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Medienschau Konzerne prüfen Hausbanken in eigenen Stresstests

03.09.2010 ·  Ein amerikanisches Gericht erteilt Bayer einen Dämpfer im Streit um Yasmin, der Kampf um Potash verschärft sich, Amerika plant kein zweites Konjunkturpaket und die EU bekommt mehr Macht bei der Finanzaufsicht.

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Unternehmensnachrichten

Konzerne prüfen Hausbanken in eigenen Stresstests

Das gute Ergebnis der europäischen Bankenstresstests hat Industrieunternehmen einem Pressebericht zufolge misstrauisch gemacht. Deswegen prüfen sie ihre Hausbanken nach eigenen Kriterien auf deren Kapitalstärke, schreibt die „Financial Times“ (FT/Freitag). „Nach den Stresstests war man genauso schlau wie vorher“, sagte der Finanzverantwortliche eines europäischen Medienkonzerns dem Blatt. „Was uns vermehrt Sorgen macht, ist das Kreditrisiko“, sagte ein Manager eines der größten Industrieunternehmen Deutschlands.

Die Finanzverantwortlichen der von der Zeitung befragten Konzerne, die einen Gesamtumsatz von gut 240 Milliarden Dollar (187,8 Milliarden Euro) haben, sagten, die Ergebnisse der internen Banken-Gesundheitschecks hätten dazu geführt, dass sie zu Banken aus Spanien und Italien, aber auch aus Deutschland, auf Distanz gehen.

Bei den Tests folgen die Konzerne dem Bericht zufolge nicht strengen Kriterien, sondern setzen auch stark auf Informationen aus dem Markt. Beispielsweise sprächen die Unternehmen mit Beteiligten aus dem Eigenhandel der Banken, um einen Eindruck von der Verfassung des Instituts zu erhalten. Zudem achteten sie auf Marktindikatoren wie den Preis von Kreditausfallversicherungen und Aktienkursen. Die Firmen gaben an, dass sie regelmäßig überprüfen und anpassen, wie viel Risiko sie mit einer Bank über Bareinlagen, Derivatetransaktionen oder Kredite eingehen. (dpa-AFX)

Amerikanisches Gericht erteilt Bayer Dämpfer im Streit um Yasmin

Im Patenstreit um das Verhütungsmittel Yasmin hat der Chemie- und Pharmakonzern Bayer in den Vereinigten Staaten einen Dämpfer hinnehmen müssen. Ursprünglich wollten die Leverkusener dem amerikanischen Unternehmen Watson Pharmaceuticals für eine längere Zeit untersagen, die Zulassung einer Nachahmerversion der umsatzstarken Antibaby-Pille zu beantragen. Diesem Antrag erteilte Richter Paul Gardephe am Donnerstag jedoch eine Absage. Damit laufe das bestehende Verbot über 30 Monate am Samstag (4. September) aus. (dpa-AFX)

Chinesen mobilisieren kanadischen Fonds für Potash-Gebot

Das rohstoffhungrige China mischt sich verstärkt in den Übernahmepoker um den kanadischen Düngemittelspezialisten Potash ein. Chinesische Investoren seien an den kanadischen Pensionsfonds Alberta Investment Management herangetreten, um ihn zu einem Gegengebot für Potash zu bewegen, sagte Fondschef Leo de Bever am Donnerstag. Der Fonds verwaltet ein Vermögen von umgerechnet rund 50 Milliarden Euro. Experten sehen darin den Versuch Chinas, das 39 Milliarden Dollar schwere Kaufgebot des australisch-britischen Bergbaukonzerns BHP Billiton für Potash zu unterbinden. China erwirbt etwa sieben Prozent der Potash-Produktion.

Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor berichtet, dass der staatliche Chemiekonzern Sinochem Berater angeheuert habe, um seine Optionen zu klären. Eine Entscheidung über ein Gegengebot zu BHP Billiton sei noch nicht gefallen. Sinochem führte Verhandlungskreisen zufolge bereits im August Gespräche mit Potash. Kanada hat aber inzwischen Bedenken gegen eine Übernahme durch chinesische Investoren geäußert. Potash lehnte das Angebot ab, jetzt strebt BHP eine feindliche Übernahme an. (Reuters)

Conti-Finanzchef erwägt bis zu vier Hochzinsanleihen

Der Autozulieferer Continental will nach der Plazierung seiner zweiten Hochzinsanleihe noch mindestens einen weiteren Bond auflegen. Eine dritte Anleihe könne folgen, sagte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer der Nachrichtenagentur Reuters. Den Zeitpunkt ließ er offen. Mit der am Donnerstag angekündigten zweiten Anleihe sammelt Continental Unternehmenskreisen zufolge eine Milliarde Euro ein. Der Kupon liege bei 7,5 Prozent, sagte eine mit den Vorgängen vertraute Person. Das Unternehmen hatte am Morgen mindestens 750 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Insgesamt plant Conti bis nächsten Sommer Anleihen im Gesamtvolumen von maximal der Hälfte der Nettoverschuldung von zuletzt acht Milliarden Euro zu begeben. Mit den Einnahmen will Conti auslaufende Bankkredite refinanzieren und die Rückzahlung strecken. 2012 wird bei dem Konzern aus Hannover ein Löwenanteil der Schulden fällig, die er für den Kauf der früheren Siemens-Tochter VDO aufgenommen hat.

Schäfer machte deutlich, die Schuldverschreibungen seien so strukturiert, dass sie einen Zusammenschluss mit Hauptaktionär Schaeffler nicht behindern würden. Deshalb weist Conti auf die Möglichkeiten hin, dass die angestrebte Kombination mit dem fränkischen Wälzlagerhersteller später kommen könnte. Seit etwa zwei Jahren steht eine Fusion der beiden Unternehmen auf der Agenda, nachdem Schaeffler aus einer spektakulären Übernahmeschlacht wegen der dadurch angehäuften Schulden nicht als Sieger hervorgehen konnte. (Reuters)

Roche bestätigt trotz neuer Sparmaßnahmen Ausblick für 2010

Der schweizerische Pharmakonzern Roche reagiert mit einem Spar- und Effizienzprogramm auf den zunehmenden Kostendruck im Gesundheitswesen. Zudem sollen mit der Initiative „Operational Excellence“, die möglicherweise auch mit einem
Abbau von Stellen einhergeht, Produktivitätsverbesserungen beschleunigt werden, wie das Unternehmen aus Basel am Freitag mitteilte.

Gleichzeitig bestätigte die Roche Holding AG ihren Ausblick für das Gesamtjahr 2010. Vorstandschef Severin Schwan verwies darauf, dass der Konzern die Initiative aus einer Position der Stärke heraus starte. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern sei Roche nur in
geringem Masse von Patentabläufen betroffen. Außerdem verfüge sie trotz der Rückschläge in den vergangenen Monaten über eine der stärksten Pipelines von Produkten in der Forschung und Entwicklung. Analysten und Investoren hatten sich wegen der jüngsten Rückschläge bei Produktentwicklungen zuletzt besorgt über die Pipeline von Roche gezeigt.

Informationen über konkrete Maßnahmen und mögliche Auswirkungen der Initiative auf den Stellenbestand würden noch in diesem Jahr bekannt gegeben. Die Umsetzung der Maßnahmen, die auch der Wahrung der finanziellen Flexibilität dienen sollen, sei im
Zeitraum 2011 und 2012 vorgesehen. (Dow Jones)

Fresenius Medical Care steigt in Dialysemarkt in Abu Dhabi ein

Fresenius Medical Care steigt in den Dialysemarkt in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten ein. Mit der Abu Dhabi Health Services Co PJSC (SEHA) sei ein exklusiver Vorvertrag über das Management der Dialysekliniken von SEHA im Emirat Abu Dhabi geschlossen worden. SEHA ist der öffentliche Gesundheitsdienstleister in dem Emirat und betreibt zwölf Krankenhäuser mit 2.644 Betten, 62 Polykliniken und zwei Blutbanken. (Dow Jones)

Wirtschaftsnachrichten

EU bekommt mehr Macht bei Finanzaufsicht

Zwei Jahre nach Ausbruch der verheerenden Finanzkrise bekommt die EU mehr Macht über Banken, Versicherungen und Börsen. EU-Parlament, Ministerrat und EU-Kommission einigten sich am Donnerstag in Brüssel darauf, zum kommenden Jahreswechsel drei neue EU-Behörden für Banken, Versicherungen und Börsen einzurichten. Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Jean- Claude Trichet, solle einen neu zu schaffenden Weisenrat zur Frühererkennung von Risiken im Finanzsektor führen.

Die neuen EU-Behörden können im Krisen- oder Notfall europäischen Finanzinstituten direkte Anweisungen geben. Die nationalen Aufseher bleiben aber weiter für das Tagesgeschäft zuständig.

Die neuen EU-Aufseher gehen aus bisherigen Ausschüssen hervor. Die Bankenbehörde soll in London sitzen, die für Versicherungen in Paris, und Frankfurt bekommt die Börsenaufsicht, berichteten Parlamentarier. (dpa)

Amerika plant kein zweites Konjunkturpaket

Die Vereinigten Staaten erwägen kein zweites Konjunkturpaket im Zuge der von Präsident Obama geplanten Maßnahmen zur Stärkung der Wirtschaft. Am Montag hatte Obama gesagt, dass er mit seinen Beratern über weitere Steuerkürzungen für Unternehmen diskutiere. Damit sollten Firmen dazu angehalten werden, Jobs in den Vereinigten Staaten zu schaffen. Auch eine Verlängerung von Steuererleichterungen für die Mittelschicht werde in Erwägung gezogen. (Reuters)

Russland exportiert bis Ende 2011 kein Getreide mehr

Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin hat eine Verlängerung des Exportstopps von Getreide angekündigt. Über eine Aufhebung des Verbots könne erst nach der Ernte im kommenden Jahr entschieden werden, sagte Putin am Donnerstag und sorgte damit für Unruhe am Markt. Der russische Exportstopp gilt wegen einer hitzebedingten Missernte eigentlich nur bis zum 31. Dezember. Im neuen Jahr wollte die russische Regierung das Ausfuhrverbot überprüfen. (Reuters)

Chinas Einkaufsmanagerindex Service steigt im August

Die Dynamik im chinesischen Dienstleistungssektor hat sich im August erhöht. Der vom Datendienstleister Markit Economics erstellte HSBC-Einkaufsmanagerindex für die Aktivität im nicht-verarbeitenden Gewerbe stieg auf 57,6 Punkte und lag damit auf dem höchsten Stand seit vier Monaten, wie Markit am Freitag berichtete. Ein Indexstand über 50 signalisiert eine Expansion, ein Indexstand darunter eine Kontraktion.

Der aggregierte Sammelindex, der auf dem Index des Servicesektors und dem Produktionsindex des verarbeitenden Gewerbes beruht, legte auf 54,6 Punkte zu von 52,6 im Juli. Das Indexniveau weise auf eine solide Verbesserung der Geschäftsbedingungen im Privatsektor. Die Wachstumsrate liege allerdings etwas unter dem langfristigen Durchschnitt, erklärte Markit weiter. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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