Unternehmensnachrichten
Renditen von Lebensversicherungen sinken
Die Verbraucher müssen sich in diesem Jahr auf weiter sinkende Verzinsung ihrer Lebens- oder Rentenversicherungen einstellen. Mehr als jedes zweite Unternehmen wolle die Überschussbeteiligung für die Kunden senken, berichtet das „Hamburger Abendblatt“ (Montag) unter Berufung auf seine alljährliche Umfrage bei den 40 größten deutschen Lebensversicherern.
23 der 40 Versicherer wollen die Überschussbeteiligung für 2011 um bis zu 0,4 Prozentpunkte senken. Das sind zehn Unternehmen mehr als im Vorjahr und auch das Ausmaß der Kürzungen hat deutlich zugenommen. Denn zwölf der 23 senkenden Versicherer haben die laufende Verzinsung um 0,30 Prozentpunkte oder mehr reduziert. Darunter sind namhafte Anbieter wie die Debeka, der Volkswohl Bund und der Direktversicherer Europa.
Kürzungen in diesem Ausmaß gab es im Vorjahr bei lediglich zwei Anbietern. Im Durchschnitt ergibt sich auf Basis der Abendblatt- Umfrage eine durchschnittliche Überschussbeteiligung von 4,08 Prozent nach 4,23 Prozent für 2010. (dpa-AFX)
Google prüft Aufbau von digitalem Zeitungskiosk
Google prüft einem Medienbericht zufolge den Aufbau eines digitalen Zeitungskiosks. Der amerikanische Konzern habe das Vorhaben bereits mit Verlagen wie Time Warner, Conde Nast und Hearst besprochen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Sonntag unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen. Der Online-Laden solle den Medienkonzernen eine Möglichkeit bieten, ihre Online-Angebote für Tablet-PCs und Smartphones, die mit der Google-Software Android arbeiten, zu verkaufen. Ob die Idee jemals umgesetzt werde, sei noch unklar.
Laut dem Bericht hat Google einigen Verlegern in Aussicht gestellt, weniger als die von Apple für iTunes-Verkäufe verlangten 30 Prozent vom Umsatz einstreichen zu wollen. Google habe zudem angeboten, bestimmte Informationen von Kunden weiterzuleiten, die auf ein Interesse an Online-Publikationen hinwiesen. Google wie Apple waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Dem Blatt zufolge plant Apple derzeit ebenfalls Neuerungen für den Verkauf über iTunes. (Reuters)
New Yorker Gericht weist Schadenersatzklage gegen Porsche ab
Der Sportwagenbauer Porsche hat einen Teilerfolg bei der Abwehr möglicher Schadenersatzklagen in den Vereinigten Staaten erzielt. Ein New Yorker Gericht wies die Klage von Investoren wegen Unzulässigkeit vollumfänglich ab, wie das Unternehmen am Donnerstagabend in Stuttgart mitteilte. Insgesamt hätten 39 Kläger vor dem Bundesgericht in New York Ansprüche im Zusammenhang mit dem Versuch von Porsche, den größeren Wettbewerber Volkswagen zu übernehmen, geltend machen wollen, hieß es weiter. Die Kläger bezifferten ihren Gesamtschaden auf zwei Milliarden Dollar. (dpa-AFX)
K+S verklagt Dow Chemical wegen Preis für Morton Salt
Der Düngemittelhersteller K+S verklagt den amerikanischen Chemie-Konzern Dow Chemical auf Rückzahlung eines Teils des Kaufpreises für Morton Salt. Das deutsche Unternehmen fordert laut einer Klageschrift vor einem amerikanischen Gericht 14,6 Millionen Dollar plus Zinsen von Dow Chemical zurück. K+S hatte im April 2009 für rund 1,6 Milliarden Dollar das Unternehmen Morton Salt von Rohm & Haas, einer hundertprozentigen Tocher von Dow Chemical, gekauft. Die Kassler waren damit zum weltweit führenden Salzproduzenten aufgestiegen. Damals sei vereinbart worden, dass der endgültige Kaufpreis für Morton nach Abschluss der Übernahme aufgrund verschiedener Bedingungen noch variieren könne. K+S ist nun der Auffassung, dass der geleistete Kaufpreis zu hoch gewesen sei und dringt auf Ausgleich. Das Unternehmen wie auch Dow Chemical waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. (dpa-AFX)
Pforzheim hat Klage nach Derivat-Verlusten eingereicht
Die Stadt Pforzheim hat nach verlustreichen Derivat-Geschäften Klage gegen das Bankhaus J.P. Morgan eingereicht. Dies teilte die Stadt am Donnerstag mit. Mit der Klage vor dem Landgericht Frankfurt will sich die hoch verschuldete Kommune ihre eingesetzten rund 56 Millionen Euro zurückholen. Aus Sicht des Anwalts der Stadt sind die Geschäfte wegen ihres „hochspekulativen Charakters“ nichtig. Ferner sieht er ein Beratungsverschulden seitens des Bankhauses. Inklusive der Anwalts- und Gutachterkosten wird der Schaden durch die Derivat-Geschäfte nach früheren Angaben von der Verwaltung auf 57,44 Millionen Euro beziffert. (dpa-AFX)
ACS stockt Anteil an Iberdrola auf 20,2 Prozent auf
Der spanische Baukonzern ACS hat einem Pressebericht zufolge seinen Anteil am Versorger Iberdrola auf über 20 Prozent ausgebaut. Das auf die Übernahme des deutschen Konkurrenten Hochtief zielende Unternehmen habe nach dem Kauf von Aktien am Markt nun einen Anteil von 20,2 Prozent an dem spanischen Konzern, berichtete die Tageszeitung „El Pais“ (Sonntag) unter Berufung auf Börsenkreise. Hintergrund ist der Versuch, im Aufsichtsrat von Iberdrola vertreten zu sein. Dies wird von dem Versorger mit dem Hinweis auf die Konkurrenzsituation mit ACS in bestimmten Geschäftsbereichen bisher abgelehnt. ACS war für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
Bau-Branche erwartet 2011 keine höheren Umsätze
Die deutsche Bauwirtschaft wird nach Verbandsangaben im laufenden Jahr nicht vom Aufschwung der Konjunktur profitieren. Für 2011 werde eine weitere Stagnation erwartet, sagte der neue Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Felix Pakleppa, der „Berliner Zeitung“ laut Vorabbericht aus der Montagausgabe. Für das abgelaufene Jahr sei sogar davon auszugehen, dass der Branchenumsatz trotz des Konjunkturpakets der Regierung im Vergleich zu 2009 leicht gesunken sei. Positiv sei hingegen die Beschäftigungsentwicklung. Daten vom Oktober 2010 zufolge seien mit 715.000 Menschen rund 10.000 mehr als im Vorjahr auf dem Bau beschäftigt gewesen. Das Niveau solle auch 2011 gehalten werden. (Reuters)
Einzelhändler erwarten 2011 wieder Wachstum
Die Einzelhändler in Deutschland erwarten angesichts anhaltender Kauflaune auch 2011 Umsatzzuwächse. „Positive Verbraucherstimmung und günstige Rahmenbedingungen sind eine solide Grundlage für 2011“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands HDE, Stefan Genth der Deutschen Presse-Agentur. Es sei mit einer Eins vor dem Komma zu rechnen. 2010 könnten die rund 400.000 Geschäfte und Warenhäuser ein Umsatzplus von mindestens 1,5 Prozent erreichen. Konkrete Zahlen würden frühestens Mitte Januar verkündet.
Wermutstropfen könnten die höheren Aufwendungen für Gesundheit und Sozialversicherung sein. Abgewartet werden müsste auch, wie sich die Energiekosten entwickeln. „Wenn Heizöl- und Spritpreise steigen, schlägt das auch auf die Kauflaune“, sagte Genth. 2009 verzeichnete der Einzelhandel mit seinen knapp 2,9 Millionen Euro noch ein Umsatzminus von 2 Prozent. (dpa-AFX)
Einkaufsmanagerindex Chinas sinkt im Dezember leicht
Die Geschäftstätigkeit in der verarbeitenden Industrie Chinas hat zum Jahresende 2010 etwas nachgelassen, blieb aber robust. Der Einkaufsmanagerindex der China Federation of Logistics and Purchasing (CFLP) fiel im Dezember auf 53,9 Punkte von 55,2 im Vormonat und verzeichnete damit den ersten Rückgang seit Juli, wie die CFLP am Samstag mitteilte. Ein Stand über 50 Zähler deutet auf eine Expansion des Sektor, ein Stand darunter auf eine Kontraktion.
Besonders deutlich ging im Dezember der CFLP-Subindex zu den Preisen zurück, er sank auf 66,7 Zähler von 73,5 im November und weist damit auf einen schwächeren Inflationsdruck hin. Der Subindex für die Auftragseingänge fiel auf 55,4 von 58,3 im Vormonat. (Dow Jones)
Ölpreis bedroht Aufschwung
Steigende Rohölpreise können nach Ansicht der Internationalen Energieagentur (IEA) im Jahr 2011 zu einem ernsthaften Problem für die Weltwirtschaft werden. Da die konjunkturelle Erholung noch auf schwachen Beinen stehe, könne der Preisanstieg beim Öl „den Aufschwung in vielen Ländern abwürgen“, sagte der Chefökonom der OECD-Energie-Beratungsagentur, Fatih Birol, in einem Interview im WDR 2 Mittagsmagazin und WDR 5 Morgenecho, das am Montag ausgestrahlt werden sollte. Die IEA rechne damit, dass die weltweite Ölförderung nicht mit der wachsenden Nachfrage Schritt halten könne und der Ölpreis weiter steigen werde. Das „Zeitalter des billigen Öls“ sei für immer vorbei. (dpa-AFX)
Singapurs Wirtschaft wächst 2010 mit Rekordrate
Die Wirtschaft Singapurs ist im vierten Quartal zwar etwas langsamer als erwartet expandiert, im Gesamtjahr 2010 wurde aber dennoch das höchste Wachstum seit der Unabhängigkeit des Stadtstaates verzeichnet. Wie das Ministerium für Handel und Industrie am Montag mitteilte, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember um annualisiert 6,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten einen BIP-Anstieg um 9,2 Prozent erwartet.
Im dritten Jahresviertel war die Wirtschaft noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 18,9 Prozent geschrumpft. Auf Jahressicht lag das BIP im vierten Quartal um 12,5 Prozent höher, während Ökonomen einen Anstieg um 13,4 Prozent prognostiziert hatten.
Im gesamten Jahr 2010 wuchs Singapurs Wirtschaft um 14,7 Prozent und damit so stark wie noch nie seit der Unabhängigkeit des Landes vor 45 Jahren. Das Wachstum war auch höher als die bisherige Rekordrate von 13,8 Prozent von 1970. Die stark mit dem Ausland vernetzte Wirtschaft Singapurs war von der globalen Rezession besonders schwer getroffen worden: Im Jahr 2009 war Singapurs Wirtschaft um 1,3 Prozent geschrumpft. (Dow Jones)
Venezuela schafft Doppelkurssystem zum 1. Januar ab
Venezuelas Regierung vereinheitlicht zum 1. Januar 2011 den Wechselkurs der heimischen Bolivar-Währung zum Dollar. Danach gilt mit Jahreswechsel nur noch ein Kurs von 4,30 Bolivar je Dollar; der zweite Kurs von 2,60 Bolivar je Dollar wird dagegen abgeschafft, wie Planungs- und Finanzminister Jorge Giordani am Donnerstag in Caracas mitteilte. Durch die Veränderung solle die venezolanische Wirtschaft angekurbelt und Finanztransaktionen vereinfacht werden. Der Kurs von 2,60 je Dollar galt bislang für Importe etwa von Lebensmitteln, Medikamenten und Technologie für den Wissenschaftsbereich. Der Kurs von 4,30 Bolivar je Dollar wurde für Industrieimporte sowie Tabakprodukte und Alkoholika angewendet. (dpa-AFX)
