11.03.2010 · Gea übertrifft die Gewinnerwartungen, Medion will 2010 wieder wachsen, GM die Staatskredite in Amerika und Kanada früher zurückzahlen. EZB-Präsident Trichet zeigt sich grundsätzlich für die EWF-Idee offen. Chinas Inflation fällt höher als als erwartet.
Unternehmen
Düngemittelhersteller K+S optimistisch für 2010
Der Düngemittel- und Salzhersteller K+S zeigt sich nach dem Krisenjahr 2009 wieder optimistisch. Im laufenden Jahr dürften Umsatz und Ergebnis deutlich steigen, teilte der Dax-Konzern am Donnerstag in Kassel mit. Das Düngemittelgeschäft ziehe spürbar an und der Start im Auftausalzgeschäft sei gut. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Bewertungsveränderungen von Derivaten zur Absicherung von Wechselkursrisiken (Ebit I) dürfte 2010 ebenfalls deutlich steigen. Gründe seien die erstmalig ganzjährige Einbeziehung des amerikanischen Salzherstellers Morton Salt sowie die sich andeutende Ergebniswende bei Stickstoffdüngern. Der bereinigte Gewinn dürfte der operativen Entwicklung folgen und ebenfalls deutlich zulegen. (dpa-AFX)
Gea übertrifft Gewinnerwartungen
Der Maschinenbau-Konzern Gea Group hat im Schlussquartal die Gewinnerwartungen übertroffen und rechnet im laufenden Jahr mit einem stabilen Geschäft. Zudem bekommen die Bochumer wieder mehr Aufträge. „Nach sieben rückläufigen Quartalen lag der Auftragseingang im vierten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres fünf Prozent über dem Vorquartal“, sagte Vorstandschef Jürg Oleas am Donnerstag.
Zwar blieben in der Zeit zwischen Oktober und Dezember der Auftragseingang mit 1,009 Milliarden Euro und der Umsatz mit 1,191 Milliarden Euro leicht unter den Analystenschätzungen, dafür lief es sowohl operativ mit einem Ebit von 92,8 Millionen Euro als auch unter dem Strich mit 65,7 Millionen Euro besser als erwartet für das Unternehmen. Seinen Aktionären will der Konzern eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie zahlen. Im Vorjahr waren es 0,40 Euro. Hauptkunden der Bochumer kommen unter anderem aus der Nahrungsmittel- und Energieerzeugungsbranche. Diese hatten sich in der Krise vergleichsweise robust gezeigt. (dpa-AFX)
Medion traut sich 2010 wieder Wachstum zu
Der Elektronikgroßhändler Medion erwartet nach dem deutlichen Geschäftsrückgang des vergangenen Jahres wieder Wachstum. Der Vorstand rechne mit einem Umsatzanstieg im ersten Halbjahr in der Größenordnung von fünf bis zehn Prozent und im Gesamtjahr von fünf bis sieben Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll sogar um 15 bis 20 Prozent steigen.
Zwar sei der Ausblick aufgrund der schwer prognostizierbaren volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen mit einer hohen Unsicherheit verbunden. Das Unternehmen sprach jedoch von einem erfolgreichen Start ins Jahr, der Grund zu vorsichtigem Optimismus gebe.
Die Aktionäre sollen trotz des Ergebniseinbruchs vom vergangenen Jahr eine höhere Dividende erhalten. Geplant sei eine Ausschüttung von 20 Cent nach 15 Cent im Vorjahr, hieß es in der Mitteilung.
2009 war das Betriebsergebnis (Ebit) angesichts der Konsumflaute und des Preiskampfs um 45 Prozent auf 18,8 Millionen Euro eingebrochen. Der Umsatz war um zwölf Prozent auf 1,41 Milliarden Euro geschrumpft. Medion ist nach Angaben des Marktforschungsunternehmens Gartner der fünftgrößte Anbieter von Computern auf dem deutschen Markt. (Reuters)
Allianz will in Asien AIG überholen
Die Sparte Industrieversicherungen der Allianz, AGCS, will in Asien größter internationaler Versicherer in ihrem Bereich werden. „Wir wollen AIG als Marktführer der nichtasiatischen Industrieversicherer in der Region ablösen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Allianz Global Corporate and Specialty (AGCS), Axel Theis, der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
Theis kündigte an, dass AGCS und damit die gesamte Branche noch in diesem Jahr höhere Prämien im Markt durchsetzen wollten. Ein Beweggrund seien die Naturkatastrophen, die die Rückversicherer stärker belasteten. Bislang macht das in Asien gebuchte Geschäft 3 Prozent des gesamten Prämienaufkommens von 3,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr aus. (Dow Jones)
GM will Staatskredite in Vereinigten Staaten und Kanada früher zurückzahlen
Der amerikanische Autobauer General Motors will Regierungskredite in den Vereinigten Staaten und Kanada über rund acht Milliarden Dollar früher als bislang gedacht zurückzahlen. Dies könnte bereits vor Juni geschehen, sagte Konzernchef Ed Whitacre am Mittwoch im texanischen San Antonio. Die Kostenstruktur der Opel-Mutter funktioniere, der Fortschritt im Konzern sei nachhaltig. (Reuters)
Connecticut verklagt Ratingagenturen
Connecticut bringt die Ratingagenturen Moody's und Standard & Poor's vor Gericht. Die am Mittwoch eingereichte Schadensersatzklage sei die erste solche gegen Ratingagenturen, erklärte Generalstaatsanwalt Richard Blumenthal. Er wirft Moody's und Standard & Poor's vor, Anleger über die mit bestimmten Wertpapieren verbundenen Risiken getäuscht und damit zur Finanzmarktkrise in den Vereinigten Staaten beigetragen zu haben.
Beide Unternehmen hätten das Vertrauen der Öffentlichkeit missbraucht, erklärte Blumenthal auf einer Pressekonferenz. Etliche Investoren hätten mit Blick auf die guten Bewertungen Papiere gekauft, die wesentlich riskanter waren als gedacht - und letztlich fast wertlos. Die Summe für Schadensersatz und Bußgeld könnte sich dem Staatsanwalt zufolge auf mehrere hundert Millionen Dollar belaufen.
Von lukrativen Honoraren hätten sich die beiden Agenturen in ihrer Objektivität beeinträchtigen lassen, und ihre Bewertungen seien auf „betrügerische und irreführende“ Weise zustande gekommen, sagte Blumenthal. Viele der betreffenden Anlagen wurden auf dem Höhepunkt des Immobilienmarkts zwischen 2005 und 2007 mit „AAA“ bewertet. Die meisten davon haben Moody's und Standard & Poor's inzwischen erheblich zurückgestuft.
Blumenthal hat die Ratingagenturen bereits mehrfach verklagt. Im Juli 2008 warf er Moody“s, Standard & Poor's und Fitch Ratings vor, Städten eine künstlich niedrige Bonitätsbeurteilung ausgestellt zu haben, was die Steuerzahler letztlich Millionen Dollar gekostet habe. Ein Urteil dazu steht noch aus. (apn)
United Technologies will bis zu 60 Millionen eigene Aktien zurückkaufen
Der amerikanische Mischkonzern United Technologies will bis zu 60 Millionen eigene Aktien zurückkaufen. Dies entspricht zum aktuellen Börsenkurs einem Betrag von etwa 4,3 Milliarden Dollar. Im laufenden Jahr sei mit einer Rückkaufsumme von 1,5 Milliarden Dollar zu rechnen. (dpa-AFX)
Wirtschaftsnachrichten
Trichet grundsätzlich offen für EWF-Idee
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet lehnt die in der EU forcierte Idee eines Europäischen Währungsfonds nicht grundsätzlich ab. „Wir brauchen mehr Details, wie eine solche Institution funktionieren soll“, sagte Trichet am Mittwochabend in Frankfurt. Die Zentralbank werde den Vorschlag prüfen.
EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hatte die unter anderem von Deutschland, Frankreich und Luxemburg vorgelegte Idee zur Rettung von Krisenstaaten wie Griechenland dagegen in scharfen Worten zurückgewiesen. Eine solche Institution sei unvereinbar mit der Geschäftsgrundlage der Währungsunion, erklärte er am Dienstag.
Trichet sagte, ihm sei bei der Diskussion um einen Währungsfonds besonders wichtig, dass Regeln eingehalten würden. Außerdem machte er klar, dass eine wie auch immer geartete Fondslösung aus Sicht der EZB nicht für die Lösung der aktuellen Probleme in Griechenland anwendbar sei. (Reuters)
Weitere Hilfen für Unternehmen geplant
Die Bundesregierung plant nach einem Zeitungsbericht zusätzliche staatliche Hilfen für krisengeschüttelte Unternehmen. So sollen Firmen, die Kurzarbeitergeld für ihre Mitarbeiter beantragen, nicht nur bis Ende 2010, sondern bis Ende 2011 von Sozialbeiträgen für diese Mitarbeiter befreit werden können, berichtet die „Rheinische Post“ (Donnerstag) unter Berufung auf Regierungskreisen. Zudem wolle die Regierung die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen durch mehr staatliche Garantien absichern. (dpa-AFX)
Japans Wachstum im vierten Quartal nach unten revidiert
Die japanische Wirtschaft ist in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres nicht ganz so stark gewachsen wie ursprünglich berichtet. Wie das Kabinettsbüro am Donnerstag in zweiter Veröffentlichung mitteilte, erhöhte sich das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Oktober und Dezember 2009 um 0,9 Prozent zum Vorquartal, womit das annualisierte Wachstum 3,8 Prozent betrug. Im ersten Ausweis waren noch höhere Zuwachsraten von 1,1 Prozent und 4,6 Prozent ausgewiesen worden.
Damit fiel das Wachstum im vierten Quartal auch etwas schwächer aus als erwartet. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten mit einem BIP-Anstieg um 4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gerechnet. Grund für die Abwärtsrevision war eine schwächere Entwicklung der Unternehmensinvestitionen als bislang angenommen. (Dow Jones)
Chinas Jahresteuerung im Februar höher als erwartet
Der Preisdruck in China hat im Februar stärker zugenommen als erwartet. Wie die nationale Statistikbehörde am Donnerstag berichtete, lagen die Lebenshaltungskosten um 2,7 Prozent über dem Vorjahresniveau, nachdem im Januar noch eine Jahresteuerung von 1,5 Prozent verzeichnet worden war. Von Dow Jones Newswires befragte Ökonomen hatten für Februar mit einem Anstieg der Inflationsrate auf 2,4 Prozent gerechnet.
Bei den Erzeugerpreisen erhöhte sich die Aufwärtsdynamik ebenfalls etwas stärker als erwartet. Die Erzeugerpreise legten im Februar um 5,4 Prozent zu, während Ökonomen ein Plus von 5,0 Prozent prognostiziert hatten. Im Januar hatten die Preise auf Erzeugerebene um 4,3 Prozent höher gelegen als im Vorjahresmonat.
Das Wachstum der chinesischen Industrieproduktion hat sich in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres stärker beschleunigt als erwartet. Wie die Statistikbehörde des Landes am Donnerstag mitteilte, erhöhte sich die industrielle Erzeugung im Januar und Februar um 20,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Volkswirte hatten im Mittel ein Plus von 19,5 Prozent erwartet, nachdem die Produktion im Dezember 2009 um 18,5 Prozent höher gelegen hatte.
Der Umsatzanstieg im chinesischen Einzelhandel gewann im Januar und Februar leicht an Fahrt. Die Einzelhandelsumsätze kletterten um 17,9 Prozent gegenüber den Vorjahresmonaten, nachdem im Dezember ein Zuwachs von 17,5 Prozent verzeichnet worden war. (Dow Jones)
Neuseelands Zentralbank belässt Leitzins auf Rekordtief
Die neuseeländische Zentralbank hat ihren Leitzins am Mittwoch unverändert gelassen. Wie die Reserve Bank of New Zealand (RBNZ) mitteilte, bleibt die so genannte Official Cash Rate (OCR) auf dem Rekordtief von 2,50 Prozent. An den Finanzmärkten war mit diesem Beschluss gerechnet worden. Gleichzeitig bekräftigte die Zentralbank, dass eine Straffung der Geldpolitik ab der Jahresmitte 2010 wahrscheinlich sei. Das Gros der Ökonomen rechnet für Juni mit einer ersten Zinserhöhung in Neuseeland.
RNBZ-Notenbankgouverneur Alan Bollard sagte bei der anschließenden Pressekonferenz, das Wachstum der neuseeländischen Wirtschaft dürfte sich zwischen Januar und März beschleunigt haben, auch dank der guten Entwicklung bei den größten Handelspartnern
wie China und Australien. Für das kommende Jahr sei ein Wachstum von 4 Prozent zu erwarten. Die Inflation dürfte mittelfristig im Zielbereich der Notenbank verharren. (Dow Jones)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.848,03 | +1,42% |
| FAZ-INDEX | 1.526,72 | +1,43% |
| TecDAX | 778,36 | +0,73% |
| MDAX | 10.441,40 | +1,41% |
| SDAX | 5.048,27 | +1,17% |
| REX | 422,26 | −0,26% |
| Eurostoxx 50 | 2.520,31 | +1,24% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 81,56 | +1,37% |
| Dow Jones | 12.949,90 | +0,35% |
| Nasdaq 100 | 2.584,24 | −0,31% |
| S&P500 | 1.361,23 | +0,23% |
| Nikkei225 | 9.384,17 | +1,58% |
| EUR/USD | 1,3138 | +0,07% |
| Rohöl Brent Crude | 119,95 $ | −0,08% |
| Gold | 1.723,00 $ | +0,58% |
| Bund Future | 138,50 € | −0,16% |