12.09.2011 · Société Générale zieht Notbremse - Stellenabbau und Spartenverkauf, Munich Re erwartet steigende Prämien - Swiss Re warnt vor anhaltender Branchenkrise , Fraport - mehr Passagiere - weniger Fracht, Suzuki will Kapitalverflechtung mit Volkswagen auflösen, britische Banken müssen sich auf hohe Reformkosten einstellen, Chinas Handelsüberschuss sinkt, Regierungschef - Libyen hat wieder mit Ölproduktion begonnen
Unternehmensnachrichten
Moody's vor Rating-Senkung von Frankreichs Großbanken - Kreise
Die Ratingagentur Moody's könnte unmittelbar davor stehen, das Rating von BNP Paribas SA, Societe Generale SA und Credit Agricole SA zu senken. Grund sei deren Engagement in griechischen Staatsanleihen, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Moody's hatte Frankreichs drei größte börsennotierte Banken am 15. Juni mit einem negativen Ausblick versehen („Negative Watch“). Damit nähere sich das Drei-Monats-Fenster seinem Ende, innerhalb dessen die Agentur üblicherweise ihre Rating-Entscheidungen mitteilt. Damals hatte Moody's angekündigt, die Ratings von BNP Paribas und Credit Agricole könnten um jeweils eine Stufe, das der Societe Generale sogar um zwei Stufen gesenkt werden. Allerdings sollte die Abstufung keine negativen Auswirkungen auf die Refinanzierungskosten der Banken haben, so die Informanten. Dies liege daran, dass die Moody's-Ratings noch leicht über den Einstufungen der konkurrierenden Agenturen stünden. Kreditgeber würden ihre Einschätzung aber üblicherweise auf die geringste Einstufung beziehen. Dennoch könnte eine mögliche Abstufung erneute Sorgen über eine Zuspitzung der europäischen Schuldenkrise befeuern. Analysten hatten bereits darauf hingewiesen, dass französische Banken möglicherweise nicht genügend Kapitalstärke besäßen, um eine Verschlimmerung der Krise zu überstehen. „Die Bedingungen heute sind viel schlechter als selbst das Worst-Case-Szenario des Stresstests“, sagt Jerome Vinerier, Analyst bei IG Markets. Analysten kritisieren außerdem, dass französische Banken nur Rückstellungen von rund 21 Prozent für griechische Staatsanleihen gebildet hätten. Andere Banken hätten dagegen bereits Abschreibungen von bis zu 50 Prozent vorgenommen. „Frankreichs Banken sind nicht so vorsichtig gegenüber Griechenland gewesen wie andere europäische Institute - das macht Investoren nervös“, sagte Geoffroy Perreira, Händler von Investment Strategy in Paris. Sprecher von BNP Paribas und Credit Agricole konnten für einen Kommentar nicht erreicht werden. (Dow Jones Newswires)
Société Générale zieht Notbremse - Stellenabbau und Spartenverkauf
Angesichts immer neuer Hiobsbotschaften aus dem hoch verschuldeten Griechenland und stark fallender Aktienkurse zieht die französische Großbank Société Générale die Notbremse. Sie will mit einem Stellenabbau und Spartenverkäufen die Ertrags- und Kapitalbasis der Bank absichern. Bis Ende 2013 solle durch den Verkauf von Unternehmensteilen Kapital in Höhe von vier Milliarden Euro freigesetzt werden, teilte die Bank am Montag in Paris mit. Zudem solle vor allem im Investmentbanking das Risiko reduziert werden. Die Bank kündigte zudem den Abbau von fünf Prozent der Stellen im Investmentbanking an und betonte erneut, dass ihr Engagement in den hoch verschuldeten Eurozonen-Staaten kein Problem ist. Aktuell habe die Bank 4,3 Milliarden Euro in Papiere von Griechenland, Irland, Italien, Portugal und Spanien investiert. Die Aktie der Bank war am Freitag wieder einmal abgestürzt und setzte damit ihre Talfahrt der vergangenen Wochen fort. Der Kurs verlor am Freitag um 10,58 Prozent auf 17,455 Euro. Seit Anfang Juli sank der Marktwert der Bank damit um knapp 60 Prozent auf zuletzt nur noch etwas mehr als 13 Milliarden Euro. Am Markt wird in den kommenden Tagen mit einer Abstufung der französischen Banken durch die Ratingagentur Moody's gerechnet. Die französischen Banken sind insgesamt sehr stark in Griechenland engagiert und zählen daher wegen der anhaltenden Probleme in dem hoch verschuldeten Land in den vergangenen Wochen zu den größten Verlierern an den Aktienmärkten. (dpa-AFX)
Swiss Re warnt wegen niedriger Zinsen vor anhaltender Branchenkrise
Der weltweit zweitgrößte Rückversicherer Swiss Re hat angesichts der weltweit niedrigen Zinsen für sichere Anlagen vor einer anhaltenden Branchenkrise gewarnt. Die tiefen Zinsen seien der größte Schock der letzten drei Jahre, teilte der Konkurrent der Munich Re und der Hannover Rück am Montag in Monte Carlo mit. Sie seien weit bedeutender als die Naturkatastrophen von 2010/11. „Wenn sie nicht durch deutlich tiefere Schaden-Kosten-Sätze kompensiert werden, droht die Ertragskraft der Branche mit der Zeit zu erodieren.“ Versicherer kämpfen seit einiger Zeit mit extrem niedrigen Zinsen für vermeintlich sichere Anlagen wie Bundesanleihen oder amerikanische Staatspapiere. Durch die niedrigen Erträge aus diesen Anlagen sinken die Einnahmen aus Kapitalanlagen. Diese sind eine wichtige Erlösquelle für Versicherer, da sie auf riesigen Beständen von Kapital sitzen und damit wirtschaften müssen. (dpa-AFX)
Munich Re erwartet steigende Prämien
Die Munich Re geht für 2012 von leicht steigenden Preisen im Rückversicherungsmarkt aus. Auf einer Pressekonferenz in Monaco am Sonntag sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek, dass er für das nächste Jahr ähnliche Prämienentwicklungen erwarte wie sie sich in den Erneuerungsrunden dieses Jahres bereits gezeigt hätten. Höhere Prämien seien daher vor allem im Katastrophengeschäft, aber auch bei Offshore-Energieprodukten und in einigen Autoversicherungsmärkten wie Lateinamerika und Großbritannien zu erwarten. Jeworrek wies zudem auf neue komplexe „Kumulrisiken“ für die Versicherungsbranche hin. Globale Trends erhöhten die Komplexität und die Abhängigkeiten von Risiken untereinander. Die Risiken müssten aber voneinander unabhängig sein, sonst seien sie nicht versicherbar. Außerdem könnte nur so Versicherer vermeiden, dass sie selbst systemrelevant würden, sagte der Vorstand. Als Beispiel nannte Jeworrek den Umgang mit so genannten Rückwirkungsschäden, deren Risiken von den Versicherern kaum noch quantifizierbar seien. Unternehmen seien weltweit in komplexen Lieferketten immer stärker voneinander abhängig, so dass extreme Naturkatastrophen wie zuletzt das Erdbeben und der Tsunami in Japan zu massiven Betriebsunterbrechnungen geführt hätten. Die Belastungen daraus seien für die Versicherungsbranche kaum noch kontrollierbar. Rückversicherer müssten deshalb ihre Risiken etwa durch Schadenlimits begrenzen. Verbleibende Risiken müssten die Unternehmen selbst durch verbessertes Risikomanagement ausgleichen, etwa in dem sie sich nicht nur von einem Lieferanten abhängig machten. Auf der anderen Seite müssten die neuen komplexen Risiken, die versichert würden, angemessen gepreist sein. Ansonsten ginge dies zulasten der versicherten Kapazitäten. Um die neuen komplexen Risiken zu erfassen, hat die Munich Re jetzt auch eine Software entwickelt, die den weltweit größten Rückversicherer in seinem Risikomanagement unterstützen soll. Mit dem 'Complex Accumulation Risk Explorer' (CARE) würden auf der Basis von Expertenwissen aus verschiedenen Disziplinen Einzelereignisse und deren direkten und indirekten Folgen systematisch erfasst. Dadurch würden Abhängigkeiten zwischen Risiken sichtbar gemacht und könnten unter versicherungstechnischen Gesichtspunkten analysiert werden. „Die Entscheidung, welche Risiken unter welchen Bedingungen versichert werden können, bekommt einen neue Basis“, sagte Jeworrek. Die Münchener prüfen zudem, wie sie CARE nach der Pilotphase auch ihren Kunden anbieten können. (Dow Jones Newswires)
Fraport - Zuwachs im Passagiergeschäft - Weniger Fracht
Der Reisemonat August hat dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport einen neuen Passagierrekord eingebracht. An Deutschlands größtem Flughafen zählte das Unternehmen 5,35 Millionen Fluggäste, rund drei Prozent mehr als ein Jahr zuvor und so viele wie noch nie im August. Einschließlich seiner Auslandsflughäfen im türkischen Antalya, der peruanischen Hauptstadt Lima sowie in Burgas und Varna am Schwarzen Meer legte Fraport sogar um knapp sieben Prozent auf mehr als 11,1 Millionen Passagiere zu. Im Frachtgeschäft zeigte die Entwicklung allerdings nach unten, nachdem die Sparte ein Jahr zuvor nach der Finanz- und Wirtschaftskrise kräftig zugelegt hatte. Das Fracht- und Luftpostaufkommen sank im August in Frankfurt um sieben Prozent auf rund 176.000 Tonnen. Konzernweit kam Fraport auf gut 200.000 Tonnen, ein Minus von sechs Prozent. (dpa-AFX)
Suzuki will Kapitalverflechtung mit Volkswagen auflösen
Der japanische Autobauer Suzuki will die Kapitalverflechtung mit Volkswagen (VW) auflösen. Dies teilte Suzuki am Montag mit. Volkswagen hatte sich im Dezember 2009 mit 19,9 Prozent an Suzuki beteiligt. Zuletzt verlief die Partnerschaft aber eher schleppend. Im Juli hatte der Autobauer darauf hingewiesen, dass sich die Partnerschaft langsamer als erwartet entwickelt und angekündigt, eine Bewertung der Partnerschaft vorzunehmen. Volkswagen sah laut Angaben vom Sonntag zuletzt auch den Kooperationsvertrag als verletzt an. Die Vertragsverletzung steht laut VW im Zusammenhang mit dem Bezug von Dieselmotoren seitens Suzuki durch einen anderen Hersteller. Für 10 Uhr Mitteleuropäischer Zeit hat Suzuki eine Pressekonferenz angesetzt. (dpa-AFX)
Britische Banken müssen sich auf hohe Reformkosten einstellen
Die von der britischen Regierung beauftragte unabhängige Bankenkommission ICB empfiehlt bei den Instituten eine Trennung des Privatkundengeschäftes vom riskanteren Investmentbanking. Außerdem müssten die Banken ihr Kapital erhöhen, um die Steuerzahler künftig in Finanzkrisen besser zu schützen, erklärte die Kommission in ihrem Abschlussbericht am Montag. Die Reform könnte die Finanzbranche teuer zu stehen kommen und sich negativ auf die Gewinne auswirken. Nach Angaben der ICB könnten die vorgeschlagenen Reformen zu einer jährlichen Belastung vor Steuern für die britischen Banken im Umfang von vier bis sieben Milliarden Pfund führen. Die Expertenkommission war im vergangenen Jahr eingesetzt worden. (Reuters)
Wirtschaftsnachrichten
Frankreich warnt Griechenland vor Stop der Finanzhilfen - TV
Im Lichte der schleppenden Verhandlungen zwischen der griechischen Regierung und ihren europäischen Kreditgebern hat Frankfreich eine eindringliche Warnung an Athen ausgesprochen. Falls Griechenland seine im Gegenzug für die Finanzhilfen eingegangenen Verpflichtungen nicht erfülle, werde Frankreich die Zahlungen stoppen, stellte Budgetministerin und Regierungungssprecherin Valerie Pecresse klar. „Der Plan hat zwei Aspekte: Hilfe an Griechenland in Form der Garantien, aber auch einen griechischen Plan. Sie haben ein Privatisierungsprogramm, ein Ausgabenkürzungsprogramm und ein Programm zur Besteuerung von Einnahmen. Griechenland muss Anstrengungen unternehmen, sonst werden wir ihnen kein Geld leihen“, sagte Pecresse in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Fernsehsender M6. (Dow Jones Newswires)
Chinas Handelsüberschuss sinkt im August- zunehmende Importe
Der chinesische Handelsbilanzüberschuss hat sich im August wegen steigender Importe deutlich reduziert. Dies wird als positives Zeichen für die Weltwirtschaft gesehen, da es auf eine anhaltend starke Inlandsnachfrage in China hinweist. Allerdings sehen es Volkswirte als nicht sicher an, dass sich diese Tendenz als dauerhaft erweisen wird. Der August-Überschuss betrug nach Angaben der Zollverwaltung vom Wochenende 17,8 Milliarden Dollar nach 31,5 Milliarden Dollar in Juli und lag damit deutlich unter den von Volkswirten prognostizierten 23,4 Milliarden Dollar. Die Importe wuchsen gegenüber dem Vorjahresmonat um 30,2 Prozent und damit schneller als im Juli mit 22,9 Prozent. Die Exportvolumina kletterten im August um 24,5 Prozent nach 20,4 Prozent im Juli. In den ersten acht Monaten 2011 war der Handelsüberschuss mit 92,7 Milliarden Dollar um 10 Prozent niedriger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. (Dow Jones Newswires)
Regierungschef - Libyen hat wieder mit Ölproduktion begonnen
Nach dem Machtwechsel in Libyen hat das vom Bürgerkrieg verwüstete Land seine Ölproduktion wieder angeworfen. Der Chef der Übergangsregierung, Mahmud Dschibril, sagte am Sonntag, mit der Förderung sei bereits am Samstag wieder begonnen worden. Er machte keine Angaben zu Ort und Mengen, sondern ergänzte lediglich, die Produktion werde in naher Zukunft erhöht. Libyen hält die größten Ölreserven Afrikas. Vor Beginn der Unruhen gegen den inzwischen gestürzten Machthaber Muammar Gaddafi verkaufte das Land 85 Prozent seiner Exporte nach Europa. Im Zuge des sechsmonatigen Bürgerkriegs war die Förderung praktisch zum Erliegen gekommen. Mittlerweile stehen europäische Ölgesellschaften wie die italienische Eni und die österreichische OMV in den Startlöchern, um ihre Produktion wieder hochzufahren. Dschibril kündigte ferner die baldige Bildung einer neuen Übergangsregierung an. Darin sollen alle Regionen des Landes vertreten sein. Ziel ist es, aufkeimende regionale Rivalitäten zu beruhigen. (Reuters)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.264,38 | −0,26% |
| FAZ-INDEX | 1.364,39 | −0,33% |
| TecDAX | 751,01 | −0,01% |
| MDAX | 10.147,80 | −0,59% |
| SDAX | 4.823,45 | +0,10% |
| REX | 437,51 | +0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.118,94 | +0,13% |
| F.A.Z. EURO | 68,54 | −0,23% |
| Dow Jones | 12.424,00 | +0,03% |
| Nasdaq 100 | 2.525,61 | −0,46% |
| S&P500 | 1.313,32 | −1,43% |
| Nikkei225 | 8.542,73 | −1,05% |
| EUR/USD | 1,2373 | +0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 102,04 $ | −1,17% |
| Gold | 1.540,00 $ | 0,00% |
| Bund Future | 145,81 € | +0,23% |