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Medienschau Porsche bringt VW-Aktien auf den Markt

29.10.2008 ·  Deutsche Börse stuft VW im Dax zurückOperativer Gewinn von Bayer sinktHypo Real Estate beantragt StaatshilfeST Microelectronics rutscht in VerlustzoneSony erleidet Gewinneinbruch von 90 ProzentKrones steht zu Zielen 2008Eurex prüft bei VW-Optionen BarausgleichVW-Chef warnt vor PanikmacheVW-Aktie wird für Hedge-Fonds zum DebakelMicrosoft lüftet Vorhang für Windows 7Google einigt sich mit VerlegernDeutsche Bank zu Schadenersatz verurteiltLufthansa senkt GewinnzielFed vor Leitzinssenkung20 Milliarden Euro Kredit für UngarnVerheugen fordert Hilfe für AutoindustrieAutoindustrie will Unterstützung vom StaatAussicht für Japans Industrie trübeJapanische Notenbank erwägt ZinssenkungSoros: Hedge-Fonds-Branche halbiert sich

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Unternehmen

Porsche will Kursturbulenzen in VW-Aktien verhindern

Porsche will weitere Turbulenzen des Aktienkurses von Volkswagen verhindern und deshalb Volkswagen-Aktien auf den Markt bringen. Wie das Unternehmen am Mittwoch in Stuttgart mitteilte, sollen je nach Marktlage Kurssicherungsgeschäfte in Höhe von bis zu 5 Prozent der VW-Stammaktien aufgelöst werden. Dieser Schritt erhöht den Streubesitz der Wolfsburger wieder. Die Kurskapriolen der vergangenen Tage waren auf eine zu geringe Anzahl verfügbarer Aktien zurückgeführt worden.

Porsche weist in der Mitteilung jegliche Verantwortung für diese Marktverwerfungen und die daraus resultierenden Risiken zurück. Die Kursturbulenzen bei VW-Stammaktien seien von Leerverkäufern zu verantworten. Das Unternehmen sei während dieser Kursbewegungen nicht im Markt aktiv gewesen und habe die kapitalmarktrechtlichen Vorschriften zu jeder Zeit beachtet.

Porsche bekräftigte das Ziel, seine Beteiligung an Volkswagen auf bis zu 75 Prozent aufzustocken. Daher sei weiter geplant, VW-Stammaktien an der Börse oder außerbörslich „zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen“ zu erwerben. (dpa-AFX)

Gewicht von VW im Dax auf 10 Prozent gedeckelt

Angesichts der jüngsten Kurskapriolen bei der Volkswagen-Aktie wird der Anteil des Autobauers in wichtigen Börsenbarometern reduziert. Im Dax soll die Volkswagen-Stammaktie zu Handelsbeginn am Montag maximal ein Gewicht von 10 Prozent haben, entschied die Deutsche Börse am Dienstagabend bei einer außerordentlichen Anpassung des wichtigsten deutschen Börsenbarometers. Am Dienstag betrug der Anteil zum Handelsschluss 27 Prozent. Der Index-Anbieter Stoxx entschied, der Anteil von Volkswagen-Stammaktien in seinen Indizes wie dem Euro Stoxx 50 werde von diesem Freitag an reduziert.

Hintergrund ist der massive Anstieg der VW-Aktie. Sie hatte ihren Wert in den vergangenen Tagen vervielfacht, nachdem Porsche mitgeteilt hatte, dass der Konzern bereits mehr als 70 Prozent der Anteile besitzt oder Optionen darauf hält. Davon wurden vor allem Hedge-Fonds überrascht, die auf sinkende Kurse gewettet hatten. Sie haben nun Schwierigkeiten, ihre von anderen Investoren ausgeliehenen und dann verkauften Aktien zurückzuerwerben. Dies trieb die Kurse unabhängig vom Wert des Konzerns in astronomische Höhen. Die VW-Aktie war am Dienstag zeitweise zu mehr als 1000 Euro gehandelt worden, der deutsche Autohersteller war damit die teuerste Aktiengesellschaft der Welt. (dpa-AFX)

Operativer Gewinn von Bayer sinkt

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat im dritten Quartal unter anderem wegen anhaltend hoher Rohstoffkosten operativ weniger verdient. An seinem Geschäftsausblick für dieses Jahr hält der Konzern dennoch fest. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sondereinflüssen sei im vergangenen Quartal binnen Jahresfrist um 4,2 Prozent auf 1,49 Milliarden Euro gesunken, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Leverkusen mit. Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,53 Milliarden gerechnet.

Unter dem Strich blieb ein Überschuss von 277 Millionen Euro, ein Minus von 76 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte Bayer allerdings von einem einmaligen Steuereffekt von über 900 Millionen Euro profitiert. Der Konzernumsatz nahm im Zeitraum von Juli bis September um 2 Prozent auf 7,95 Milliarden Euro zu. Für das Gesamtjahr rechnet Bayer wie bisher mit einem währungsbereinigten und um Zu- und Verkäufe bereinigten Umsatzplus von mehr als fünf Prozent. Das bereinigte Ebitda soll 2008 zulegen und die operative Umsatzrendite erhöht werden. 2007 lag die bereinigte Ebitda-Marge bei 20,9 Prozent. (Reuters)

Hypo Real Estate beantragt 15 Milliarden Euro Staatshilfe

Die angeschlagene Münchener Immobilienbank Hypo Real Estate hat beim Finanzmarktstabilisierungs-Fonds der Bundesregierung die Garantie einer Liquiditätsbereitstellung über 15 Milliarden Euro beantragt. Wie der Münchener Konzern in der Nacht zum Mittwoch weiter mitteilte, soll das Geld aus dem 500 Milliarden Euro schweren Rettungspaket der Bundesregierung dazu dienen, den kurzfristigen Liquiditätsbedarf des Unternehmens zu sichern, bis die Verhandlungen mit einem Bankenkonsortium, der Bundesbank und dem Bundesfinanzministerium über ein Anfang Oktober vereinbartes separates Rettungspaket im Umfang von 50 Milliarden Euro abgeschlossen sind.

Nach der Bayerischen Landesbank ist die Hypo Real Estate die zweite deutsche Bank, die sich unter den Schutzschirm des Bundes begibt. Am Wochenende hatten zudem die beiden Landesbanken WestLB und HSH Nordbank erkennen lassen, dass sie Hilfen aus dem Rettungspaket des Bundes nutzen wollten. (Dow Jones)

ST Microelectronics rutscht in Verlustzone

Der Halbleiterhersteller ST Microelectronics ist im dritten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Der Konzern schrieb im Quartal ein Nettoergebnis von minus 289 Millionen Dollar, nachdem er im Vorjahreszeitraum noch 187 Millionen Dollar verdient hatte, wie das in Genf ansässige Unternehmen am späten Dienstag mitteilte. Der Umsatz klettere von 2,6 auf 2,7 Milliarden Dollar.

Vorstandschef Carlo Bozotti kommentierte die Entwicklung im Quartal mit den Worten, ST Microelectronics habe beim Ausbau der Marktposition Fortschritte gemacht. Einmaleffekte, darunter Wertanpassungen im Zusammenhang mit dem gegründeten Joint Venture ST-NXP Wireless, hätten das Ergebnis jedoch belastet. ST Microelectronics hatte das Gemeinschaftsunternehmen mit NXP gegründet, um im Mobilfunk zu einem führenden Anbieter von Halbleitern aufzusteigen. STM hatte für die Transaktion 1,55 Milliarden Dollar gezahlt und dafür einen Anteil von 80 Prozent an dem Joint Venture erhalten. (Dow Jones)

Sony erleidet Gewinneinbruch von 90 Prozent

Der japanische Elektronikkonzern Sony hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch von 90 Prozent erlitten. Der Anstieg des Yen im Zuge des weltweiten Konjunkturabschwungs habe vor allem das Geschäft mit Digitalkameras belastet, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der operative Gewinn fiel auf 11 Milliarden Yen (89 Millionen Euro) nach 112 Milliarden Yen vor Jahresfrist.

Der Gewinneinbruch war erwartet worden, nachdem der Elektronikgigant in der vergangenen Woche seine Jahresprognose um fast 60 Prozent zusammengestrichen hatte und dabei ebenfalls auf den stärkeren Yen und die schwächere Nachfrage nach Digitalkameras verwiesen hatte. Sony bestätigte diese Prognose nun nochmals. (Reuters)

Krones steht zu Zielen 2008

Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller Krones steht nach neun Monaten zu seinen Jahreszielen. Das Unternehmen sei auf dem besten Weg, „das neunte Rekordjahr bei Umsatz und Gewinn in Folge zu erreichen“, teilte Krones am Mittwoch in Neutraubling mit. Der Umsatz soll weiter um bis zu 10 Prozent auf mehr als 2,3 Milliarden Euro steigen. Die Vorsteuer-Marge soll die 7,1 Prozent des Vorjahres übertreffen.

Für 2009 wird der Konzern angesichts der Auswirkungen der Finanzkrise auf die Weltwirtschaft aber vorsichtig. Eine „relativ sichere Prognose“ sei für das Geschäftsjahr 2009 „seriös nicht machbar“. Krones gehe aber davon aus, dass „nach einer möglichen Delle im ersten Halbjahr 2009 im zweiten Halbjahr 2009 wieder mit einem geringen Wachstum gerechnet werden kann“. Langfristig hat sich Krones selbst zum Ziel gesetzt, den Umsatz pro Jahr aus eigener Kraft um mindestens zwischen 5 und 10 Prozent zu steigern und eine Vorsteuer-Rendite von mindestens 7 Prozent zu erreichen. (dpa-AFX)

Eurex prüft bei VW-Optionen Barausgleich

Die Derivate-Tochter Eurex der Deutschen Börse prüft die Möglichkeit, ob hinsichtlich der Optionskontrakte bei Volkswagen statt einer physischen Lieferung der Aktien auch ein Barausgleich möglich ist. Um geordnete Marktverhältnisse aufrecht zu erhalten, könne die Eurex Maßnahmen treffen, „die sich auf die Fortführung des Handels der Options- und Futures- Kontrakte beziehen, oder anstelle einer physischen Belieferung die Optionskontrakte durch Barausgleich abzurechnen“, teilte die Terminbörse am Dienstagabend mit.

Ein Marktexperte sagte dazu: „Die Eurex kann wohl zwar niemanden zwingen, aber sie kann einen Barausgleich statt einer Aktienlieferung auf freiwilliger Basis ermöglichen.“ Dadurch könnte Druck aus der Aktie genommen werden und der VW-Kurs wieder fallen. Porsche könnte beispielsweise seine so genannten cash gesettelten Optionen ziehen, also sich den entsprechenden Bargeldbetrag auszahlen lassen statt die Aktien zu beziehen. Banken, die sich zu Absicherungszwecken mit VW-Titeln eingedeckt hätten, würden in diesem Fall die Papiere rasch verkaufen, um - infolge des erwarteten Kursrückgangs - soviel Gewinn wie möglich mitzunehmen. So gebe es wieder mehr Aktien am Markt und Porsche könne sich wiederum zu günstigeren VW-Kursen eindecken.

Ob die Eurex tatsächlich diesen Schritt gehen wird, ist noch unklar. Es werde „rechtzeitig bekannt gegeben“, falls diese Maßnahme erforderlich sein sollte, hieß es. (dpa-AFX)

VW-Chef Winterkorn warnt vor Panikmache

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat angesichts der Krise auf dem Automarkt vor Panikmache gewarnt. Das helfe in dieser Situation nicht weiter, sagte Winterkorn am Dienstagabend in Wolfsburg. „Wir müssen uns auf eine harte Durststrecke einstellen“, bekräftigte der VW-Chef. Die gesamte Branche erlebe sehr schwierige Zeiten. Deshalb müsse jetzt alles daran gesetzt werden, flexibel zu bleiben und dafür zu sorgen, dass Geschäftsprozesse und Zukunftsprojekte sauber und geordnet weiterlaufen könnten. (dpa-AFX)

„Handelsblatt“. VW-Aktie wird für Hedge-Fonds zum Debakel

Der dramatische Anstieg der Volkswagen-Aktie wird einem Zeitungsbericht zufolge zum Milliardendebakel für eine Reihe von Hedge-Fonds. Nach Informationen des „Handelsblatts“ (Mittwoch) aus Bankkreisen hat allein der Londoner Hedge-Fonds Marshall Wace mehr als 5 Milliarden Euro verloren. Auch der von der Wall-Street-Legende Richard Perry geführte New Yorker Fonds Perry Capital, habe sich diesen Informationen zufolge in gigantischem Ausmaß verspekuliert. Außerdem sei der Investor Greenlight Capital (New York) mit seinem Volkswagen-Engagement tief unter Wasser, heißt es weiter.

Alle drei Hedge-Fonds ließen Fragen zum Stand ihrer VW-Investitionen auf Nachfrage der Zeitung unbeantwortet. Der 11 Milliarden Dollar schwere Perry Fonds musste in den vergangenen Tagen bereits Entlassungen bekanntgeben. Aktuell sei der Fonds wie viele andere in der Verlustzone. (dpa-AFX)

Microsoft lüftet Vorhang für Windows 7

Der weltgrößte Softwarehersteller Microsoft hat erstmals einen Blick auf sein neues PC-Betriebssystem Windows 7 freigegeben. Der Nachfolger von Windows Vista soll schneller und übersichtlicher werden, versprach der amerikanische Konzern bei der Vorstellung einer vorläufigen Version auf einer Entwicklerkonferenz am Dienstag in Los Angeles. Der Marktstart wird spätestens für Anfang 2010 erwartet.
Im Kampf gegen kostenlose Web-Angebote des Internet-Konkurrenten Google kündigte Microsoft umfassende Online-Versionen seines Bürosoftware-Pakets Office an. Einstiegsvarianten sollen ebenfalls kostenlos sein. Mit den Neuheiten bei Windows und Office geht Microsoft angesichts des zunehmenden Konkurrenzdrucks bei zwei seiner wesentlichen Gewinnbringer in die Offensive. (dpa-AFX)

Google einigt sich mit Verlegern

Der Internet-Konzern Google hat nach einer Zahlung von 125 Millionen Dollar einen zweijährigen Urheberrechts-Streit mit amerikanischen Buchverlegern und Autoren beigelegt. Damit sei der Weg für eine umfassende Online-Suche auch in geschützten Büchern und Texten frei, teilte das Unternehmen am Dienstag im kalifornischen Ort Mountain View mit. Ein New Yorker Bezirksgericht muss der Einigung noch zustimmen. Das Abkommen ermögliche es, online nach Millionen von Büchern zu suchen, teilte Google mit. Titel aus der Ergebnisliste sollen Nutzer über die Website des Verlages oder Online-Händler kaufen können.
Verlage außerhalb der Vereinigten Staaten sind von der Einigung nicht berührt. Sie können Google aber ebenfalls den Zugriff auf ihre Werke gestatten und Einnahmen mit dem Internet-Konzern teilen. (dpa-AFX)

F.A.Z.: Deutsche Bank zu Schadenersatz verurteilt

Die Deutsche Bank hat laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ einen Rechtsstreit um Schadenersatz nach dem Verkauf von Zinsderivaten verloren. Die Stadtwerke Pforzheim haben in ihrem Schadenersatzprozess gegen die Deutsche Bank vollständig Recht bekommen, wie die F.A.Z. in ihrer Mittwochausgabe berichtet. Das Landgericht Frankfurt habe das Kreditinstitut am Dienstag in erster Instanz zu einer Zahlung von 3,9 Millionen Euro plus Zinsen verurteilt. (dpa-AFX)

Daimler rückt in Euro Stoxx Select Dividend 30

Der Index-Anbieter Stoxx nimmt Änderungen in der Zusammensetzung an zwei Indizes vor. Im Euro Stoxx Select Dividend 30 werde deutsche Autobauer Daimler den niederländischen Versicherer Aegon ersetzen, teilte Stoxx am Dienstagabend in Zürich mit. Im Netherlands Select Dividend 15 Index werde Aegon durch die Aktien von Hunter Douglas Holding ersetzt. Die Änderungen werden vom Handelsbeginn am Freitag, den 31. Oktober an gültig. (dpa-AFX)

Lufthansa senkt Gewinnziel

Die Deutsche Lufthansa kommt in der weltweiten Finanzmarkt- und Luftfahrtkrise doch nicht ungeschoren davon. Nach den Belastungen durch die hohen Treibstoffpreise verbuchte die größte deutsche Fluggesellschaft im dritten Quartal überraschend einen Gewinneinbruch. Am späten Dienstagnachmittag schraubte sie deshalb ihre Erwartungen für das Gesamtjahr zurück. Dennoch erwartet der Vorstand für 2008 noch ein operatives Ergebnis von 1,1 Milliarden Euro, nachdem es bislang fast 1,4 Milliarden hatten sein sollen. (dpa-AFX)

„Süddeutsche“: Tiefensee soll in Bahn-Aufsichtsrat

Nach dem Streit um Sonderhonorare für den Vorstand der Deutschen Bahn(DB) drängen nach Presse-Informationen Teile des Aufsichtsrates darauf, dass Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) Mitglied des Kontrollgremiums wird. „Wenn er selbst mit am Tisch säße, statt seine Staatssekretäre vorzuschicken, könnten wir uns und der Bahn viel Ärger ersparen“, hieß es laut der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) aus Aufsichtsratskreisen. Der Chef des Kontrollgremiums, Werner Müller, stehe diesem Wunsch aufgeschlossen gegenüber. Tiefensee hatte in der vergangenen Woche Müller aufgefordert, eine Zusage für Bonuszahlungen zurückzunehmen. Tiefensees Staatssekretär Matthias von Randow hatte schon im Juni zugestimmt, die Bahnvorstände im Falle eines erfolgreichen Börsenganges mit mehreren Millionen Euro extra zu honorieren. (dpa-AFX)

BASF muss Ausgliederung der Styrolsparte verschieben

Wegen der Finanzkrise bläst der Chemiekonzern BASF die zum 1. Januar 2009 geplante rechtliche Abspaltung des zum Verkauf stehenden Styrolgeschäfts vorerst ab. Die Ausgliederung finde „wegen des schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Umfelds“ vorerst nicht statt, sagte ein BASF-Sprecher am Dienstag und bestätigte damit einen Bericht der Ludwigshafener Tageszeitung „Die Rheinpfalz“ (Mittwoch). Die Sparte mit einem Jahresumsatz von 4 Milliarden Euro steht seit Juli 2007 zum Verkauf.

Zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf den Chemiekonzern werde sich der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht am morgigen Donnerstag bei der Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal äußern, bestätigte der Sprecher. Im Zuge der Krise hat die BASF bereits die Produktion der Chemikalie Caprolactam an mehreren Standorten gedrosselt. Caprolactam wird zur Herstellung eines Kunststoffs verwendet. (dpa-AFX)

Wal-Mart will Investitionen kürzen

Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart Stores will in den kommenden beiden Jahren weniger neue Supercenter eröffnen und sein Investitionsbudget kürzen. Wie Wal-Mart am Dienstag auf einer Investorenkonferenz mitteilte, sollten im noch bis Januar laufenden Geschäftsjahr nur noch 166 Supercenter eröffnet werden, nach 191 im Vorjahr. 2010 sollen es nur noch 125 bis 140 dieser Einkaufszentren eröffnet werden. Die Kapitalausgaben sollen im laufenden Geschäftsjahr um 2 Milliarden auf rund 13 Milliarden Dollar gekappt werden. (dpa-AFX)

„Börsen-Zeitung“: Neuer IVG-Chef gefunden

Der vakante Chefsessel beim Immobilienkonzern IVG Immobilien soll einem Zeitungsbericht zufolge in Kürze neu besetzt werden. Wie die „Börsen-Zeitung“ (Mittwoch) berichtet, will der Aufsichtsrat Anfang kommender Woche Gerhard Niesslein an die Spitze der IVG berufen. Sein Vorgänger Wolfhard Leichnitz hatte Anfang September offiziell aus persönlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Laut „Börsen-Zeitung“ schied der ehemalige IVG-Chef allerdings im Streit mit den Großaktionären. Diese seien enttäuscht über den missglückten Komplettverkauf der Sparte für unterirdische Energiespeicher (Kavernen) gewesen. (dpa-AFX)

Time-Verlag baut bis zu 600 Stellen ab

Der zum Medienkonzern Time Warner gehörende weltgrößte Zeitschriftenverlag Time plant wegen der Finanzkrise den Abbau von bis zu 600 Arbeitsplätzen. Auch die Führung des Verlages solle neu strukturiert werden, um Kosten zu senken, hieß es an einer Stelle im Verlag. Time-Chefin Ann More schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter, der Verlag müsse nun schnell reagieren, um seine Finanzkraft zu erhalten. Die Herausforderungen seien größer denn je.

Die „New York Times“ berichtete, 600 Stellen sollten wegfallen. Dies entspräche 6 Prozent aller Mitarbeiter. Die Zahl werde zwischen 300 und 600 liegen, hieß es weiter. Die Schließung ganzer Titel sei nicht geplant, sagte eine Sprecherin. Die Pläne sind offenbar noch nicht abgeschlossen. Im Verlag wird jedoch diskutiert, mit der Tradition weitgehend unabhängiger Chefredakteure und Herausgeber zu brechen und Entscheidungen einem kleinen Führungszirkel zu übertragen. (Reuters)

Crédit Suisse streicht 500 weitere Stellen

Als Konsequenz aus der Finanzkrise streicht die schweizerische Großbank Crédit Suisse 500 weitere Stellen. Dieser Einschnitt in der Investment-Sparte und in einigen Verwaltungen sei „angesichts der Bedingungen am Markt“ erforderlich, teilte die Bank am Dienstag mit. Damit wurden wegen der Finanzkrise bei Crédit Suisse insgesamt 2000 Jobs in der Investment-Sparte gestrichen. Dort verlor also fast jeder Zehnte der 21.000 Angestellten seine Arbeit. Insgesamt beschäftigte Crédit Suisse weltweit 50.000 Menschen. (AFP)


Wirtschaft

Fed vor Leitzinssenkung

Die amerikanische Notenbank (Fed) wird angesichts der sich abschwächenden Konjunktur ihren Leitzins an diesem Mittwoch nach Einschätzung von Volkswirten erneut senken. Die Mehrheit der Experten erwartet eine Rücknahme des Leitzinses um 0,25 Prozentpunkte auf 1,25 Prozent. Einige Bankenvolkswirte gehen angesichts der zuletzt dramatischen Konjunkturabkühlung sogar von einer großen Zinssenkung von 1,50 auf 1,00 Prozent aus.

Die amerikanische Notenbank hatte bereits am 8. Oktober gemeinsam mit anderen wichtigen Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England den Leitzins um 0,50 Prozentpunkte zurück genommen. (dpa-AFX)

20 Milliarden Euro Kredit für Ungarn

Der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Union und die Weltbank gewähren Ungarn zur Bewältigung der Finanzkrise einen Kredit in Höhe von 20 Milliarden Euro. Eine entsprechende Vereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte der IWF am Dienstag in Washington mit. Der IWF stellt demnach 12,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Die EU erklärte sich bereit, 6,5 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, die Weltbank eine Milliarde Euro. Der IWF-Anteil an dem Paket fällt unter eine 17-Monate-Kreditvereinbarung. Die offizielle Zustimmung der IWF-Führung wird für Anfang November erwartet. Die Hilfe der EU für Ungarn wird die erste derartige Unterstützung für einen Mitgliedsstaat sein, seit Italien Anfang der 1990er Jahre von der Union unterstützt wurde. (AFP)

EU-Kommissar Verheugen fordert Hilfe für Autoindustrie

EU-Industriekommissar Günter Verheugen hat sich für staatliche Hilfen für die krisengeschüttelte Autoindustrie eingesetzt. Vor einem Treffen mit führenden Vertretern der Branche am heutigen Mittwoch in Brüssel sprach er sich im „Hamburger Abendblatt“ (Mittwoch) für Steueranreize zugunsten der Anschaffung umweltfreundlicherer Autos aus. Zudem setzte er sich für Stilllegungsprämien für ältere Fahrzeuge sowie direkte Zuschüsse für neue umweltfreundliche Autos ein. (dpa-AFX)

Autoindustrie will Unterstützung vom Staat

Sinkender Autoabsatz, Produktionsstopps, Ruf nach Milliardenhilfen - die Krise der Autoindustrie tritt immer deutlicher zu Tage. Der Branchenverband VDA forderte am Dienstag staatliche Hilfe in Form zinsgünstiger Kredite für Autokäufer. BMW kündigte an, in diesem Jahr 25.000 Autos weniger zu bauen. Die EU-Kommission will am Mittwoch über Unterstützung für die europäische Autoindustrie beraten. (dpa-AFX)

Washington bereitet angeblich Milliardenhilfe für Autobauer vor

Die amerikanische Regierung bereitet laut Medienberichten Milliardenhilfen für die notleidenden Autohersteller vor. Es gehe dabei vor allem um Kredite, die eine Fusion der Opel-Mutter General Motors (GM) mit Chrysler anschieben sollen, berichteten das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ am Dienstag. Die beiden Unternehmen hätten die Regierung um Hilfen von rund zehn Milliarden Dollar ersucht, berichtete der Fernsehsender CNBC. Dabei könnte der Staat auch mit 3 Milliarden Dollar bei dem fusionierten Unternehmen einsteigen, hieß es unter Berufung auf Verhandlungskreise. Außerdem gehe es um die Übernahme von Pensionsverpflichtungen in Höhe von 3 Milliarden Dollar. (dpa-AFX)

Aussichten für Japans Industrie trübe

Japans Industrieproduktion ist im September zwar um 1,2 Prozent zum Vormonat gestiegen. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) am Mittwoch jedoch weiter mitteilte, sind die weiteren Aussichten angesichts der Folgen der globalen Finanzkrise auf die Auslandsnachfrage nicht so gut. Der Trend zeige graduell nach unten. So rechnet die Industrie für Oktober mit einem Produktionsrückgang um 2,3 Prozent sowie um 2,2 Prozent im November. (dpa)

Japanische Notenbank erwägt Zinssenkung

Die japanische Notenbank erwägt Kreisen zufolge eine Zinssenkung zur Ankurbelung der Wirtschaft. Der Schritt solle auf der nächsten Sitzung am Freitag beraten werden, sagte eine mit der Sache vertraute Person am Dienstag. Die Bank werde aber vor einer endgültigen Entscheidung die Marktbedingungen ganz genau studieren.

An den Finanzmärkten wurde eine Zinssenkung in Japan bislang nicht erwartet. Der Nikkei-Future sprang nach der Nachricht um 14 Prozent in die Höhe. Die japanische Währung gab weiter nach. (Reuters)

Soros: Hedge-Fonds-Branche halbiert sich

Die Hedge-Fonds-Branche wird nach Einschätzung des amerikanischen Finanzinvestors und Milliardärs George Soros wegen der weltweiten Finanzkrise um mindestens die Hälfte schrumpfen. Der Sektor werde durch eine Marktbereinigung gehen, sagte Soros am Dienstag in einer Rede am Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. Die Branche könnte sich dadurch aber auch um bis zu zwei Drittel verkleinern. Soros ist einer der weltweit ersten und einer der bekanntesten Hedge-Fonds-Manager. (Reuters)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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