20.05.2009 · Pfleiderers Gewinn sinkt deutlich, Wirecard bekräftigt die Jahresprognose, Hewlett-Packard streicht 6400 Stellen, Air France-KLM macht erstmals Verlust, Porsche und VW demonstrieren wieder Einigkeit.
Unternehmen
Pfleiderer-Gewinn sinkt im ersten Quartal wegen Wirtschaftskrise deutlich
Der Holzverarbeiter Pfleiderer hat im ersten Quartal 2009 die Wirtschaftskrise deutlich zu spüren bekommen. Sowohl der Umsatz als auch die zentralen Gewinnkennziffern gaben zwischen Januar und März deutlich nach.
Der Umsatz sank auf 358,0 (Vorjahr: 467,7) Millionen Euro. Der operative Gewinn schrumpfte auf 52,7 (60,4) Millionen Euro und das Betriebsergebnis auf 23,0 (32,2) Millionen Euro. Netto verdiente Pfleiderer noch 0,1 (5,3) Millionen Euro. Mit den vorgelegten Zahlen schnitt Pfleiderer auf Ertragsebene besser ab als erwartet. (Dow Jones)
Handy-Verkäufe schrumpfen im ersten Quartal um knapp ein Zehntel
Die Wirtschaftskrise hat im ersten Quartal deutliche Spuren auf dem Handy-Markt hinterlassen. Weltweit ging die Zahl der verkauften Mobiltelefone binnen eines Jahres um 9,4 Prozent auf 269,1 Millionen zurück, wie das Marktforschungsinstitut Gartner am Mittwoch im britischen Egham mitteilte. „Es war das erste Mal, dass der Markt im ersten Quartal verglichen zum Vorjahr geschrumpft ist“, sagte Gartner-Analystin Carolina Milanesi.
Händler versuchten demnach, Lagerbestände abzubauen und keine neuen Geräte von den Herstellern abzunehmen. Es gebe allerdings Anzeichen für eine Erholung zum Beispiel in Nordamerika und China.
Nokia verteidigte seinen ersten Platz, aber der Marktanteil des Branchenprimus sank auf 36,2 Prozent (2008: 39,1 Prozent). Samsung Electronics hielt sich mit 51.385 verkauften Handys auf Platz zwei vor LG Electronics. Der Anteil von Smartphones an den verkauften Handys stieg auf 13,5 Prozent. Für das Gesamtjahr gehen die Marktforscher weiterhin von einem Absatzrückgang von vier Prozent aus. (dpa-AFX)
Wirecard bekräftigt Jahresprognose
Der Zahlungsabwickler Wirecard hat im ersten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert und die Jahresprognose bekräftigt. Für 2009 stellte das im TecDax notierte Unternehmen am Mittwoch unverändert ein Ebit-Wachstum von 10 bis 25 Prozent in Aussicht. „Der Geschäftsverlauf innerhalb der ersten viereinhalb Monate des Jahres stimmt uns für das Gesamtjahr optimistisch“, sagte Vorstandschef Markus Braun.
Im ersten Quartal stieg der Umsatz von 40,8 auf 49,1 Millionen Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern Höhe legte von 10,1 auf 11,9 Millionen Euro zu, das Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erhöhte sich von 10,8 auf 12,8 Millionen Euro. Das Unternehmen verwies auf das unverändert anhaltende Wachstum des E-Commerce sowie der Trend zur Auslagerung der Zahlungsabwicklung. Das Ergebnis je Aktie legte von acht auf neun Cent zu.
Trotz des weltweiten Konjunkturabschwungs verzeichnete Wirecard seit Jahresbeginn eine deutliche Zunahme des elektronischen Handels bei ihren Bestandskunden. Auch die Auftragsnachfrage von Neukunden sei unverändert hoch. (dpa-AFX)
Hewlett-Packard streicht 6400 Stellen
Der weltgrößte PC-Hersteller Hewlett-Packard stemmt sich mit dem Abbau Tausender Stellen gegen die Wirtschaftskrise. Nach einem Gewinn- und Umsatzrückgang kündigte der als Branchenbarometer geltende Konzern am Dienstag die Streichung von 6400 Arbeitsplätzen vor allem in der Produktion an. Das Unternehmen spürt in fast allen Bereichen einen Rückgang der Nachfrage. Demnach halten sich Privathaushalte und Unternehmen gleichermaßen beim Einkauf von Computern oder Druckern zurück.
Der Stellenabbau soll sich über die nächsten zwölf Monate erstrecken und betrifft den Angaben zufolge zwei Prozent der Belegschaft. Der Branchenführer stellt sich damit auf eine anhaltende Durststrecke ein. Der Umsatz werde im Gesamtjahr um vier bis fünf Prozent zurückgehen, teilte HP mit. Bislang hatte der Konzern ein Minus von zwei bis fünf Prozent prognostiziert. Unternehmenschef Mark Hurd sieht zwar versprengte Anzeichen für eine Besserung der Geschäftslage. Was die Nachfrage angehe, erwarte er allerdings kaum Veränderungen, betonte er in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.
Der Umsatz mit PCs brach im zweiten Geschäftsquartal (bis 30. April) um 19 Prozent ein. Zugleich setzte der Konzern 23 Prozent weniger Drucker ab. Die Speicher- und Serversparte büßte 28 Prozent ein. Den größten Batzen zum Umsatz lieferte der Dienstleistungsbereich, den HP im vergangenen Jahr durch den Zukauf des IT-Service-Anbieters EDS gestärkt hat.
Der Nettogewinn sank im Quartal auf 1,7 Milliarden Dollar von 2,1 Milliarden Dollar vor Jahresfrist. Verschiedene Sonderposten herausgerechnet lag der Gewinn je Aktie bei 86 Cent und entsprach damit den durchschnittlichen Erwartungen der von Reuters befragten Analysten. Der Gesamtumsatz fiel um drei Prozent auf 27,4 Milliarden Dollar und lag damit ebenfalls im Rahmen der Erwartungen.
Für das laufende Quartal erwartet der Konzern vor Sonderposten einen Gewinn von 88 bis 90 Cent je Aktie. Für das Geschäftsjahr 2009 rechnet er weiterhin mit einem bereinigten Gewinn von 3,76 bis 3,88 Dollar je Aktie.
Im nachbörslichen Handel gab der HP-Kurs daraufhin um fünf Prozent nach. Bislang galt der Konkurrent von IBM, Dell oder Acer wegen seiner breiten Aufstellung als sicherer Hafen für Tech-Anleger.
Julius Bär wird in zwei unabhängige Gesellschaften aufgeteilt
Die Julius Bär Gruppe teilt das Private Banking und das Asset Management in zwei unabhängige börsennotierte Gesellschaften auf. Das Private Banking-Geschäft werden alle Aktivitäten unter der Marke Julius Bär Gruppe AG zusammenfassen und als unabhängige Gesellschaft an die Börse gehen, teilte Bär am Mittwoch mit.
Die bisherigen Bereiche GAM, Artio Global und Julius Bär Asset Management Europe werden unter der börsenkotierten GAM Holding AG zusammengefasst und ebenfalls an die Börse gebracht.
Die Julius Bär Gruppe AG wird sich auf Private Banking-Dienstleistungen fokussieren, während die GAM Holding AG ausschließlich auf aktives Asset Management konzentriert sein wird. (Reuters)
Air France-KLM erstmals in Verlustzone
Die weltweite Luftfahrtkrise hat den europäischen Branchenprimus Air France-KLM erstmals seit seiner Entstehung 2003 tief in die Verlustzone gestürzt. Der französisch-niederländische Konzern kappt daher die Kapazitäten und baut Tausende Stellen ab. Im Geschäftsjahr 2008/09 (per Ende März) sei ein Verlust von 814 Millionen Euro angefallen, sagte Konzernchef Pierre-Henri Gourgeon am Dienstag in Paris. „Das neue Geschäftsjahr wird noch einmal sehr schwierig.“
Im Vorjahr hatte der härteste Lufthansa-Konkurrent als einer von wenigen deutlich rentablen Fluggesellschaften noch 756 Millionen Euro verdient. „Die Geschäftsreisen und der Frachtverkehr sind im zweiten Halbjahr besonders stark zurückgegangen“, sagte Gourgeon. Es gebe zwar Anzeichen einer Stabilisierung. Doch eine klare Prognose für das laufende Jahr wolle er nicht geben. „Wir haben keine Sicht.“
Nach Zukäufen wie dem Einstieg bei Alitalia ist jetzt Sparen angesagt. Im laufenden Geschäftsjahr würden drei Prozent der 107.000 Stellen gestrichen, sagte Finanzchef Philippe Calavia. „Das sind so 3.000 Stellen.“ Im Vorjahr seien 2.700 Stellen weggefallen. (dpa-AFX)
Porsche und VW demonstrieren wieder Einigkeit
Neue Runde im Übernahmegerangel der beiden Autohersteller VW und Porsche: Nach den jüngsten Streitereien wollen die Familien Piech und Porsche nun wieder das Kriegsbeil begraben. In einer knappen Mitteilung hieß es am Dienstagabend in Stuttgart und Wolfsburg, die Aufsichtsratsvorsitzenden von VW und Porsche, Ferdinand Piech und Wolfgang Porsche, „bestätigen, dass das Ziel des integrierten Automobilkonzerns weiter verfolgt wird“.
VW-Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piech erteilte dem möglichen Einstieg eines Investors bei Porsche eine Absage. Zunächst müssten die akuten Probleme gelöst werden. Danach sei ein weiterer Investor willkommen.
Die baden-württembergische Landesregierung hat dem hoch verschuldeten Sportwagenbauer Hilfe zugesagt. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff lehnte eine mögliche Staatshilfe für Porsche hingegen ab. „Es ist völlig absurd, dass ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr dank seiner Optionsgeschäfte mehr Gewinn als Umsatz gemacht hat, nun den Staat und damit den Steuerzahler um eine Finanzierung anpumpt“, sagte Wulff der „Bild“-Zeitung. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Japans Wirtschaft schrumpft im ersten Quartal so stark wie nie seit 1945
Japans Wirtschaft ist in den ersten drei Monaten dieses Jahres so stark geschrumpft wie noch nie seit 1945. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Januar bis März gegenüber dem Vorquartal um vier Prozent eingebrochen, teilte die Regierung am Mittwoch in Tokio mit. Umgerechnet auf das Jahr bedeute das einen Rückgang von 15,2 Prozent.
Experten hatten den starken Einbruch der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt erwartet. Japan leidet wegen der weltweiten Wirtschaftskrise unter einem Einbruch seiner Exporte und einer sinkenden Nachfrage im Inland. Der jetzige Wirtschaftseinbruch ist noch stärker als im ersten Quartal 1974. Damals ging das Wachstum angesichts der Ölkrise um 13,1 Prozent zurück.
Die Regierung korrigierte in ihren aktuellen Zahlen auch ihre Angaben zur Wirtschaftsentwicklung im vierten Quartal des vergangenen Jahres nach unten. Von Oktober bis Dezember 2008 sei das BIP im Vergleich zum Vorquartal um 3,8 Prozent geschrumpft und nicht wie zunächst angenommen um 3,2 Prozent.
Experten äußerten die Erwartung, dass die japanische Wirtschaft ab dem zweiten Quartal wieder anziehen könne. Die Industrieproduktion hat laut den vorgelegten Zahlen im März gegenüber dem Vormonat bereits um 1,6 Prozent zugelegt. Die Konjunktur befinde sich immer noch in einer „schwierigen“ Lage, sagte der Ökonom Koichu Haji vom Forschungsinstitut NLI. Der „schlimmste Schock“ sei aber womöglich vorbei. (AFP)
Erzeugerpreise sinken so stark wie zuletzt vor 22 Jahren
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte sind in Deutschland im April so stark gesunken wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Der Index lag um 2,7 Prozent niedriger als im April des vergangenen Jahres, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Einen stärkeren Preisrückgang habe es letztmalig im Juni 1987 mit minus 3,0 Prozent gegeben.
Gegenüber März 2009 sank der Index nach Angaben des Bundesamtes um 1,4 Prozent. Den höchsten Einfluss auf die Jahresveränderungsrate hatten den Statistikern zufolge die sogenannten Vorleistungsgüter, deren Preise gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,3 Prozent zurückgingen. Dabei handelt es sich um Güter, die im Produktionsprozess verbraucht, verarbeitet oder umgewandelt werden. (AP)
Vereinigte Staaten starten Versuchballon für ihr Bad-Bank-Modell
Die Vereinigten Staaten wollen Kreisen zufolge im Juni einen Versuchsballon für ihr Bad-Bank-Modell starten. Die amerikanische Einlagenversicherung FDIC werde in einem Pilotverkauf sogenannte toxische Wertpapiere anbieten, ohne dass dabei Geld vom Steuerzahler eine Rolle spiele, hieß es am Dienstag in den Kreisen, die mit den Regierungsplänen vertraut sind. Demnach wird das Angebot durch Bürgschaften der FDIC abgestützt, nicht aber durch eine Beteiligung des Finanzministeriums. Damit solle Vertrauen in das geplante Investitionsprogramm in öffentlich-privater Partnerschaft (PPIP) geschaffen werden, das die Vereinigten Staaten zur Bereinigung der Bankbilanzen auflegen wollen. (Reuters)
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.339,94 | +0,38% |
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| TecDAX | 752,47 | +0,08% |
| MDAX | 10.196,40 | −0,34% |
| SDAX | 4.817,28 | +0,29% |
| REX | 434,70 | −0,15% |
| Eurostoxx 50 | 2.161,87 | +0,25% |
| F.A.Z. EURO | 69,61 | +0,13% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |