13.07.2011 · Es wird über einen Rückkauf griechischer Anleihen zum halben Preis spekuliert, der Schuldengipfel in Washington endet offenbar ohne Ergebnis. Gerresheimer steigert den Gewinn und ie chinesische Wirtschaft wächst etwas langsamer.
Unternehmensnachrichten
Gerresheimer steigert trotz Sonderlasten Gewinn
Der Hersteller von Spezialverpackungen und Medizintechnik Gerresheimer hat im zweiten Quartal trotz Sonderlasten Umsatz und Gewinn gesteigert. Der Überschuss sei im zweiten Quartal 2010/11 (Ende Mai) im Vergleich zum Vorjahr um 18,8 Prozent auf 13,3 Millionen Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Düsseldorf mit. Der Umsatz legte auch Dank eines Zukaufs in Brasilien um 5,9 Prozent auf 284,5 Millionen Euro zu. Für das laufende Geschäftsjahr zeigte sich Gerresheimer weiter zuversichtlich. Die Prognosen wurden bestätigt. Der Umsatz dürfte bei konstanten Wechselkursen um sechs bis sieben Prozent wachsen.
Das bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen (Ebitda) blieb im zweiten Quartal mit 56,3 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreswert stabil. Das Geschäft mit Behälterglas und Kunststoffsystemen hätte sehr gut abgeschnitten, hieß es. Damit übertraf das Unternehmen wie auch beim Gewinn und Umsatz die Prognosen der neun von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragten Experten. Die bereinigte Ebitda-Marge lag mit 19,8 Prozent in etwa auf dem bestätigten Zielwert für das Gesamtjahr von rund 20 Prozent. Im zweiten Quartal des Vorjahres hatte das Unternehmen noch eine bereinigte Ebitda-Marge von 20,9 Prozent gemeldet. (dpa-AFX)
ASML prognostiziert Abschwächung des Wachstums
Der niederländische Chipausrüster ASML erwartet nach einem überraschend hohen Gewinn und einem deutlichen Umsatzplus im zweiten Quartal eine Abschwächung des Wachstums. Für einige Systeme seien die Aufträge niedriger gewesen als erwartet, sagte ASML-Chef Eric Meurice am Mittwoch. Die Kunden nähmen sich etwas Zeit, um die Trends auf dem Halbleitermarkt abzuschätzen. Der Konzern erwartet daher für das dritte Quartal lediglich Aufträge unter 500 Millionen Euro, nach 840 Millionen im zweiten Quartal.
Im zweiten Quartal steigerte ASML den Gewinn auf 432 Millionen Euro, nach 239 Millionen Euro im entsprechenden Vorjahresquartal. Analysten hatten im Schnitt nur mit 412 Millionen Euro gerechnet. Der Umsatz kletterte in dem Zeitraum um rund 50 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro. (Reuters)
Electronic Arts kauft Popcap
Der weltgrößte Hersteller von Computerspielen, Electronic Arts, will die auf Onlinespiele spezialisierte Popcap Games übernehmen. 650 Millionen Dollar in bar plus 100 Milliarden Dollar in Aktien zahlt das kalifornische Unternehmen sofort, maximal weitere 550 Millionen Dollar werden bei Erreichen bestimmter Gewinnkennziffern fällig.
Mit der Übernahme verbessert Electronic Arts den Zugang zum boomenden Markt für Online-Spiele. Das kalifornische Unternehmen ist mit Spielen groß geworden, die auf CD vertrieben und an individuelle Kunden über den Einzelhandel verkauft werden. Die aus Seattle stammende Popcap Games ist dagegen bekannt für ihre Internetspiele, wie „Plants vs. Zombies“ oder „Zuma“. Popcap erzielte im vergangenen Jahr 100 Millionen Dollar an Umsätzen und war laut eigener Aussage dabei profitabel. (Dow Jones)
L'Oreal wächst im ersten Halbjahr
Der weltgrößte Kosmetikkonzern L'Oreal ist im ersten Halbjahr gewachsen. Der Umsatz habe um 5 Prozent auf 10,15 Milliarden Euro zugelegt, teilte der französische Konzern am Dienstag nach Börsenschluss in Paris mit. Ausschlaggebend war ein starkes erstes Quartal. In den Monaten März bis Juni wuchs L'Oreal nur um 0,9 Prozent auf 4,99 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 5,07 Milliarden Euro Umsatz gerechnet.
Rückschläge musste der Konzern vor allem in osteuropäischen Ländern wie Russland und der Ukraine hinnehmen, während er in Märkten wie Asien oder Lateinamerika zulegen konnte. Gefragt war vor allem Luxuskosmetik, zu der bei L'Oreal Marken wie Lancome, Kiehl's oder Giorgio Armani gehören. Für das Gesamtjahr bestätigte der Konzern seine Ziele. L'Oreal werde sich besser entwickeln als der Markt und bei Umsatz und Gewinn zulegen, hieß es. (dpa-AFX)
Börsengang von Youbisheng Green Paper findet verhaltenes Echo
Der Börsengang des Kartonherstellers Youbisheng Green Paper AG ist nur auf verhaltene Resonanz gestoßen. Youbisheng und die begleitenden Konsortialbank BankM hätten sich nun entschieden, den Börsengang als sogenannten „Safe IPO“ durchzuführen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Im Rahmen dessen wurden 217.705 auf den Inhaber lautende Stammaktien zu je 6,50 Euro plaziert.
Youbisheng hatte im Juni seine Börsenpläne publik gemacht und angekündigt, bis zu 5,75 Millionen Aktien einschließlich Mehrzuteilungsoption platzieren zu wollen. Die Preisspanne wurde dabei auf 6,50 bis 9,50 Euro festgesetzt. Damals war auch die Option eines „Safe IPO“ ins Spiel gebracht worden, sollte die Nachfrage zu gering sein, der eine Mischung zwischen einem klassischen Börsengang und einem Listing darstellt. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
Moody's senkt Bonitätsnote für Irland auf „Ba1“
Die Ratingagentur Moody's hat Irland eine geringere Kreditwürdigkeit bescheinigt. Wie Moody's Investors Service am Dienstagabend mitteilte, sinkt das Rating für irische Staatsanleihen in heimischer und fremder Währung um eine Stufe auf „Ba1“ von zuvor „Baa3“. Der Ausblick für diese Bonitätsnote bleibt weiterhin negativ, was bedeutet, dass weitere Abstufungen folgen könnten.
Das Land bedürfe wahrscheinlich weiterer Finanzhilfen, bevor es an die Finanzmärkte zurückkehren kann, erklärte die Ratingagentur in ihrer Mitteilung. Zwar lobten die Kreditwächter Irlands „starkes Bekenntnis zu fiskalischer Konsolidierung“ und betonten, dass das Land bis jetzt die Ziele des Hilfsprogramms erfüllt habe. Die Risiken bei Umsetzung des Anpassungsprogramms seien in Anbetracht der fortdauernden Konjunkturschwäche aber bedeutend. (Dow Jones)
Schuldengipfel in Washington offenbar ohne Ergebnis
Auch der vierte „Schuldengipfel“ in Washington hat offenbar keinen Durchbruch gebracht. Präsident Obama und führende Kongressmitglieder trennten sich nach rund zwei Stunden im Weißen Haus, ohne eine Erklärung abzugeben. Erst kurz zuvor hatte Obama eine deutliche Warnung erteilt: Falls es nicht bald eine Einigung über die Erhöhung des Schuldenlimits geben sollte, könne die Regierung nicht garantieren, dass rund 50 Millionen Zahlungen für Rentner, ehemalige Soldaten sowie für Behinderte Anfang August getätigt würden.
Falls bis zum Stichtag am 2. August keine Erhöhung beschlossen werden sollte, droht die Zahlungsunfähigkeit der Vereinigten Staaten. Ratingagenturen haben bereits vor schweren Konsequenzen gewarnt. Eine Erhöhung der Zinsen für die Vereinigten Staaten könnte ein Abrutschen der amerikanischen Wirtschaft in die Rezession auslösen - mit Negativfolgen für die Weltwirtschaft. (dpa-AFX)
Spekulationen über Rückkauf griechischer Anleihen zum halben Preis
Die Finanzminister der Euro-Länder erwägen einem Pressebericht zufolge, dass Griechenland privaten Gläubigern anbieten soll, seine Anleihen mit einem Abschlag von durchschnittlich 50 Prozent zurückzukaufen. Wie die „Financial Times Deutschland“ unter Berufung auf Kommission- und Regierungskreise berichtet, soll die griechische Regierung das dafür nötige Geld aus dem Rettungsfonds EFSF erhalten.
Das geplante zweite Griechenland-Paket soll dem Bericht zufolge größer ausfallen als die bisher geplanten bis zu 115 Milliarden Euro. „Da muss mehr Geld auf den Tisch“, hieß es in EU-Kreisen. Wegen des Abschlags wäre der Rückkauf eine Art freiwilliger Schuldenschnitt, der bisherige Konzepte zur Beteiligung des Privatsektors ersetzen würde, schreibt die „FTD“.
Eine Mehrheit der Euro-Staaten ist der Zeitung zufolge bereit, dafür eine zumindest zeitweise Einstufung der Anleihen als „teilweiser Zahlungsausfall“ hinzunehmen. Die Minister kalkulieren demnach bereits ein, dass wegen dieses Zahlungsausfalls eine zusätzliche Stützung der griechischen Banken nötig ist. Dies könne im Hilfspaket ebenfalls berücksichtigt werden, hieß es. (Dow Jones)
Chinesische Wirtschaft wächst etwas langsamer
Das chinesische Wirtschaftswachstum hat sich im zweiten Quartal des Jahres auf 9,5 Prozent leicht verlangsamt. Das berichtete das chinesische Statistikamt am Mittwoch in Peking. Im ersten Quartal war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um 9,7 Prozent gewachsen. Der Anstieg lag insgesamt etwas höher als die Erwartungen von Experten. Die Regierung hofft, dass die leichte Abschwächung den Inflationsdruck zumindest etwas mildern könnte. Die Inflation hatte im Juni mit 6,4 Prozent den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. (dpa-AFX)
Amerikanische Notenbank nimmt vorerst abwartende Haltung ein
Die amerikanischen Währungshüter waren sich bei ihren jüngsten geldpolitischen Beratungen einig, die konjunkturelle Entwicklung weiter zu beobachten und vorerst keine Änderungen an der geldpolitischen Ausrichtung vorzunehmen. Wie auf einen möglichen Anstieg der Inflation bei gleichzeitig schwacher Konjunktur zu reagieren sei, darüber gingen die Meinungen allerdings auseinander, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Protokoll der Sitzung vom 21. und 22. Juni hervorgeht.
Einige Mitglieder des Offenmarktausschusses der Federal Reserve (FOMC) deuteten an, dass die Notenbank eventuell weitere Stützungsmaßnahmen erwägen müsste, falls das Wachstum zu langsam bleibe, um die Lage am Arbeitsmarkt bedeutend zu verbessern. Einige andere dagegen legten dem Gremium unter Verweis auf die Inflationsrisiken nahe, dass der Ausstieg aus der extrem lockeren Geldpolitik möglicherweise früher beginnen müsse als bislang angenommen.
Gemeinsam stellten die Geldpolitiker fest, dass der Ausblick für den Arbeitsmarkt und für die Inflation „ungewöhnlich ungewiss“ sei. Entsprechend hatte das Gremium entschieden, die Entwicklung des Wachstums- und Inflationsausblicks abzuwarten, bevor der nächste geldpolitische Schritt vorgenommen werden sollte. (Dow Jones)
Japans Industrieproduktion erholt sich stärker als zunächst berechnet
Die japanische Industrieproduktion hat sich im Mai stärker erholt als zunächst berechnet. Die Produktion sei im Monatsvergleich um 6,2 Prozent gestiegen, teilte die Regierung am Mittwoch in Tokio mit. Damit wurden vorläufige Zahlen um 0,5 Punkte nach oben revidiert. Nach der schweren Naturkatastrophe war die Produktion im März mit 15,5 Prozent so stark wie noch nie eingebrochen. Bereits im April ergab sich ein leichtes Plus um 1,6 Prozent. (dpa-AFX)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |