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Medienschau Keine Sonderausschüttung von Infineon

07.09.2010 ·  Die Software AG will weiter zukaufen, BA ist weiter an einer Fusion mit Qantas interessiert, Air Products erhöht sein Gebot für Airgas. Die Notenbanken Japans und Australiens lassen den Leitzins unverändert und Obama kündigt ein Infrastrukturprogramm an.

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Unternehmensnachrichten

Keine Sonderausschüttung von Infineon nach Verkauf der Handychipsparte

Der Halbleiterkonzern Infineon wird aus dem Verkauf seiner Sparte Mobilfunkchips einen außerordentlichen Gewinn in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages erzielen. Das sagte der Infineon Vorstandsvorsitzender Peter Bauer in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. An eine Sonderausschüttung denke Infineon allerdings nicht, sagte der Infineon-Chef zu den an der Börse und unter Analysten viel diskutierten Verwendungsmöglichkeiten des Verkaufserlöses. Auch ein Aktienrückkauf komme nicht in Betracht. Eine vernünftige Nettoliquidität in der Halbleiterbranche sehr wichtig. Eine unfreundliche Übernahme angesichts der vollen Kassen und der niedrigen Börsenbewertung befürchtet Bauer nicht. (dpa-AFX)

China fordert Stahlbranche zu Produktionskürzungen auf

Die chinesische Regierung hat seine Stahlhersteller zur Drosselung der Produktion aufgefordert, um Energiesparziele einzuhalten. In der Stadt Tangshan in der Provinz Hebei seien 30 große Hütten angewiesen worden, ihren Ausstoß für die restlichen Monate des Jahres herunterzufahren, sagten mehrere Branchenvertreter am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Dazu zählten auch Werke der staatlichen Tangshan Steel, dem Rückgrat des heimischen Branchenprimus Hebei Steel. Die Preise für Betonstahl aus China kletterten daraufhin auf ein Vier-Monats-Hoch. An den Börsen außerhalb der Volksrepublik legten die Titel von Stahlherstellern zu. China ist nicht nur der größte Verbraucher des Werkstoffs, sondern auch mit Abstand der größte Produzent. Etwa die Hälfte der weltweiten Stahlproduktion kommt aus dem Land. (Reuters)

Software AG will weiter zukaufen

Die Software AG setzt auch nach der Übernahme von IDS Scheer auf Zukäufe. „Wir wollen alle zwei bis vier Jahre eine größere Softwarefirma kaufen“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Streibich der „Financial Times Deutschland“.

Ende Juni lasteten 265 Millionen Euro Finanzschulden auf der Software AG. Bislang konnte das Unternehmen seine Übernahmen ohne Kapitalerhöhungen stemmen. „Ob wir das auch künftig so durchhalten, weiß ich nicht“, sagte Streibich. „Es ist aber immer unser Ziel, möglichst die Aktien nicht zu verwässern.“

Die vollständige gesellschaftsrechtliche Integration von IDS Scheer bewertete der Vorstandschef als Geduldsprobe. Der insgesamt eineinhalb Jahre währende Prozess habe Zusatzkosten von bis zu 10 Millionen Euro verursacht. (dpa-AFX)

BA an Fusion mit Qantas interessiert

Die Fluggesellschaft British Airways ist an einer Fusion mit der australischen Rivalin Qantas Airways interessiert. Voraussetzung für einen Zusammenschluss sei aber, dass die führende Airline Australiens zu Gesprächen bereit sei, sagte BA-Chef Willie Walsh der Zeitung „The Australian Financial Review“. BA und Qantas hatten bereits 2008 Fusionsverhandlungen geführt, die die Australier aber wegen unterschiedlicher Preisvorstellungen absagten. (Reuters)

Offener Immobilienfonds von Morgan Stanley vor Neustart

Der eingefrorene Immoblienfonds P2 Value der amerikanischen Bank Morgan Stanley steht vor einem Neuanfang. Damit ist eine drohende Abwicklung des Anlagevehikels erst mal vom Tisch. Morgan Stanley habe die Immobilien des Fonds neu bewerten lassen, sagte Geschäftsführer Walter Klug zu Reuters. Bei der Wiedereröffnung werde der Fondswert (Net Asset Value) voraussichtlich bei 820 bis 870 Millionen Euro liegen. (Reuters)

Air Products erhöht Gebot für Airgas auf 5,48 Milliarden Dollar

Der amerikanische Industriegasekonzern Air Products hat seine Übernahmeofferte für den Wettbewerber Airgas auf insgesamt 5,48 Milliarden Dollar erhöht. Der Konzern biete nun 65,50 Dollar je Airgas-Aktie, wie Air Products mitteilte.

Das Werben von Air Products um Airgas dauert bereits seit Februar. Seitdem hat Air Products bereits mehrfach höhere Offerten vorgelegt. Das neue Gebot liegt laut Air Products um 50 Prozent über dem Airgas-Aktienkurs vor Bekanntwerden der Übernahmepläne. Airgas hat bislang alle Offerten zurückgewiesen, da die Gebote ihrer Ansicht nach das Unternehmen nicht angemessen bewerten. (Dow Jones)

Wirtschaftsnachrichten

EU will Defizitsünder künftig automatisch bestrafen

Mit harten Strafen für Haushaltssünder und schärferen Kontrollen der Staatsetats wollen die EU-Finanzminister neue Schuldenkrisen wie die Griechenlands in Zukunft vermeiden. Bei ihrem ersten Treffen nach der Sommerpause berieten die Minister am Montag in Brüssel, wie diese Vorgaben umgesetzt werden sollen.

EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn will härtere Sanktionen für Länder in Angriff nehmen, die gegen die Vorgaben des Stabilitäts- und Wachstumspakts verstoßen. Denn die bereits möglichen Strafen bei einem längerfristigen Überschreiten der Defizitgrenze von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) wurden faktisch nie angewandt, da die Finanzminister darüber bisher das letzte Wort haben. (Reuters)

Obama verspricht Infrastrukturprogramm

Amerikas Präsident Obama hat zwei Monate vor den Kongresswahlen ein 50-Milliarden-Dollar-Infrastrukturprogramm angekündigt. Das Geld solle innerhalb der nächsten sechs Jahre zum massiven Ausbau von Straßen, Eisenbahnlinien und Flughäfen eingesetzt werden und Arbeitsplätze schaffen. Obama betonte, das Programm dürfe nicht zur Vergrößerung des Defizits führen. Zugleich kündigte er die Gründung einer Infrastrukturbank an.

Allerdings weht Obama erheblicher Gegenwind entgegen. Die Republikaner lehnen jegliche weiteren Konjunkturprogramme strikt ab. Auch unter demokratischen Abgeordneten und Senatoren gibt es angesichts der hohen Verschuldung Skepsis. Als weitere Maßnahme zur Ankurbelung der Wirtschaft plant Obama Steuererleichterungen für High-Tech-Unternehmen. (dpa)

Bank of Japan lässt Leitzins unverändert bei 0,10 Prozent

Die Bank of Japan (BoJ) hat am Dienstag wie erwartet ihre extrem expansive Geldpolitik unverändert gelassen. Wie der siebenköpfige BoJ-Rat im Anschluss an seine Sitzung mitteilte, bleibt der Leitzins bei 0,10 Prozent. Volkswirte hatten diese Entscheidung erwartet. Der Beschluss fiel einstimmig. In einem Begleittext zum Zinsbeschluss sicherte die Notenbank zu, dass die extrem lockere Zinspolitik vorerst beibehalten wird. Sollten weitere Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft notwendig sein, würden die nötigen Schritte zeitgerecht und in angemessener Weise erfolgen.

Bei einer Dringlichkeitssitzung in der vorigen Woche hatte BoJ vor dem Hintergrund der zuletzt starken Yen-Aufwertung weitere Lockerungsmaßnahmen beschlossen. Die Zentralbank kündigte eine Ausweitung der Mittel an, die den Finanzinstituten zum Festzinssatz von 0,10 Prozent zur Verfügung gestellt werden. Den Leitzins beließ die BoJ unverändert bei 0,10 Prozent.

Die BoJ bietet den Banken nun zusätzlich niedrig verzinste Kredite über 10 Bill Yen mit einer Laufzeit von sechs Monaten an. Damit erhöht sich das Volumen dieser - im Dezember 2009 eingerichteten und im März 2010 aufgestockten - Kreditfazilität auf 30 Bill Yen von bislang 20 Bill Yen. Bislang erhielten die Banken dabei nur Refinanzierungstender mit einer Laufzeit von drei Monaten zu einem Zinssatz von 0,10 Prozent. (Dow Jones)

Japans Frühindikatorenindex im Juli gesunken

Der japanische Frühindikatorenindex ist im Juli um 0,8 Punkte auf 98,2 Zähler gesunken. Den Index der gleichlaufenden Indikatoren wies das Kabinettsbüro der Regierung am Dienstag mit 101,8 (Vormonat: 101,3) Punkte aus, für den Index der nachlaufenden Indikatoren wurde ein Stand von 85,7 (83,5) Zähler gemeldet. Im Juni war der Frühindikatorenindex auf 99,0 von 98,6 Zählern gestiegen. (Dow Jones)

Australiens Notenbank lässt Leitzins unverändert

Die australische Zentralbank hat ihren Leitzins am Dienstag vor dem Hintergrund eines unsicheren Ausblicks für die weltwirtschaftliche Entwicklung unverändert gelassen. Wie der Geldpolitische Rat der Reserve Bank of Australia (RBA) mitteilte, liegt der Cash-Rate-Zielsatz weiterhin bei 4,50 Prozent. Dies entsprach den Erwartungen der von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen. Damit haben die Währungshüter den Leitzins bereits die vierte Sitzung in Folge nicht angetastet.

Die RBA geht davon aus, dass die Inflationsrate im Jahresverlauf am oberen Rand ihres Zielbandes liegen wird, kurzfristig sei aber auch ein Anstieg über 3 Prozent denkbar. Die RBA peilt eine Jahresteuerung zwischen 2 Prozent und 3 Prozent an. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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