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Medienschau MAN will angeblich weitere Vorstände entlassen

25.11.2009 ·  Alles wird gut: die Fed ist für Amerika zunehmend optimistisch, Japans Handelsbilanzüberschuss ist auf ein 19-Monatshoch gestiegen und in Deutschland prophezeien Ökonomen 2010 kräftiges Wachstum. Nur wird der private Konsum wird wohl trotzdem stagnieren.

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Unternehmen

MAN will weitere Vorstandsmitglieder entlassen

Der Münchener Nutzfahrzeugkonzern MAN kommt laut einem Zeitungsbericht nicht zur Ruhe. Nach dem Rücktritt des Vorstandsvorsitzenden Håkan Samuelsson sollen weitere Vorstände ihr Amt verlieren, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ - Mittwochsausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Ein MAN-Sprecher wollte den Bericht auf Anfrage von Dow Jones Newswires nicht kommentieren. Das seien Spekulationen, sagte er.

Aus Sicht des Aufsichtsrats sei der Abgang von Samuelsson nur ein „Teil das Antwort“, schreibt die Zeitung. Weitere Vorstandsmitglieder müssten um ihre Jobs bangen. Dazu zählten vor allem Finanzvorstand Karlheinz Hornung und Anton Weinmann, Vorstandschef MAN Nutzfahrzeuge AG, hieß es weiter.

Die Münchener waren zuletzt vor allem wegen der Schmiergeldaffäre in den Schlagzeilen. Nachdem Vorwürfe bekannt geworden waren, dass MAN die Verkäufe seiner Lastwagen und Busse mit Bestechungsgeldern in Millionenhöhe angekurbelt hat, mussten bereits mehrere hochrangige Konzernmanager ihre Posten räumen. Es gebe jedoch keinen strafrechtlichen Vorwurf gegen Samuelsson, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in München am Montag zu Dow Jones Newswires. (Dow Jones)

Facebook bereitet Börsengang vor

Das Online-Netzwerk Facebook bereitet sich auf einen Börsengang vor. Das Unternehmen führt eine Zwei-Klassen-Aktienstruktur ein, die den Einfluss bestehender Anteilseigner sichern soll. Zugleich stellte Facebook klar, ein Gang an die Börse stehe nicht unmittelbar bevor.

Alle bisherigen Facebook-Anteilseigner sollen sogenannte Class-B-Aktien bekommen, die zehn Mal soviele Stimmrechte haben wie herkömmliche Papiere der Klasse A, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstagabend. Damit würde bei einer Aktienplazierung vor allem die starke Rolle des 25-jährigen Facebook-Gründers Mark Zuckerberg gesichert. Es ist der bisher deutlichste Hinweis auf konkrete Börsenpläne bei Facebook.

Eine solche Zwei-Klassen-Struktur hatte unter anderem der Internet-Konzern Google gewählt, um bei seinem Börsengang im Jahr 2004 den Einfluss der Gründer Larry Page und Sergey Brin zu garantieren. (dpa-AFX)

Samsung nicht an Infineon interessiert

Der weltgrößte Speicherchiphersteller Samsung Electronics hat Spekulationen über ein Interesse an dem Münchner Konkurrenten Infineon zurückgewiesen. „Solch ein Gerede ist unwahr“, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Unternehmens am Mittwoch. „Wir haben uns nie mit dieser Möglichkeit befasst.“

Marktgerüchte über ein Übernahmeangebot von Samsung hatten die Infineon-Aktie am Dienstag angeschoben. Das Papier ging mit einem Plus von 2,2 Prozent aus dem Handel. Infineon hatte sich nicht zu den Spekulationen äußern wollen. (Reuters)

RWE gibt Beteiligung an American Water komplett ab

Der Energiekonzern RWE hat sich vollständig von seiner Beteiligung am amerikanischen Wasserversorger American Water getrennt. Wie die American Water Works Company am Mittwoch mitteilte, hat ein Bankenkonsortium die Mehrzuteilungsoption zum Erwerb von bis zu 3,7 Millionen weiteren Aktien (“Greenshoe“) an dem Wasserversorger ausgeübt.

Bereits vergangenen Mittwoch hatte RWE mitgeteilt, den Anteil an American Water auf 2,1 Prozent von zuvor 23,5 Prozent reduziert zu haben. RWE hatte über ein Bankenkonsortium rund 37,4 Millionen Aktien zum Preis von 21,63 Dollar je Anteilsschein veräußert. Zusätzlich hatte der Essener Dax-Konzern dem Bankenkonsortium die Mehrzuteilungsoption von 3,7 Millionen Aktien eingeräumt, die innerhalb von 30 Tagen ausgeübt werden konnte. Mit der nun ausgeübten Mehrzuteilungsoption sinkt der Anteil der RWE AG an American Water auf Null. (Dow Jones)

Schweden stellt sich auf Saab-Insolvenz ein

Schweden richtet sich auf das endgültige Aus für den Autohersteller Saab ein. Nach dem überraschenden Platzen der Verkaufsverhandlungen zwischen dem amerikanischen Mutterkonzern General Motors (GM) und dem heimischen Sportwagenbauer Koenigsegg hieß es am Mittwoch in Stockholmer Kommentaren und aus den Vereinigten Staaten übereinstimmend, dass eine Insolvenz die wahrscheinlichste Lösung sei. Der GM- Aufsichtsrat in Detroit will demnach am Dienstag über das Thema beraten.

Andere Kaufinteressenten gebe es nicht, verlautete aus der GM-Zentrale. In Stockholm meinten Beobachter, dass als mögliche Rettung eine Saab-Übernahme durch den chinesischen Autokonzern Geely denkbar sei, der in Schweden bereits Volvo vom Ford-Konzern übernehmen will. Saab beschäftigt als einer der kleinsten Serienfertiger von Autos 3400 Mitarbeiter. Saab-Konzernchef Åke Jansson wollte im Rundfunk nicht sagen, wie lange sich das Unternehmen mit seinen extrem niedrigen Verkaufszahlen noch über Wasser halten kann. (dpa-AFX)

Filmstudio MGM nimmt Kontakt zu Kaufinteressenten auf

Das berühmte Hollywood-Studio Metro-Goldwyn-Mayer hat offenbar Unterlagen an rund 20 Kaufinteressenten verschickt. Unter dem Empfängern der Geheimhaltungsabkommen seien auch die Medienkonzerne Time Warner und News Corp, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Auch der japanische Elektronikriese Sony und Lions Gate Entertainment hätten die Unterlagen im Vorfeld einer Prüfung der MGM-Bücher erhalten.

Das mit einer fast vier Milliarden Dollar schweren Schuldenlast kämpfende Filmstudio erwäge ein Auktionsverfahren, um sich selbst zu verkaufen, sagten zwei der eingeweihten Personen. Die Gläubiger wollten jedoch zuerst prüfen, wie die potenziellen
Bieter das Unternehmen bewerten würden.

MGM hatte Mitte November erklärt, einen Verkauf des Studios zu prüfen. Auch eine strategische Partnerschaft werde erwogen. MGM gehört einem Konsortium, zu dem unter anderem die Beteiligungsgesellschaften Providence Equity Partners und TPG sowie
Sony und der amerikanischen Kabelnetzbetreiber Comcast gehören.Die Gruppe hatte MGM vor vier Jahren für 2,85 Milliarden Dollar gekauft und im Zuge dessen Schulden in Höhe von zwei Milliarden Dollar übernommen. (Reuters)


Wirtschaft

Ökonomen erwarten 2010 kräftiges Wachstum in Deutschland

Die deutsche Wirtschaft könnte nach Einschätzung von Ökonomen im kommenden Jahr doppelt so stark wachsen wie von der Bundesregierung angenommen. Zwei Drittel der von der „Financial Times Deutschland“ (FTD) monatlich befragten Chefvolkswirte von namhaften Banken und Forschungsinstituten erwarten ein Wachstum deutlich oberhalb der 1,2 Prozent, die Berlin derzeit veranschlagt. Jeder dritte der zwölf FTD-Konjunkturschattenräte sagt nun sogar ein Plus von 2 Prozent bis 2,5 Prozent voraus.

Die exportorientierte deutsche Wirtschaft profitiere besonders von der anziehenden Auslandsnachfrage, so die Ökonomen. Bert Rürup, Ex-Chef des Wirtschaftssachverständigenrats, erwartet für 2010 ein Wachstum von 2,2 Prozent. (Dow Jones)

Privater Konsum wird 2010 stagnieren

Der private Konsum wird nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im kommenden Jahr stagnieren. Dies liege vor allem daran, dass die Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen werde. Im laufenden Jahr weist der private Konsum nach Angaben des GfK- Experten Rolf Bürkl dagegen noch ein leichtes Plus auf und zeigt sich damit als wesentliche Stütze der Konjunktur.

„Das Niveau war im langjährigen Vergleich zwar nicht berauschend“, schränkte der Konsumforscher ein. Aber angesichts der Wirtschaftskrise wäre eher ein Rückgang zu erwarten gewesen. Stabilisierend hätten sich die geringe Inflation und der noch robuste Arbeitsmarkt ausgewirkt.

Die von der Bundesregierung angekündigten Steuerentlastungen werden nach Ansicht des GfK-Experten die Konsumstimmung 2010 zunächst etwas beflügeln. „Das ist ein gutes Zeichen gerade für Familien“, sagte er. Langfristig werde sich eine überbordende Verschuldung aber nachteilig auf die Konsumenten auswirken. (dpa)

Fed für amerikanische Konjunktur zunehmend optimistisch

Die amerikanische Notenbank Fed zeigt sich zunehmend optimistisch für eine nachhaltige Erholung der amerikanischen Wirtschaft. Sorgen bereitet den Mitgliedern der Federal Reserve Bank aber weiterhin der Arbeitsmarkt. Ein Anstieg der Beschäftigung sei in Kürze nicht zu erwarten. Dies ging aus dem am Dienstagabend veröffentlichten Protokoll der Fed-Sitzung vom 3. und 4. November hervor.Die Mitglieder seien zudem der Ansicht, dass ihr Festhalten an der Niedrigstzinspolitik über einen längeren Zeitraum einige negative Nebeneffekte haben könnte. So bestehe die Möglichkeit, dass niedrige Zinsen auf lange Sicht eine übertriebene Risikobereitschaft an den Finanzmärkten schüren könnten.

„Die meisten Mitglieder sehen die Risiken für ihre Wachstumsprognose jetzt ungefähr ausgeglichen und eher nicht abwärtsgerichtet“, heißt es in dem Protokoll. Das amerikanische Bruttoinlandsprodukt dürfte in diesem Jahr deutlich weniger schrumpfen als bisher angenommen - nämlich um zwischen 0,4 und 0,1 Prozent. Bisher hatte die Fed noch mit einem Minus von 1,5 und 1 Prozent gerechnet. (Reuters)

Japan will Deflation mit Fiskal- und Geldpolitik bekämpfen

Der japanische Finanzminister Hirohisa Fujii hat am Mittwoch klargestellt, dass der Kampf gegen die Deflation im Lande sowohl über fiskalische als auch über geldpolitische Maßnahmen erfolgen solle. „Ich wollte nicht sagen, dass Deflation nur von der Geldpolitik bewältigt werden muss“, erklärte Fujii vor dem japanischen Parlament. „Sowohl fiskalische als auch geldpolitische Schritte sind nötig.“

Am Dienstag hatte der Finanzminister gesagt, dass die Deflation ein Problem sei, „das von geldpolitischer Seite her angegangen werden sollte“. Eine fehlende Binnennachfrage könne nicht allein durch Fiskalpolitik ausgeglichen werden. Dies hatten Beobachter dahingehend gewertet, dass der Finanzminister den Druck auf die Notenbank erhöhe, eine energischere Rolle im Kampf gegen die Deflation einzunehmen.

Unterdessen ist der Überschuss in der japanischen Handelsbilanz im Oktober gegenüber dem Vorjahresmonat weitaus kräftiger als erwartet auf den höchsten Stand seit 19 Monaten gestiegen. Der Aktivsaldo erhöhte sich auf einer nicht saisonbereinigten Basis auf 807,1 Milliarden Yen, Volkswirte hatten mit einem geringeren Überschuss von 460,9 Milliarden Yen gerechnet. Im Vorjahresmonat war ein Defizit von 75,2 Milliarden Yen registriert worden.

Der Rückgang der Exporte verlangsamte sich. Die Ausfuhren gingen um 23,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, nach einem Minus von 30,7 Prozent im September. Es war der dreizehnte Rückgang in Folge. Die Importe lagen um 35,6 Prozent niedriger als im Vorjahr, nachdem im September noch ein Minus von 36,9 Prozent verzeichnet worden war. (Dow Jones)

Weltbankchef warnt vor zu schnellen Zinserhöhungen

Weltbankchef Robert Zoellick hat vor den Folgen zu rascher Zinserhöhungen gewarnt. Zwar gebe es eine neue Lehre, dass man nicht auf das Platzen von Blasen warten dürfe, um dann hinterher aufzuräumen, schreibt Zoellick in einem am Mittwoch in der „Financial Times“ veröffentlichten Artikel. Ein zu abruptes Anheben der Zinsen - besonders dort, wo die Erholung schwach ausfalle, etwa in den Vereinigten Staaten und Europa - könne jedoch einen weiteren Abschwung nach sich ziehen.

Die bereits erfolgte Zinsanhebung der australischen Zentralbank könne asiatische Länder mit engen Verbindungen zur australischen Wirtschaft unter Zugzwang bringen, schreibt Zoellick weiter. Zinserhöhungen in diesen Ländern, während die Zinsen in den Vereinigten Staaten weiterhin nahe Null blieben, würden jedoch zu einer Aufwertung der asiatischen Währungen führen, warnte der Weltbankchef. Dies würde wiederum die Exporte dieser Länder verteuern und ihre Ausfuhren verringern und damit der exportbasierten Erholung schaden. Zudem drohe durch die Bindung des Renminbi an den fallenden amerikanischen Dollar Konkurrenz aus China. (Reuters)

Vietnams Notenbank wertet Landeswährung ab und erhöht Leitzins

Die vietnamesische Notenbank hat eine Abwertung der an den Dollar gebundenen Landeswährung beschlossen und zugleich ihren Leitzins angehoben. Wie die Zentralbank am Mittwoch mitteilte, wird der von ihr festgelegte Wechselkurs um 5,44 Prozent
auf 17.961 Dong je Dollar erhöht. Der offizielle Wechselkurs lag am Mittwoch bei 17.034 Dong je Dollar. Außerdem wird die Handelsspanne auf plus/minus 3 Prozent von zuvor plus/minus 5 Prozent eingeengt.

Die Änderung des Wechselkurses befinde sich im Einklang mit den „Marktsignalen“ und berücksichtige die Marktzinsen, die Verbraucherpreise und die internationale Zahlungsbilanz, erklärte die Notenbank. Die Änderungen treten ab Donnerstag in Kraft.

Die Zentralbank versuche mit diesem Schritten den Druck vom Dong zu nehmen, sagten Beobachter. Mit der Devaluierung der an den Dollar gebundenen Währung sollen die Exporte gestützt und so die derzeit defizitäre Handelsbilanz aufgebessert werden.

Der Leitzins wird den Angaben zufolge ab Dezember auf 8,00 Prozent von derzeit 7,00 Prozent angehoben. Grund dürfte hierbei auch die inflationstreibenden Abwertung des Dong sein, sagten Beobachter. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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