28.08.2009 · Lufthansa im Blick - S&P senkt Rating - ein Tick über Junk, Carrefour rutscht in die roten Zahlen, Dell steigert Umsatz und Gewinn - Ausblick geteilt, L'Oreal erwartet leichten Aufschwung, Voestalpine beendet Kurzarbeit in Linz, MAN verschärft angeblich Sparkurs, Japans Verbraucherpreise fallen mit Rekordrate, britisches GfK-Konsumklima konstant, Bauer sieht deutschen Baumarkt auf Jahre belastet, Studie: 90.000 Jobs in der Autoindustrie gefährdet
Unternehmen
Lufthansa im Blick - S&P senkt Rating - ein Tick über Junk
Die Aktien der Lufthansa stehen am Freitag mit einer Abstufung von Standard & Poor's (S&P) im Blick. Die Ratingagentur hatte das langfristige Kreditrating für die Fluggesellschaft nach Börsenschluss von „BBB“ auf „BBB-“ ab und sieht den Ausblick „negative“. „Unserer Einschätzung nach werden die rezessiven Marktbedingungen die Erholung des Passagierverkehrs wahrscheinlich hemmen“, hieß es zur Begründung. Ein Händler warnte, dass dies die Aktien belasten könnte: „Lufthansa hat den letzten Investmentgrad erreicht - bei einer weiteren Abstufung haben ihre Anleihen Schrott-Status.“ Ein anderer Börsianer zeigte sich nicht überrascht. Da Lufthansa damit aber höhere Zinsbelastungen drohten, wäre die Fluggesellschaft gut beraten, sich nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten umzusehen. (dpa-AFX)
Carrefour rutscht im Halbjahr in die roten Zahlen
Der weltweit zweitgrößte Einzelhändler Carrefour ist im ersten Halbjahr in die roten Zahlen gerutscht. Der Nettoverlust im laufenden Geschäft habe 58,3 Millionen Euro betragen, teilte der französische Konzern am Freitag mit. Auf operativer Ebene erwirtschaftete die Supermarktkette einen Gewinn von 1,01 Milliarden Euro. Carrefour bekräftigte seine Prognose eines Betriebsgewinns im Gesamtjahr von 2,7 bis 2,8 Milliarden Euro, falls der derzeitige Umsatztrend anhalte. (Reuters)
Dell steigert Umsatz und Gewinn im zweiten Quartal - Ausblick geteilt
Der amerikanische Computerbauer Dell hat im Vergleich zum ersten Quartal 2009 den Rückgang seines Geschäfts stoppen können. Der Gewinn des amerikanische Konzerns sei um 63 Prozent auf 472 Millionen amerikanische Dollar angestiegen, habe damit allerdings immer noch 23 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahreszeitraums gelegen, wie Dell nach amerikanische Börsenschluss am Firmensitz im texanischen Round Rock mitteilte. Der Gewinn je Aktie (EPS) betrug für das zweite Jahresviertel 0,24 Dollar. Experten hatten mit einem Cent weniger gerechnet. Der Markt reagierte nachbörslich zunächst annähernd unbeeindruckt. Der Umsatz lag mit 12,77 Milliarden Dollar 3 Prozent über dem des Vorquartals, aber 22 Prozent unter dem des Vorjahres. Dell-Gründer und Firmenchef Michael Dell gab sich für die Geschäftsentwicklung im zweiten Halbjahr leicht optimistisch: „Sollte der derzeitige Trend bei der Nachfrage anhalten, erwarten wir in der zweiten Jahreshälfte stärkere Umsätze als in den ersten sechs Monaten.“ Für das laufende, dritte Quartal ist der Ausblick des Unternehmens zweigeteilt. Auf der einen Seite verspricht sich Dell eine steigende Nachfrage privater Verbraucher und von Geschäften der amerikanischen Regierung. Auf der anderen Seite sei das dritte Quartal traditionell geprägt von sinkender Nachfrage bei den Geschäftskunden in den Vereinigten Staaten und Europa, hieß es in der Mitteilung weiter. In diesem Bereich rechne Dell mit einer Wiederbelebung des Geschäftszyklus eher erst im kommenden Jahr, wobei die Verbesserung der IT-Ausgaben zunächst in den Vereinigten Staaten erwartet werde. Derweil sei weiter Druck bei den Kosten für Komponenten und durch aggressive Preispolitik zu spüren. Am Vormittag hatte der weltweit drittgrößte Computerhersteller und Dell-Konkurrent Acer seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Die Taiwaner bekamen die Kehrseite des Erfolges ihrer günstigen Mini-Notebooks zu spüren. Trotz eines höheren Absatzes fiel der Gewinn in der Zeit von April bis Juli von 2,9 Milliarden Taiwan-Dollar (61,8 Millionen Euro) im Vorjahreszeitraum auf 2,3 Milliarden Taiwan Dollar. Das raue Klima der Weltwirtschaft und der geringere Profit der sogenannten Netbooks im Vergleich zu herkömmlichen Desktop-PCs oder Laptops belasteten das Unternehmen. Der Umsatz schrumpfte um 5 Prozent auf 119 Milliarden Taiwan Dollar. Acer muss sechs Netbooks verkaufen, um soviel Geld einzunehmen wie mit einem normalen Laptop. Allerdings hängt Acer dank der Konzentration auf Privatkunden weniger stark von Aufträgen von Unternehmen ab, wie etwa Konkurrent Dell oder Lenovo. (dpa-AFX)
L'Oreal erwartet leichten Aufschwung
Der französische Kosmetikhersteller L'Oreal hat im ersten Halbjahr mehr verdient, als von Analysten erwartet. Der breit aufgestellte Konzern kam gut durch die Wirtschaftskrise. Der Überschuss nach Anteilen Dritter schrumpfte von 1,26 auf 1,08 Milliarden Euro, wie der französische Konkurrent von Beiersdorf am Donnerstag mitteilte. Der operative Gewinne sank von 1,5 auf 1,37 Milliarden Euro, übertraf damit aber die Durchschnittsschätzung der Analysten in Höhe von 1,29 Milliarden Euro. Auf das zweite Halbjahr blickt L'Oreal mit Zuversicht und stellt eine leichte Erholung in Aussicht. Unternehmenschef Jean-Paul Agon zeigte sich zufrieden mit dem Halbjahresergebnis. „Dass wir unter besonders schweren Bedingungen ein derart robustes Ergebnis erzielt haben, ist ermutigend.“ Nominal stieg der Umsatz sogar um 1,4 Prozent auf 8,77 Milliarden Euro. Allerdings halfen dabei die Einbeziehung von Yves Saint-Laurent Beauté und CollaGenex sowie die Wechselkurse. Der vergleichbare Umsatz sank um 3,2 Prozent. Das 100 Jahre alte Unternehmen hat in 130 Ländern 67.500 Mitarbeiter. Es vereint 23 Marken wie L'Oréal, Garnier, Lancôme, Kérastase oder Vichy. Agon begründete die Widerstandskraft von L'Oréal in der Konjunkturkrise mit der steten Innovation, der beschleunigten Globalisierung und der „Offenheit für neue Kategorien“. L'Oréal hatte unter anderem den Naturprodukte-Spezialisten Body Shop übernommen, der im zweiten Quartal wieder rentabel wirtschaftete. (dpa-AFX)
Voestalpine beendet Kurzarbeit in Linz
Der österreichische Stahlhersteller Voestalpine beendet seine Kurzarbeit am Standort Linz. Wie veostalpine am Freitag mitteilte, wird die Kurzarbeit zum 31. August beendet. Als Grund hierfür nannte der Stahlhersteller die anziehende Nachfrage nach hochwertigen Flachstahlprodukten in Europa seit Beginn des Sommers. Die damit verbundene wesentlich höhere Auslastung in der Division Stahl des Voestalpine-Konzerns erlaube es, die Kurzarbeit am Werksstandort Linz per Ende August vorzeitig auslaufen zu lassen, da sich für die nächsten Monate eine weitere Verbesserung der Kapazitätsauslastung abzeichne, hieß es weiter. Zuletzt seien 3.470 Mitarbeiter von insgesamt 9.780 Beschäftigten der Division Stahl in Kurzarbeit gewesen. Unverändert in Kurzarbeit an anderen Konzernstandorten sind den weiteren Angaben zufolge per Anfang September 2.384 Mitarbeiter in Österreich und rund 3.123 Mitarbeiter an internationalen Standorten. (Dow Jones Newswires)
Welt: MAN verschärft angeblich Sparkurs
Der Lkw-Hersteller MAN verschärft laut einem Pressebericht seinen Sparkurs. So sollen im Nutzfahrzeugbereich die Verwaltungskosten um ein Fünftel gesenkt werden, wie die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet. Der Chef der Sparte, Anton Weinmann, habe in einer Sitzung des Wirtschaftsausschusses angekündigt, sowohl die Sach- als auch die Personalkosten um 20 Prozent zu kürzen, will das Blatt aus Arbeitnehmerkreisen erfahren haben. Die Einsparungen sollen im Jahr 2011 wirksam sein. Betroffen von der neuerlichen Sparrunde sei vorerst der Konzernbereich Nutzfahrzeuge, die mit Abstand wichtigste Sparte des Münchner Unternehmens. Dort arbeiteten weltweit rund 32.500 Beschäftigte, davon etwa 5.000 in der Verwaltung. Im vergangenen Geschäftsjahr hätten die Verwaltungskosten 437 Millionen Euro betragen. Damit könnten die geplanten Einsparungen rund 90 Millionen Euro ausmachen, so die Zeitung weiter. (dpa-AFX)
Wirtschaft
Japans Arbeitslosenquote steigt im Juli auf Rekordhoch
Die Arbeitslosenquote in Japan ist im Juli saisonbereinigt auf 5,7 Prozent und damit auf ein Rekordhoch gestiegen, nachdem sie im Vormonat bei 5,4 Prozent gelegen hatte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Anstieg auf 5,5 Prozent gerechnet. Wie die Statistikbehörde der Regierung am Freitag weiter mitteilte, stieg die Gesamtzahl der arbeitslosen Personen in Japan damit auf Jahressicht um 1.030.000 auf 3,59 Millionen. Die Zahl der Erwerbstätigen verringerte sich unterdessen um 1.360.000 auf 62,70 Millionen. Beobachter sagten, der japanische Arbeitsmarkt könnte mit dem höchsten Stand der Arbeitslosigkeit in der Nachkriegszeit die Talsohle erreicht haben, denn der Personalabbau in den Unternehmen sollte langsam zu einem Ende kommen. In jüngster Zeit hat die japanische Wirtschaft wieder Zeichen für eine Wiederbelebung gezeigt. Allerdings sei der Arbeitsmarkt ein nachlaufender Indikator, sodass ein Abbau der Arbeitslosigkeit noch einige Zeit in Anspruch nehmen dürfte, schränkten die Experten ein. (Dow Jones Newswires)
Japans Verbraucherpreise fallen im Juli erneut mit Rekordrate
Die Lebenshaltungskosten für die japanischen Verbraucher sind im Juli den dritten Monat in Folge mit einer Rekordrate zurückgegangen. Die Verbraucherpreise fielen in der Kernberechnung um 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie das Statistikbüro der Regierung am Freitag berichtete. Die Prognose von Volkswirten wurde damit bestätigt. Im Juni waren die Preise in der Kernrate um 1,7 Prozent gesunken. Damit sind die Verbraucherpreise in der Kernberechnung bereits fünf Monate in Serie gesunken. Die Bank of Japan (BoJ) achtet für die Bestimmung ihrer Geldpolitik besonders auf die Kernrate. Auch der Gesamtindex der Verbraucherpreise in Japan fiel im Juli auf Jahressicht um 2,2 Prozent. Die Daten zeigen nach Ansicht von Beobachtern, dass sich in Japan zunehmend ein deflationärer Druck aufbaut. Und vorerst dürften die Preise weiter fallen, weil die tiefe Rezession in Arbeitsmarkt belastet, was wiederum die Konsumfreude der Bürger bremst. Auf Basis vorläufiger Berechnungen teilte das Statistikbüro zudem mit, dass die Verbraucherpreise im Großraum Tokio im August in der Kernrate um 1,9 Prozent niedriger lagen als im Vorjahresmonat, was ebenfalls den Erwartungen von Volkswirten entsprach. Im Juli war der Index in der Kernrate im Großraum Tokio um 1,7 Prozent gesunken. Die Daten aus Tokio, die einen Monat Vorlaufzeit vor den nationalen Zahlen haben, werden als Indikator für die künftige Entwicklung angesehen. (Dow Jones Newswires)
Britisches GfK-Konsumklima bleibt im August konstant
Die Zuversicht der britischen Verbraucher ist im August wider Erwarten nicht gestiegen. Wie das Marktforschungsinstitut GfK NOP am Freitag mitteilte, verharrte der Konsumklimaindex bei minus 25 Punkten. Ökonomen hatten für August mit einem Anstieg auf minus 23 Punkte gerechnet. Damit war das Konsumklima bereits den dritten Monat in Folge stabil. „Obwohl sich die Konsumenten noch immer vorsichtig mit Blick auf die Wirtschaft zeigen, sind sie doch weniger pessimistisch als im vergangenen Jahr“, sagte GfK-Analystin Rachel Joy. Der Index lag im August elf Punkte über seinem Vorjahresstand, er notierte aber nach wie vor auf einem historisch niedrigen Niveau. Die Beurteilung der Verbraucher über die konjunkturelle Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten fiel im August auf minus 9 (Juli: minus 8). Joy geht allerdings davon aus, dass die jüngsten Häusermarktdaten und die sich abzeichnende Wirtschaftserholung die Stimmung unter den Verbrauchern in Zukunft verbessern wird. Rückblickend bewerteten die Verbraucher ihre persönliche Finanzlage und die Wirtschaftslage der vergangenen zwölf Monate etwas positiver. Die Umfrageergebnisse basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission im August durchgeführt wurden. (Dow Jones Newswires)
Bauer sieht deutschen Baumarkt auf Jahre belastet
Die Wirtschaftskrise lastet nach Ansicht des Bau- und Baumaschinen-Konzerns Bauer noch für längere Zeit auf dem heimischen Baumarkt. „In den nächsten Jahren wird die deutsche Bauwirtschaft in der Summe noch einmal um 10 bis 15 Prozent zurückgehen“, prognostizierte Vorstandschef Thomas Bauer im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Dies werde sich auch auf die Zahl der Mitarbeiter im Baugewerbe auswirken. Die deutsche Bauwirtschaft hat bereits eine lange Durststrecke hinter sich. Seit Mitte der 90iger Jahre halbierte sich die Beschäftigtenzahl von über 1,4 Millionen in der Spitze auf nun mehr knapp 700.000. Der Krise könnten weitere 50.000 Stellen zum Opfer fallen, schätzte Bauer. Die lange Rezession im Bau hatte auch zu einem knallharten Preiskampf geführt. „Die nächsten beiden Jahre werden keine schönen Jahre.“ (dpa-AFX)
Studie: 90.000 Jobs in der Autoindustrie gefährdet
In der deutschen Autoindustrie sind einer Studie zufolge trotz staatlicher Hilfen mehr als 90.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Wie die Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag) unter Berufung auf die Analyse der Unternehmensberatung Roland Berger weiter berichtet, wird das Ende der Abwrackprämie die Zahl der Insolvenzen entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette deutlich steigen lassen. Besonders prekär sei die Lage der Autohändler, obwohl diese im laufenden Jahr dank der Abwrackprämie sogar mehr Autos verkaufen werden als im Jahr zuvor. Dies sei ein Vorzieh-Effekt, sagte Ralf Landmann, Partner von Roland Berger und Autor der Studie. Dieser geförderte Effekt werde die Händler nun wie ein Bumerang treffen. „Wenn die Abwrackprämie ausläuft, ist fast jeder zweite deutsche Händler akut von Insolvenz bedroht.“ Bis zu 30.000 Stellen könnten wegfallen. Landmann zufolge bedrohen Nachfragerückgänge und sinkende Renditen dabei „leider vor allem die großen Händlergruppen, die in den vergangenen Jahren eigentlich alles richtig gemacht haben“. Ausgerechnet die Unternehmen, die viel Geld in das eigene Wachstum investiert hätten, litten nun unter der Kreditklemme und müssten um ihre Existenz bangen, sagte er der „Welt“. (dpa-AFX)
| Name | Kurs | Prozent |
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| Nasdaq 100 | 2.527,05 | −0,17% |
| S&P500 | 1.317,82 | −0,22% |
| Nikkei225 | 8.580,39 | +0,20% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |
| Bund Future | 144,35 € | +0,25% |