaligen Entscheidungsträgern der Investmentbank lukrative Posten im eigenen Hause versprochen zu haben. Die Bankmanager hätten daraufhin einen „Rabatt“ gewährt. Dieser Umstand sei dem Insolvenzrichter und dem Verwaltungsrat, die beide dem Verkauf zustimmen mussten, verschwiegen worden. Barclays hatte die Vorwürfe bereits als „opportunistisch“ und ohne Aussicht auf Erfolg zurückgewiesen. Lehman Brothers wolle jetzt, wo sich die Wirtschaft stabilisiere, schlicht einen höheren Preis herausschlagen. Die Briten hatten keine 2 Milliarden Dollar für den dicksten Batzen an einer der ehemals mächtigsten Banken der Welt gezahlt. Das Geschäft, das bestreitet auch Barclays nicht, hat sich gelohnt: Gleich nach dem Zukauf floss ein milliardenschwerer Sondergewinn. (dpa-AFX)
EADS könnte doch für Tankflugzeuge bieten
Der europäische Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS erwägt der amerikanische Regierung zufolge nun doch ein Gebot für die Tankflugzeug-Ausschreibung. EADS habe gegenüber dem amerikanische Verteidigungsministerium ein mögliches Interesse daran angemeldet, sich weiter um den Zuschlag zu bemühen, sagte ein Ministeriumssprecher. Die amerikanische Regierung würde es begrüßen, wenn EADS eine Gegenofferte zu dem Gebot von Boeing vorlege. Eine Verlängerung der Abgabefrist sei denkbar, die derzeit bis zum 10. Mai läuft. Bis dahin wäre es laut EADS-Chef Louis Gallois für den europäischen Konzern sehr schwierig, im Alleingang ein Gebot einzureichen oder einen Partner für den Konkurrenzkampf mit Boeing zu finden. Anfang voriger Woche hatten sich der EADS-Konzern und sein amerikanische Partner Northrop Grumman von der milliardenschweren Ausschreibung zurückgezogen, weil sie sich gegenüber dem amerikanische Rivalen Boeing benachteiligt fühlten. (Reuters)
Geely - Verhandlungen zur Übernahme von Volvo stocken
Die Verhandlungen zwischen der chinesischen Zhejiang Geely Holding Group und dem amerikanische Autobauer Ford über den Kauf der Ford-Tochter Volvo sind offenbar ins Stocken geraten. „Wenn das Geschäft scheitert, liegt das nicht an uns“, sagte Geely-Chef Li Shufu dem „Wall Street Journal“. Seine Holding sei bereit zum Vertragsabschluss. Worin die Probleme bestehen, sagte Li nicht. Die Lage ändere sich ständig, und die Verhandlungen seien hart. Nach einem von Reuters eingesehenen Dokument will Zhejiang Geely, die Mutter von Geely Automobile, Volvo für bis zu zwei Milliarden Dollar bis Mai übernehmen. Ein Geely-Sprecher sagte Reuters am Freitag, das Unternehmen wolle den Vertrag unverändert bis Ende März unterzeichnen und das Geschäft dann im zweiten Quartal über die Bühne bringen. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Japans gesamtwirtschaftliche Aktivität plus 3,8 Prozent
Die gesamtwirtschaftliche Aktivität in Japan hat im Januar kräftig zugelegt. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Freitag mitteilte, stieg die aggregierte Produktion im Dienstleistungssektor und verarbeitenden Gewerbe (inklusive Bau und Primärindustrien) im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent. Im Dezember war der Index um 0,2 Prozent gesunken. Der Index für den tertiären Sektor stieg auf Monatssicht um 2,9 Prozent, nach einem Minus von 0,9 Prozent im Vormonat. Der Dienstleistungsindex umfasst die Wirtschaftsaktivität in den Bereichen Versorger, Transport und Telekommunikation, Groß- und Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Immobilien und allgemeine Dienstleistungen. Der Gesamtindex schließt neben dem Index für den tertiären Sektor noch die Bereiche Bau, Landwirtschaft und Fischerei, Industrie sowie den öffentlichen Sektor ein. Beide Indizes werden als brauchbare Vorläufer für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts betrachtet und genießen daher unter Ökonomen erhöhte Aufmerksamkeit. (Dow Jones Newswires)
Deutschland: Erzeugerpreise im Februar stabil
In Deutschland sind die Preise auf Erzeugerebene im Februar überraschend stabil geblieben. Im Vergleich zum Vormonat habe sich das Preisniveau nicht verändert, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Ökonomen hatten hingegen ein Plus von 0,1 Prozent erwartet. Im Januar waren die Erzeugerpreise im Monatsvergleich noch um 0,8 Prozent gestiegen. Grund waren gestiegene Energiepreise. Im Jahresvergleich sanken die Erzeugerpreise im Februar hingegen um 2,9 Prozent. Hier hatten die Volkswirte einen etwas geringeren Rückgang um 2,8 Prozent prognostiziert. Die Energiepreise sanken im Jahresvergleich um 8,3 Prozent. Zwei Drittel der Veränderung des Gesamtindexes gingen auf diese Entwicklung zurück, erklärten die Statistiker. Die Erzeugerpreise beeinflussen die allgemeine Teuerung zwar nicht direkt, schlagen aber erfahrungsgemäß mit einiger Verzögerung zumindest teilweise auf die Verbraucherpreise durch.(dpa-AFX)
Book-to-Bill-Ratio für Chipausrüster sinkt auf 1,22
Die vorläufige Book-to-Bill-Ratio für die Ausrüster der Halbleiterindustrie in Nordamerika ist im Februar auf 1,22 (Vormonat: 1,23) gesunken. Wie der Branchenverband Semiconductor Equipment and Materials International (SEMI) am Donnerstag (Ortszeit) mitteilte, lag der Auftragseingang im Dreimonatsdurchschnitt bei 1,23 (1,18) Milliarden Dollar. Der entsprechende Umsatz betrug 1,01 (0,96) Milliarden Dollar. Ein Book-to-Bill-Ratio von 1,22 bedeutet, dass für je 100 Dollar Umsatz neue Aufträge in Höhe von 122 Dollar eingegangen sind. „Die Book-to-Bill-Ratio ist nun acht Monate in Folge über der Marke von 1,00 und der Ordereingang im Dreimonatsdurchschnitt ist in einem Bereich, in dem er zuletzt zu Jahresende 2007 war“, sagte SEMI-Direktor Dan P. Tracy. Verglichen mit den sehr niedrigen Zahlen des ersten Quartals 2009 seien die inzwischen erzielten Zuwächse „dramatisch“. (Dow Jones Newswires)
Fed-Bilanz steigt auf Rekord von 2,29 Billionen Dollar
Im Kampf gegen die Finanzkrise ist die Bilanz der amerikanische Notenbank Fed auf ein neues Rekordhoch von 2,290 Billionen Dollar geklettert. Das ging aus Daten zur Kreditvergabe hervor, die die Federal Reserve am Donnerstag veröffentlichte. Die letzte Rekordsumme wurde im Januar mit 2,274 Milliarden Dollar erzielt. Vor allem das Ankaufprogramm für immobilienbesicherte Anleihen schlug zu Buche. Diese spielten 2007 beim Übergreifen der Krise vom amerikanische Immobilienmarkt auf weitere Teile des Finanzsystems eine zentrale Rolle. Ende März soll dieses Programm auslaufen. (Reuters)
Fed-Ökonom - BIP verschleierte in Krise Ernst der Lage
Das weithin als Konjunkturbarometer genutzte Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat nach Einschätzung eines Fed-Ökonomen die Tiefe der jüngsten amerikanische Rezession verschleiert. Mit dieser Kennziffer könne jetzt auch die Kraft der Erholung überschätzt werden, erklärte Jeremy Nalewaik am Donnerstag. Ein verlässlichere Größe sei das weniger bekannte Bruttonationaleinkommen (BNE), das ein Einkommensindikator sei und anders als das BIP auch Kleinunternehmen und Ein-Mann-Betriebe berücksichtige. Diese wurden in der jüngsten Rezession besonders hart getroffen. So zeigte das BNE laut Nalewaik 2007 schon vor dem offiziellen Beginn der amerikanische Rezession im Dezember zwei Quartale mit rückläufiger Wirtschaftsleistung auf, die BIP-Quartale waren 2007 dagegen alle positiv. Im dritten Quartal 2009 kehrte das BIP der Vereinigten Staaten wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Daraus schlossen viele Volkswirte, dass die Rezession wohl im Juni zu Ende gegangen sei. Doch BNE-Statistiken zeigen diese Kehrtwende nicht. In Wissenschaftler-Kreisen wird schon seit langem über die Vor- und Nachteile der beiden Kennziffern gestritten. Doch die schwere Wirtschaftskrise hat ein Schlaglicht auf die Berichtspraxis der Statistiker geworfen, die Fed-Ökonom Nalewaik in seiner Studie als „sub-optimal“ kritisiert. (Reuters)
