31.08.2010 · Die EU-Kommission will keine europäische Finanztransaktionssteuer, die Bundesregierung stellt die Luftverkehrsabgabe unter Vorbehalt. Das britische Konsumklima hellt sich etwas auf, Brasilien rechnet mit 7 Prozent Wachstum. Die BaFin sortiert Aufsichtsräte von Banken aus.
Unternehmensnachrichten
BaFin sortiert Aufsichtsräte von Banken aus
Die deutsche Finanzaufsicht BaFin geht gegen inkompetente oder unzuverlässige Aufsichtsräte von Banken vor. In insgesamt zehn Fällen nutzt die Behörde ihre neuen Befugnisse dazu, Kontrolleure sogar aus dem Amt zu entfernen. „Derzeit laufen zehn Abberufungsverfahren“, sagte Christoph Crüwell, Referatsleiter Aufsichtsorganisation bei der BaFin, der „Financial Times Deutschland“ (FTD - Dienstagsausgabe). Die betroffenen Kreditinstitute nannte er nicht. Weitere Verfahren würden derzeit vorbereitet. (Dow Jones)
Joyou bekräftigt Jahresziele
Der chinesische Küchen- und Bad-Armaturenhersteller Joyou hat nach den ersten sechs Monaten das Jahresziel bekräftigt. Im laufenden Jahr will das Unternehmen nach Angaben vom Montag einen Umsatz von 230 bis 240 Millionen Euro und eine Ebit-Marge von rund 19 Prozent bis 20 Prozent erreichen. Die Joyou AG hat vor fünf Monaten ihr Börsendebüt im Prime Standard der Frankfurter Börse gegeben. Der Konzern hatte für den Börsengang eigens eine deutsche AG gegründet und kooperiert mit dem deutschen Armaturenhersteller Grohe.
Die Umsatzerlöse stiegen in den ersten sechs Monaten um 24 Prozent auf 102,6 Millionen Euro. Die Bruttomarge erhöhte sich auf 28 Prozent von 27 Prozent im Vorjahr. Das operative Ergebnis (Ebit) verringerte sich allerdings um 8 Prozent auf 16,6 Millionen Euro. Joyou begründete dies mit „erheblichen“ Ausgaben für den Ausbau des Vertriebsnetzwerkes und Marketing. (Dow Jones)
Coal India will bei Börsengang 2,8 Milliarden Dollar einsammeln
Die staatliche Coal India strebt an die Börse. Die Zeichnungsfrist dauere vom 18. Oktober bis zum 21. Oktober, sagte der Chairman des größten indischen Kohleproduzenten, Partha Bhattacharyya, am Montag. 12 Tage nach Ende der Zeichnungsfrist sollen die Aktien erstmals gehandelt werden. Mit dem Börsengang will die Coal India Ltd rund 2,8 Milliarden Dollar einsammeln. Coal India produziert rund 80 Prozent des indischen Kohlebedarfs. (Dow Jones)
Wirtschaftsnachrichten
Obama stellt weitere Konjunkturprogramme in Aussicht
Amerikas Präsident Obama hat zur Belebung der heimischen Wirtschaft neue Konjunkturprogramme in Aussicht gestellt. Mit seinen Beratern diskutiere er über weitere Steuerkürzungen für Unternehmen, sagte Obama am Montag nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub. Damit sollten Firmen dazu angehalten werden, Jobs in den Vereinigten Staaten zu schaffen. Auch eine Verlängerung von Steuererleichterungen für die Mittelschicht werde in Erwägung gezogen.
Seine Wirtschaftsberater suchten fieberhaft nach Möglichkeiten, kurzfristig Neueinstellungen zu fördern und das Wachstum anzukurbeln, sagte Obama. Außerdem seien Investitionen in die Infrastruktur sowie erneuerbare Energien im Gespräch. (Reuters)
EU-Kommission will keine europäische Finanztransaktionssteuer
Die von der Bundesregierung geforderte europäische Finanztransaktionssteuer stößt in Brüssel offenbar nicht auf Gegenliebe. Die Steuer könne „beträchtliche unerwünschte Effekte“ haben, zitiert das „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe) aus einem dem Blatt vorliegenden und noch unveröffentlichten Bericht von EU-Steuerkommissar Algirdas Semeta.
Die Steuer drohe die Finanzierungskosten für Unternehmen und Regierungen in die Höhe zu treiben, warne der Kommissar. Auch könne die Steuer die Kursausschläge an den Börsen verstärken. Zudem treffe die Steuer nicht alle Wertpapiere in gleichem Maße.
Zudem sei keineswegs garantiert, dass die Steuer nur wohlhabende Anleger und Spekulanten treffe, erkläre die Kommission in dem Papier. Schließlich müsse die Abgabe auch von Pensionsfonds oder Lebensversicherungen entrichtet werden. Die wiederum könnten die Kosten an ihre Kunden aus den mittleren und unteren Einkommensschichten weitergeben. (Dow Jones)
Regierung stellt Luftverkehrsabgabe unter Vorbehalt
Die von der schwarz-gelben Bundesregierung geplante Luftverkehrsabgabe soll nach einem Zeitungsbericht nach 18 Monaten überprüft werden. Wie die „Financial Times Deutschland“ (Dienstag) berichtet, heißt es in Regierungskreisen, die geplante Abgabe auf Flüge solle bis zum 30. Juni 2012 einer Evaluierung unterzogen werden. Dabei werde untersucht, wie sich die Zahl der Flüge und damit das Aufkommen aus der Abgabe entwickelt hat. Außerdem würden die Auswirkungen auf die Fluggesellschaften und die Flughäfen überprüft. Dann könnte die Regierung auf mögliche Verlagerungen von Flügen ins Ausland reagieren. Die Luftverkehrsabgabe soll als Teil des Haushaltsbegleitgesetzes am Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen werden. (dpa-AFX)
Starker Yen hinterlässt Spuren in Japans Industrieproduktion
Die japanische Industrie bekommt den starken Yen und die Abkühlung auf ihren wichtigsten Exportmärkten China und Vereinigten Staaten zu spüren. Im Juli legte die Produktion zwar überraschend um 0,3 Prozent zu. Für den August sind die Unternehmen in den vergangenen vier Wochen aber deutlich vorsichtiger geworden und im September erwarten sie nur noch eine minimale Steigerung.
Experten hatten im Mittel im Juli bereits mit einem weiteren Rückgang des Ausstoßes um 0,2 Prozent gerechnet, nach einem Minus von 1,1 Prozent im Juni. Für August erwarten die Manager der Umfrage des Ministeriums zufolge nun eine Ausweitung um 1,6 Prozent, im September aber nur noch um 0,2 Prozent. Vor einem Monat hatten sie noch ein Plus von zwei Prozent im August erwartet.
Die Kfz-Produktion in Japan ist im Juli den neunten Monat in Serie auf Jahressicht gestiegen. Wie der Herstellerverband (JAMA) am Dienstag mitteilte, wurden 866.762 Fahrzeuge produziert und damit 16,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Kfz-Exporte legten binnen Jahresfrist um 24,4 Prozent auf 422.641 Fahrzeuge zu. (Reuters, Dow Jones)
Britisches GfK-Konsumklima hellt sich im August überraschend auf
Die Zuversicht der britischen Verbraucher ist im August erstmals seit Februar wieder gestiegen, wobei vor allem die Beurteilung des Wirtschaftsausblicks deutlich positiver ausfiel. Wie das Marktforschungsinstitut GfK NOP am Dienstag mitteilte, stieg der Konsumklimaindex im August auf minus 18 Punkte von minus 22 Zählern im Vormonat. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf minus 24,5 Zähler gerechnet.
Die Beurteilung der konjunkturellen Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten kletterte im August auf minus 14 (Juli: minus 25). Die befragten Verbraucher bewerteten auch ihre zukünftige finanzielle Lage besser als noch im Juli, der entsprechende Index legte auf minus 3 (minus 6) zu. Die Anschaffungsneigung ging im August hingegen zurück (auf minus 20 von minus 16).
Die deutliche Verbesserung der Konjunkturaussichten sind nach Aussage des GfK-Analysten nur auf den ersten Blick positiv. „Der Zuwachs gleicht lediglich einen ähnlich hohen Rückgang im Juli aus“, erklärte Moon. „Das Vertrauen in die Zukunftsaussichten der Wirtschaft liegt unter dem Niveau vom Juni und auf einem ähnlichen Niveau wie im Mai 2009, als wir uns noch immer in der Rezession befanden.“ (Dow Jones)
Brasilien rechnet mit 7 Prozent Wachstum
Brasiliens Wirtschaft wird nach Überzeugung von Finanzminister Guido Mantega in diesem Jahr um 7,0 Prozent wachsen. Das wäre nach seinen Worten das beste Ergebnis seit 24 Jahren. 2009 schrumpfte das Bruttoinlandsproduktes der neuntgrößten Volkswirtschaft krisenbedingt leicht um 0,2 Prozent. Für 2011 und die drei Folgejahre hält Mantega durchschnittlich 5,5 Prozent Wachstum für realistisch. (dpa)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |