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Medienschau Milliardenschwere Staatshilfe für die UBS

16.10.2008 ·  Hoher Verlust bei Citigroup befürchteteBay warnt vor weniger Gewinn als geplantMehdorn will Bahn-Börsengang im NovemberHonda hält an Gewinnziel festSAP bittet um Abweisung einiger Oracle-VorwürfeDeutsche Börse sieht in der Krise ChancenEon vereinbart Zusammenarbeit mit Abu DhabiEdF zieht sich bei Constellation Energy zurückAuch Regierung erwartet nur 0,2 Prozent WachstumStreit über Rolle der Bundesbank bei RettungsplanBernanke erwartet längere DurststreckeWeltgipfel soll neue Regeln für Finanzmärkte festlegenHWWI für staatliche Geldgeschenke an BürgerBDI für mehr staatliche Investitionen

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Unternehmen

Schweizer Regierung stützt die UBS

Die Schweiz hat ein umfassendes Hilfspaket zur Stabilisierung des Finanzsystems beschlossen. Außerdem sollen Sparer besser geschützt werden. Bundesrat, Nationalbank und Bankenkommission einigten sich unter anderem darauf, die wegen der Finanzkrise angeschlagene Schweizer Großbank UBS zu stützen. Wie das Finanzministerium am Donnerstag in Bern bekanntgab, beteiligt sich der Staat an der Bank mit einer Pflichtwandelanleihe über 6 Milliarden Schweizer Franken (3,9 Milliarden Euro). Die Notenbank wird überdies Ramschpapiere in eine Zweckgesellschaft übertragen.

Zum Schutz der Sparer will der Staat zudem den Einlegerschutz stärken. Er soll nach Angaben des Finanzministeriums „angemessen“ erhöht werden. Bislang sind Sparguthaben bis zu einer Höhe von 30.000 Franken garantiert. Das Parlament muss dem Vorschlag noch zustimmen. (dpa)

Analysten sehen hohe Verluste bei Citigroup

Die von der Kreditkrise hart getroffene amerikanische Großbank Citigroup hat Branchenkennern zufolge im dritten Quartal hohe Ergebniseinbußen hinnehmen müssen. Die 13 befragten Analysten gehen im Durchschnitt von einem Verlust von 0,66 Dollar je Aktie aus, nachdem im Vorjahr ein Gewinn von 0,44 Dollar angefallen war. Die Erträge für die Monate Juli bis September dürften der Durchschnittsprognose zufolge um 4,7 Prozent auf 21,34 (Vorjahr: 22,39) Milliarden Dollar abgenommen haben. Die Citigroup will die Zahlen am heutigen Donnerstag veröffentlichen.

Im zweiten Quartal fiel das Minus mit 2,5 Milliarden Dollar geringer als vom Markt erwartet aus. Allerdings summierten sich die Verluste in den vergangenen drei Quartalen damit bereits auf rund 17,5 Milliarden Dollar. Die Bank streicht deshalb mindestens 15.000 der weltweit rund 350.000 Stellen. Zudem musste die Citigroup im zweiten Jahresviertel mehr als 7 Milliarden Dollar abschreiben. Damit belaufen sich die krisenbedingten Abschreibungen und Werteinbußen auf mittlerweile rund 50 Milliarden Dollar. Im Gegenzug verschaffte sich die Bank 40 Milliarden Dollar dringend benötigtes frisches Kapital. (dpa-AFX)

eBay warnt vor weniger Gewinn als geplant

Die amerikanische Internet-Verkaufsplattform eBay rechnet wegen ihrer Neuausrichtung in diesem Jahr mit weniger Gewinn und Umsatz als bisher geplant. Mit der Warnung hat der amerikanische Konzern die Anleger am Mittwochabend enttäuscht und seine Aktie nachbörslich auf Talfahrt geschickt. eBay macht besonders die Konkurrenz des Online-Händlers Amazon.com zu schaffen.

Im dritten Quartal erzielte eBay einen Überschuss von 492 Millionen Dollar (364 Millionen Euro). Im Vorjahr war wegen Abschreibungen auf die Internettelefonie-Tochter Skype ein Minus von 936 Millionen Dollar angefallen. Der Umsatz legte um 12 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar zu. Die eBay-Aktie fiel nachbörslich weiter, nachdem sie bereits im Tagesverlauf um knapp 14 Prozent abgestürzt war. Binnen Jahresfrist büßte eBay mehr als 60 Prozent seines Börsenwerts ein. (dpa-AFX)

Mehdorn will Bahn-Börsengang im November

Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn will nach Informationen der „Rheinischen Post“ (Donnerstag) schon in der kommenden Woche nach Asien und in die arabische Welt reisen, um Investoren für einen Börsengang des Unternehmens noch im November zu gewinnen. Wie die Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise weiter berichtete, hat die Konzernführung die Zustimmung der Bundesregierung. Bei einem Erfolg der Gespräche könne die Teilprivatisierung noch Ende November über die Bühne gehen, hieß es weiter. Ursprünglich hatte der Bund am 27. Oktober 24,9 Prozent der Bahn-Aktien bei Investoren und an der Börse platzieren wollen. Das Vorhaben scheiterte wegen der Finanzmarktkrise. (dpa-AFX)

Honda hält an Gewinnziel fest

Der zweitgrößte japanische Autobauer Honda hält derzeit an seinen Ergebniszielen für das Geschäftsjahr 2008/09 fest. Es gebe aktuell keinen Grund, den Gewinnausblick zu ändern, sagte Honda-Chef Takeo Fukui am Donnerstag in Reaktion auf eine skeptische Einschätzung des Konkurrenten Toyota. Auch wenn der Dollar unter 100 Yen fallen sollte, sehe er keine Veranlassung, die Honda-Strategie zu ändern, fügte Fukui hinzu. Honda rechnet für das laufende Geschäftsjahr mit einem operativen Gewinn von 630 Milliarden Yen (4,57 Milliarden Euro), während die Konsensschätzung bei 668,4 Milliarden Yen liegt. (dpa-AFX)

SAP bittet um Abweisung einiger Oracle-Vorwürfe

Im Rechtsstreit um angeblichen Datendiebstahl hat der Softwarekonzern SAP ein amerikanisches Gericht aufgefordert, einige Vorwürfe des Konkurrenten Oracle abzuweisen. Oracle versuche das Verfahren so weit wie möglich auszuweiten, sagte ein SAP-Sprecher am Mittwoch. Dabei gehe das Unternehmen über den Rechtsrahmen und die für eine Klärung der Vorwürfe relevanten Sachverhalte hinaus. SAP habe daher das Gericht gebeten, Punkte aus dem Verfahren zu streichen, die nicht mit den Vorwürfen in Zusammenhang stünden.

Oracle wirft dem Walldorfer Konzern vor, dass die SAP-Tochter Tomorrow Now unberechtigt Software-Codes von Oracle-Datenbanken heruntergeladen habe. Dadurch seien Kunden abgesprungen. Tomorrow Now hatte für Oracle-Kunden Software gewartet. Oracle beziffert den bei ihm entstandenen Schaden auf mindestens eine Milliarde Dollar. SAP räumte ein, dass Tomorrow Now rechtswidrig auf Oracle-Datenbanken zugegriffen habe. Inzwischen zog SAP bei der amerikanischen Tochter die Reißleine - ihr Geschäft soll bis zum 31. Oktober eingestellt werden. (Reuters)

Deutsche Börse sieht in der Krise Chancen

Die Deutsche Börse sieht in der Finanzkrise eine Wachstumschance für sich und andere geregelten Marktbetreiber. Durch eine Stärkung des börslichen Handels könnte ein Frühwarnsystem geschaffen werden, da die gehandelten Instrumente jederzeit vom Markt bewertet würden und die Bewertungen allen Marktteilnehmern zugänglich seien, sagte Vorstandschef Reto Francioni am Mittwoch während eines Parlamentarischen Abends in Berlin.

Auch will die Deutsche Börse unverändert in allen Zeitzonen der Welt Präsenz zeigen. „Dies gilt ganz besonders für die Wachstumsmärkte in Osteuropa, Nahost und Asien“, sagte Francioni weiter. (dpa-AFX)

Eon vereinbart Zusammenarbeit mit Abu Dhabi

Der Energiekonzern Eon und das Golfemirat Abu Dhabi haben eine Zusammenarbeit beim weltweit größten Offshore-Windpark London Array beschlossen. Masdar, die Initiative der Vereinigten Arabischen Emirate zur Entwicklung Erneuerbarer Energien, werde von Eon einen Anteil an London Array übernehmen, teilte der Versorger am Donnerstag mit. Derzeit hielten Eon und das dänische Energieunternehmen Dong Energy jeweils 50 Prozent an London Array. Masdar übernehme 40 Prozent des Eon-Anteils und sei damit mit 20 Prozent am Gesamtprojekt beteiligt. Eon und Masdar wollen darüber hinaus bei einer Reihe weiterer Projekte im Bereich Eneuerbarer Energien zusammenarbeiten.

„London Array ist Teil unserer Strategie, den Anteil Erneuerbarer Energien bei Eon massiv auszubauen. Allein bis 2010 werden wir dafür rund sechs Milliarden Euro investieren“, erklärte Eon-Chef Wulf Bernotat. Der Windpark London Array entsteht im Mündungsgebiet der Themse östlich von London. Geplant sei die Errichtung von rund 270 Turbinen, die Strom für rund 750.000 Haushalte liefern sollen. (Reuters)

EdF gibt Kampf um Constellation Energy auf

Der französische Energiekonzern Electricité de France (EdF) gibt das Bieterrennen um den amerikanischen Konkurrenten Constellation Energy auf. EdF wolle kein weiteres Angebot für die Amerikaner abgeben, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Paris mit. Die Entscheidung sei auf die gegenwärtige Lage an den Finanzmärkten zurückzuführen. Gleichwohl peile EdF weiter vier Atomreaktoren in den Vereinigten Staaten an.

Derzeit bietet der amerikanische Milliardär Warren Buffett über eine Energiefirma 4,7 Milliarden Dollar für Constellation Energy. Constellation wurde von einem starken Engagement bei der Investmentbank Lehman Brothers destabilisiert, und der Aktienkurs brach ein. EdF wollte das für eine Übernahme nutzen und legte gemeinsam mit den amerikanischen Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts und TPG Capital ein Angebot vor - wurde dann aber von Buffett überboten. (dpa-AFX)


Wirtschaft

Auch Regierung erwartet nur 0,2 Prozent Wachstum

Die Bundesregierung stellt am heutigen Donnerstag gegen 12 Uhr ihre Konjunkturprognose für 2009 vor. Angesichts der Finanzkrise geht Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wie zuvor die Wirtschaftsforscher nur von einem um 0,2 Prozent höheren Wachstum aus, wie vorab bekannt wurde. Im Frühjahr hatte er noch mit einem 1,2 Prozent höheren Bruttoinlandsprodukt gerechnet.

Auch erwartet die Regierung im Durchschnitt des kommenden Jahres einen geringen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten am Dienstag geschätzt, dass am Jahresende 2009 rund 350.000 Menschen weniger als zu Beginn des Jahres beschäftigt sein werden. (AP)

Streit über Rolle der Bundesbank bei Rettungsplan

Berlin, 16. Okt (Reuters) - Bei den Beratungen über das 500 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für die deutsche Bankenbranche ist einer Zeitung zufolge ein Streit über die Rolle der Bundesbank ausgebrochen. Dabei wehre sich die Bundesbank gegen eine Aufsicht durch das Finanzministerium bei der Verwaltung des Fonds, der den Finanzinstituten bis zu 80 Milliarden Euro an direkten Hilfen zur Verfügung stellen könne, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag) unter Berufung auf Koalitionskreise vorab. Bundesbank-Präsident Axel Weber und seine Vorstandskollegen sähen darin einen Angriff auf die Unabhängigkeit der Bundesbank.

Der Streit droht der Zeitung zufolge neben der Weigerung einiger Länder, sich in der vorgesehenen Weise an den Kosten des Fonds zu beteiligen, die Umsetzung des geplanten Gesetzes zur Stabilisierung des Finanzmarktes zu erschweren. Mehrere Länder lehnen es bislang ab, gut ein Drittel der Kosten des Rettungspakets zu tragen und gleichzeitig für Risiken der Landesbanken und Sparkassen aufzukommen. Eine Lösung soll ein Gespräch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag bringen. (Reuters)

Bernanke erwartet längere Durststrecke für die Konjunktur

Der amerikanische Notenbankpräsident Ben Bernanke hat sich skeptisch über die mittelfristigen Konjunkturaussichten geäußert. Selbst bei einer Beruhigung des Finanzsystems werde es länger dauern, bis die Wirtschaft wieder in Fahrt komme, sagte Bernanke am Mittwoch vor dem Wirtschaftsklub von New York.
„Die Stabilisierung der Finanzmärkte ist ein erster wichtiger Schritt, sagte Bernanke.„Aber selbst wenn sie sich beruhigen, wie wir es hoffen, wird es nicht gleich zu einer breiteren wirtschaftlichen Erholung kommen.“

Mit dem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspaket für die Banken sei ein wichtiger Schritt zur Eindämmung der Risiken gemacht worden, sagte der Fed-Präsident. „Wir haben nun die Werkzeuge, die wir brauchen, um mit der erforderlichen Kraft auf diese Herausforderungen zu antworten.“ Zugleich fügte er aber hinzu: „Der Weg wird nicht einfach sein.“ (AP)

Weltgipfel soll neue Regeln für Finanzmärkte festlegen

Ein Weltgipfel soll nach dem Willen der Europäischen Union neue Regeln für die Finanzmärkte aufstellen. Damit sollen in Zukunft schwere Krisen vermieden werden, sagte der amtierende EU-Ratsvorsitzende, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, am Mittwoch in Brüssel. Das weltweite Finanzsystem müsse auf neue Grundlagen gestellt wird. Dies wollten er und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am kommenden Wochenende bei einem Treffen mit dem amerikanischen Präsidenten George Bush in den Vereinigten Staaten erörtern. Zusätzlich seien aber auch Treffen im größeren Rahmen notwendig, an denen auch Schwellenländer teilnehmen sollten, um neue Richtlinien festzulegen. Dies solle noch in diesem Jahr geschehen, möglichst im November. (Reuters)

HWWI für staatliche Geldgeschenke an Bürger

Für staatliche Geldgeschenke an die Bürger zur Ankurbelung der Konjunktur hat sich der Direktor des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Instituts (HWWI), Thomas Straubhaar, ausgesprochen. „Jeder Steuerzahler sollte noch in diesem Jahr einen Barscheck von der Regierung erhalten“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. So könnten beispielsweise je 100 Euro im November und 100 Euro Dezember ausgezahlt werden.

„Jeder sollte den gleichen Betrag erhalten. Dann hätte man nicht nur für die Bürger, sondern auch für die Konjunktur etwas Gutes getan“, sagte Straubhaar. Steuererhöhungen lehnte er dagegen ab. „Vielmehr muss über schnell wirkende Steuer- und Abgabensenkungen nachgedacht werden, um den Konsum rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft anzukurbeln.“ (AP)

BDI-Chef für mehr staatliche Investitionen

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Jürgen Thumann, hat mehr staatliche Investitionen zur Linderung der Folgen der Finanzkrise gefordert. „Die Bundesregierung sollte ihre Investitionen auf keinen Fall reduzieren, sondern sogar beschleunigen und aufstocken“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Donnerstag). Infrastruktur sollte in Partnerschaften mit privaten Unternehmen erneuert werden. „Ich denke etwa an Straßenbau, Flughäfen oder Kraftwerke“, sagte der BDI-Chef. (AFP)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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