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Medienschau Investmentbank Macquarie schockt Märkte mit Gewinnwarnung

06.09.2010 ·  Der DIHK erwartet eine Konjunkturabkühlung im dritten Quartal, die amerikanische Regierung riskiert beim GM-Börsengang Verluste und die Autozulieferer wollen schon im kommenden Jahr zum Vorkrisenniveau zurückkehren.

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Unternehmensnachrichten

Investmentbank Macquarie schockt Märkte mit Gewinnwarnung

Die führende australische Investmentbank Macquarie Group die Märkte am Montag mit einer Gewinnwarnung geschockt. Der Überschuss werde im ersten Halbjahr, das bis September laufe, um 25 Prozent sinken, teilte die Bank am Montag mit. Experten erwarteten dagegen einen Anstieg um 10,6 Prozent. Die Macquarie-Aktie brach um 5,9 Prozent an der Börse in Sydney ein. Die weltweiten Marktturbulenzen im Zuge der Schuldenkrise vieler europäischer Staaten hätten das Geschäft in Mitleidenschaft gezogen, begründete Macquarie das schwache Ergebnis. (Reuters)

Amerikanische Regierung riskiert Verlust bei geplantem GM-Börsengang

Beim geplanten Börsengang des Autobauers General Motors könnte die amerikanische Regierung Kreisen zufolge anfänglich einen Verlust hinnehmen. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt weitere Aktienpakete an die Börse gebracht werden, könnte dann der Staatsbesitz Gewinn einbringen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen. Mögliche Gewinne hingen davon ab, wie Investoren die neugelisteten Aktien an der Börse bewerteten. Die Regierung und das Unternehmen wollten die Informationen nicht kommentieren.

Ob die Steuerzahler jemals die gesamten Hilfsgelder von 50 Milliarden Dollar zurückbekommen, könnte über Jahre eine offene Frage bleiben, saten die Insider. Nach Angaben eines Informanten könnte es mehr als drei Jahre dauern, bis die Regierung ihre Beteiligung ganz abgestoßen hat.

Früheren Berichten zufolge soll die neuerliche Erstnotiz (IPO) im November über die Bühne gehen. Laut Schätzungen könnte das Unternehmen dabei bis zu 20 Milliarden Dollar einnehmen. Medien berichteten, die Regierung wolle verhindern, dass ausländische Investoren große Aktienpakete kaufen. Deshalb sollten gezielt Ankerinvestoren ausgewählt werden. Diese sichern den Erfolg eines Börsengangs ab, bekommen dafür im Gegenzug oftmals Rabatte eingeräumt. Um den Investoren GM schmackhaft zu machen, könnte die Regierung bereit sein, einen Rabatt von bis zu 20 Prozent zu gewähren, sagte ein Informant. (dpa-AFX)

Großbritannien fordert Verkaufsstopp für GSK-Medikament Avandia

Das umstrittene Diabetes-Mittel Avandia des Pharmakonzerns GlaxoSmithKline (GSK) sollte nach Ansicht der britischen Gesundheitsbehörde MHRA wegen möglicher Herzprobleme vom Markt genommen werden. Die Risiken überwögen den Nutzen. MHRA habe der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA ihre Position deutlich dargelegt und auf einen Verkaufsstopp vor einem Expertentreffen am 8. September gedrungen. Dabei soll die Sicherheit des Medikaments überprüft werden.

Avandia gehörte bis 2007 zu den größten Umsatzbringern des britischen Unternehmens. Damals war eine Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass das Präparat zu Herzproblemen führen könnte. Seitdem steht das Mittel in der Schusslinie. 2006 machte Glaxo noch einen Umsatz mit Avandia von drei Milliarden Dollar. 2009 fielen die Erlöse auf 1,2 Milliarden Dollar. In Deutschland hatte der Gemeinsame Bundesausschuss kürzlich das Mittel zusammen mit ähnlichen Wirkstoffen aus der Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen genommen. (Reuters)

Autozulieferer: Rückkehr zu Vorkrisenniveau schon im nächsten Jahr

Die europäische Autozulieferindustrie dürfte deutlich schneller aus der Auftragskrise kommen als gedacht. „Es gibt die berechtigte Hoffnung, dass viele Unternehmen bereits 2011 wieder zu alter Stärke zurückfinden, der Nutzfahrzeugbereich ein Jahr später“, sagte der Präsident des europäischen Zulieferverbands Clepa, Peter Tyroller, der „Automobilwoche“.

Bislang hatte die Branche mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau von 2007 erst 2012 im Pkw-Geschäft und 2013 im Geschäft mit den Nutzfahrzeugen gerechnet, schreibt das Blatt. „Nach der unerwartet schnellen Erholung sind wir nun deutlich positiver gestimmt als noch zu Jahresbeginn“, sagte der Bosch-Vertriebschef, der seit Anfang des Jahres das Amt des Clepa-Präsidenten bekleidet. In diesem Jahr dürfte nach Ansicht von Tyroller die Auftragslage der meisten Unternehmen stabil bleiben.

Viele Zulieferer seien aber von der Krise geschwächt, sagte der Manager. Deshalb stelle für sie die Finanzierung der höheren Produktion eine erhebliche Herausforderung dar. „Erst wenn eine gewisse Stabilität zurückkehrt, wird sich die Situation verbessern. Bis dahin wird die Konsolidierung unter den Zulieferern fortschreiten“, sagte Tyroller. (dpa-AFX)

Airbus verfehlt Auslieferungsziel für A380

Der europäische Flugzeughersteller Airbus wird laut einem Pressebericht sein Ziel verfehlen, 2010 insgesamt 20 Airbus A380 auszuliefern. In diesem Jahr würden nur 16 oder 17 A380 ausgeliefert, berichtete der wöchentliche französische Newsletter „La Lettre de l'Expansion“ am Montag ohne Angabe von Quellen. Auch Gründe für das Verfehlen des Ziels wurden nicht genannt.

Airbus hatte sich zuletzt zuversichtlich gezeigt, das Auslieferungsziel zu erreichen. Seit Jahresbeginn wurden nach Angaben der Tochter der European Aeronautic Defence and Space Co NV (EADS) 13 A380 an die Kunden übergeben. „Die Produktion läuft rund“, hatte ein Airbus-Sprecher Ende August Dow Jones Newswires gesagt. Allein im Juli und im August seien jeweils 3 Flugzeuge an Kunden übergeben worden, sagte der Sprecher weiter. „Damit befinden wir uns auf einem sehr gutem Weg, die mindestens 20 für 2010 geplanten Auslieferungen zu erreichen, wenn nicht sogar zu übertreffen“. (Dow Jones)

Wirtschaftsnachrichten

DIHK erwartet Konjunkturabkühlung im dritten Quartal

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) rechnet nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe) mit einer Konjunkturabkühlung in Deutschland. Von Juli bis September 2010 werde das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal wachsen“, sagte DIHK-Chefvolkswirt Volker Treier der Zeitung. Im zweiten Quartal 2010 hatte das Bruttoinlandsprodukt mit 2,2 Prozent noch mehr als das Dreifache zugelegt.

„Der Aufschwung setzt sich fort. Auch wenn das hohe Tempo des zweiten Quartals nicht gehalten wird, ist der Zuwachs noch erheblich besser als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre“, sagte Treier der Zeitung. An der kürzlich vom DIHK aufgestellten Konjunkturprognose für 2010 hält Treier fest. Danach rechnet der Verband mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um 3,4 Prozent. (Dow Jones)

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Dow Jones.

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