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Donnerstag, 20. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Medienschau Moody's prüft baldige Herabstufung der amerikanischen Bonitätsnote

 ·  Südzucker bekräftigt die Prognose, Wechselkurse drücken den Umsatz der Software AG und Heideldruck setzt weniger um als erwartet. Fitch stuft Griechenland herab und das PC-Geschäft läuft mau.

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Unternehmensnachrichten

Südzucker bekräftigt jüngst angehobene Jahresprognose

Die Südzucker AG geht im laufenden Geschäftsjahr weiterhin von einem Umsatz von rund 6,5 (Vorjahr 6,2) Milliarden Euro und einem operativen Konzernergebnis von mehr als 600 (519) Millionen Euro aus. Der Mannheimer MDax-Konzern wiederholte die vor wenigen Wochen angehobene Prognose am Donnerstag bei Vorlage der ausführlichen Zahlen für das erste Quartal.

In den drei Monaten per 31. Mai 2011 wuchs das Ebitda um 18,2 Prozent auf 231 Millionen Euro, das Ergebnis nach Steuern und Anteilen Dritter legte um 26,6 Prozent auf 92 Millionen Euro zu, detaillierte Südzucker die Quartalsergebnisse. Der Cashflow verbesserte sich um 41,4 Prozent auf 191 Millionen Euro. Gleichzeitig gelang dem Unternehmen ein weiterer Abbau der Nettofinanzschulden per 31. Mai auf 932 (1.065) Millionen Euro.

Mitte Juni hatte Südzucker bereits das operative Konzernergebnis von 184 (149) Millionen Euro sowie den Umsatz von 1,6 (1,5) Milliarden Euro kommuniziert. (Dow Jones)

Wechselkurse drücken Umsatz der Software AG

Die Software AG hat im zweiten Quartal 2011 weniger umgesetzt als im Vorjahr. Zugleich bekräftigte der Konzern am Mittwochabend die Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr. Die Erlöse bezifferte das Software-Unternehmen für die abgelaufene Periode mit 256 Millionen bis 258 Millionen Euro, nachdem im Vergleichszeitraum des Vorjahres noch 267,3 Millionen Euro umgesetzt worden waren. Währungsbereinigt entspreche der Gesamtumsatz dem Vorjahreswert. Ungünstigere Währungsrelationen hätten einen wesentlichen Einfluss auf die ausgewiesenen Umsätze im Vergleich zum zweiten Quartal des Vorjahres ausgeübt.

Für das Gesamtjahr bestätigte die Software AG die bisherige Prognose und erwartet unverändert ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von 5 Prozent bis 7 Prozent und eine Gewinnsteigerung von 10 Prozent bis 15 Prozent. Die detaillierten Ergebniszahlen wird die Gesellschaft am 28. Juli 2011 veröffentlichen. (Dow Jones)

Heideldruck setzt weniger um als erwartet

Die Heidelberger Druckmaschinen AG hat im ersten Quartal etwas weniger umgesetzt als vom Unternehmen selbst erwartet. Es seien Einnahmen von rund 544 Millionen Euro erzielt worden nach 563 Millionen Euro im Vorjahr, teilte die im MDax notierte Gesellschaft am Donnerstag auf Basis vorläufiger Berechnungen mit. Bereinigt um Währungseffekte habe der Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres gelegen.

Heidelberger Druck begründete die schwache Entwicklung unter anderem mit Umsatzverschiebungen auf die nachfolgenden Quartale in Folge der Erdbebenkatastrophe in Japan sowie mit Verzögerungen aus der ausgeweiteten Liquiditätsverknappung im chinesischen Bankensystem. Wegen der weiter hohen Nachfrage und des anhaltend hohen Wirtschaftswachstums in China sollen die Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung von Heidelberg aber nur temporär sein.

Im Rahmen der eigenen Erwartung lag der Auftragseingang. Er lag bei 665 Millionen Euro oder währungsbereinigt 690 Millionen Euro. Im Vorjahr waren es 786 Millionen Euro; im Vorquartal 637 Millionen Euro. (Dow Jones)

Chinesische Airline an Hochtief-Flughafengeschäft interessiert

Für die zum Verkauf stehenden Flughafenbeteiligungen von Hochtief gibt es laut einem Zeitungsbericht auch einen chinesischen Interessenten. Die Zeitung „21st Century Business Herald“ nennt am Donnerstag die HNA Group, Muttergesellschaft der Hainan Airlines Co.

Früheren Aussagen informierter Personen zufolge sollen der französische Baukonzern Vinci, der deutsche Flughafenbetreiber Fraport im Tandem mit dem Deutsche-Bank-Infrastrukturfonds RREEF sowie der Infrastrukturfonds GIP bereits mit indikativen Angeboten an die Hochtief AG, Essen, herangetreten sein. Ein weiteres Gebot soll vom Infrastrukturfonds Sintonia vorliegen, der der Benetton-Familienholding sowie Goldman Sachs, Mediobanca und Singapurs staatlichem Investitionsvehikel GIC gehört. Mit dem Verkaufsprozess vertraute Informanten halten eine Bewertung von bis zu 1,2 Milliarden Euro für die Hochtief-Aktiva für realistisch. (Dow Jones)

PC-Geschäft läuft mau

Die goldenen Zeiten für die Computerbauer scheinen erst mal vorbei. Im zweiten Quartal stiegen die PC-Auslieferungen nach vorläufigen Zahlen der Marktforscher Gartner und IDC nur noch um 2,3 beziehungsweise 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf um die 85 Millionen Stück. Im vergangenen Jahr waren prozentual zweistellige Zuwachsraten noch die Regel. In Europa und den Vereinigten Staaten mussten die Computerbauer jetzt sogar Einbußen hinnehmen.

Laut den Marktforschern haben auch die immer beliebter werdenden Tablet-Computer sowie Smartphones dazu beigetragen, dass klassische PC fast nur noch in den Schwellenländern zulegen konnten. Weltgrößter PC-Hersteller ist weiter Hewlett-Packard. Dell konnte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf den zweiten Rang vorschieben und hat damit Acer verdrängt. Die Taiwaner waren nicht zuletzt mit kleinen und billigen Netbooks zu einer Branchengröße aufgestiegen; doch gerade diese Minirechner müssen sich nun gegen die Tablet-Computer behaupten. Acer stürzte gleich auf Rang vier ab. Weltweite Nummer drei ist nun Lenovo aus China. (dpa-AFX)



Wirtschaftsnachrichten

Moody's prüft baldige Herabstufung der amerikanischen Bonitätsnote

Die Rating-Agentur Moody's droht den Vereinigten Staaten wegen des zähen Streits über die Erhöhung der Schuldengrenze mit einem umgehenden Entzug der Bonitäts-Bestnote „Aaa“. Falls eine Einigung nicht rechtzeitig zustande komme, könnten die Vereinigten Staaten die Note bereits in den kommenden Wochen verlieren, warnte Moody's am Mittwoch. Die Agentur erklärte, es gebe eine wachsende Wahrscheinlichkeit, dass die Schuldengrenze nicht rechtzeitig erhöht werde und daraufhin amerikanische Schuldtitel in Zahlungsverzug geraten könnten.

Im Frühjahr hatten bereits mehrere Rating-Agenturen den Vereinigten Staaten mit einer Herabstufung gedroht. Moody's signalisierte nun jedoch als erste, dass diese unmittelbar bevorstehen könnte, indem sie die Note auf „review for possible downgrade“ stufte. Für die Finanzmärkte kam dies offenbar überraschend. Der Dollar reagierte mit deutlichen Verlusten, der Euro legte innerhalb von Sekunden einen halben Cent zu. Der amerikanische Aktienmarkt war zum Zeitpunkt der Ankündigung bereits geschlossen. (Reuters)

Fitch stuft die Kreditwürdigkeitsnote Griechenlands herab

Die Ratingagentur Fitch hat die Kreditwürdigkeit Griechenlands um drei Stufen gesenkt. Die Note werde von bisher „B+“ auf „CCC“ reduziert, teilte Fitch am Mittwochabend in London mit. Die Europäische Union (EU) und der Internationale Währungsfonds (IWF) hätten noch kein umfassend finanziertes und glaubwürdiges zweites Hilfsprogramm aufgelegt. Zudem sorge die mögliche Beteiligung des privaten Sektors an einem zweiten Hilfspaket für zunehmende Verunsicherung. Außerdem trübe sich der gesamtwirtschaftliche Ausblick weiter ein.

Die Regierung in Athen reagierte mit Unverständnis auf die Herabstufung. Die Eurogruppe habe vergangenen Montag beschlossen, das neue Hilfsprogramm bis zum 15. September zu schnüren und es in die Tat umzusetzen, hieß es in Athen. Man müsse sich also wundern, „warum Fitch heute diese Erklärung ausgab, obwohl das Programm der Eurozone und des IWF beschlossen und bekannt ist“, erklärte das Finanzministerium in Athen. (dpa-AFX)

Neue Regeln könnten Versicherer von Firmenanleihen abhalten

Unmittelbar bevorstehende neue Vorschriften könnten nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) den Appetit von Lebensversicherern auf Firmenanleihen dämpfen. Dies könne mittelfristig eine wichtige Finanzierungsquelle für Unternehmen einschränken, warnte die BIZ am Mittwoch. Zu den Änderungen gehören die in Europa geplanten neuen Kapitalvorschriften für Versicherer (Solvency II). Diese Regeln könnten die Versicherer dazu zwingen, auf Kosten der Unternehmensanleihen mehr Staatsanleihen zu halten, erklärte die BIZ. (Reuters)

Italien verschärft Sparpaket und plant Privatisierungen

Die italienische Regierung plant zur Haushaltssanierung Privatisierungen und will zudem ihr Sparpaket verschärfen. Wie am Mittwoch aus Ergänzungen zu dem Sparpaket hervorging, wird der Wirtschaftsminister spätestens im Dezember 2013 ein oder mehrere Programme zum Verkauf von Staatsbeteiligungen absegnen. Zudem sind den Ergänzungen zufolge 2013 Haushaltseinsparungen von vier Milliarden Euro geplant, die bis 2014 auf insgesamt 20 Milliarden Euro steigen. Bislang waren hier lediglich 15 Milliarden Euro festgelegt. Allerdings war zunächst unklar, ob diese Änderungen an anderer Steller wieder wettgemacht werden. (Reuters)

Amerikanisches Haushaltsdefizit im Juni unter Vorjahresniveau

Der amerikanische Haushalt hat im Juni ein Defizit von 43,08 (Vorjahr: 68,42) Milliarden Dollar verzeichnet. Wie das Finanzministerium am Mittwochabend weiter mitteilte, belief sich das Defizit in den ersten neun Monaten des laufenden Fiskaljahres auf 970,52 Milliarden Dollar. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum hatte der Fehlbetrag bei 1,29 Billionen Dollar gelegen. Trotz des geringeren Defizits peilt das Finanzministerium als Termin einer notwendigen Schuldenlimitanhebung weiterhin den 2. August 2011 (Dow Jones)

Deutschland ab 2014 ohne Haushaltsdefizit

Deutschland will 2014 einen ausgeglichenen Gesamthaushalt erreichen. Wie das „Handelsblatt“ (HB) in seiner Donnerstagausgabe unter Berufung auf Informationen aus den Bundesländern berichtet, haben sich darauf Bund, Länder und Gemeinden am Mittwoch im Arbeitskreis Stabilitätsrat verständigt. Ausgehend von einer Defizitquote von 1,5 Prozent in diesem Jahr solle die Quote bis 2014 Jahr für Jahr um einen halben Punkt sinken. (Dow Jones)

Singapurs Wirtschaft schrumpft

Die Wirtschaft Singapurs ist im zweiten Quartal deutlich geschrumpft. Wie die Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte, sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt und annualisiert um 7,8 Prozent. Im ersten Quartal war es um 27,2 Prozent gestiegen. Auf Jahressicht legte das BIP im zweiten Quartal um 0,5 Prozent zu. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten eine um 1,1 Prozent höhere Wirtschaftsleistung erwartet. (Dow Jones)

Koreas Zentralbank lässt Leitzins unverändert bei 3,25 Prozent

Koreas Zentralbank hat ihren Leitzins unverändert gelassen, wie sie am Donnerstag mitteilte. Damit liegt der geldpolitische Schlüsselsatz weiter bei 3,25 Prozent. Zuletzt hatte die Bank of Korea die Zinsen im vergangenen Monat angehoben. Beobachter rechnen wegen der hohen Inflation für nächsten Monat einer nächsten Erhöhung. (Dow Jones)

Neuseelands Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Neuseelands Wirtschaft ist im ersten Quartal 2011 stärker als erwartet gewachsen. Wie die Statistikbehörde am Donnerstag mitteilte, stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal saisonbereinigt um 0,8 Prozent. Die von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte hatten auch wegen der schweren Erdbeben in Christchurch, der zweitgrößten Stadt des Landes, einen Zuwachs von nur 0,4 Prozent prognostiziert. Im vierten Quartal 2010 hatte die Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent zugenommen. Der Neuseeländische Dollar legte nach Bekanntwerden der Daten an den Devisenmärkten zu. Beobachter rechnen nun damit, dass die Reserve Bank of Newzealand ihren Leitzins im Dezember anheben wird. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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